Schlittenhundefahrt in Tromsø und das Trollmuseum- Reistagebuch Tag 9

Ein traumhafter Sonnenaufgang hat uns heute Morgen auf dem Weg nach Tromsø  – dem Tor zum Eismeer – begleitet!

Bevor wir gegen 9:30 Uhr in Tromsø anlegten, gab es noch einen interessanten Vortrag vom Expeditionsteam hier an Bord zum Thema „Klimawandeln in Norwegen“. Viele Länder erleben schon jetzt die Folgen des Klimawandels und in Norwegen werden die Auswirkungen besonders in den nördlichen Teilen des Landes bereits deutlich. Wer hierzu etwas mehr wissen möchten – einfach sich auf den Seiten der Königlich Norwegische Botschaft in Berlin einmal umschauen, da findet einige interessante Berichte dazu: https://www.norway.no/de/germany/werte-schwerpunkte/klima-umwelt/

Dann ging es los….Husky-Schlittenhundefahren in Norwegen! Nach einer knapp 45 minütigen Fahrt sind wir im Tromsø Villmarkssenter auf der Insel Kvaløya angekommen – einem Zentrum mit ca. 200 Alaskan Huskies und Welpen (wer das auch mal erleben möchte – hier geht es zur Homepage: https://villmarkssenter.no/activities/husky-sled-ride/. Dort gab es erstmal einen Thermo-Overall und Thermo-Stiefel und dann ging es endlich zu den Hunden – während des kurzen Vortrages zur Rasse Alaskan Husky gab es weitere Informationen zu Hundeschlittenrenne und Tierschutz und man konnte schon den einen oder anderen Hund streicheln. Dann wurden die Schlitten vorbereitet, 11 Huskies eingespannt und dann hat uns unsere Musher Gintarė fast eine Stunde in ein absolut phantastisches Erlebnis geführt – diese traumhafte Umgebung bei dem tollem Wetter…ein absolutes Highlight auf dieser Reise (und bei dem tolle Wetter steigt die Hoffnung auf weitere Nordlichter am Abend :-)!

Nach der Tour ging es noch einmal kurz zu den Junghunden zum Spielen bevor man sich dann in ihrer gemütlichen Gamme-Hütte am offenen Feuer aufwärmen konnte. Neben der hier so typischen heißen Schokolade gab es für alle die wollten „Bidos“, ein traditionelles samisches Rentiergericht, was sehr lecker war – und wenn man noch ein paar Spätzle reingetan hätte, dann wäre es fast mit einem Gaisburger Marsch vergleichbar ;-)! Und zum Nachtisch gab es einen sehr schmackhaften Schokoladenkuchen.

Zurück in Tromsø konnten wir noch die Eismeerkathedrale ins Blickfeld nehmen und ein paar schöne Aufnahmen machen.

Dem Stadtzentrum gegenüber am Beginn der Tromsøbrua steht die Tromsdalenkirche, benannt nach dem Vorort Tromsdalen, bei uns geläufiger unter dem Namen „Eismeerkathedrale“. Dieser moderne Kirchenbau wurde von dem Osloer Architekten Jan Inge Hovig entworfen und 1965 eingeweiht und insbesondere von der Seite aus betrachtet, weckt dieses Kathedrale verschiedene Assoziationen beim Betrachter:

Die „Eismeerkathedrale“ von der Seite und weckt beim Betrachter bestimmte Assoziationen: manche sehen in dem eigenwilligen Betonbau ein Stockfischgestell oder Bootshaus, andere fühlen sich an aufgerichtete Eisblöcke erinnert. Ich finde es einfach interessant ;-)!

Und natürlich musste ein Besuch im Troll-Museum sein, wenn wir schon im Land der Trolle sind ;-)!

Das Trollmuseum in Tromsø ist das erste und einzige Trollmuseum in Norwegen, das mit moderner Augmented Reality (AR)-Technologie erstellt wurde. Die Ausstellung stützt sich auf die Arbeit der Märchensammler Asbjørnsen und Moe sowie auf Illustrationen von Theodor Kittelsen.  Im Museum gibt es auch eine der ältesten Ausgaben von Troldskab (von 1892) – eine berühmte Märchensammlung illustriert von Theodor Kittelsen.

In der altnordischen Mythologie glaubte man zum Beispiel, dass der Donner vom Gott Thor kam, der auf seinem Streitwagen über den Himmel fuhr, dass große Krieger in Valhalla und Folkvang wohnen würden, um nach ihrem Tod mit den Göttern zu feiern, und dass das Schicksal der Welt war bestimmt von den drei Nornen – Schicksalsgöttinnen und Personifikationen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.  Trolle sind nicht weniger wichtig als die Helden zahlreicher nordischer Legenden und Märchen. Diese riesigen Kreaturen können in tiefen Wäldern oder hoch oben auf den Berggipfeln gefunden werden. Von weitem sehen sie aus wie riesige Felsbrocken, die mit Moos und Heidekraut und manchmal sogar ganzen Bäumen bewachsen sind. Ein Troll kann einen, drei, fünf, sechs, sieben, neun oder noch mehr Köpfe haben. Solche Mythen und Legenden sind unglaublich interessant, aber sie können manchmal auch sehr verwirrend sein, da verschiedene Quellen widersprüchliche Informationen enthalten.

Hier noch ein zwei Buchempfehlungen – auch passend zum heutigen Abendvortrag von Ole, der uns wieder in die Welt der norwegischen Geschichten und Sagen entführte – zum Thema nordische Mythen:

Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman und Nordische Götter- und Heldensagen von Edmund Mudrak. Und noch eine ganz interessante Fallarbeit zu „Nordische Mythologie“ habe ich gefunden: https://www.lem.lu/pdf/trape/Reiter,%20Mil%20-%20Nord%20Myth.pdf.

