Hamburg, meine Perle – da sind wir wieder! – Reisetagebuch Tag 15 & Start des Nach-Urlaubsprogramm in Hamburg

Nachdem es gestern zwischendurch nicht ganz so stürmisch war, konnte unser Kapitän etwas mehr Knoten zulegen, so dass wir heute morgen gegen 6:08 Uhr schon in Hamburg am Terminal in Altona anlegen konnten.

Wie alle Aktivitäten und Maßnahmen, war auch die Ausschiffung gut organisiert und durchgetaktet: bereits vor zwei Tagen wurden Informationsschreiben und entsprechend farbige Kofferanhänger verteilt und an die Kabinentür gehängt. Wir waren im „goldenen Zeitslot“ um 8:30 Uhr gelistet und deswegen hieß es am Montagabend bis 22 Uhr alles packen und die Koffer vor die Tür stellen, damit sie abgeholt werden können und für uns dann am Morgen zur entsprechenden Zeit direkt ins Terminal gebracht werden.

Ein letztes Frühstück gab es noch und eine Möglichkeit sich von unserem tollen und witzigen Servicepersonal zu verabschieden!

Und hier noch der kleine Nachtrag von gestern…nicht nur der Kapitän hat sich mit einem Glas Sekt von uns Gästen verabschieden, auch das Expeditionsteam lies sich eine kleine Abschiedsrunde nicht nehmen – und wir konnten ihnen den absolut verdienten Applaus spenden!

Hamburg empfing uns am Vormittag mit tatsächlich schönem Wetter und sogar Sonnenschein war zu finden – also Koffer schnell ins Hotel bringen und dann per pedes durch Hamburg. Und auch nach so vielen Besuchen, Uni-Phasen, Geschäftsterminen in Hamburg – man findet immer wieder ein paar neue und spannende Ecken und Details.

Was immer noch sichtbar war bzw. ist, dass es aktuell etwas mehr Wasser in der Elbe gibt – so zeigte es auch der Elbpegel an den Landungsbrücken an:

Nicht nur das neue Straßenschild mit der „Jan-Fedder-Promenade“ ist mir diesmal vor die Linse gekommen, sondern auch der Cap Anamur Gedenkstein auf der Promenade an der Überseebrücke:

Und hier bin dann das erste Mal auf „Denkmal Hamburg“ gestoßen: „Denkmal Hamburg“ ist eine Ansammlung von Denkmälern in der Hansestadt Hamburg. Hier geht es zur Übersichts- und Beschreibungsseite: https://denkmalhamburg.de/

Wir sind ja noch ein zwei Tage in Hamburg – da werde ich mal noch ein bisschen die Auge offen halten!

Diesmal haben wir auch der Elphi wieder einen kurzen Besuch abgestattet. Wer noch nicht drin war bzw. einmal auf der Aussichtsplattform gewesen ist – macht das ruhig mal: bei gutem Wetter kann sehr schön über fast ganz Hamburg sehen und bei der blauen Stunde am Abend kommen noch viel mehr Eindrücke – insbesondere wenn man Richtung Hafen bzw. Containerbereiche schaut! Und die Elphi hatte auch gerade ihren 5. Geburtstag – am 11. Januar 2017 hat das Konzerthaus im Hamburger Hafen seine Türen geöffnet! Hier gibt es noch mehr Infos, Konzertvorschläge etc.: https://www.elbphilharmonie.de/de/

Ganz in der Nähe der St. Michaelis Kirche, die auch liebevoll als „der Michel“ bezeichnet (https://www.st-michaelis.de/) wird und Hamburgs bekanntestes Wahrzeichen ist, trifft man auf die „tanzenden Türme“ von Hadi Teherani. Ich bin immer fasziniert von der Bauweise und irgendwann muss es auch mal hier ins clouds  und auf die Dachterrasse „Heaven’s Nest“ (www.clouds-hamnburg.de) schaffen!

Der Abend war gespickt mit den restlichen Planungen für den morgigen Tag (wobei der Platz im 20up schon vor reserviert wurde), ein bisschen Bilder durchstöbern und in Urlaubserinnerungen schwelgen und der Workaholic in mir hat natürlich heute Abend schon ein erstes Seminar wieder und zwar einen Workshop vom BNI – dem Business Network International. Darüber gibt es demnächst auch noch ein paar spannende Informationen – denn ich finde, man kann nicht genug Netzwerke haben, um erfolgreich sein zu können! 😉

In diesem Sinne – ein hamburgisches Tschüss und bis morgen!

Eure Nachteule

Auf der stürmischen Nordsee Richtung Hamburg – Reisetagebuch Tag 14

…und nun sind wir schon wieder auf dem Rückweg über die raue Nordsee in Richtung Hamburg unterwegs…

Ein Tag um all die unglaublichen Eindrücke nochmal Revue passieren zu lassen…mit dieser Reise habe ich mir tatsächlich einen langgehegten Traum erfüllt…einmal im Leben Aurora borealis live zu sehen! Und auch wenn sie in „live“ nicht so spektakulär sind, wie man sie vielleicht erwartet hat…es war unglaublich bewegend! Es war magisch, wie sich diese Wellen über einen hinwegbewegten und dann im anschließenden Bild konnte man die unglaubliche Schönheit dieser Polarlichter beobachten!

Wir hatten bei fast allen Ausflügen so ein Glück mit dem Wetter – auch wenn das Nordkapp uns auf dieser Reise verwehrt blieb….aber die Eindrücke dieser traumhaften Naturlandschaft sind in Bilder oder Worten fast nicht zu beschreiben…man muss es erlebt haben, mit eigenen Augen sehen und einfach nur genießen!

Danke an das tolle Expeditionsteam, für die vielen zusätzlichen Aktivitäten, Vorträge und Ausflüge und auch für die schnelle Reaktion zu Plan B, C oder mehr, wenn es nötig war…wir haben sehr beeindruckende Menschen kennenlernen dürfen: Ole, Udo, Charlotte, Ursula, Jan, Peter, Helga, Tina, Andrea, Thomas und alle, die ich jetzt vergessen habe….Danke für eure Geduld und die tolle Betreuung…macht weiter so!

Der heutige Tag auf See wurde aber auch genutzt, um nochmal den Spa-Bereich auszutesten und sich mit einer Massage entspannen zu lassen und auch ein zwei Vorträge standen noch auf dem Programm – zur Artenvielfalt in Norwegen und zum Wirrwar der norwegischen Sprachen!

Norwegische Sprachen: In Norwegen gibt es Norwegisch – und Norwegisch. Offiziell heißt die eine Variante „bokmål“, übersetzt bedeutet das Buchsprache, und die andere „nynorsk“, also Neunorwegisch. Bokmål wird von der Mehrheit der Norweger genutzt (etwa 85 bis 90 Prozent) und ist vor allem im Osten des Landes verbreitet, Nynorsk wird dementsprechend von zehn bis 15 Prozent der West-Norweger angewandt. Was sollte man auf norwegisch können: Guten Tag – God dag! / Hallo – Hei! / Tschüss – Ha det! oder Ha de bra / Ja – ja / Nein – nei / Danke – takk / bitte! (wenn man um etwas bittet) – Vær så snill /Vennligst … / bitte sehr! oder auch gern geschehen! – Vær så god / Entschuldigung – Unnskyld.

