Auf Geocachejagd in Norwegen – Reistagebuch Tag 4 der #OwlonTour

Es wurde ja bereits am Vorabend angekündigt – es würde etwas stürmischer wieder werden, da wir am Morgen durch Stadt fahren würden!

Stadt ist ein offener Ozeanabschnitt, der oft etwas mehr Bewegung hat und bei schlechtem Wetter eine sehr raue Strecke werden kann – aber auch wenn es heute morgen teilweise ziemlich heftig war, so gingen diese zwei Stunden doch recht schnell vorbei und pünktlich zum Frühstück hatte sich nicht nur der Wind beruhigt, sondern auch die tramhafte Landschaft entschädigte für die eine oder andere Kopfwehphase!

Bevor wir in Ålesund anlegten, gab es noch einen spannenden Vortrag von Helga – unserer Expeditionsleiterin einer waschechten Norwegerin, die auf sehr witzige Art die Besonderheiten der Norweger vorstellte. Von der nicht ganz so genau genommenen Pünktlichkeit der Norweger über das völlig selbstverständliche „Selbstbedienen“ bei Freunden zu Hause bis hin zum Konkurrenzkampf des Herings mit Gott an einem Sonntag (der Hering  hat im übrigen gewonnen ;-))!

Ein Begriff der auch immer wieder fällt ist „friluftsliv“. Frei übersetzt heißt es „Freiluftleben“ – die Norweger lieben es an der frischen Luft zu sein  und möglichst viel draußen zu machen! Inzwischen kann man „Friluftsliv“ sogar als Studienfach belegen!

Und ein wichtiger Mann wird von vielen Norweger verehrt: Fridtjof Wedel-Jarlsberg Nansen (* 10. Oktober 1861 in Store Frøen bei Christiania, heute Oslo; † 13. Mai 1930 in Lysaker) war ein norwegischer Zoologe, Neurohistologe, Polarforscher, Ozeanograph, Diplomat und Friedensnobelpreisträger.

In seiner Tätigkeit als Polarforscher durchquerte er 1888 als Erster Grönland über das Inlandeis und stellte während seiner Nordpolarexpedition (1893–1896) gemeinsam mit Fredrik Hjalmar Johansen am 8. April 1895 mit einer geographischen Breite von 86° 13,6′ N einen neuen Rekord in der bis dahin größten erreichten Annäherung an den geographischen Nordpol auf. Er revolutionierte die Techniken des polaren Reisens und beeinflusste damit alle nachfolgenden Expeditionen in Arktis und Antarktis.

Bei den Bestrebungen zur politischen Unabhängigkeit Norwegens nahm Nansen als einer der angesehensten Bürger seines Landes eine Schlüsselfunktion ein. Im Jahr 1905 war er ein vehementer Verfechter für die Beendigung der seit 1814 bestehenden schwedisch-norwegischen Personalunion und half bei der Inthronisation des damaligen Prinzen von Dänemark zum norwegischen König Haakon VII. Zwischen 1906 und 1908 arbeitete Nansen im diplomatischen Dienst in London, wo er an den Verhandlungen zur völkerrechtlichen Anerkennung der Souveränität Norwegens beteiligt war.

So lässt es sich im Wikipedia-Artikel über ihn u.a. nachlesen.

Ein bisschen hatten ich mich ja auch bereits eingelesen und kann das Buch “ Gebrauchsanweisung für Norwegen“ von Ebba D. Drolshagen als schöne Einstiegslektüre hier auch sehr empfehlen!

Ålesund liegt in der Provinz (Fylke) Møre og Romsdal und hat ein durch den Jugendstil geprägtes Zentrum, was sich an vielen Häuserfassaden wunderbar widerspiegelt.

Auch hier wurde bei einem Stadtbrand 1904  – diesmal ausgelöst durch eine umgekippte Petroleumlampe in einer Margarinenfabik- fast die komplette Innenstadt (rund 850 Häuser in Holzbauweise) zerstört und über  10.000 Einwohner wurden obdachlos. Die Stadt wurde unter anderem mit Hilfe von Deutschland wieder aufgebaut. Kaiser Wilhelm II., ein großer Norwegenverehrer, ordnete die sofortige Hilfslieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Baumaterialien an. Er schickte vier Schiffe der Kaiserlichen Marine zur Katastrophenhilfe, finanziert aus seinem Privatvermögen. Die entladenen Schiffe dienten den durch den Brand obdachlos gewordenen Menschen vorübergehend als Notunterkunft. An der Finanzierung beteiligten sich auch die beiden großen deutschen Reedereien, die HAPAG und der Norddeutsche Lloyd.

Erkunden lässt sich diese Stadt wunderbar zu Fuß und auch ein paar schöne Geocaches waren dabei – u.a. führt einer dieser Caches an den an der Hafenmole im Jahr 1858 errichteten Leuchturm Molja fyr. Der rote Turm trägt auf seiner Nordseite groß die norwegische Inschrift SAKTE FART (deutsch: langsame Geschwindigkeit), mit der die in den Hafen einfahrenden Schiffe zu einer für den Hafen angemessenen Geschwindigkeit aufgefordert werden. Heute wird der Turm als 12 m² großes Zimmer Nummer 47 des Ålesunder Hotels Brosundet betrieben und häufig für Flitterwochen genutzt.

Ein inkludierter Ausflug der Hurtigruten Expeditionsreise führte uns hier In Ålesund in den Atlantikpark –   norwegisch Atlanterhavsparken – eines der größten Salzwasser-Aquarien Nordeuropas.

Im Außenbereich finden sich u.a. Humboldtpinguine, Otter und Robben. Auf der Homepage des Aquariums kann man lesen: „Als die Humboldtpinguine in den Atlantikpark kamen, waren sie eine der am stärksten gefährdeten Arten der 17 Pinguinarten.  Humboldtpinguine stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten der Weltnaturschutzunion (IUCN) und sind als „gefährdet“ eingestuft (2005). Der Atlantikpark beherbergt diese Pinguine im Rahmen des EEP, einem europäischen Zuchtprogramm für gefährdete Arten des EAZA (Europäischer Verband zoologischer Gärten und Aquarien).“

Im Außengelände befindet sich Europas größtes Robbengehege – eine Anlage mit 6.000 Quadratmetern und wenn man sich kurz umdreht erblickt man auch die drei Otter-Geschwister  Nusse, Muffe und Pia. Die drei mutterlosen Otterjungen wurden 2016 aufgefunden und hier vom Aquarium übernommen und fühlen sich auf ihrer Otterinsel“ wie man sieht sehr wohl!

Wer mehr wissen möchte – hier geht es zur Homepage des Atlantikpark: https://de.atlanterhavsparken.no/

Am Nachmittag gab es an Bord noch einen kleinen Fotoworkshop, wo es um die idealen Einstellungen zur Aufnahme von Nordlichtern ging – die Vorhersagen sehen nicht so schlecht aus für die nächsten Tage bzw. Nächte – hoffen wir mal auf nicht zu viele Wolken heute Nacht!

Jetzt genießen wir noch ein bisschen die an uns langsam vorbeiziehende norwegische Traumkulisse mit einem Artic Tom Collins und hoffen auf den Ausruf „Aurora Borealis sichtbar“!

In diesem Sinne – Daumen drücken!

Eure Nachteule!

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