Moin Moin Hamburg! Eine kleiner Einblick in mein Studium…

Ein (wahrscheinlich) vorletztes Mal geht es nach Hamburg – wenn alles klappt, lege ich im Februar noch meine letzten Modulprüfungen ab, schreibe meine Bachelorarbeit fertig, habe im Mai meine Lehrprobe und kann dann meine Arbeit im September verteidigen. Und dann wäre Teil 1 – der Bachelor of Arts Medizinpädagogik geschafft…bevor es im Oktober mit dem Master of Education Medizinpädagogik in Hamburg weiter geht =).

Bachelor und Master

Inzwischen habe ich diese Stadt wirklich lieb gewonnen und freue mich jedes Mal wieder hier her zu kommen. Im Laufe des Jahres werde ich mit Sicherheit noch mehr von dieser Perle im Norden erzählen.

Landungsbrcken Hamburg Panorama

Aber ich habe auch tolle und interessante Menschen getroffen während meines Studiums. Was war das gleich nochmal…richtig: Medizinpädagogik.

Was ist das eigentlich für ein Fach oder eine Richtung, dieses Medizinpädagogik? Genau dies möchte ich heute mal vorstellen und zwar anhand meines Studiengangs an der Medical School Hamburg (MSH):

‚Medizinpädagogik‘ repräsentiert eine Ausdifferenzierung der pädagogischen Berufsbildungsforschung bzw. ist eine lehrende und forschende Subdisziplin (Spezialgebiet) der Erziehungswissenschaften.

Zitat von der Homepage der MSH (http://www.medicalschool-hamburg.de):

„Der Bachelorstudiengang Medizinpädagogik (B.A.) an der MSH Medical School Hamburg richtet sich primär an Lehrpersonal für Gesundheitsberufe, aber auch an den Lehrernachwuchs. Durch die Orientierung an der Struktur von Lehramtsstudiengängen ist das Studium anschlussfähig. Nach dem erfolgreichen Abschluss haben Sie grundsätzlich die Möglichkeit, ein einschlägiges Masterstudium für das Lehramt an berufsbildenden Schulen mit der Fachrichtung Gesundheitswissenschaft (inklusive Therapiewissenschaften) oder Pflegewissenschaften anzuschließen. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen kann prinzipiell auch nach erfolgreichem Masterabschluss eine Promotion angestrebt werden.

Ziel des Studiums ist es, dass die Studierenden eine wissenschaftliche Grundausbildung erhalten, aktuelle Forschungsthemen zu medizinpädagogischen Schwerpunkten kennen (z.B. in den Bereichen Bildungswissenschaften, Medizin- und Naturwissenschaften, Bildungs- und Medizinmanagement) und diese kritisch beurteilen können. Zudem sollen Kompetenzen in den Bereichen Pädagogische Psychologie, Medizinethik, interdisziplinäre Teamentwicklung und Management sowie Forschungsmethoden vermittelt werden.“

Die Berufsmöglichkeiten im Anschluss sind durchaus vielfältig:

  • in der Personal- und Organisationsentwicklung von Gesundheitsunternehmen,
  • als Mentor in der fachpraktischen Ausbildung von Berufsfachschulen für Gesundheitsberufe,
  • als Lehrer für berufspraktischen Unterricht an Schulen,
  • als Mentor und Praxisanleiter in Kliniken,
  • in Vereinen, Krankenkassen und im Bereich der Gesundheitsförderung oder
  • im Management von multiprofessionellen Teams in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.

Weitere Informationen findet ihr in der Info-Broschüre über den Bachelorstudiengang Medzinpädagogik an der MSH Hamburg: http://www.medicalschoolhamburg.de/fileadmin/Daten/MSH/Fotos_Menuepunkt_Studium_Bewerbung/Infoflyer/msh_bachelor_medpaed_web.pdf

…und wer sonst noch Fragen hat – ihr wisst, wo ihr mich finden könnt ;-)!

Was ich einfach so faszinierend fand und immer noch finde, ist die Vielfalt in diesem Studium: ich habe Vorlesungen gehört in medizinischen Fächern, , Anatomie und Physiologie, Beruf- und Fachdidaktik (allgemein, Pflege, Politik), Politische Systeme, Soziologie, med. Psychologie und Soziologie, Bildungsmanagement, Ethik, wissenschaftliches Arbeiten, Forschungsmethoden, Qualitätsmanagement, Naturwissenschaftliche Fächer (Physik, Biochemie, Pharmakologie), Medizinmanagement, Pädagogische Psychologie, Grundlagen politischen und sozialwissenschaftlichen Lehrens und Lernens, Case- und Diseasemanagement, Fachdidaktik der Gesundheitswissenschaften und Interdisziplinäre Teamarbeit. Es waren wirklich sieben spannende Semester und meine Bachelor-Arbeit läuft, so dass Semester Nummer 8 gut ausgefüllt ist =).

Und dann freue ich mich auf Oktober, wenn es mit dem Master of Education weiter geht!

Natürlich sollte man auch einen kritischen Blick auf den Bachelor-Studiengang werfen… http://www.sueddeutsche.de/politik/bachelor-absolventen-der-staat-erklaert-den-bachelor-quasi-fuer-unbrauchbar-1.2799486

Ich bin sehr gespannt, wie es hier weitergeht. Für mich steht aber auf alle Fälle fest, dass ich mit dem Master weiter machen werde!

Eure Nachteule

Ratschläge für einen schlechten Redner

Während meines Studiums der Medizinpädagogik an der Medical School Hamburg lernte ich im Seminar „pädagogische Psychologie“ Tucholsky und seine Ratschläge für einen schlechten Redner kennen.

Da ich auch selber bei den verschiedensten Seminare immer wieder leidvoll  beobachten kann, dass es immer noch genug Vortragende gibt, die sich exakt an diese Regeln halten, wollte ich sie einfach nochmal hier zusammenfassen und zum Schmunzeln und Nachdenken anregen!

Viel Spaß dabei 😉 !

Þ     Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! („Meine Damen und Herren, bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich kurz …“)

Þ     Sprich nicht frei – das macht so einen unruhigen Eindruck. Am besten ist es: du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem Vierten Satz misstrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.

Þ     Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst. Sprich mit langen, langen Sätzen, die Nebensätze schön ineinander geschachtelt … Du musst alles in die Nebensätze legen.

Þ     Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

Þ     Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.

Þ     Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gern.

Þ     Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß, wo die Pointe ist.

Þ     Eine Rede ist, wie könnte es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht.

Þ     Viel Statistik hebt eine Rede immer sehr. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht das viel Spaß.

Þ     Kündige den Schluss deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen.

Þ     Du musst nicht nur eine Disposition machen, du musst sie auch vortragen – das würzt die Rede.

Þ     Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es sich gar nicht erst anzufangen.

Þ     Wenn einer spricht, müssen die anderen zuhören – das ist deine Gelegenheit! Missbrauche sie.