Nicht nur heute Nachmittag gab es Rentier – auch heute Abend stand auf der Abendkarte „Rentier aus der Finnmark mit gebratenen Champignons, Rosenkohl, Wacholderbeersauce und Preiselbeeren“.

Und ich muss gestehen – ich habe mich so ein bisschen in den Bivrost Gin verliebt – ein toller Cocktail den man hieraus zaubern kann ist der Artic Tom Collins – (Bivrost Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Soda) – also ein Klassiker unter den Gin Cocktails!

In diesem Sinne – immer nett zu Trollen sein (zu den meisten bitte) ;-)!

Eure Nachteule

Trolle, Runen und die ᛚᚬᚠᚬᛏᛅᚾ (Lofoten) – #OwlonTour -Reisetagbuch Tag 6

Gestern Abend hatten wir noch kurz die Gelegenheit die „Sieben Schwestern“ zu sehen – das waren die sieben Töchter, die gestern beim Torghatten eine kleine Rolle spielte – erinnert ihr euch ;-)?

Und dank guter Kameratechnik wurde es auch eine sehr schöne Aufnahme, der sonst tagsüber oft schüchternen Schwestern, wie uns Ole, einer unserer norwegischen Tourguides erklärte, da seien sie oft in Nebel bzw. Wolken gehüllt!

Wer oder was sind eigentlich Sieben Schwestern? Die Sieben Schwestern (bokmål: De syv søstre bzw. Sju søstre) sind eine Bergformation aus sieben Bergen in der Kommune Alstahaug in Nordland, Norwegen – an der Helgelandküste, zwischen den Hurtigruten Häfen Sandnessjøen und Brønnøysund.

Und hier die Sage, die sich um diese Formation rankt: Botnkrona (1.072 m), Grytfoten (1.066 m), Skjæringen (1.037 m), Tvillingene (die Zwillinge) (980 m), Kvasstinden (1.010 m) und Stortinden (910 m) waren allesamt Töchter von Suliskongen, der sie hoch im Norden sehr streng erzog. Eines Nachts schlief er so fest, dass alle sieben Jungfrauen sich wegschleichen konnten, wie es abenteuerlustige junge Menschen gern einmal tun.

Aber Vågekallen, der unbedingt eine Frau finden wollte, lag auf der Lauer. Er verfolgte sie. Die Töchter flohen an der Küste gen Süden, verfolgt von mehreren Trollen, die sie alle entweder fangen oder retten wollten. Aber keiner unter ihnen dachte an die Sonne, die alle Trolle in Stein verwandelt. Als schließlich die Nacht schwand und der Morgen anbrach, erstarrten die Trollschwestern und ihre Verfolger zu Stein. Aus ihnen allen wurden die Felsen und Berge, die heute die Helgelandküste zu einer der schönsten Küsten weltweit machen.

Und dann hat es heute Morgen tatsächlich geklappt – wir konnten in Reine (Lofoten) anlegen. Seit einigen Wochen war es nicht möglich aufgrund von Wetter, Wasserstand etc. direkt in Reine anzulegen, aber heute Morgen war es endlich wieder so weit. Auch wenn das Wetter eher winterlich war – also Geflöckel und kalt – die Fahrt ins kleine Fischerdorf A war wirklich eine Abenteuer 🙂

Ich bin sehr beeindruckt, wie diese riesigen Busse sich so sicher und teilweise hauchdünn aneinander vorbeigefahren sind auf schneebedeckten und eisigen Straßen!

Angekommen in  Å hieß es wieder, Spikes anziehen und auf geht’s Richtung Zentrum…hier ein paar Fakten zu  Å.

Å hat etwa 100 Einwohner und die Stadt lebt heute nahezu ausschließlich vom Tourismus im Sommer. Der komplette Ort ist eine Art Museumsdorf, in dem die Fischereitradition der Region präsentiert wird.  Hier befindet sich auch das norwegische Fischereimuseum und das Stockfisch-Museum. Der kleine Ort zählt zu den ursprünglichsten Fischerdörfern in ganz Norwegen. Die 33 Gebäude des Ortes verbreiten eine einzigartige Atmosphäre, die zu einem Abendspaziergang durch das charmante Å einlädt. Die meisten Gebäude sind über 150 Jahre alt und am Ort wurde soviel Altes bewahrt wie möglich und soviel Neues für den Tourismus geschaffen wie nötig. Der außergewöhnliche und kürzeste Ortsname der Welt muss sich seine Eigenschaft aber mit vier weiteren Orten in Norwegen teilen, die ebenfalls Å heißen. Das auf den Lofoten ist jedoch das bekannteste. Dies hat zur Folge, dass mehrmals jährlich ein neues Ortsschild am Ortseingang angebracht werden muss. Es wird ständig von Souvenirjägern gestohlen. Heute hatten wir Glück und das Ortschild war mal noch auf seinem Platz! 🙂

Zum Abschied klarte sogar das Wetter noch ein bisschen auf und wir fuhren mit ein paar phantastischen Aufnahmen in der Kamera wieder ab Richtung Alta – aber natürlich mussten wir noch einen kurzen Halt am Trollfjord einlegen (auch wenn man im Winter leider nicht einfahren darf) und es gab sogar eine passende Trollfjordsuppe auf Deck 8 in der Explorer Lounge.