Bevor es morgen dann von Bord geht, musste natürlich noch ein Moltebeeren-Shake probiert werden…und ich muss sagen, ich hätte ihn etwas saurer erwartet, aber er war unverschämt lecker…

Was sind denn Moltebeeren? Moltebeere, eine Verwandte von Rosen und Himbeeren, ist der ganze Stolz der skandinavischen Staaten. Ihr wissenschaftlicher Name heißt Rubus chamaemorus und stammt eigentlich aus dem Griechischen. Übersetzt heißt „chamaemorus“ so viel wie „eine Brombeere, die dicht am Boden wächst“ und beschreibt übrigens ziemlich treffend das Aussehen von dieser besonderen Pflanze. „Rubus“ ist der Name der Gattung (Rosengewächse) und weist auf die Verwandtschaft der schlichten Moltebeere mit prächtigen Rosen, aber auch mit Brombeeren oder zum Beispiel Himbeeren hin. Eine schöne Seite, die einiges über dieses Beere berichten kann ist folgende: https://www.moltebeere.de/

Am Abend hat sich unser Kapitän noch mit einem Abschiedsgetränk von uns Gästen verabschiedet und ich muss sagen – er hat einen wirklich tollen Job gemacht. Er hat uns sicher durch die engsten Fjorde und Engen manövriert und immer versucht den angenehmsten Weg für uns zu finden und wo auch immer es ging, auch alle Häfen anzufahren! Und auch die Helikopter-Evakuierung kurz nach Mitternacht von einem akut erkrankten Mitreisenden ging reibungslos über die Bühne! Und mal vom dem leckeren Trollsuppenrezept seiner Mutter ganz abgesehen ;-)!

Und eine Besonderheit haben wir uns an diesem letzten Abend an Bord auch gegönnt – nämlich nochmal ein romantisches Essen im Restaurant Lindstrom!

Die Nordsee zeigt sich von ihrer etwas raueren Seite und morgen heißt es gegen 7 Uhr: Hamburg, the ship has landed (oder so ähnlich) und nach dem Frühstück geht es von Bord der MS Otto Sverdrup…unserem Zuhause der letzten 15 Tage.

Ein riesiges Kompliment geht auch an alle Service-Mitarbeiter – in der Küche, den Restaurants, im Room-Service, der Rezeption etc….hier wurde immer und überall gegrüßt, gefragt, ob alles okay ist, die ausgefallensten Wünsche erfüllt und jeden Abend gab es ein kleines Betthupferl und immer wieder eine kleine gebastelte Überraschung im Zimmer.

In diesem Sinne – bis morgen in Hamburg!

Eure Nachteule

Bergen, Grieg  und Bryggen – Reisetagebuch Tag 13

Nach einer etwas stürmischen Nachtfahrt kamen wir am Sonntagmorgen dann in Bergen – der Stadt der sieben Berge an.

Bergen wurde 1070 n. Chr. gegründet und war viele Jahre lang die norwegische Hauptstadt – gespickt mit kleinem Kopfsteinpflasterstraßen und dem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Viertel Bryggen mit seinen buntgestrichenen hölzernen Speicherhäusern. Dieses Viertel wir auch die „hanseatische Landungsbrücke“ genannt und ist das auffälligste Überbleibsel aus einer Zeit, als Bergen das Handelszentrum zwischen Norwegen und dem Rest von Europa war – also im 14. Jahrhundert.

Die Wetterprognose – zumindest für den Vormittag, wo die Fahrt mit der Urikenbahnen anstand – war gut. Der Ulriken ist der höchste der sieben Berge mit 643 Metern über dem Meeresspiegel und mit der Gondelbahn lässt sich sein Gipfel mit einer atemberaubenden Aussicht gut erreichen. Wenn man da oben steht und auf das Meer, die Inseln, Berge und Fjorde hinabblickt, versteht man plötzlich, warum Bergen so häufig als „Fjord-Hauptstadt“ bezeichnet wird. Bergen liegt nämlich zwischen den beiden größten Fjorden Norwegens , dem Hardangerfjord und dem Sognefjord und ist somit ein idealer Ausgangspunkt für ausgedehnte Fjordtouren (das nehme ich mal mit auf meine Bucketlist ;-)).

Aber auch auf ihre über 200 Regentage im Jahr (!) sind die Bergener stolz. Warum? Neben der Möglichkeit hippe Regenkleidung zu kaufen und das kann man in Bryggen sehr ausgiebig….gibt es ganz viele Möglichkeiten sich Indoors, in Museen etc. zu beschäftigen. Und genau das haben wir am Nachmittag gemacht – neben einer kleinen, weiteren Stadtrundfahrt gibt  es zum Troldhaugen, das Haus von Edvard Grieg (1843 – 1907), Norwegens berühmtestem Komponisten aller Zeiten, der hier 22 Jahre seines Lebens verbrachte.

Zurück auf dem Schiff durften wir noch einem spannendem Vortrag von Udo und seinen persönlichen Erfahrungen über seine Zeit bei der MOSAiC-Expedition – der größten Polarexpedition der Geschichte lauschen: im September 2019 stach der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern von Tromsø, Norwegen aus in See, um ein Jahr lang durch das Nordpolarmeer zu driften – eingeschlossen im Eis…

Die MOSAiC-Expedition (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate, „Multidisziplinäres Driftobservatorium zur Untersuchung des Arktisklimas“) war eine einjährige, internationale Expedition in die zentrale Arktis, angeleitet vom deutschen Alfred-Wegener-Institut (AWI).

Die Kern-Expedition fand von September 2019 bis Oktober 2020 statt. Erstmals wurde mit einem modernen Forschungseisbrecher die direkte Umgebung des Nordpols auch im Winter und Frühjahr erreicht. Das zentrale Expeditionsschiff, der Forschungseisbrecher Polarstern des AWI, wurde dabei von Versorgungs- und Unterstützungsoperationen der russischen Eisbrecher Akademik Fedorov, Kapitan Dranitsyn (hier kam Udo als Bear Guard mit zur Expedition) , Akademik Tryoshnikow und Admiral Makarov sowie den beiden deutschen Forschungsschiffen Sonne und Maria S. Merian unterstützt.

Weitere spannende Informationen gibt es auf der Seite https://mosaic-expedition.org/.

Und dann hieß es offiziell – auf Wiedersehen (norwegisch) Norwegen….wir machen uns auf den Weg zurück nach Hamburg.

Das Abendessen gab es nochmal im Restaurant Aune mit ein paar typischen norwegischen Spezialitäten und dann erzählte Ole am späteren Abend noch was über Terje Vigen – einer alten traditionellen Geschichte von Henrik Ibsen.

Terje Vigen ist ein eher unbekanntes episches Gedicht mit 52 Strophen dass Ibsen  1882 veröffentlichte. Es erzählt die dramatische Geschichte eines Mannes, ein mutiger und furchtloser Seemann das, in der napoleonische Kriege, während der englischen Blockade von Norwegen in 1809und mit seinem Familie am Rande des Todes Aus Hunger ruderte er von Mandal nach Dänemark, um Gerste zu bringen. Nachzulesen sehr gerne in der Deutschen Gedichtebibliothek: https://gedichte.xbib.de/Ibsen_gedicht_Terje+Vigen.htm

Die Aussichten für den morgigen Seetag sind etwas stürmisch…mal sehen, wie es wirklich wird ;-)!

In diesem Sinne – haltet eure Mützen fest!

Eure Nachteule

Entlang der Atlantikstraße – Reisetagebuch Tag 12

Heute ging es etwas früher von Bord – und zwar in Kristiansund….so zumindest der Plan….aber auch heute musste Plan B ran, wobei es hier nur eine zeitliche Problematik bzw. eine „Platzproblematik“ gab ;-)!

Seit Alta „verfolgt“ bzw. ist uns immer einen halben Tag voraus die „Spirit of Adventure“ – ein englisches Kreuzfahrtschiff, dass sich seit dem 5. Februar auf einer 17-tägigen Rundfahrt unter dem Thema „Under the Glow of the Northern Lights“ befindet und heute sich wieder auf dem Weg nach Southampton, England zurück macht. Und genau dieser Luxusliner lag auf unserem eigentlichen Liegeplatz…deswegen mussten wir knapp 1,5 Stunden im Hafenbecken warten, bis man uns eine Alternative zum Anlegen hat freimachen können.

