Tag 5 – das Traumfinale ist perfekt!

Der Finaltag empfing uns mit einem traumhaften Wetter! Strahlend blauer Himmel und eisige Temperaturen (genau das richtig wenn man leicht angeschlagen ist :-/…).

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Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück ging es Richtung Sony Center am Potsdamer Platz. Dort trafen wir uns mit Freunden und stimmten uns mit einem leckeren Kaffee im Alex auf das heutige Traumfinale Murphy gegen Selby ein!

Auf dem Weg zum Sony Center kommt u.a. am Tempodrom und an den Überresten des Anhalter Bahnhofs vorbei…Ein paar Informationen zu diesen beiden Gebäuden möchte ich euch hier kurz geben:

Das Tempodrom – Venue der Snooker German Masters und auch gleichzeitig das größte Snooker-Venue der Welt, wo – im Vergleich zum Cruicible Theatre in Sheffield, dem Ort der Weltmeisterschaft, wo nur knapp 950 Zuschauer rein passen – über 2500 Zuschauer Platz haben und gespannt den Spielen zuschauen. Faszinierend finde ich es immer wieder, wie so eine Masse an Menschen von der einen Sekunde auf die andere plötzlich so ruhig sein kann, obwohl sie wenige Augenblicke zuvor in frenetischem Jubel ausgebrochen war. Dann hört man nur noch das Klack-Klack der Kugeln – und nun ja, ab und an auch ein Plopp – wenn mal wieder ein Becher oder eine Plastikflasche im Zuschauerraum umfällt…;-)

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Aber nun zurück zum Tempodrom…es wurde 1980 ursprünglich mal als alternative Spielstätte auf der Westseite des Potsdamer Platz erbaut. 2001 wurde das Neue Tempodrom als Betonbau in Form eines Zirkuszeltes auf dem Gelände des ehemaligen Anhalter Bahnhofs wieder errichtet und neu eröffnet. Das Dach, das an die Kathedrale von Brasilia von Oscar Niemeyer erinnern soll, ist angelehnt an die Form eines Zirkuszelts und bildet mit seinen futuristischen, weißen Formen einen Kontrast zu den Überresten des ehemaligen Bahnhofs. Seit 5 Jahren dient es nun auch als jährlicher Austragungsort der German Masters im Snooker.

Der Anhalter Bahnhof bzw. seine Überreste lassen erahnen, wie groß und prächtig einst dieser Bahnhof gewesen sein muss und bei meiner Suche nach Informationen darüber bestätigten sich diese Hinweise…Der Anhalter Bahnhof war ein Fernbahnhof in Berlin-Kreuzberg. Der Kopfbahnhof lag am Askanischen Platz an der Stresemannstaße in Laufweite zum Potsdamer Platz. Das erste Bahnhofsgebäude wurde direkt vor dem damaligen Anhalter Tor der Berliner Zollmauer von der Berlin-Anhaltischen Eisenbahn-Gesellschaft als Endpunkt der Bahnstrecke Berlin-Halle angelegt. Die „Anhalter Bahn“ verband Berlin mit dem Fürsten- bzw. Herzogtum Anhalt, heute Teil des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Heute erinnern nur noch das Fragment des Portikus und der unterirdische S-Bahnhof an den einst weithin berühmten Bahnhof. Das bei den Luftangriffen der Alliierten auf Berlin zerstörte imposante Gebäude war vor dem Ersten Weltkrieg wichtigste Station für die Verbindungen nach Österreich-Ungarn, Italien und Frankreich und wurde im Volksmund nur kurz „Anhalter“ oder „Das Tor zum Süden“ genannt. (Aus <http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin_Anhalter_Bahnhof> )

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Zur Zeit läuft ja auch die Berlinale in Berlin – sollte dies jemand noch nicht mitbekommen haben – spätestens am Potsdamer Platz ist es unübersehbar…und auch rund um das Alex im Sony Center deutet alles auf das Filmfestival hin.

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Das Alex werde ich nochmal etwas ausführlicher in meinem kulinarischen Berlin Blog beschreiben – nur schon mal so viel: der Kaffee ist sehr lecker und wenn man Sonntags dort frühstücken möchte, sollte man unbedingt vorher reservieren. Ansonsten biete das Alex von leckeren Cocktails bis hin zu verschiedenen warmen Speisen eine reichliche Auswahl und man kann den Stars bei den Filmpremieren immer wieder mal über die Schulter gucken.