Der Trollfjord ist ein 2 Kilometer langer Seitenarm des Raftsunds, der die norwegischen Regionen Lofoten und Vesterålen voneinander trennt. Und auch hier rankt sich natürlich eine Trollsage um die Entstehung dieses nur max. 70 Meter tiefen Fjords_ die berühmte Schlacht im Trollfjord fand im Jahre 1890 statt. Fischer aus Henningsvær, deren einziges Bestreben es war, Kabeljau zu fischen, fuhren auf der Suche nach dem Fisch mit ihren Booten auf dem Raftsund in östliche Richtung zum Trollfjord. Dort trafen sie auf mehrere Dampfschiffe. Die Dampfschiffe hatten sich so in der Einmündung des Fjords platziert, dass die Fischer keinen Zugang mehr zum Trollfjord bekamen. Zudem hatten die Dampfschiffe große Netze ausgeworfen und machten den Fischern den Kabeljau streitig. Die armen Fischer in ihren Ruderbooten, deren Lebensgrundlage der Fisch war, wurden wütend, und mit Rudern und Bootshaken enterten sie die Dampfschiffe und erkämpften sich den Zugang in den Trollfjord. Damals gehörte der Sieg den kleinen Fischern und sie konnten weiter ihren Kabeljau fischen. Der Roman „Der letzte Wikinger“ von Johan Bojer beschreibt die Schlacht ausführlich. Im Jahr 1893 – um die kleinen Fischer zu schützen – wurde, als Folge der Schlacht im Trollfjord, das Fischen mit Senknetzen verboten.

Die Trollfjordsuppe ist eine klassische norwegische Fischsuppe (heute sogar nach dem Rezept der Mutter des Kapitäns) und besteht für vier Portionen aus

  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 1 Liter Fischkraftbrühe
  • 200 g norwegisches Fischfilet (Kabeljau, Schellfisch, Steinbeißer, Rotbarsch – irgend was weiß fleischiges) / bzw.
  • 200 g Fischpudding
  • 2 Karotten
  • 1 Scheibe Sellerieknolle
  • 1 Stck. Petersilienwurzel
  • 1/2 Lauchstange
  • Zitronensaft, Pfeffer, Salz, frischer Schnittlauch
  • Sahne / Milch

Das Gemüse in feine Streifen oder Würfel schneiden. Butter und  Mehl anschwitzen und mit Fischfond aufgießen, Fisch hineingeben und mit Salz, Pfeffer, Zitrone und Sahne / Milch abschmecken und mind. 5 Minuten ziehen lassen. Mit Schnittlauch bestreuen – God appetitt!

Hier noch das Rezept für einen typischen norwegischen Fischpudding(Hiskepudding eller Fiskefarse (4 Portionen):

  • 750 g Kabeljau- o. Schellfischfilet
  • 200 ml Sahne
  • 2 TL Salz
  • 11/2 EL Speisestärke
  • 1 EL Butter
  • 2 EL Paniermehl

Den Fisch in grobe Stücke zerteilen. Im Mixer nach und nach fein pürieren, dabei schon etwas Sahne zugießen. Das Fischpüree mit Salz würzen. Die Speisestärke und die restliche Sahne unterrühren. Die Mischung kräftig schlagen, so dass sie möglichst locker wird. Eine Kasten- oder Puddingform (Inhalt ca. 1 1/2 l) mit der Butter einfetten und mit Paniermehl ausstreuen. Die Fischmasse in die vorbereitete Form geben und die Oberfläche glattstreichen. Zur Vermeidung von Hohlräumen die Form auf einer weichen Unterlage mehrmals fest aufsetzen. Ein passend großes Stück Alu-Folie fest über die Formoberfläche legen und an den Rändern festdrücken. Eine Fettpfanne mit ca. 1 l Wasser füllen. Die Kastenform hineinstellen. Während des Garvorganges darf das Wasser nicht sprudelnd kochen, da der Fischpudding dann Löcher bekommen würde. Den Fischpudding vor dem Stürzen aus der Form ca. 5 Minuten ruhen lassen. Dann in Scheiben schneiden oder wie in unserem Fall als Fischklößchen abstechen!

Und die Kultur soll natürlich auch nicht zu kurz kommen – also ging es noch in einen Runen-Workshop mit unserer Sami-Spezialistin Andrea und unserem polnischen Wikinger Jan und anschließend in einen Wikinger-Vortrag mit Ole!

Runen sind alphabetische Schriftzeichen, deren germanischer Ursprung zu Beginn der Zeitrechnung zu finden ist. Einst hatte das Runenalphabet 24 Buchstaben, wobei jeder Buchstabe für einen Laut stand. Das Alphabet wird gerne als Futhark bezeichnet, benannt nach den ersten sechs Buchstaben. Um 700 wurden die Zeichen vereinfacht und das Alphabet auf 16 Buchstaben verkürzt. Diese „jüngeren“ Runen wurden während der Wikingerzeit und im Mittelalter verwendet. Norwegen hat die älteste Runeninnschrift und den ältesten Runenstein. Der Runenstein von Einang ist zudem der älteste, auf dem das Wort Rune erwähnt ist. Eine interessante Seite zu schwedisch-norwegische Runen findet man im Mittelalter Fandom (Mittelalter Wiki): https://mittelalter.fandom.com/de/wiki/Schwedisch-norwegische_Runen und eine schöne Seite zu den Wikinger aus Norwegen findet man unter https://www.visitnorway.de/aktivitaten/kunst-und-kultur/wikinger/

Da wir morgen Abend auf Nordlichtjagd sind, gab es heute ein vorgezogenes Valentinstag-Essen im Restaurant Lindstrøm hier an Bord. Eigentlich nur für Suite-Gäste, aber bei Vorreservierung und einem kleinem Aufpreis haben wir uns da heute einen schönen Abend gegönnt!

Und was für eine süße Überraschung erwartete uns anschließend in der Kabine – das abendliche Schokobetthupferl wurde mit einem selbstgebastelten Serviettenschwanenherz zusammen auf das Kopfkissen gelegt!

Kurz vor 19 Uhr hieß es heute zum ersten Mal „Polarlicht an Backbord sichtbar“ – nicht ganz so gut wie vor zwei Tagen, aber es ist ja auch noch ziemlich früh am Abend und da es gegen später aufklaren soll, steigen die Chancen auf gut sichtbare Polarlichter…also Daumen drücken!

In diesem Sinne – einen schönen Vor-Valentinstagabend!

Eure Nachteule!