Aber dann ging es endlich los Richtung Atlanterhavsvegen – Atlantikstraße! Zuvor gab es noch einen kleinen Abstecher zur Stabkirche in Kvernes. Die Stabkirche Kvernes ist eine norwegische Stabkirche auf der Insel Averøya zehn Kilometer südlich von Kristiansund der Provinz Møre og Romsdal. Die Kirche wurde im Jahr 1432 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber vermutlich deutlich älter.

Das Bild rechts oben zeigt eine Karavelle aus dem 17. Jahrhundert, die im Kirchenschiff hängt….die ich ziemlich beeindruckend fand!

Vier idyllische Inseln bilden Kristiansund in der Region Fjord Norwegen und hier findet man die offiziell „beste Autostrecke der Welt“ und das „Norwegisches Bauwerk des Jahrhunderts“ – nämlich die schon zuvor benannte Atlantikstraße. Sie ist 8274 Meter lang und wurde 1989 fertiggestellt. Die acht Brücken schlängeln sich zwischen Inseln, Holmen und Schären und sind untereinander durch herausfordernde Straßenabschnitte verbunden, die im Gestein dieser Küstenlandschaft fest verankert sind.

Die Altantikstraße gehört zu den Nationalen Touristenstraßen in Norwegen, und die gesamte Strecke zwischen Bud im Westen und Kristiansund im Osten ist ein zusammenhängendes Erlebnis von Küste, Kultur und Geschichte. Die Kontraste zwischen einer Fahrt bei glatter See und glitzernder Sonne oder tosenden Wellen und nordwestlichem Sturm sind unbeschreiblich….so die Beschreibung auf offiziellen Touristenseiten! Und ja, heute bei ein bisschen mehr Wind war es schon ein spannendes Erlebnis, wie so manche Welle doch relativ nahe an der Straße sich gebrochen hat :-)!

Und hier nun ein paar schöne Impressionen von unserer Foto-Tour (und wer den neuen James Bond Film schon gesehen hat – da müsste euch die eine oder andere Stelle bekannt vorkommen 😉 ):

Bild auf der Seite von Hurtigruten (www.hurtigeruten.de) …mit Aurora Borealis!

Am Nachmittag gab es  – neben einem Sveler mit Trollcreme wieder einen Coronatest…und weiterhin sind alle Passagiere und Crewmitglieder negativ.

Eine Sveler ist ein norwegisches Gebäck, das in etwa einem deutschen Eierkuchen – ich würde sagen einem amerikanischen Pancake – gleicht und kommen ursprünglich aus  Sunnmøre an der Westküste Norwegens. Und nein, es wurde keine Trolle für die Creme verletzt – Trollcreme ist auch ein typisches norwegisches Rezept und besteht aus Sahne bzw. gezuckertes, steifgeschlagenes Eiweiß und gezuckerten Wild-Preiselbeeren…sehr süß und sehr lecker!

Wir haben den Nachmittag dazu genutzt, ein bisschen in unseren Büchern und Podcasts weiter zu schmökern und ich habe mir zwischendurch eine Auszeit in der Panoramasauna gegönnt – der Vorteil bei etwas mehr Wellengang – man hat die Sauna ganz für sich allein 🙂

Die Zeit bis zum Abendessen wurde ergänzt mit einem sehr spannenden Sciene-Talk zum Thema Wale von Charlotte, die für ORCA (www.orcaweb.org.uk) hier an Bord ist und die Arbeit vorstellen darf und von Udo, der von seinen eigenen Erlebnissen mit Walen berichtet.

Und auch ganz passend – heute am der Tag des Wales (Weltwaltag), der immer am dritten Samstag im Februar stattfindet!  Der Tag des Wals wurde 1980 in Maui (Hawaii) während des Maul Whale Festivals ins Leben. Gerufen, um die Buckelwale zu ehren. Der Tag wird jährlich von der Pacific Whale Foundation organisiert, um Geld für den Schutz der Wale zu sammeln (www.pacificwhale.org).

Nach dem Abendessen wurden endlich die restlichen Postkarten geschrieben und dann haben wir den Abend gemütlich in der Explorer Lounge auf Deck 8 ausklingen lassen.

In diesem Sinne – mal sehen wir lange die norwegische Post bis nach Deutschland braucht!

Eure Nachteule!

Polarkreistaufe am Tag auf See – Reisetagbuch Tag 11

Durch den Lotsenschein unseres Kapitäns war es möglich, eine etwas besondere Fahrrinne Richtung Polarkreis zu nehmen und das ermöglichte uns einige atemberaubende Blicke auf diese wunderschöne Natur entlang der Helgelandküste zu werfen!

Über Gjerøya, an Selsøya und der Bäreninsel Bjørnøya vorbei, ging es durch enge Seestraßen vorbei an einem Teil der Skulpturenlandschaft Nordland: Die Skulpturlandschaft Nordland ist ein international bekanntes Kunstprojekt, das im Auftrag der  Nordland fylkeskommune von 1992 – 1998 realisiert und an dem sich Künstler aus 15 Ländern  beteiligt mit insgesamt 34 Skulpturen beteiligt haben, die in der Provinz Nordland verstreut zu finden sind.  Alle Werke sind ständig aufgestellt und bereichern die ohnehin schon schöne Landschaft. Den Künstlern wurde kein spezielles Thema oder Material vorgeschrieben. Vielmehr wurde darauf Wert gelegt, dass eine große Vielfalt visueller Ausdrucksformen entsteht. Wir kamen an einer Toilette und einer Badewanne vorbei, die auf einer kleinen Insel vor Langvågkrona standen.

Unser Ziel war die Insel Vikingen und auf der markiert die magische Zahl 66° 33’ eine ganz besondere Linie, den Polarkreis. Nördlich von ihm erstrahlt die Mitternachtssonne.  Oberhalb dieser Breite steht die Sonne im Sommer 24 Stunden am Tag am Himmel. Und genau diese Linie lässt sich auf einem Globus auf dieser kleinen Insel Vikingen wiederfinden, in der Gemeinde Rødøy zwischen Nesna und Ørnes. Westlich dieses Punkts liegt die Insel Hestmannen, die in der Nordland-Legende über Trolle eine wichtige Rolle spielt. Die Trolle sollen sich plötzlich in Stein verwandelt haben und so zu den Bergen entlang der Küste Nordlands geworden sein….um nochmal auf die nordische Mythologie zu verweisen!

Und um 9:15 Uhr war es dann soweit….wir überqueren den Polarkreis südgehend!

Ein alter Seemannsbrauch besagt: „Wer in die Polargebiete reist oder den Äquator überquert, muss seiner Sünden bereinigt und durch die Taufe reingewaschen werden“. Hier in Norwegen führt natürlich Njord / Njörd, der Gott des Windes, der Seefahrer, der Küsten und der Binnengewässer die Taufe durch! Neben dem Löffel Lebertran nach überstandener Taufe gab es noch ein Gläschen Aquavit „zur Belohnung“….und dann bin ich mich erstmal umziehen gegangen (und hab doch den einen Eiswürfel in der Hose übersehen…)

Im Laufe des weiteren Vormittags konnten man noch in der Explorer Bar auf Deck 8 aus der „Norwegian Coastal Kitchen“ beim Lachs filetieren zuschauen und natürlich auch probieren…

….auf Deck 4 im Science Center fand die nächste Discovery Session statt, wo man schauen konnte, was wir bis jetzt alles entdeckt und gefunden hatten – Steine vom Torghatten, Quallen von der Unterseedrohne etc. und Teile des Expedition Teams stand wieder auf dem Deck für Fragen beim Wildlife Watch / Citizen Science Programm bereit.

