Science Hike in Brønnøysund und ein erstes Aufblitzen von Lady Aurora- Reisetagbuch Tag 5

Kurz nach 0 Uhr heute Nacht war es endlich so weit – das erste Mal kam die Durchsage über den Lautsprecher: Nordlichter am Himmel!

Also raus aus dem Bett, rein in irgendwelche Klamotten, Schnutenpulli auf und raus an Deck 5…und ganz zart am Himmel über der MS Otto Sverdrup taucht ein erstes zartes Nordlicht auf. Mit bloßem Auge noch etwas schwer zu entdecken, aber die ersten Bilderaufnahmen zeigen – wow…wenn es jetzt die nächsten Nächte noch etwas klarer wird, dann erwarten uns hier noch ein paar phantastische Bilder!

Neben einem Special of the day auf dem Frühstückbüffet (heute waren es ein Blaubeermuffin und Tortilla-Variationen), gibt es immer ein paar norwegische Spezialitäten und mir als Käsefan ist heute morgen natürlich – neben dem Jarlsberg-Käse – der Braunkäse aufgefallen!

Wer an norwegischen Käse denkt, dem fallen spontan zwei Spezialitäten ein: Jarlsberg(ähnlich einem Emmentalerkäse)  und Gudbrandsdalost (Braunkäse). Und der Gudbrandsdalost ist nicht einfach nur irgendein Käse – er wird nachweislich seit dem Jahr 1850 hergestellt und ist längst zum nationalen Symbol in Norwegen geworden. Hergestellt wird er aus einer Mischung aus Kuhmilch, Sahne und einem kleinen Anteil Ziegenmilch, die so lange aufgekocht wird, bis der enthaltene Milchzucker karamellisiert – so kommt der Gudbrandsdalost zu seinem charakteristischen zarten Karamellgeschmack. Die Verzehrempfehlung für diesen süßlichen Käse ist entweder auf einem Stück Knäckebrot oder auf einem Hefeteigähnlichem Brötchen, verfeinert mit einer Konfitüre aus roten Beeren – und ja, das kann ich absolut empfehlen (praktischerweise gab es heute morgen auf dem Tisch ein Hefeteigbrötchen und rote Beerenmarmelade auf dem Frühstückstisch ;-)…)

Am Vormittag stand neben einem weiteren Corona-Schnelltest für alle Reisenden auch ein Biologe aus dem Expeditionsteam auf Deck 5 zur Wildlife Beobachtung im Rahmen des Citizen Science Programm für Fragen zur Verfügung. Neben wunderschönen Natur- und Landschaftsaufnahmen ließen sich auch ein paar Seeadler erspähen und ein paar Schafe am nahen Ufer!

In Brønnøysund sind wir heute mit einem kleinen Wissenschaftsteam zu einem Science Hike rund um den Torghatten aufgebrochen, um die dortige Flora und Fauna  – und insbesondere die Geologiebesonderheiten – zu erkunden!

Torghatten ist ein Berg in der Nähe von Brønnøysund, auf der Insel Torget, mit einer besonderen geologischen Form. In seiner Mitte hat er ein etwa 35 Meter hohes und rund 160 Meter langes Loch. Entstanden ist es vermutlich durch Ausspülungen der Meeresbrandung während der immer noch andauernden postglazialen Landhebung nach Abschmelzen der Gletscher aus der letzten Kaltzeit….so die offizielle, wissenschaftliche Erklärung!

Um das Loch in dem Berg rankt sich aber natürlich auch eine Sage – hier im Land der Trolle: Der ungehorsame Sohn des Trollkönigs Vågekallen, Hestmannen, lebte in Svolvær. Auf der anderen Seite des Vestfjordes lebte der mächtige Trollkönig Sulitjelmakongen, der sieben Töchter hatte, die eine wilder als die andere war. Deshalb schickte Sulitjelmakongen seine Töchter zur ehrbaren Jungfrau Lekamøya. Eines schönen Abends schaute Hestmannen über den Vestfjord und sah Lekamøya ein Bad im Fjord von Landego nehmen und sich die Haare kämmen. Sofort begehrte Hestmannen sie. In voller Rüstung preschte er mit seinem Pferd über den Vestfjord. Lekamøya und die sieben Schwestern begaben sich auf eine wilde Flucht. Die sieben Schwestern konnten sich schon vorstellen, den Hestmannen zum Gatten zu nehmen und hockten sich bei Alstahaug nebeneinander hin. Doch Hestmannen würdigte sie keines Blickes, da er nur Augen für Lekamøya hatte. Als diese jedoch immer mehr Vorsprung gewann, nahm er seinen Bogen und schoss einen Pfeil auf sie ab. Dies beobachtete jedoch der König der Sømnaberge und warf seinen Hut in die Bahn des Pfeils. Der Hut blieb auf der Insel Torgar durchschossen liegen. Über die wilde Jagd vergaßen alle wie kurz die Sommernächte im Norden sind und schon ging die Sonne auf und alle versteinerten, wo sie gerade saßen oder standen: Der Hut als Torghatten, die sieben Schwestern bei Sandnessjøen und Lekamøya auf der Insel Leka, wo sie Schutz gesucht hatte.

Finde ich auch eine sehr schöne Erklärung für das Loch in dieser Bergformation :-)!

Aufgrund des guten Wetters kamen wir früher in Brønnøysund an und so hatten wir auf dem Rückweg noch kurz die Gelegenheit an einer sehr schönen Steinkirche zu halten, die auch die anderen Urlauber, die nicht mit auf der Wanderung waren, im Rahmen eines Stadtrundganges besucht hatten.

Nach der heutigen Abendessenportion bin ich wirklich froh, dass es auf diesem Schiff verschiedenen Fitnessangebote (Ergometer, Laufbänder und andere Fitnessgeräte) sowie Wandertouren  auf der Angebotsliste gibt – ich hab so den Eindruck, die Portionen werden etwas größer inzwischen. Leider sind sie auch noch sehr gut und vor allem bei dem selbstgebackenen Brot fällt es manchmal schon schwer, sich ein bisschen zurück zu halten. Aber so ein zwei Cheatdays werde ich mir im Urlaub doch auch gönnen und dann danach wieder etwas Disziplin an den Tag legen – versprochen!

Dann bin ich mal gespannt, wie es mit Aurora Borealis heute Nacht aussieht – die Vorhersagen sehen ja gar nicht mal so schlecht aus ;-)!

In diesem Sinnen – weiter geht die Polarlichtjagd!

Eure Nachteule

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