Science Hike in Brønnøysund und ein erstes Aufblitzen von Lady Aurora- Reisetagbuch Tag 5

Kurz nach 0 Uhr heute Nacht war es endlich so weit – das erste Mal kam die Durchsage über den Lautsprecher: Nordlichter am Himmel!

Also raus aus dem Bett, rein in irgendwelche Klamotten, Schnutenpulli auf und raus an Deck 5…und ganz zart am Himmel über der MS Otto Sverdrup taucht ein erstes zartes Nordlicht auf. Mit bloßem Auge noch etwas schwer zu entdecken, aber die ersten Bilderaufnahmen zeigen – wow…wenn es jetzt die nächsten Nächte noch etwas klarer wird, dann erwarten uns hier noch ein paar phantastische Bilder!

Neben einem Special of the day auf dem Frühstückbüffet (heute waren es ein Blaubeermuffin und Tortilla-Variationen), gibt es immer ein paar norwegische Spezialitäten und mir als Käsefan ist heute morgen natürlich – neben dem Jarlsberg-Käse – der Braunkäse aufgefallen!

Wer an norwegischen Käse denkt, dem fallen spontan zwei Spezialitäten ein: Jarlsberg(ähnlich einem Emmentalerkäse)  und Gudbrandsdalost (Braunkäse). Und der Gudbrandsdalost ist nicht einfach nur irgendein Käse – er wird nachweislich seit dem Jahr 1850 hergestellt und ist längst zum nationalen Symbol in Norwegen geworden. Hergestellt wird er aus einer Mischung aus Kuhmilch, Sahne und einem kleinen Anteil Ziegenmilch, die so lange aufgekocht wird, bis der enthaltene Milchzucker karamellisiert – so kommt der Gudbrandsdalost zu seinem charakteristischen zarten Karamellgeschmack. Die Verzehrempfehlung für diesen süßlichen Käse ist entweder auf einem Stück Knäckebrot oder auf einem Hefeteigähnlichem Brötchen, verfeinert mit einer Konfitüre aus roten Beeren – und ja, das kann ich absolut empfehlen (praktischerweise gab es heute morgen auf dem Tisch ein Hefeteigbrötchen und rote Beerenmarmelade auf dem Frühstückstisch ;-)…)

Am Vormittag stand neben einem weiteren Corona-Schnelltest für alle Reisenden auch ein Biologe aus dem Expeditionsteam auf Deck 5 zur Wildlife Beobachtung im Rahmen des Citizen Science Programm für Fragen zur Verfügung. Neben wunderschönen Natur- und Landschaftsaufnahmen ließen sich auch ein paar Seeadler erspähen und ein paar Schafe am nahen Ufer!

In Brønnøysund sind wir heute mit einem kleinen Wissenschaftsteam zu einem Science Hike rund um den Torghatten aufgebrochen, um die dortige Flora und Fauna  – und insbesondere die Geologiebesonderheiten – zu erkunden!

Torghatten ist ein Berg in der Nähe von Brønnøysund, auf der Insel Torget, mit einer besonderen geologischen Form. In seiner Mitte hat er ein etwa 35 Meter hohes und rund 160 Meter langes Loch. Entstanden ist es vermutlich durch Ausspülungen der Meeresbrandung während der immer noch andauernden postglazialen Landhebung nach Abschmelzen der Gletscher aus der letzten Kaltzeit….so die offizielle, wissenschaftliche Erklärung!

Um das Loch in dem Berg rankt sich aber natürlich auch eine Sage – hier im Land der Trolle: Der ungehorsame Sohn des Trollkönigs Vågekallen, Hestmannen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige Trollkönig Sulitjelmakongen, der sieben Töchter hatte, die eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Sulitjelmakongen seine Töchter zur ehrbaren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht. Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, den Hestmannen zum Gatten zu nehmen und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in die Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen. Über die wilde Jagd vergaßen alle wie kurz die Sommernächte im Norden sind und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen: Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hatte.

Finde ich auch eine sehr schöne Erklärung für das Loch in dieser Bergformation :-)!

Aufgrund des guten Wetters kamen wir früher in Brønnøysund an und so hatten wir auf dem Rückweg noch kurz die Gelegenheit an einer sehr schönen Steinkirche zu halten, die auch die anderen Urlauber, die nicht mit auf der Wanderung waren, im Rahmen eines Stadtrundganges besucht hatten.

Nach der heutigen Abendessenportion bin ich wirklich froh, dass es auf diesem Schiff verschiedenen Fitnessangebote (Ergometer, Laufbänder und andere Fitnessgeräte) sowie Wandertouren  auf der Angebotsliste gibt – ich hab so den Eindruck, die Portionen werden etwas größer inzwischen. Leider sind sie auch noch sehr gut und vor allem bei dem selbstgebackenen Brot fällt es manchmal schon schwer, sich ein bisschen zurück zu halten. Aber so ein zwei Cheatdays werde ich mir im Urlaub doch auch gönnen und dann danach wieder etwas Disziplin an den Tag legen – versprochen!

Dann bin ich mal gespannt, wie es mit Aurora Borealis heute Nacht aussieht – die Vorhersagen sehen ja gar nicht mal so schlecht aus ;-)!

In diesem Sinnen – weiter geht die Polarlichtjagd!

Eure Nachteule

Können Eulen eigentlich seekrank werden? #OwlonTour – Reisetagebuch Tag 2

Die Aussichten haben es schon ein bisschen angekündigt – so ganz „ruhig“ würde die Fahrt von Hamburg nach Stavanger nicht verlaufen ;-)!

So merkte man bereits beim kurzen technischen Stopp in Cuxhaven gestern Nacht gegen 22:30 Uhr, dass es ziemlich zu schaukeln begann. Aktuell geht es mir so lala – noch kann ich ohne irgendwelche Hilfsmittel meinen Aufenthalt genießen und auch bei Carsten geht es so langsam wieder. Durch einen guten Freund waren bzw. sind wir ganz gut auf genau diese Situation vorbereitet gewesen und haben uns im Vorfeld mit Scopoderm Pflastern eingedeckt: Scopoderm (Wirkstoff ist Scopolamin) gehört in die Gruppe der Antiemetika-Antivertiginosa – also Mittel gegen Übelkeit / Erbrechen und gegen Schwindel). Dieses kleine Pflaster wird idealerweise einige Stunden VOR dem Reiseantritt an einer intakten unbehaarten Stelle hinter dem Ohr aufgeklebt und hat eine Wirkdauer von 72 Stunden.