Und heute waren die Sieben Schwestern einmal nicht im Dunkeln oder gar in Nebel gehüllt und haben uns einen tollen Blich auf sie gewähren lassen.

Erinnert ihr euch noch an die Geschichte? Botnkrona (1.072 m), Grytfoten (1.066 m), Skjæringen (1.037 m), Tvillingene (die Zwillinge) (980 m), Kvasstinden (1.010 m) und Stortinden (910 m) waren allesamt Töchter von Suliskongen, der sie hoch im Norden sehr streng erzog. Eines Nachts schlief er so fest, dass alle sieben Jungfrauen sich wegschleichen konnten, wie es abenteuerlustige junge Menschen gern einmal tun. Aber Vågekallen, der unbedingt eine Frau finden wollte, lag auf der Lauer. Er verfolgte sie. Die Töchter flohen an der Küste gen Süden, verfolgt von mehreren Trollen, die sie alle entweder fangen oder retten wollten. Aber keiner unter ihnen dachte an die Sonne, die alle Trolle in Stein verwandelt. Als schließlich die Nacht schwand und der Morgen anbrach, erstarrten die Trollschwestern und ihre Verfolger zu Stein. Aus ihnen allen wurden die Felsen und Berge, die heute die Helgelandküste zu einer der schönsten Küsten weltweit machen.

Ansonsten war das ein sehr erholsamer Tag auf See – mit viel Lesezeit (gerade ist es das Monatsbuch der Bücherbar für Februar „Wölfe“ von Hilary Mantel), Podcastfolgen des Hurtigruten-Podcast und von „DER NØRD – Dein Skandinavien-Podcast“!

Am Nachmittag gab es noch einen spannenden Historien-Vortrag aus dem Leben der norwegischen Polarforscher wie Amundsen, Nansen, Sverdrup etc. Eine Schöne Übersicht findet man hier:  https://www.elchburger.de/norwegen/land-leute/geschichte/norwegens-beruehmte-polarforscher.

Und einen Wissenschaftsvortrag zum Nordlichter-Phänomen und dem Projekt Aurorasaurus (https://www.aurorasaurus.org/) gab es am Nachmittag noch.

Was ist genau dieses Projekt: Aurorasaurus ist die erste und einzige Citizen-Science-Initiative, die Polarlichter auf der ganzen Welt anhand von Berichten auf unserer Website und in den sozialen Medien verfolgt. Alle Polarlicht-bezogenen Tweets und Berichte werden auf der Aurorasaurus.org-Karte platziert. Wir bitten die Leute dann, sich anzumelden und die Tweets oder Berichte zu überprüfen. Jeder verifizierte Bericht dient Wissenschaftlern als wertvoller Datenpunkt, den analysieren und in Weltraumwettermodelle integrieren können.

Heute morgen war ich wieder alleine im Sportbereich – irgendwie scheint niemand morgens vor dem Frühstück trainieren zu wollen und konnte mich ein bisschen auspowern, damit ich den Tag auch mit gutem Gewissen und vor allem das Abendessen (wieder) genießen konnte.

Das Essen hier an Bord ist wirklich gut organisiert und für die doch größere Anzahl an Menschen sehr gut. Es gibt insgesamt drei Restaurant – das Restaurant Aune, das Hauptrestaurant für alle Mahlzeiten,  das Restaurant Lindstrøm, welches hauptsächlich für die Suite-Gäste reserviert ist, aber am Abend auch für „normale“ Gäste zum á la Carte-Essen buchbar ist (mit einem kleinen Aufpreis) und das Restaurant Fredheim. Hier gibt es von 12-20 Uhr internationale Gericht, Fast Food etc. ….und es gibt vor allem Bao Buns…gedämpfte Brötchen mit Pulled Pork oder Fischfüllung. Das Fredheim ist nach einer Trapper-Hütte im norwegischen Gebiet Spitzbergen benannt.

Und auch die anderen beiden Restaurantnamen haben eine Bedeutung: das Aune geht auf eine Familie von Schiffsausrüstern aus Tromsø in Nordnorwegen zurück, die einige der großen Expeditionsschiffe, die sich in die Wildnis wagten, ausstatteten. Und Adolf Henrik Lindstrøm war auf den damaligen Polarexpeditionen der Küchenchef von Roland Amundsen.

Abends gab es wieder etwas aus dem Reich der nordischen Märchen – nämlich Utröst – ein Mythos aus den Randgebieten der Lofoten mit Ole!

In diesem Sinne – ein schönes und erholsames Wochenende!

Eure Nachteule

Mit dem Arctic Train auf Norwegens nördlichster Eisenbahnstrecke – Reisetagebuch Tag 10

Der Tag startete nach einer Runde Frühsport und einem leckeren Frühstück mit einem weiteren Vortrag – diesmal ging es um die Aquakulturen der Welt und in Norwegen. Wer ein bisschen mehr wissen möchte – hier gibt es noch eine ganz interessante Seite: https://fischausnorwegen.de/geschichten-aus-norwegen/das-geschenk/aquakultur/?gclid=Cj0KCQiA3rKQBhCNARIsACUEW_bVDHHvkgfKBpVZ3b1VIzO17M3JQnEglaSDUnjICP-guIU7bFY-ZpkaAnPpEALw_wcB

Kurz nach dem Anlegen in Narvik ging es auch schon los Richtung Bahnhof und dann mit dem Arctic Train auf die 43 Kilometer lange Ofoten Linie, die vom Hafen Narvik bis zur schwedischen Grenzen führt und Norwegens nördlichste Eisenbahnstrecke ist.

Die Ofoten-Linie wurde gebaut, um den Zugang zu einem eisfreien Exporthafen für die reichen Eisenerzvorkommen in Nordschweden zu sichern. Der Bau zog sich von Ende des 19. Jahrhunderts bis ins nächste Jahrhundert hinein und ging mit extremen klimatischen und logistischen Herausforderungen einher. Insgesamt waren mehr als 5 000 Menschen am Streckenbau beteiligt. Wanderarbeiter, so genannte „Rallare“, suchten ihr Glück in dem vermeintlichen europäischen „Klondyke“. Die zahlreichen Mythen und Legenden, die sich um die Rallar-Kultur ranken, sind ebenso farbenfroh wie spannend. Aber nicht nur die Landschaft, durch die sich die Bahnlinie schlängelt, ist dramatisch. Die historischen Ereignisse rund um den Streckenbau Ende des 19. Jahrhunderts und die Kriegshandlungen im Jahr 1940 bilden eine dramatische Kulisse für die erlebnisreiche Bahnfahrt mit dem Arctic Train: Während des Zweiten Weltkriegs rückte die Ofoten-Linie erneut in den Mittelpunkt der Geschichte. Die Kontrolle über die Bahnstrecke war von entscheidender Bedeutung, da sie eine Exportroute für die größten und wichtigsten Eisenerzvorkommen Europas darstellte. Ein wesentlicher Teil der Kriegshandlungen während der Schlacht von Narvik fand daher in unmittelbarer Nähe der Bahnlinie statt. Was ganz interessant war, dass ein Online-Audioprogramm während der Zugfahrt auf die wichtigsten Punkte und Ereignisse hinwies und der eine oder andere Photostopp wurde eingelegt! Learning on the Train sozusagen ;-)! Nachzulesen ist das ganze hier in der App: Voice of Norway – ein Reiseführer für das Smartphone, wo es zu vielen verschiedenen interessanten Orte solche Audio-Guides gibt (https://voiceofnorway.no/)!

Und hier kann man auch nochmal 10 historische Fakten zum Arctic Train nachlesen: https://www.norwaysbest.com/de/lassen-sie-sich-inspirieren/the-arctic-train-auf-der-ofoten-linie-10historische-fakten/.