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Und auch den Berliner Spatzen scheint es hier drinnen zu gefallen – oder lag es an den eisigen Temperaturen vor der Tür 😉

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So aufgewärmt ging es dann wieder Richtung Tempodrom und ein spannendes und packendes Finale konnte beginnen…und ich konnte mich einfach nicht entscheiden …

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Ach so, gewonnen habe ich bei der diesjährigen Tombola zwar keine Reise nach Sheffield – aber immerhin zwei VIP-Tickets für den World Speedcup am 16.5. hier im Tempodrom..mit einem Meet-and-Greet…und ratet mal mit wem?? Genau – Shaun Murphy, Mark Selby und Steve Davies werden an diesem Tag da sein…*freu*!

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Die Mittagssession zwischen Murphy und Selby war spannend und am Ende hies es 5:3 für Shaun – dies versprach eine umkämpfte Abendsession zu werden und das wurde sie auch…in einem packenden Match gewann Mark Selby mit 9:7 und wurde der German Masters Champion 2015 und schaffte damit auch den Sprung auf Platz der Weltrangliste. Gratulation Mark! Auch wenn ich es mir heimlich gewünscht hatte, dass Shaun Murphy gewinnt, so freue ich mich auch über den Sieg von Mark Selby.

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Bevor die Abendsession los ging, waren noch zwei Must-Do-Besuche an gesagt: zum einen bei Curry 36 – das ist wohl den meisten auch ein Begriff, wenn es um Essen gehen in Berlin geht und danach eine Espresso im Uppers.

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Ein weiterer Geheimtipp für alle Berlin-Besucher. Um die Ecke herum bei Curry 36 in der Yorkstraße führen ein paar Stufen hinunter ins Uppers – Espresso and more. Der Kaffee / Espresso ist dort wirklich hervorragend und wer nicht gerade auch seine Kalorienzufuhr achten muss, dem sei der Kalte Hund, der Cheesecake oder einer der anderen hausgemachten Kuchen empfohlen. Dieses Café gibt es seit 2012 und ist auch wegen dem Fair Trade Kaffee einen Besuch wert!

Vielleicht sollte man auch mal die erwähnen, ohne die Snooker wahrscheinlich nicht so einfach zu spielen wären – nämlich die Table Fitter der WSA – die nach jedem Spiel und in jedem Midsession-Intervall die Tische liebevoll Bürsten, Blocken, Bügeln und nach der perfekten Temperatur zum Spielen schauen! Und so eine richtige Tischpflege ist nicht einfach: zuerst muss man Kreidereste und Schmutz vom Tuch bürsten; dabei ist es ganz wichtig, dass man die Laufrichtung des Tuches beachtet – also von „Gelb“ zu „Schwarz“ bürsten und die Bürste möglichst gerade schwingen. Danach mit dem Blocker einmal kurz drüber ziehen und so die Haare des Tuches wieder in die richtige Richtung legen. Als nächstes geht man einmal mit dem Bügeleisen drüber. Snooker-Bügeleisen sind ziemlich schwer und dürfen auch nicht zu heiß sein, sonst würde man die feinen Härchen des Tuches verbrennen. Da auch die Luftfeuchtigkeit einen enormen Einfluss auf das Tuch hat, muss regelmäßig die Luftfeuchtigkeit und auch die Temperatur der Tische überprüft werden. Eine Luftfeuchtigkeit von 40-50 % und eine Temperatur um die 20 Grad Celsius sind ideal für Tisch und Tuch. Ihr macht echt einen guten Job Jungs 😉 Danke!

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So schnell können 5 Tage Berlin und Snooker vorbei sein…schön war es wieder und ich freue mich auf nächstes Jahr wenn es wieder heißt „Snooker returns to Berlin – die German Masters“!

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Das Cruicible Theater in Sheffield – ein Ort wo Weltmeister gekürt werden!