Was ist eigentlich diese „Seekrankheit“ genau und gibt es noch weitere Dinge, die man dagegen tun?

Die Seekrankheit ist eine weit verbreitete Unterform der Reisekrankheit (Kinetose), die sich während der Fahrt mit z.B. einem Schiff mit den typischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Brechreiz entwickeln kann. Und für alle Interessierten – der ICD-10 Code lautet T75.

Ganz allgemein kann man sagen, dass unser Gleichgewichtsorgen und unsere Propriozeptoren (die unsere Stellung im Raum koordinieren) ein wenig in Konflikt stehen…

Durch die ständigen Schaukelbewegungen bei Seegang nimmt das Gleichgewichtsorgan wahr, dass der Körper andauernd in Bewegung ist, aber wir sitzen eigentlich stabil  in einer gerade erscheinenden Umgebung, wie uns die Innenwände des Schiffes ja gerade suggerieren. Dies sorgt für widersprüchliche Informationen, welche das Gehirn nicht einordnen kann.

Auf vielen einschlägigen Seiten gibt es nun eine Vielzahl an Tipps, was man nun machen soll:

  • an Deck, an die frische Luft, gehen und den Blick Richtung Horizont richten – so können optische Eindrücke und gefühlte Schwankungen wieder besser in Einklang gebracht werden
  • Flach hinlegen und die Augen zu machen (am besten unter Deck) oder auch versuchen ein bisschen zu schlafen hilft ganz gut.
  • ein kleines bisschen was essen, was nicht zu schwer im Magen liegt, ist tatsächlich auch hilfreich. Interessanterweise wird ein Zusammenhang zwischen Seekrankheit und Histamin diskutiert, d.h. Hartkäse, Salami oder auch Rotwein sind durchaus empfohlene Lebensmittel….dann wäre ja die Getränkeauswahl zum Abendessen schon geklärt, oder 😉 ?!
  • Ingwer in verschiedenen Formen wird auch immer wieder empfohlen – kleingeschnitten, gekaut oder einfach in Form von Ingwertee.
  • Oder eben Medikamente in Form von Pflastern, Tabletten, Kaugummis oder auch Zäpfchen aus der Gruppe der Antihistaminika, oder auch Scopolamin gegen Übelkeit.

Heute war ja ein klassischer Seetag – irgendwie muss man ja nach Norwegen kommen – und so wurde heute einiges an Vorträge und kleiner Aktivitäten an Board angeboten.

Die erste Herausforderung fand ich heute Morgen war das Frühstück bei diesem Seegang – aber es ging erstaunlich gut – auch wenn man merkte, dass nicht so viele Gäste das erste Frühstück wirklich austesten konnten oder auch wollten ;-)!

Im Hauptrestaurant Aune gibt es eine Mischung aus vorbereitetem Buffet mit kleinen Minischälchen verschiedenster Frühstücksspezialitäten und weiteren Wünschen, die direkt am Platz serviert werden.

Danach gab es einen Informationsvortrag zu den inkludierten und optionalen Ausflügen und möglichen Aktivtäten an Bord und unterwegs von einem Teil des Expeditionsteams – diesmal von Raissa – einer Brasilianerin mit einem eher typisch russischen Vornamen, wie sie meinte :-)!

Wir haben uns inzwischen ein schönes Programm zusammengestellt und auch den einen oder anderen „Extra-Ausflug“ noch dazu gebucht – immer in der Hoffnung, dass es wettertechnisch alles so machbar ist – also Daumen drücken!

Aufgrund neuer Corona-Maßnahmen müssen alle Gäste, auch wenn sie geimpft sind, einen Antigen-Test machen, bevor sie in Norwegen an Land gehen wollen – also ging es heute Vormittag deckweise zum super durchorganisierten Antigen-Schnelltest in Science-Center und dann haben wir uns ein kleines Mittagessen gegönnt – mit einer phantastischen Aussicht (trotz Wellengang) – denn der Tag war voller Sonnenschein und Wind und sehr angenehmen Temperaturen!

Am Nachmittag gab es die Einführung ins Science Center und die Vorstellung der weltweiten Citizen-Science-Projekten, an denen wir uns gerne beteiligen können. Sehr spannend finde ich die Projekte „Globe Oberserver-Programm“ und „AuroraSaurus“. Zu beiden Projekten finden in den nächsten Tagen weitere Discovery-Sessions statt und ich freue mich schon auf weitere Informationen dazu!

Nach einer kleinen Spa-Auszeit gab es noch den Präventionsrotwein zum Abendessen und einen ruhigen Abend bei (mittelschwerem) Wellengang und den letzten Kilometern bis nach Norwegen!

Mal schauen, was uns morgen in Stavanger erwartet – ob wir an unserem geplanten und gebuchten Ausflug teilnehmen können oder ob wir auf eigene Faust das Städtchen unsicher machen (müssen) – denn vor ein paar Minuten gab es die Durchsage: ein Mitglied des Expeditionsteams wurde heute Nachmittag positiv auf Corona getestet und jetzt müssen erstmal alle Expeditionsteammitglieder in Quarantäne bis morgen früh und bekomme morgen nochmal einen Coronatest gemacht und dann kann weiter geplant werden!

In diesem Sinne – schön gesund bleiben und immer den Horizont im Auge behalten!

Eure Nachteule!

Knoblauch, Knoblauch…gibt Leib und Seele Kraft!