Auch Hermes hat es gut gefallen und es gab endlich einen typischen norwegischen Zimtbollen – danach habe ich schon länger gesucht, da ich ein großer Zimtschnecken-Fan bin – aber dazu mal im BBQOwl-Abschnitt mehr ;-)!

In Norwegen heißen diese Zimtknoten: Kanelknuter und sehen eigentlich nur anders aus wie schwedische Zimtschnecken – also Kanelbullar ;-). Ein sehr leckeres Rezept dazu findet ihr z.B. hier: https://savorylens.com/kanelknuter/

Wieder zurück an Bord gab es die Möglichkeit, sich von einem Museumsdozenten (in unserem Fall war es Elena, die Kuratorin) einen kurzen Vortrag über Narvik’s Kriegsgeschichte und das Kriegsmuseum anzuhören, der extra dafür auf das Schiff kam. Und nach der Zugfahrt und den ersten interessanten Fakten, war das noch eine passende Ergänzung dazu! Mehr zum Kriegsmuseum findet auf deren Homepage: https://warmuseum.no/

„Um Frieden zu schaffen, müssen wir Krieg verstehen“

Am Nachmittag gab es eine weitere Sciene Session – diesmal ging es um das Problem der Plastikverschmutzung in den Ozeanen und was man selber dazu tun kann! Auch hier ein Link zum Weiterlesen: https://www.oceancare.org/de/unsere-arbeit/meeresschutz/plastikverschmutzung/

Nach dem Abendessen gab es einen weiteren Vortrag zum Thema: Abenteuer Eis….Udo, ein Mitglied des Expeditionsteam hat von seinen Reisen und Erlebnissen aus Nord-Grönland berichtet – ein sehr beeindruckender Vortrag und auch phantastische Naturbilder.

Und diesmal gab es eine Sporteinheit am Abend – nämlich eine Runde Yin Yoga zum Entspannen!

In diesem Sinne – Namaste!

Eure Nachteule

Schlittenhundefahrt in Tromsø und das Trollmuseum- Reistagebuch Tag 9

Ein traumhafter Sonnenaufgang hat uns heute Morgen auf dem Weg nach Tromsø  – dem Tor zum Eismeer – begleitet!

Bevor wir gegen 9:30 Uhr in Tromsø anlegten, gab es noch einen interessanten Vortrag vom Expeditionsteam hier an Bord zum Thema „Klimawandeln in Norwegen“. Viele Länder erleben schon jetzt die Folgen des Klimawandels und in Norwegen werden die Auswirkungen besonders in den nördlichen Teilen des Landes bereits deutlich. Wer hierzu etwas mehr wissen möchten – einfach sich auf den Seiten der Königlich Norwegische Botschaft in Berlin einmal umschauen, da findet einige interessante Berichte dazu: https://www.norway.no/de/germany/werte-schwerpunkte/klima-umwelt/

Dann ging es los….Husky-Schlittenhundefahren in Norwegen! Nach einer knapp 45 minütigen Fahrt sind wir im Tromsø Villmarkssenter auf der Insel Kvaløya angekommen – einem Zentrum mit ca. 200 Alaskan Huskies und Welpen (wer das auch mal erleben möchte – hier geht es zur Homepage: https://villmarkssenter.no/activities/husky-sled-ride/. Dort gab es erstmal einen Thermo-Overall und Thermo-Stiefel und dann ging es endlich zu den Hunden – während des kurzen Vortrages zur Rasse Alaskan Husky gab es weitere Informationen zu Hundeschlittenrenne und Tierschutz und man konnte schon den einen oder anderen Hund streicheln. Dann wurden die Schlitten vorbereitet, 11 Huskies eingespannt und dann hat uns unsere Musher Gintarė fast eine Stunde in ein absolut phantastisches Erlebnis geführt – diese traumhafte Umgebung bei dem tollem Wetter…ein absolutes Highlight auf dieser Reise (und bei dem tolle Wetter steigt die Hoffnung auf weitere Nordlichter am Abend :-)!

Nach der Tour ging es noch einmal kurz zu den Junghunden zum Spielen bevor man sich dann in ihrer gemütlichen Gamme-Hütte am offenen Feuer aufwärmen konnte. Neben der hier so typischen heißen Schokolade gab es für alle die wollten „Bidos“, ein traditionelles samisches Rentiergericht, was sehr lecker war – und wenn man noch ein paar Spätzle reingetan hätte, dann wäre es fast mit einem Gaisburger Marsch vergleichbar ;-)! Und zum Nachtisch gab es einen sehr schmackhaften Schokoladenkuchen.

Zurück in Tromsø konnten wir noch die Eismeerkathedrale ins Blickfeld nehmen und ein paar schöne Aufnahmen machen.

Dem Stadtzentrum gegenüber am Beginn der Tromsøbrua steht die Tromsdalenkirche, benannt nach dem Vorort Tromsdalen, bei uns geläufiger unter dem Namen „Eismeerkathedrale“. Dieser moderne Kirchenbau wurde von dem Osloer Architekten Jan Inge Hovig entworfen und 1965 eingeweiht und insbesondere von der Seite aus betrachtet, weckt dieses Kathedrale verschiedene Assoziationen beim Betrachter:

Die „Eismeerkathedrale“ von der Seite und weckt beim Betrachter bestimmte Assoziationen: manche sehen in dem eigenwilligen Betonbau ein Stockfischgestell oder Bootshaus, andere fühlen sich an aufgerichtete Eisblöcke erinnert. Ich finde es einfach interessant ;-)!

Und natürlich musste ein Besuch im Troll-Museum sein, wenn wir schon im Land der Trolle sind ;-)!

Das Trollmuseum in Tromsø ist das erste und einzige Trollmuseum in Norwegen, das mit moderner Augmented Reality (AR)-Technologie erstellt wurde. Die Ausstellung stützt sich auf die Arbeit der Märchensammler Asbjørnsen und Moe sowie auf Illustrationen von Theodor Kittelsen.  Im Museum gibt es auch eine der ältesten Ausgaben von Troldskab (von 1892) – eine berühmte Märchensammlung illustriert von Theodor Kittelsen.

In der altnordischen Mythologie glaubte man zum Beispiel, dass der Donner vom Gott Thor kam, der auf seinem Streitwagen über den Himmel fuhr, dass große Krieger in Valhalla und Folkvang wohnen würden, um nach ihrem Tod mit den Göttern zu feiern, und dass das Schicksal der Welt war bestimmt von den drei Nornen – Schicksalsgöttinnen und Personifikationen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.  Trolle sind nicht weniger wichtig als die Helden zahlreicher nordischer Legenden und Märchen. Diese riesigen Kreaturen können in tiefen Wäldern oder hoch oben auf den Berggipfeln gefunden werden. Von weitem sehen sie aus wie riesige Felsbrocken, die mit Moos und Heidekraut und manchmal sogar ganzen Bäumen bewachsen sind. Ein Troll kann einen, drei, fünf, sechs, sieben, neun oder noch mehr Köpfe haben. Solche Mythen und Legenden sind unglaublich interessant, aber sie können manchmal auch sehr verwirrend sein, da verschiedene Quellen widersprüchliche Informationen enthalten.

Hier noch ein zwei Buchempfehlungen – auch passend zum heutigen Abendvortrag von Ole, der uns wieder in die Welt der norwegischen Geschichten und Sagen entführte – zum Thema nordische Mythen:

Nordische Mythen und Sagen von Neil Gaiman und Nordische Götter- und Heldensagen von Edmund Mudrak. Und noch eine ganz interessante Fallarbeit zu „Nordische Mythologie“ habe ich gefunden: https://www.lem.lu/pdf/trape/Reiter,%20Mil%20-%20Nord%20Myth.pdf.