Schade – so schnell können 5 Tage England, genauer gesagt Sheffield, Yorkshire – rumgehen. Aber was für Tage waren das…

Im Januar diesen Jahres habe ich am letzten Tag der Snooker German Masters im Tempodrom in Berlin 6 Tombola-Lose gekauft – davon waren 5 eine Niete und auf dem letzten Los stand eine Nummer…also hin zum Lose-Verkäufer und mir meinen Gewinn (ich dachte an einen Schal, eine Tasche oder ein signiertes Bild eines Spielers…) abholen. Die Frau schaut mit an und sagt, „sie haben zwei Tickets gewonnen“. Man sollte noch erwähnen, dass ich drei Tage zuvor schon einmal in der gleichen Tombola bereits zwei Tickets für die Paul-Hunter-Classics in Fürth gewonnen habe (die ich übrigens gerne verschenken würde…warum…kommt gleich… ;-)..)

Oh nein, dachte ich…schon wieder PTC-Tickets, aber dann legt sie mir ein einzelnes Blatt vor die Nase, wo oben zu lesen ist  – „Finale Sheffield 4./5.5.14“ und bittet mich meine Kontaktdaten einzutragen. „Ist das Ihr Ernst?“ habe ich sie gefragt. „Ja, sie haben den Hauptpreis gewonnen. Zwei Tickets für alle 4 Sessions des Weltmeisterfinales im Snooker in Sheffield am 4. und 5. Mai. Sie bekommen ca. zwei Wochen  vorher eine Mail, wo die genauen Informationen zum Abholen der Tickets zu finden sind. Herzlichen Glückwunsch“.

Wumms – da stand ich nun und hab etwas zittrig meine Daten eingetragen und bin dann grinsend wie ein Honigkuchenpferd zu Carsten, Thomas, Marko und „Dad“ an den Tisch gegangen und habe ihnen gesagt, was ich gewonnen habe. Ich glaub, das war ein Bild für Götter…die Gesichtsausdrücke der Männer waren herrlich! =)

Ja und dann war es so weit….hier mein ultimatives Sheffield-Tagebuch (ein kleines Fototagebuch folgt auch noch):

Donnerstag, 01. Mai 2014

Während andere sich auf das SWR3-Grillen mit Johann Lafer vorbereiten (was ich ja eigentlich auch gemacht hätte, wenn da nicht diese Tickets gewesen wären ;-)), packten Carsten und ich unsere Koffer für 5 Tage England. Das Parkhaus am Flughafen Stuttgart war gebucht, so dass wir keinen Stress mit irgendeiner Parkplatz Suche oder verspäteten Bussen hatten.

Unser Flug ging um 19:15 Uhr ab Stuttgart nach London-Stansted. Nach einen schönen ruhigen und entspannten Flug landeten wir sicher um 20:45 Uhr in London und deckten uns erstmal mit englischen Pfund ein und stellten unsere Uhren auf englische Zeiten.

Eine knappe Stunde nach Ankunft stiegen wir dann in den Bus A6 welcher uns zu einem relativ beliebten Umsteigepunkt für Überlandbusfahrten brachte – Golders Green. Und als ob uns das Wetter begrüßen wollte – abgeflogen sind wir tatsächlich bei trockenem und fast sonnigem Wetter – gelandet sind wir bei Nieselregen und Wind (also typischem englischem Wetter ?!).

Nach nochmaliger, knapp 4-stündiger Busfahrt erreichten wir gegen 4.30 a.m. unser Hotel in Sheffield. So gerne wäre ich jetzt ins Bett gefallen und hätte geschlafen – aber stattdessen fiel ich fast in Ohnmacht – Sorry, we’re oberbooked! Was?! Tatsächlich – sie hatten unseren Vermerk bei der Reservierung nicht gesehen, wo wir angegeben haben, das wir erst um diese Uhrzeit ankommen und dachten dann, wir würden nicht mehr anreisen und haben unser Zimmer vergeben. Toll – es ist frühmorgens in England, ich bin hundemüde und kein Zimmer… :-(…Aber im Hotel nebenan fand man tatsächlich ein Zimmer für uns und wir schliefen in einem tollen alten Gebäude aus dem Jahre 1861 – dem Holiday Inn Royal Victoria****. Was keine sooo schlechte Alternative war 😉

Freitag, 02. Mai 2014

Nach einer etwas kurzen Nacht gab es das erste sehr leckere typisch englische Frühstück mit Baked Beans, Sausages, Eggs, angerösteten Pilzen und Tomaten, Kartoffelrösti und was ich super faszinierend fand: einem Toasterlaufband! Toast auf das Laufband legen und kurz warten – dann kommen die frisch getoasteten Scheiben unten raus – genial!