Na toll…jetzt ist er da der Ohrwurm aus dem Tanz der Vampire, aber am Tag des Knoblauchs drücke ich mal beide Augen zu. Der Knoblauch (Allium sativum) gehört zu der Gattung der Lauchgewächse und wird sein Jahren als Gewürz-  und Heilpflanze  genutzt. 1989 wurde er sogar zur Arzneipflanze des Jahres gewählt! Seine gesundheitsfördernde Wirkung hat der Knobi seinen Inhaltsstoffen zu verdanken: zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, unter anderem Vitamin A, B und C, sowie Kalium und Selen, sowie  wertvoller sekundärer Pflanzenstoffe wie Polyphenolen oder Sulfiden. Auch ein vergleichsweise hoher Gehalt an Adenosin – ein Baustein, der für den Zellstoffwechsel wichtig ist, wird ihm zugeschrieben. Auf alle Fälle schmeckt Knoblauch sehr lecker, zumindest für denjenigen, der ihn mag….ich esse ihn am allerliebsten angegrillt, geräuchert und dann auf ein frisches Stück selbstgebackenes Brot gestrichen!

Aber auch zwei andere Knoblauchrezepte aus meinem Fundus möchte ich euch nicht vorenthalten:

Wilfrieds Knoblauchsuppe nach Nachteulenart (für 4 Portionen sollte es reichen)

10 Stiele Thymian und noch etwas zur Deko

32 Knoblauchzehen und 1 kleine Knolle extra (wer möchte)

2 EL Olivenöl

750 Milliliter Gemüsefond

250 Milliliter Weißwein (trocken, Sauvignon Blanc aus dem Bordeaux)

Meersalz (fein), Pfeffer (frisch gemahlen), etwas Zucker

150 Gramm Sahne

Baguette (Menge nach Belieben)

Thymian abspülen, trocken tupfen und die Blättchen von den Stielen zupfen. Knoblauchzehen abziehen. 1 EL Öl in einem Topf erhitzen. Knoblauchzehen (ca.25-30) und Thymian bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten goldbraun braten. Etwa 1 TL Thymian herausnehmen und beiseite stellen. Den Knoblauch nur goldgelb anbraten – wird er zu stark gebräunt, schmeckt er leicht bitter.

Den Backofen auf 200 Grad, Umluft 180 Grad, Gas Stufe 4 vorheizen. Fond und Wein zugießen und aufkochen. Etwa 15 Minuten bei kleiner Hitze gerade eben kochen lassen.

Knoblauchknolle halbieren und  auf ein Backblech legen und im Ofen etwa 20 Minuten rösten. Dann ein Teil des Baguettes  in dünne Scheiben schneiden und auf das Backblech legen und mit den restlichen Knoblauchzehen belegen. Kurz (5-10 min) goldbraun rösten.

Die Suppe vom Herd nehmen und mit dem Stabmixer fein pürieren. Wieder aufkochen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die gerösteten weichen Knoblauchzehen aus der Schale drücken und auf die Brotscheiben streichen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Thymian würzen und das restliche Olivenöl darüberträufeln. Die Sahne halbsteif schlagen und mit einem Schneebesen unter die heiße Suppe rühren (Kochsahne einfach so unterrühren, sie lässt sich nicht steif schlagen). Eventuell mit Thymian bestreuen. Zusammen mit dem Knoblauchbrot servieren.

Nach knapp 40 Minuten heißt es dann – Bon Appétit!

Und jetzt noch eine richtig gute, selbstgemachte Knoblauchmayonaise – Aioli:

1 ganz frisches Ei (nur das Eigelb wird gebraucht)

200 ml Olivenöl, Salz, Pfeffer

2-3 (oder mehr) Knoblauchzehen

Das  Eigelb mit Salz und Pfeffer würzen.  Das Olivenöl unter ständigem Rühren unter das Eigelb schlagen. Öl dabei zunächst tröpfchenweise, dann in einem dünnen Strahl hinzugießen, sodass eine Mayonnaise entstehen kann. 2-3 – oder auch mehr, je nach Geschmack,  Knoblauchzehen schälen und direkt hineinpressen. Danach umrühren.

So, genug Knoblauch für heute! Viel Spaß beim Genießen!

Eure Nachteule

 

03 – Weihnachtskulinarium 2016

„Pfeiffer – mit drei F – eins vor und zwei nach dem Ei“ – der Klassiker bei solch kalten Tagen ist und bleibt die Feuerzangenbowle…und die geht auch am heutigen Nikolaustag ;-).

Wenn man den Filmklassiker von 1944 mit Heinz Rühmann stillvoll genießen möchte, dem sei hier ein Rezept einer Feuerzangenbowle nach Nachteulenart und dazu noch ein paar leckere Plätzchen-Rezepte empfohlen… :-).

Feuerzangenbowle

Feuerzangenbowle nach Nachteulenart (schnell, einfach und sehr lecker)

Zutaten für 10 Portionen:

  • 2 Liter Rotwein (trocken)
  • 1 Flasch Rum, mind. 54% Alkohol
  • Jeweils 1 Orange und 1 Limette
  • 1-2 Stangen Zimt
  • 3 Nelken
  • 1 Zuckerhut

Wein in einem Topf heiß werden lassen (aber nicht kochen!). Orange und Limette heiß abwaschen und in Scheiben schneiden und dazu geben. Die Gewürze (Zimt und Nelken) in einen Teefilter packen und ebenfalls zum Wein geben. Anschließend den erwärmten Rotwein auf einen Rechaud zum Warmhalten stellen. Dann kommt das Highlight: den Zuckerhut auf eine Zuckerzange über den Topf legen, mit Rum tränken und anzünden. Mit einem Suppenlöffel vorsichtig den weiteren Rum darüber geben, bis aller Zucker geschmolzen ist…man kann aber muss nicht den ganzen Rum verwenden…i.d.R. wird es eine halbe bis 3/4- Flasche davon (je nachdem, wie stark die Feuerzange werden soll ;-)!