Nicht nur heute Nachmittag gab es Rentier – auch heute Abend stand auf der Abendkarte „Rentier aus der Finnmark mit gebratenen Champignons, Rosenkohl, Wacholderbeersauce und Preiselbeeren“.

Und ich muss gestehen – ich habe mich so ein bisschen in den Bivrost Gin verliebt – ein toller Cocktail den man hieraus zaubern kann ist der Artic Tom Collins – (Bivrost Gin, Zitronensaft, Zuckersirup und Soda) – also ein Klassiker unter den Gin Cocktails!

In diesem Sinne – immer nett zu Trollen sein (zu den meisten bitte) ;-)!

Eure Nachteule

Nordkap oder doch No-Kap ;-) – Reisetagbuch Tag 8

Heute durften wir erfahren, warum es Expeditionsreise heißt ;-)….

Eigentlich stand heute auf dem Plan A: Fahrt zum Nordkap hoch am Vormittag, nachmittags eine Workshop zu Sami-Runen und ein Science -Snow-Hike am Spätnachmittag – soweit so gut. Das Wetter bzw. der Wind war uns aber heute nicht so gesonnen, so kreiselten wir erst eine Weile vor Honningsvåg, da eine normale Einfahrt aktuell nicht möglich war.

Kurz darauf wurde Plan B ausgerufen – die Straße zum Nordkap ist nicht passierbar – also machen wir einen gemeinsamen Ausflug auf eine Königskrabben-Farm….ja, und dann kam Mutter Natur dazu und meinte – nö, ihr könnt heute gar nicht in Honningsvåg  anlanden – es ist viel zu windig.

Also…Plan C: wir fahren ein kleines bisschen zurück und machen in Hammerfest, der Heimat unseres Expeditionsleiter, halt.

Kurz nach der Umkehr begegnete uns dann die MS Nordkapp ….und bei einer Begegnung zweier Schiffe auf See werden folgende Signale gegeben: das nordgehende Schiff gibt zweimal lang, einmal kurz und das südgehende Schiff zweimal lang, einmal kurz, einmal lang. Die Begrüßung erfolgt am Tage per Signalhorn und bei Dunkelheit per Scheinwerfer, wobei das nordgehende Schiff in der Regel zuerst grüßt.

Was wäre denn das Nordkap eigentlich gewesen (außer der Halt, von dem wir euch gerne ein paar Postkarten geschickt hätten)…

Nordkapp oder auch nach deutscher Schreibweise Nordkap mit nur einem p 😉 ist eine norwegische Kommune in der Provinz Troms og Finnmark, der nördlichsten Provinz Norwegens. Hier gibt es ein steil bis 307 Meter über dem Meer aufragendes Felsplateau, auf dem ein beliebtes Touristenziel steht – der Globus!

…aus Wikipedia leider nur…

Aber nach einer kurzen Recherche findet man auch, dass das Nordkap nicht so ganz der nördlichste Landpunkt Europas ist…

  1. Knivskjellodden, die westlich benachbarte Landzunge der Insel Magerøya, reicht rund 1400 Meter weiter nach Norden (bis 71° 11′ 08″ nördlicher Breite).
  2. Betrachtet man nur das europäische Festland, so ist die Landzunge Kinnarodden (71° 08′ 01″ nördlicher Breite) auf der Nordkinnhalbinsel rund 67 km östlich des Nordkaps dessen nördlichster Punkt. Das Nordkap liegt zwar nördlicher, aber auf einer Insel.
  3. Unter den europäischen Inseln liegen einige weiter nördlich als das Nordkap. Am weitesten nördlich liegen die Inseln des Spitzbergen-Archipels und die des Franz-Josef-Lands mit Kap Fligely.

Wer mehr wissen will zum Nordkap – https://www.nordkapp.no/de/.

Und ganz so schlimm war der verpasste Ausflug zur Königskrabben-Farm nicht, denn hier an Bord kann man jederzeit eine Kings Crab Roll essen 😉

Hammerfall…ähm Hammerfest – eine Kommune auf der Insel Kvaløya im Fylke Troms og Finnmark war unser heutiger Anlaufhafen.

Während Carsten auf einer Phototour durch die Stadt war, bin ich mit Ursula und Jan zu einem Sciene Walk aufgebrochen. Zuerst gab es an Bord eine kleine Einführung zu Schneeflocken, Eiskristallen und ein bisschen die Grundlage einer Lawine und dann ging es gut eingepackt los. Irgendwann haben wir dann hinter einem Haus eine kleine Ecke gefunden, die einem Gefälle von 32° entsprach und hier wurde dann ein 82 cm tiefes Loch gegraben und wir haben uns die verschiedenen Schichten angeschaut und sind noch ein bisschen tiefer in die Schneekunde eingestiegen. Das war ein super interessanter Sciene Walk – sehr spannend und nachdem es wieder angefangen hatte zu schneien, hatte jeder aus der Gruppe sofort versucht die Schneeflocken zu fangen und zu schauen, welche Form sie denn jetzt hier haben!

Ein paar weiterführende Informationen zum Nachlesen gibt es hier: https://www.weltderphysik.de/thema/hinter-den-dingen/wie-bilden-sich-schneeflocken/

Zurück am Schiff gab es noch einen kleinen Ausblick für den morgigen Tag und ein wie immer sehr leckeres Abendessen und ich hoffe, dass unsere Schlittenhundefahrt klappt! Also heute ist wieder Daumen drücken angesagt!

Am Abend gab es diesmal noch eine Abendgeschichte in der Lecture Hall: Njord und Skade oder Gunnlaugs Ormstunge aus den Wikingersagen mit Ole. Zum Nachlesen gerne mal hier nachschauen: https://www.sagadb.org/gunnlaugs_saga_ormstungu.de

In diesem Sinne – viel Spaß bei der nordischen Mythologie!

Eure Nachteule!

Auf der Jagd nach Aurora borealis an der Nordlichtkathedrale – Reisetagebuch Tag 7

Der Valentinstag startete mit zumindest schon mal einem kleinen Vorspektakel in der Nacht was die Jagd nach den Polarlichter angeht…drückt die Daumen für heute Abend, wenn wir in Alta auf die Jagd gehen!

Der Tag beginnt mit einem interessanten Vortrag über die Sami und deren Kultur.

Die Samen (veraltet Lappen) sind ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens und werden heute offiziell als Sámi bezeichnet. Interessant ist die Darstellung der am 15. August 1986 von der Nordischen Sámi-Konferenz bestätigte offizielle Flagge. Die Gestaltung nimmt Bezug auf das Gedicht Páiven párneh (samisch; deutsch: Die Söhne der Sonne) des Samí-Lyrikers Anders Fjellner (1795–1876), in dem die Sámi als Söhne und Töchter der Sonne beschrieben werden. Der Kreis symbolisiert die Rahmentrommel, wie sie im Schamanismus und der Musik der Sámi verwendet wird, sowie in der farblichen Zweiteilung die Sonne (rot) und den Mond (blau). Die Farben Rot (Pantone 485C), Grün (Pantone 356C), Gelb (Pantone 116C) und Blau (Pantone 286C)[3] sind die Farben der traditionellen samischen Tracht und symbolisieren verschiedene Elemente in ihrem Leben. Rot steht für das Wärme und Licht spendende Feuer sowie die Liebe, Grün für die Natur und Pflanzen ihrer Heimat Sápmi, die entscheidend zum Überleben beitragen. Gelb repräsentiert die Sonne, die für Langlebigkeit steht, und Blau steht für das Wasser, ohne das kein Leben möglich ist.

Weitere interessante Informationen findet man u.a. hier https://www.skandi.de/samen-volk/ oder auch hier: https://www.planet-wissen.de/kultur/nordeuropa/natur_in_skandinavien/pwienomadendesnordensdiesami100.html.