Nachts wurden wir ja mit englischen nassen Wetter empfangen und dafür wurden wir an diesem Morgen mit einem wunderschönen blauen Himmel und Sonnenschein begrüßt.

Das Royal Victoria wurde tatsächlich unsere Bleibe für die nächsten 4 Nächte….ich glaube man kann schlechter unterkommen ;-)!

Da das Finale erst am Sonntag begann hatten wir knapp zwei Tage um Sheffield zu erkunden, womit wir an diesem Tag gleich anfingen. Nach einem kleinen Spaziergang durch das hügelige Sheffield kamen wir in die schöne Innenstadt und unser erster Besuch galt natürlich den heiligen Hallen – dem Cruicible Theater! Wow – hier findet die WM statt – ein interessantes geformtes Gebäude oberhalb der Interchange /Coach-Station mit einem großen Platz davor…und auf diesem gab es…Public Viewing! Wie cool war das denn!? Man merkte sehr schnell, dass Snooker in England einen ganz anderen Stellenwert und Bekanntheitsgrad hat als bei uns in Deutschland….und weiter als bis dorthin kamen wir dann an diesem Tag  auch nicht ;-)…Wir gesellten uns in die Reihen der Zuschauer und verfolgen die noch offenen Sessions der Halbfinal-Spiele..und ich holte mir einen bösen Sonnenbrand im Gesicht :-(.

Neben dem Cruicible Theater gibt es einen Winter Garden wo die sog. CueZone war – dort wurden u.a. Interviews mit den Spielern geführt, die zum Teil direkt bei BBC ausgestrahlt wurden oder man konnte an einem Snooker-Tisch unter der Anleitung von Trainer der CueSchool Sheffield selber ein paar Bälle lochen – was für die Kids vor Ort natürlich toll war.

Was auch super war, es gab einen Starbucks direkt zwischen Winter Garden, PublicViewing Zone und Cruicible – welcher von uns mehrfach „heimgesucht“ wurde!

Den Abend ließen wir sehr lecker im Cunnighams Restaurant in unserem Hotel ausklingen.

Samstag, 03. Mai 2014

Noch einen Tag bis zum großen Finale – heute sind wir – wie kann es auch anders sein – wieder zum Public Viewing…allerdings haben wir die Zeit auch genutzt um wenigstens einen Geocache in England zu heben (Ladys Brigde).

Und ganz wichtig – wir haben unsere Tickets geholt =)

Und wenn ich schon mal in England bin, musste es natürlich auch einmal einen original English Afternoon Tea geben (ich habe ja eine gute und sehr leckere Vergleichsmöglichkeit mit dem Messmer Momentum in der Hamburger Hafencity!)…was für ein leckerer Nachmittag!

Und was für ein Finale wird uns erwarten…Mark Selby schlägt in einem hochklassischen Halbfinale Neil Roberson und trifft morgen auf Ronnie O’Sullivan!

Sonntag, 04. Mai 2014

Finale Finale! Endlich geht es los…wir sind viel zu früh im Cruicible Theater, aber es lohnt sich um die Atmosphäre so ganz auf sich einwirken zu lassen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich vom Merchandise Stand etwas enttäuscht war – es gab nur T-Shirts, Queues und ein paar Snooker-Magazine und sonst war es sehr sehr Ronnie O’Sullivan-lastig. Ja, ich weiß und bestreite es ja auch gar nicht – Snooker ist u.a. durch ihn und durch seinen zum Teil sehr explosiven Spielstil („The Rocket“)  -insbesondere auch hier in Deutschland – bekannt geworden, aber trotzdem finde ich imho den Hype um diesen einen Spieler manchmal etwas übertrieben.

Wir haben absolut geniale Sitzplätze – Red Door, Reihe 5, Plätze 35, 36…wir sitzen am Kopf des Tisches etwas erhöht gegenüber der TV-Kameras und haben einen spitzen Blick auf den Tisch und auf die Spieler. Und irgendwie falle ich immer wieder auf…es könnte natürlich an dem Mark Selby Schal liegen, welchen ich umhabe (den ich vor zwei oder drei Jahren bei den German Masters als Tombola-Gewinn ergattert habe =)..). Man findet sehr viele T-Shirt mit Aufschriften (‚Jester‘, ‚Rocket‘, etc.)..aber nur einen Schal =)

Leider lief der ersten Tag und insbesondere die erste Session nicht ganz so gut für Mark Selby. Bälle, welche er am Tag zuvor sicher gelocht hatte, wollte einfach nicht gelingen und immer wieder machte er unnötige Fehler und brachte sich so um den Framegewinn. Nach einer sehr langen Vormittags-Session stand es 5:3. (Sie ging fast 3,5 h!)