Dazu sollte man eher was Deftiges essen, wie z.B. ein LKW (Leberkäs-Weckle) oder auch was vom Grill geht natürlich immer =)!

Wer es weihnachtlicher mag, dem seien ein paar Bredle-Rezepte empfohlen:

Weihnachten -  Duftende Pltzchen und Gewrze

Zimtsterne mit Mandeln

190 g Puderzucker

300 g gemahlene Mandeln

2   Eiweiß

1 TL   Zimt

1 Spritzer Zitronensaft

Das Eiweiß und den Puderzucker zu einer steifen Eiweißglasur schlagen. 1/3 davon zur Seite stellen und den Rest mit den Mandeln und dem Zimt verarbeiten. Den Teig 8-10 mm dick ausrollen und Sterne ausstechen.

Diese auf ein Backblech mit Backpapier legen und großzügig mit der restlichen Eiweißglasur (mit dem Spitzer Zitronensaft) bestreichen.

Bei 150°C ca. 10-12 min. backen, nach 8 min. mit einem Kochlöffel den Ofen einen kleinen Spalt für die restliche Backzeit öffnen.

Bärentatzen (geht mit und ohne Form)

50 g   Schokolade, zartbitter, fein gerieben

2   Eiweiß

1 Prise(n)   Salz

100 g Zucker

100 g   gemahlene Mandeln

1 EL Kakaopulver

Das Eiweiß sehr steif rühren und mit Zucker aufschlagen. Anschließend die restlichen Zutaten (Nüsse, Schokolade, Kakao, Salz) leicht unterheben. Dann kann man entweder die Masse mittels Spritzbeutel auf ein Blech spritzen oder auch in Tatzen-Förmchen streichen.

Im vorgeheizten Backofen bei 160° Umluft ca. 10-12 min backen.

In diesem Sinne – einen frohen Nikolaustag!

Eure Nachteule

01- Das Weihnachtskulinarium 2016

„In der Weihnachtsbäckerei, gibt’s so manche Leckerei…“

In den nächsten Folgen wird es -passend zur Jahreszeit – rund um das Thema Weihnachtsmarkt gehen. Einsteigen möchte ich gleich mit dem Tübinger Weihnachtsmarkt und der Sonderrubrik „Schokoladenmarkt“.

Danach geht es um die Geschichte und Besonderheiten bei Weihnachtsmärkten und ich stelle euch die Weihnachtsmärkte in Heidelberg, Stuttgart, Ulm und Bad Wimpfen vor. In der nächsten Folge geht es dann um den Esslinger Weihnachtsmarkt inkl. seinem historischen Marktanteil und die Weihnachtsmärkte in Dortmund und Düsseldorf. Weiter geht das Weihnachtskulinarium 2016 dann mit den verschiedenen Weihnachtsmärkten in der Hansestadt Hamburg.

Zwischendurch wird es auch noch die eine oder andere leckere Rezeptidee geben…mmmhh!

Glhwein und Zimtsterne

 

Seit nun mehr als 11 Jahren treffen sich Top-Chocolatiers aus der ganzen Welt und Schokoliebhaber auf der „chocolART“ in Tübingen. Sechs Tage lang findet das in Deutschland größte internationale Schokoladenfestival in den Gassen der malerischen Innenstadt von Tübingen statt.

schokoart

 

Was inzwischen eine sehr schöne Entwicklung ist, dass es sehr viele fair gehandelten Schokoladenspezialitäten gibt und die Stände, die solche Schokolade verkaufen sind sogar separat gekennzeichnet.

fairtrade

Das Programm lässt sich wunderbar online unter www. chocolart.de…. Herunterladen. Hier kann man sich beim Durchblättern schon mal Appetit holen…z.B. auch beim sog. Chocokulinarium. Hier nehmen dieses Jahr insgesamt neun Restaurants und Gaststätten teil und bieten ganze Menüs oder auch verschiedene Speisen mit Schokolade verfeinert bzw. kreiert dar.

Ein Beispiel für ein Schokomenü ist z.B. das Menü in der Uhlandstube des Hotel Krone (www.krone-tuebingen.de), welches ich diese Woche schon getestet und für sehr lecker befunden habe.

Es gab:

  • Babyspinat mit Balsamico-Dressing mit gerösteten Kakaobohnen, Datteln und Ziegenkäse
  • Kartoffelcremesuppe mit Chili-Haselnüssen und weißer Schokolade
  • Iberico-Schweinefilet mit Brombeer-Schokosauce, Wirsinggröstel und handgeschabte Spätzle vom Brett
  • Schokoladen-Cannelloni mit Ricottafüllung und Limoncello-Sabayon

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Für Groß und Klein wird etwas geboten – von Ausstellungen zum Thema Schokolade, über verschiedene Tastings (Wein-Schoko, Whisky-Schoko…) bis hin zur Schokowerkstatt von RITTER SPORT für Kinder und Jugendliche, wo man seine eigene Schokolade kreieren kann. Auch mal was Besonderes ist der Schokobackkurs mit „Wild Baker“ Joerg Schmid (www.wildbakers.de).

Ein Tipp ist u.a. der Genussabend „Schokoladenmenü & Whisky“ im Boxenstop Tübingen (zum Boxenstop wird es demnächst auch noch mal einen weiteren Beitrag geben – hier lohnt sich der Besuch nicht nur wegen der heißen Schlitten vor Ort ;-)!

Zitat: „Ein außergewöhnliches Schokoladenmenü in drei Gängen kombiniert mit einer erlesenen Auswahl von sechs kontinental-europäischen Whisksy (à 2cl) werden Ihre Sinne verzaubern. Durch den Abend führt Angela V. Weis, zertifizierte Edelbrand-Sommelière und Schwäbische Whisky-Botschafterin.“

Ach ja…zum Thema Whisky gibt es demnächst ebenfalls mehr!