Und natürlich gibt es hier noch einen Vortrag über Fische: „Von Aal bis Zander  – eine kleine Reise durch die Welt der Fischerei“. Denn neben dem frischen und selbstgebackenen Brot steht hier auch jeden Tag Fisch auf der Speisekarte und wenn immer möglich auch direkt aus der Gegend, wo wir gerade unterwegs sind. Die Fischerei ist ein Wirtschaftszweig, der sich mit dem Fangen und Züchten von Fischen und anderen Wassertieren zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigt. Unterteilt in Binnenfischerei, Seefischerei und Aquakultur .

Welche Fische gibt es jetzt hauptsächlich in Norwegen? Ganz oben steht die häufigste und auch bekannteste Fischart in Norwegen – der Kabeljau (torsk). Und ganz aktuell und eine wirkliche Leckerei ist der sog. arktische Winterkabeljau, der Skrei. Der Name kommt vom altnorwegischem Wort Skrida und bedeutet Wanderer. Im geschlechtsreifen Alter, zwischen fünf und sieben Jahren, kommt der Skrei aus der Barentsee, die nördlich von Norwegen liegt,  in die etwas wärmeren Gewässer in Norwegen, zu den Lofoten-Inseln. Nach dem Laichen kehren etwa 90 Prozent der Fische im April wieder zurück in die 800 Kilometer entfernte Barentssee. Daher ist Skrei auch nur zwischen Januar und April erhältlich.

Aber auch Flunder (skrubbe), Schellfisch (hyse/kolje), Makrele (makrell) und Heilbutt (kveite) lassen sich finden. Des Weiteren stehen Steinbeißer(steinbit), Meerforelle (sjøørret) – eine beliebte Fischart im Oslofjord, Scholle (rødspette) und Seehecht (lysind) auf dem Speiseplan. Eine mir noch eher unbekannte Fischart ist der vor allem in Mittelnorwegen und in Fjord Norwegen in tiefem Wasser um die 100 Meter  und mehr vorkommender Lumb (brosme). Mal sehen, ob ich den noch auf den Teller bekomme bei der jetzigen Reise.

Jetzt ging es dann erstmal zur Nordlichtkathedrale nach Alta….

Die Kathedrale in der Stadt der Nordlichter, wie Alta auch genannt wird,  wurde im Jahr 2013 eingeweiht und ragt spiralförmig dem Himmel entgegen und zieht seine Inspiration aus den Nordlichtern: ähnlich wie die wehenden Lichter wirkt das Bauwerk aus allen Perspektiven wellenförmig. Das Bauwerk wurde von Kolbjørn Jenssen zusammen mit Schmidt, Hammer und Lassen Architects, Århus geplant und auch innen wird die spiralförmige Thematik weitergeführt: alle Orgelpfeifen sind in der Form eines Nordlichts angeordnet.

Das Innere der Kirche besteht aus Beton, jedoch wurden sowohl der Fußboden, die Stühle und die Dekoration aus massiver Eiche gefertigt. Damit die Christusstatue vor dem Altar gut sichtbar ist, wurde die Wand mit einer blauen Lasur behandelt. Diese über 4 m hohe Statue aus Bronze wurde so gearbeitet, dass sie von unten nach oben heller wird, um das göttliche Licht zu repräsentieren. Interessant ist auch die Handhaltung – eine Hand ist zur Faust geballt und die andere, mit einem Thorabändchen umwickelt, ist offen ausgestreckt!

Nach einer kleinen Stärkung mit einem Rentier-Hot-Dog, ging es dann endlich auf Nordlicht-Jagd….

Und hier ist es – auch wenn die ganz klaren Lichter sich nicht gezeigt haben heute – es war sehr beeindruckend und wir haben ja noch ein paar Tage ;-)!

Die Jungs und Mädels von GLØD haben eine tolle Lavvu (ein Sami-Zelt) hergerichtet wo man sich an einer Feuerstelle und mit heißem Kakao und selbstgebackenen Kuchen zwischendurch etwas aufwärmen konnte! Weitere Infos findet ihr u.a. hier: https://www.glodexplorer.no/

Und jetzt heißt es Daumen drücken für das Nordkapp morgen…je nach Windstärke kann es sein, dass wir kurzfristig umplanen müssen!

In diesem Sinne – habt eine schöne Nacht!

Eure Nachteule!

Trolle, Runen und die ᛚᚬᚠᚬᛏᛅᚾ (Lofoten) – #OwlonTour -Reisetagbuch Tag 6

Gestern Abend hatten wir noch kurz die Gelegenheit die „Sieben Schwestern“ zu sehen – das waren die sieben Töchter, die gestern beim Torghatten eine kleine Rolle spielte – erinnert ihr euch ;-)?

Und dank guter Kameratechnik wurde es auch eine sehr schöne Aufnahme, der sonst tagsüber oft schüchternen Schwestern, wie uns Ole, einer unserer norwegischen Tourguides erklärte, da seien sie oft in Nebel bzw. Wolken gehüllt!

Wer oder was sind eigentlich Sieben Schwestern? Die Sieben Schwestern (bokmål: De syv søstre bzw. Sju søstre) sind eine Bergformation aus sieben Bergen in der Kommune Alstahaug in Nordland, Norwegen – an der Helgelandküste, zwischen den Hurtigruten Häfen Sandnessjøen und Brønnøysund.

Und hier die Sage, die sich um diese Formation rankt: Botnkrona (1.072 m), Grytfoten (1.066 m), Skjæringen (1.037 m), Tvillingene (die Zwillinge) (980 m), Kvasstinden (1.010 m) und Stortinden (910 m) waren allesamt Töchter von Suliskongen, der sie hoch im Norden sehr streng erzog. Eines Nachts schlief er so fest, dass alle sieben Jungfrauen sich wegschleichen konnten, wie es abenteuerlustige junge Menschen gern einmal tun.

Aber Vågekallen, der unbedingt eine Frau finden wollte, lag auf der Lauer. Er verfolgte sie. Die Töchter flohen an der Küste gen Süden, verfolgt von mehreren Trollen, die sie alle entweder fangen oder retten wollten. Aber keiner unter ihnen dachte an die Sonne, die alle Trolle in Stein verwandelt. Als schließlich die Nacht schwand und der Morgen anbrach, erstarrten die Trollschwestern und ihre Verfolger zu Stein. Aus ihnen allen wurden die Felsen und Berge, die heute die Helgelandküste zu einer der schönsten Küsten weltweit machen.

Und dann hat es heute Morgen tatsächlich geklappt – wir konnten in Reine (Lofoten) anlegen. Seit einigen Wochen war es nicht möglich aufgrund von Wetter, Wasserstand etc. direkt in Reine anzulegen, aber heute Morgen war es endlich wieder so weit. Auch wenn das Wetter eher winterlich war – also Geflöckel und kalt – die Fahrt ins kleine Fischerdorf A war wirklich eine Abenteuer 🙂

Ich bin sehr beeindruckt, wie diese riesigen Busse sich so sicher und teilweise hauchdünn aneinander vorbeigefahren sind auf schneebedeckten und eisigen Straßen!

Angekommen in  Å hieß es wieder, Spikes anziehen und auf geht’s Richtung Zentrum…hier ein paar Fakten zu  Å.