Neben dem Winter Garden am Ende des Platzes vor dem Cruicible gab es das Restaurant Ego – mit mediterraner Küche und da wir nur knapp 1:45 h Zeit hatten, vor der Abendsession ließen wir uns hier Spaghetti Carbonara, eine Pizza Rustica und einen wahren Kalorien (Alb-)Traum – einem Sticky Toffee Pudding ( Steamed sponge date pudding with toffee sauce & vanilla ice cream ) schmecken…unglaublich lecker…und so schlecht ist die englische Küche wirklich nicht…ich kann euch von einem Lamm mit Minzkruste (allerdings aus dem Ludwigs in Tübingen -aber von einem englischen Koch) erzählen…göttlich!..aber dazu vielleicht mal in einem anderen Beitrag etwas mehr…

Die Pause hatte auch Mark vor allem sehr gut getan…er holte sich gleich den ersten Frame der Abendsession und nach einem harten Kampf stand es gegen 23:30 Uhr  Ronnie 10:7 Selby.

Montag, 05. Mai 2014

Bank-Holiday in England – Feiertag aber es waren erstaunlich viele Geschäfte offen in der Sheffielder Innenstadt. Unser Weg führte uns allerdings geradewegs wieder zurück ins Cruicible Theater, wo wir Mark ganz arg die Daumen drückten.

Rob Walker, welcher ähnlich wie Rolf Kalb im Tempodrom Berlin, die Zuschauer begrüßte, Hinweise zum Handy-Klingel-Verbot und sonstige Informationen erzählte, ist ein toller und begnadeter Entertainer! Er kann mit seiner Art das ganze Publikum begeistern und ich liebe seinen Satz, welchen er für die Weltmeisterschaft geprägt hat…“..Let’s get the boys on the baize“ – woraufhin das gesamte Publikum ausrastet!

Ihn muss man wirklich mal live erlebt haben!

Wer ist dieser Rob Walker eigentlich? Rob Walker ist ein englischer Sportkommentator, der für die BBC u.a. Snooker kommentiert. Seit 2008 ist er der „Master of ceremonies“ bei allen wichtigen Snooker-Turnieren, welche im Fernsehen gezeigt werden. Er ist auch derjenige, der manchem Spieler so seinen „nickname“ verpasst hat..u.a. The Magician (Shaun Murphy), The Force (Peter Ebdon) oder auch The Thunder from Down Under (Neil Robertson) – wobei er bei dieser Weltmeisterschaft noch einen weiteren Nickname für Neil Robertson in Peto hatte – the Centurion…was wohl an den über 100 Centuries von Neil in dieser Snooker Saison 13/14 liegen dürfte ;-)! Und das 100. Century machte er tatsächlich hier in Sheffield!

Was wir an diesem Montag im Cruicible erleben durften, war der absolute Wahnsinn. Nachdem ich am Vortag schon befürchtete, dass Ronnie das Ding schnell fertig machen wird, erlebten wir einen überragenden Mark Selby. Ähnlich souverän wie zwei Tage zuvor bei seinem Sieg gegen Neil legte er einen genialen Frame nach dem anderen hin, so dass er die Nachmittags-Session mit 12:11 beendete. Aufgrund der sehr langen Dauer der einzelnen Frames in dieser Session, wurde nur 6 Frames anstatt 8 gespielt! Die Sitzplätze im Cruicible sind dankenswerterweise sehr schön gepolstert, so dass man diese extrem langen Sessions gut aushalten konnte – zumindest vom Sitzen her…aber ich weiß nicht wie oft ich an einer Synkope oder an einem Herzinfarkt war bei diesen letzten beiden Sessions an diesem Montag!