Was auch unbedingt erwähnt (und probiert) werden muss, ist das Tübinger Kirschle. „Tübingen gilt als der „Geburtsort“ der berühmten Schwarzwälder Kirschtorte. Erdacht und erstmals gemacht vom Tübinger Konditormeister Erwin Hildenbrand im Frühjahr 1930 im Cafe Walz in Tübingen. Diesem geschichtlichen Hintergrund gewidmet, folgte die Idee, aus Verbundenheit zur Stadt Tübingen und ihren Bürgern, über die Grenzen hinaus, eine besondere Praline zu kreieren, einzigartig und mit hohem Wiedererkennungswert.“ So lässt es sich auf der Informationsschrift zum Tübinger Kirschle lesen. Das Tübinger Kirschle ist eine ovale Praline aus einer knackigen Zartbitter-Hülle mit einer Sschwarzwälderkirsch-Sahnetrüffelfüllung und einer „beschwipsten“ Kirschwasser Kirsche. Näheres dazu findet ihr auch unter www.tuebinger-kirschle.de.

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Wer nicht nur schlemmern möchte, sondern sich auch noch anders verwöhnen möchte mit Schokolade – dem sei eine Schoko-Massage empfohlen – ja, auch das kann man mit Schokolade machen. Oder man geht ins Kino Atelier – dort verlängert das Festival de Cine Espanol sein Programm und es werden Filme während der chocolART gezeigt, bei denen Schokolade und Kakao die Haupt- oder Nebenrolle spielen (www.spanisches-filmfestival.de).

Die Öffnungszeiten sind von Mittwoch, 30.11. bis Freitag, 2.12. von 10 – 20 Uhr, am Samstag, den 3.12. findet die lange Schoko-Einkaufsnacht statt und man kann bis 23 Uhr über den Markt schlendern. Am letzten Tag, am Sonntag, 4.12. hat man dann noch von 11-19 Uhr Zeit für einen schokoladigen Bummel.

„So lange Kakaobohnen an Bäumen wachsen bleibt festzuhalten: Schokolade ist Obst!“ – lasst es euch schmecken!

Eure Nachteule

Hawai im Winter? Geht, am heutigen Tag des Obstkuchens!

Es gibt schon verrückte Aktions- und Gedenktage…neben so kuriosen wie am 15.01. dem Welt-Fetisch-Tag oder am 18.1. dem Welttag des Schneemannes, gibt es auch einen Nationaltag des Obstkuchens. Auch wenn dieser Tag im Moment noch überwiegend in den USA zelebriert wird, will euch heute trotzdem ein zwei interessante Rezepte verraten.

Vielleicht zuerst noch ein paar Worte zur Entstehung des heutigen Tag des Obstkuchens. Erfunden bzw. ins Leben gerufen hat ihn in der Mitte der 1970er Jahre Charlie Papazian, ein Lehrer aus dem US-Staat Colorado. Warum? Nun ja, einfach so zum Spaß und weil er ein großer Liebhaber von Obstkuchen aller Art ist und er heute, am 23.01. Geburtstag hat und dies als einen wunderbaren Termin für einen Tag des Obstkuchens fand. Seit 1986 wird er vom amerikanischen Obstkuchen-Rat (American Pie Council) als Nationaltag anerkannt und gesponsert.

Ein Blick auf deren Homepage lohnt sich: http://www.piecouncil.org/

Ein leckeres Rezept für einen Apfelkuchen habe ich euch ja bereits im Blogpost „Kulinarisches und gute Jacken“ ans Herz gelegt. Heute möchte ich anlässlich des Ehrentages des Obstkuchens noch zwei Rezepte hinterher schieben: ein „klassischer“ Obstkuchen und ein paar fruchtige Überraschungs-Muffins.

Einfacher, schneller Obstkuchen

Zutaten

1 Biskuitboden (gekauft geht am schnellsten, darf aber auch selbstgemacht werden)

Obst nach Wahl (schnell: aus der Dose: Pfirische, Mango, Litschi, Ananas… / oder auch frisch)

500 g Quark

200 ml Sahne

1 Päckchen Vanilinzucker

Zucker (zum Abschmecken und evtl. Nachsüßen)

1 Pck. Vanillepudding-Pulver

1 Pck Sahnesteif

Alle Zutaten, bis auf das Obst, vermischen (Sahne steif schlagen vorher ;-)..) und auf dem Biskuitboden verteilen.

Dann das Obst darauf legen, etwas andrücken und mind. 3-5 h kalt stellen.

Geht auch hervorragen auf kleinen Kuchentorteletts.

 

Ein neuer Versuch heute waren die fruchtigen Überraschungs-Muffins:

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Zutaten (6 Muffins)

1 kleine Dose Ananasscheiben (den Saft nicht wegleeren…wird noch gebraucht) – aber gut abtropfen lassen!

6 Maraschino/Cocktailkirschen

2 Eier

50 g Butter

180 g Zucker

125 g Mehl

1 TL Backpulver

Etwas Salz

Butter und 80 g Zucker miteinander vermischen und dann in 6 Mulden einer Muffin-Form verteilen (auch an den Rand denken).

Auf den Boden der Mulden kommen dann jeweils eine Scheibe Ananas und in die Mitte eine Kirsche.

Die restlichen Zutaten (Eier, Zucker, Mehl, Backpulver, etwas Salz und 4 EL Ananassaft) vermischen und den Teig in die Mulden verteilen – darauf achten, dass es nicht überläuft.

Dann bei 180 Grad (Ober/Unterhitze) für 20-25 min in den Backofen stellen, bis sie eine hellbraune Oberfläche haben.

Nach dem Backen kurz abkühlen lassen und verkehrt herum aus der Form holen – so dass die Ananas als krönender Abschluss sichtbar wird.

Am besten noch warm genießen!

Lasst es schmecken und ich hoffe, ihr seid gut durch den rutschigen Morgen gekommen!

Eure Nachteule