Auf der Jagd nach Aurora borealis an der Nordlichtkathedrale – Reisetagebuch Tag 7

Der Valentinstag startete mit zumindest schon mal einem kleinen Vorspektakel in der Nacht was die Jagd nach den Polarlichter angeht…drückt die Daumen für heute Abend, wenn wir in Alta auf die Jagd gehen!

Der Tag beginnt mit einem interessanten Vortrag über die Sami und deren Kultur.

Die Samen (veraltet Lappen) sind ein indigenes Volk im Norden Fennoskandinaviens und werden heute offiziell als Sámi bezeichnet. Interessant ist die Darstellung der am 15. August 1986 von der Nordischen Sámi-Konferenz bestätigte offizielle Flagge. Die Gestaltung nimmt Bezug auf das Gedicht Páiven párneh (samisch; deutsch: Die Söhne der Sonne) des Samí-Lyrikers Anders Fjellner (1795–1876), in dem die Sámi als Söhne und Töchter der Sonne beschrieben werden. Der Kreis symbolisiert die Rahmentrommel, wie sie im Schamanismus und der Musik der Sámi verwendet wird, sowie in der farblichen Zweiteilung die Sonne (rot) und den Mond (blau). Die Farben Rot (Pantone 485C), Grün (Pantone 356C), Gelb (Pantone 116C) und Blau (Pantone 286C)[3] sind die Farben der traditionellen samischen Tracht und symbolisieren verschiedene Elemente in ihrem Leben. Rot steht für das Wärme und Licht spendende Feuer sowie die Liebe, Grün für die Natur und Pflanzen ihrer Heimat Sápmi, die entscheidend zum Überleben beitragen. Gelb repräsentiert die Sonne, die für Langlebigkeit steht, und Blau steht für das Wasser, ohne das kein Leben möglich ist.

Weitere interessante Informationen findet man u.a. hier https://www.skandi.de/samen-volk/ oder auch hier: https://www.planet-wissen.de/kultur/nordeuropa/natur_in_skandinavien/pwienomadendesnordensdiesami100.html.

Und natürlich gibt es hier noch einen Vortrag über Fische: „Von Aal bis Zander  – eine kleine Reise durch die Welt der Fischerei“. Denn neben dem frischen und selbstgebackenen Brot steht hier auch jeden Tag Fisch auf der Speisekarte und wenn immer möglich auch direkt aus der Gegend, wo wir gerade unterwegs sind. Die Fischerei ist ein Wirtschaftszweig, der sich mit dem Fangen und Züchten von Fischen und anderen Wassertieren zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigt. Unterteilt in Binnenfischerei, Seefischerei und Aquakultur .

Welche Fische gibt es jetzt hauptsächlich in Norwegen? Ganz oben steht die häufigste und auch bekannteste Fischart in Norwegen – der Kabeljau (torsk). Und ganz aktuell und eine wirkliche Leckerei ist der sog. arktische Winterkabeljau, der Skrei. Der Name kommt vom altnorwegischem Wort Skrida und bedeutet Wanderer. Im geschlechtsreifen Alter, zwischen fünf und sieben Jahren, kommt der Skrei aus der Barentsee, die nördlich von Norwegen liegt,  in die etwas wärmeren Gewässer in Norwegen, zu den Lofoten-Inseln. Nach dem Laichen kehren etwa 90 Prozent der Fische im April wieder zurück in die 800 Kilometer entfernte Barentssee. Daher ist Skrei auch nur zwischen Januar und April erhältlich.

Aber auch Flunder (skrubbe), Schellfisch (hyse/kolje), Makrele (makrell) und Heilbutt (kveite) lassen sich finden. Des Weiteren stehen Steinbeißer(steinbit), Meerforelle (sjøørret) – eine beliebte Fischart im Oslofjord, Scholle (rødspette) und Seehecht (lysind) auf dem Speiseplan. Eine mir noch eher unbekannte Fischart ist der vor allem in Mittelnorwegen und in Fjord Norwegen in tiefem Wasser um die 100 Meter  und mehr vorkommender Lumb (brosme). Mal sehen, ob ich den noch auf den Teller bekomme bei der jetzigen Reise.

Jetzt ging es dann erstmal zur Nordlichtkathedrale nach Alta….

Die Kathedrale in der Stadt der Nordlichter, wie Alta auch genannt wird,  wurde im Jahr 2013 eingeweiht und ragt spiralförmig dem Himmel entgegen und zieht seine Inspiration aus den Nordlichtern: ähnlich wie die wehenden Lichter wirkt das Bauwerk aus allen Perspektiven wellenförmig. Das Bauwerk wurde von Kolbjørn Jenssen zusammen mit Schmidt, Hammer und Lassen Architects, Århus geplant und auch innen wird die spiralförmige Thematik weitergeführt: alle Orgelpfeifen sind in der Form eines Nordlichts angeordnet.

Das Innere der Kirche besteht aus Beton, jedoch wurden sowohl der Fußboden, die Stühle und die Dekoration aus massiver Eiche gefertigt. Damit die Christusstatue vor dem Altar gut sichtbar ist, wurde die Wand mit einer blauen Lasur behandelt. Diese über 4 m hohe Statue aus Bronze wurde so gearbeitet, dass sie von unten nach oben heller wird, um das göttliche Licht zu repräsentieren. Interessant ist auch die Handhaltung – eine Hand ist zur Faust geballt und die andere, mit einem Thorabändchen umwickelt, ist offen ausgestreckt!

Nach einer kleinen Stärkung mit einem Rentier-Hot-Dog, ging es dann endlich auf Nordlicht-Jagd….

Und hier ist es – auch wenn die ganz klaren Lichter sich nicht gezeigt haben heute – es war sehr beeindruckend und wir haben ja noch ein paar Tage ;-)!

Die Jungs und Mädels von GLØD haben eine tolle Lavvu (ein Sami-Zelt) hergerichtet wo man sich an einer Feuerstelle und mit heißem Kakao und selbstgebackenen Kuchen zwischendurch etwas aufwärmen konnte! Weitere Infos findet ihr u.a. hier: https://www.glodexplorer.no/

Und jetzt heißt es Daumen drücken für das Nordkapp morgen…je nach Windstärke kann es sein, dass wir kurzfristig umplanen müssen!

In diesem Sinne – habt eine schöne Nacht!

Eure Nachteule!

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