Å hat etwa 100 Einwohner und die Stadt lebt heute nahezu ausschließlich vom Tourismus im Sommer. Der komplette Ort ist eine Art Museumsdorf, in dem die Fischereitradition der Region präsentiert wird.  Hier befindet sich auch das norwegische Fischereimuseum und das Stockfisch-Museum. Der kleine Ort zählt zu den ursprünglichsten Fischerdörfern in ganz Norwegen. Die 33 Gebäude des Ortes verbreiten eine einzigartige Atmosphäre, die zu einem Abendspaziergang durch das charmante Å einlädt. Die meisten Gebäude sind über 150 Jahre alt und am Ort wurde soviel Altes bewahrt wie möglich und soviel Neues für den Tourismus geschaffen wie nötig. Der außergewöhnliche und kürzeste Ortsname der Welt muss sich seine Eigenschaft aber mit vier weiteren Orten in Norwegen teilen, die ebenfalls Å heißen. Das auf den Lofoten ist jedoch das bekannteste. Dies hat zur Folge, dass mehrmals jährlich ein neues Ortsschild am Ortseingang angebracht werden muss. Es wird ständig von Souvenirjägern gestohlen. Heute hatten wir Glück und das Ortschild war mal noch auf seinem Platz! 🙂

Zum Abschied klarte sogar das Wetter noch ein bisschen auf und wir fuhren mit ein paar phantastischen Aufnahmen in der Kamera wieder ab Richtung Alta – aber natürlich mussten wir noch einen kurzen Halt am Trollfjord einlegen (auch wenn man im Winter leider nicht einfahren darf) und es gab sogar eine passende Trollfjordsuppe auf Deck 8 in der Explorer Lounge.

Der Trollfjord ist ein 2 Kilometer langer Seitenarm des Raftsunds, der die norwegischen Regionen Lofoten und Vesterålen voneinander trennt. Und auch hier rankt sich natürlich eine Trollsage um die Entstehung dieses nur max. 70 Meter tiefen Fjords_ die berühmte Schlacht im Trollfjord fand im Jahre 1890 statt. Fischer aus Henningsvær, deren einziges Bestreben es war, Kabeljau zu fischen, fuhren auf der Suche nach dem Fisch mit ihren Booten auf dem Raftsund in östliche Richtung zum Trollfjord. Dort trafen sie auf mehrere Dampfschiffe. Die Dampfschiffe hatten sich so in der Einmündung des Fjords platziert, dass die Fischer keinen Zugang mehr zum Trollfjord bekamen. Zudem hatten die Dampfschiffe große Netze ausgeworfen und machten den Fischern den Kabeljau streitig. Die armen Fischer in ihren Ruderbooten, deren Lebensgrundlage der Fisch war, wurden wütend, und mit Rudern und Bootshaken enterten sie die Dampfschiffe und erkämpften sich den Zugang in den Trollfjord. Damals gehörte der Sieg den kleinen Fischern und sie konnten weiter ihren Kabeljau fischen. Der Roman „Der letzte Wikinger“ von Johan Bojer beschreibt die Schlacht ausführlich. Im Jahr 1893 – um die kleinen Fischer zu schützen – wurde, als Folge der Schlacht im Trollfjord, das Fischen mit Senknetzen verboten.

Die Trollfjordsuppe ist eine klassische norwegische Fischsuppe (heute sogar nach dem Rezept der Mutter des Kapitäns) und besteht für vier Portionen aus

  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 1 Liter Fischkraftbrühe
  • 200 g norwegisches Fischfilet (Kabeljau, Schellfisch, Steinbeißer, Rotbarsch – irgend was weiß fleischiges) / bzw.
  • 200 g Fischpudding
  • 2 Karotten
  • 1 Scheibe Sellerieknolle
  • 1 Stck. Petersilienwurzel
  • 1/2 Lauchstange
  • Zitronensaft, Pfeffer, Salz, frischer Schnittlauch
  • Sahne / Milch

Das Gemüse in feine Streifen oder Würfel schneiden. Butter und  Mehl anschwitzen und mit Fischfond aufgießen, Fisch hineingeben und mit Salz, Pfeffer, Zitrone und Sahne / Milch abschmecken und mind. 5 Minuten ziehen lassen. Mit Schnittlauch bestreuen – God appetitt!

Hier noch das Rezept für einen typischen norwegischen Fischpudding(Hiskepudding eller Fiskefarse (4 Portionen):

  • 750 g Kabeljau- o. Schellfischfilet
  • 200 ml Sahne
  • 2 TL Salz
  • 11/2 EL Speisestärke
  • 1 EL Butter
  • 2 EL Paniermehl

Den Fisch in grobe Stücke zerteilen. Im Mixer nach und nach fein pürieren, dabei schon etwas Sahne zugießen. Das Fischpüree mit Salz würzen. Die Speisestärke und die restliche Sahne unterrühren. Die Mischung kräftig schlagen, so dass sie möglichst locker wird. Eine Kasten- oder Puddingform (Inhalt ca. 1 1/2 l) mit der Butter einfetten und mit Paniermehl ausstreuen. Die Fischmasse in die vorbereitete Form geben und die Oberfläche glattstreichen. Zur Vermeidung von Hohlräumen die Form auf einer weichen Unterlage mehrmals fest aufsetzen. Ein passend großes Stück Alu-Folie fest über die Formoberfläche legen und an den Rändern festdrücken. Eine Fettpfanne mit ca. 1 l Wasser füllen. Die Kastenform hineinstellen. Während des Garvorganges darf das Wasser nicht sprudelnd kochen, da der Fischpudding dann Löcher bekommen würde. Den Fischpudding vor dem Stürzen aus der Form ca. 5 Minuten ruhen lassen. Dann in Scheiben schneiden oder wie in unserem Fall als Fischklößchen abstechen!

Und die Kultur soll natürlich auch nicht zu kurz kommen – also ging es noch in einen Runen-Workshop mit unserer Sami-Spezialistin Andrea und unserem polnischen Wikinger Jan und anschließend in einen Wikinger-Vortrag mit Ole!

Runen sind alphabetische Schriftzeichen, deren germanischer Ursprung zu Beginn der Zeitrechnung zu finden ist. Einst hatte das Runenalphabet 24 Buchstaben, wobei jeder Buchstabe für einen Laut stand. Das Alphabet wird gerne als Futhark bezeichnet, benannt nach den ersten sechs Buchstaben. Um 700 wurden die Zeichen vereinfacht und das Alphabet auf 16 Buchstaben verkürzt. Diese „jüngeren“ Runen wurden während der Wikingerzeit und im Mittelalter verwendet. Norwegen hat die älteste Runeninnschrift und den ältesten Runenstein. Der Runenstein von Einang ist zudem der älteste, auf dem das Wort Rune erwähnt ist. Eine interessante Seite zu schwedisch-norwegische Runen findet man im Mittelalter Fandom (Mittelalter Wiki): https://mittelalter.fandom.com/de/wiki/Schwedisch-norwegische_Runen und eine schöne Seite zu den Wikinger aus Norwegen findet man unter https://www.visitnorway.de/aktivitaten/kunst-und-kultur/wikinger/

Da wir morgen Abend auf Nordlichtjagd sind, gab es heute ein vorgezogenes Valentinstag-Essen im Restaurant Lindstrøm hier an Bord. Eigentlich nur für Suite-Gäste, aber bei Vorreservierung und einem kleinem Aufpreis haben wir uns da heute einen schönen Abend gegönnt!

Und was für eine süße Überraschung erwartete uns anschließend in der Kabine – das abendliche Schokobetthupferl wurde mit einem selbstgebastelten Serviettenschwanenherz zusammen auf das Kopfkissen gelegt!

Kurz vor 19 Uhr hieß es heute zum ersten Mal „Polarlicht an Backbord sichtbar“ – nicht ganz so gut wie vor zwei Tagen, aber es ist ja auch noch ziemlich früh am Abend und da es gegen später aufklaren soll, steigen die Chancen auf gut sichtbare Polarlichter…also Daumen drücken!

In diesem Sinne – einen schönen Vor-Valentinstagabend!

Eure Nachteule!