Selby gewinnt die Abendsession und damit das Finale mit einem Endstand von 18:14! Es war ein unglaubliches Erlebnis dieses Finale in Sheffield (und ich kam sogar in der BBC, bei der Feier nach der letzten Session, wo ich mit meinem Schal winkend und jubelnd auf der Treppe stand ;-)..).Ich habe mich riesig über die Tickets gefreut und konnte es am Anfang ja fast nicht glauben und bin umso begeisterter, dass wir so ein geniales Finale einmal live erleben durfte!

Dienstag, 06. Mai 2014

Noch einmal ein leckeres englisches Frühstück genießen und dann ging es wieder mit dem Bus von Sheffield aus Richtung London-Stansted und von dort mit dem Flieger zurück nach Stuttgart.

 

Nach 6 Tagen England kann ich nur sagen…wow, was für ein tolles Erlebnis! Und hoffentlich heißt es irgendwann mal … Hello again!

Snooker – die faszinierende Welt der Kugeln!

Es ist geschafft! Die German Masters im Snooker in Berlin sind vorbei. Eigentlich ist es schade – eine Woche voller spannender Spiele und aufregender Ballwechsel ging mal wieder viel zu schnell vorüber. Es war wieder eine gelungene Veranstaltung von Snookerstars , die sich wieder viel Mühe gegeben haben ein tolles Venue zu gestalten.

Was ist eigentlich Snooker?

Snooker ist eine Variante des Billards, die mit speziellen Queues auf einem Snookertisch gespielt wird. Im Vergleich zum klassischen Billard gibt es hier allerdings einen höheren technischen Schwierigkeitsgrad und stellt an die spieltaktischen Fähigkeiten der Spielergrößere Anforderungen.

Das Wort „snooker“  kommt aus dem Englischen und kann übersetzt werden mit  to snooker somebody: „jemanden sperren, behindern“.

Das Besondere an einem Snookertisch sind seine Ausmaße: Der offizielle Turnier-Snookertisch ist ein 12-Fuß großer Tisch, dessen  Spielfeld-Abmessungen 3556 mm × 1778 mm (jeweils +/−13 mm) betragen. Die Höhe des Spieltisches liegt zwischen 85,1 und 87,6 cm und er ist durch seine unter dem grünem, hochflorigem Kammgarn-Tuchgelegene mit bis zu 5 cm dicken Schieferplatte ein echtes Schwergewicht…er kann nämlich bis zu 1500 kg schwer werden! Etwas Besonderes sind auch die speziellen Verlängerungshilfen, welche die Spieler in den  Situationen benötigen, in denen sie aufgrund der Größe des Tisches sonst nicht an den Spielball kommen würden. Diese tragen Namen wie Rest, Hook, Spider oder auch Swan.

Eine weitere Besonderheit des Tisches – im Vergleich zum klassischen Billardtisch – sind die abgerundeten Tascheneinläufe, welche es deutlich schwieriger machen, einen nicht ganz exakt gespielten Ball zu lochen, da er leicht wieder hinaus laufen kann. Zumal die Phenolharzbälle mit einem Durchmesser von 52,5 mm fast 4,5-5mm kleiner als die normalen Billard-Kugeln sind.

Das Spielprinzip  besteht darin, 15 rote und 6 andersfarbige Bälle mit einem weißen Spielball nach bestimmten Regeln in eine der sechs Taschen zu versenken.

In Deutschland hat die Begeisterung für die „Randsportart“  Snooker in den letzten Jahren deutlich zu genommen , allerdings hat sie noch keinen so hohen gesellschaftlichen Stellenwert wie z.B. in Großbritannien, Irland und in einigen Ländern des Commonwealth. Dort haben manche Snookerspieler einen Star-Status oder gelten sogar als Nationhelden wie z.B. Ken Doherty in Irland.

Snooker gilt als sog. Gentlemen’s Sportart, da kaum eine andere Sportart so durch Korrektheit und Contenance geprägt ist. Nicht nur in den strengen Kleiderpflichten (Fliege und Anzug) sondern auch im Verhalten am Tisch (die Spieler zeigen ein eigenes Foul sofort selber an).

 

Im Mai finden die Weltmeisterschaften in Sheffield, GB statt…und ich habe in Berlin während dem German Masters Karten für das Finale gewonnen…davon werde ich dann Mitte Mai berichten! Ich freu mich drauf!

von alexgeckeler Veröffentlicht in Snooker Verschlagwortet mit