Der hyggelig-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr. 6: Bratapfel-Varianten zum Nikolaus

Na, waren eure Stiefel heute morgen gut gefüllt? Wunderbar – aber warum stellen wir eigentlich heute am Nikolaustag Stiefel  vor die Tür und hoffen auf eine süße Überraschung?

Der echte Nikolaus war ein Bischof aus Myra im 4. Jahrhundert – bekannt dafür, heimlich zu schenken, wo Hilfe gebraucht wurde. Der Legende nach warf er nachts Gold durch die Fenster armer Familien, damit deren Kinder eine Zukunft hatten. Daher stammt auch die Tradition mit den vor die Tür gestellten Stiefeln: Man sollte nie sehen, wer gibt – nur spüren, dass jemand an einen denkt. Dass heute darin vor allem Nüsse, Äpfel und Mandarinen liegen, ist kein Zufall: Das waren früher kostbare Winter-Schätze, die Kraft und Licht in die dunkle Jahreszeit brachten.

Und was würde besser zu diesem Tag  passen als ein leckerer, gut gefüllter Bratapfel?

Zuerst ein klassisches Rezept, dafür braucht ihr (für 2 Personen)

  • 2–4 Äpfel (Boskop oder Elstar sind ideal) – je nach Größe
  • 2 -4 EL gehackte Nüsse (ich nehme am liebsten nur gehackte Mandeln)
  • 1–2 EL Rosinen oder Cranberrys (je nach Geschmack) (oder auch andere Trockenfrüchte)
  • 1 EL Honig oder brauner Zucker
  • ½ TL Zimt
  • ein kleines Stück Butter für jeden Apfel

Die Äpfel oben aushöhlen, mit Nüssen, Trockenfrüchten, Honig und Zimt füllen, jeweils ein Butterstückchen daraufsetzen und bei 180 °C etwa 20–25 Minuten backen, bis die Schale aufreißt und der Saft leise blubbert. Dazu passt Vanillesoße oder auch Vanilleeis. Wer möchte, kann in die Füllung auch noch etwas Marzipanrohmasse geben.

Und hier noch ein besonderer Tipp – probiert mal „herzhafte“ Bratäpfel aus: Serrano-Ziegenkäse-Bratapfel

Die Bratäpfel: möglichst kleine Jona-Gold (angenehme Säure) aushöhlen und mit Serrano-Schinken von innen auskleiden. Füllung: 300 gr Ziegenfrischkäse, 6 Zweige Thymian, 5 EL Honig, 4 EL Pinienkerne, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Im Backofen ca. 25 Minuten backen / warm werden lassen bzw. auf den Grill packen.

Die passen perfekt z.B. zu einer leckeren Entenbrust (vom Grill) mit Maronenstampf (vielen Dank an den #grillsergeantandhisdeputies bei dem ich diese leckere Variante kennenlernen durfte!)

Für alle, die heute oder die nächsten Tage noch kreativ werden möchte – hier ein kleiner Vorschlag:

Tannenzapfen-Weihnachtsbaum basteln

Dazu braucht man nur ein paar Tannenzapfen, Acrylfarbe, Korken und Kleber und verschiede Dekorationsartikel wie z.B. Perlen, Geschenkband, Kunstschnee, Moos…Zuerst die Tannenzapfen mit Acrylfarbe anmalen – entweder komplett grün (für einen klassischen Weihnachtsbaum) oder nur die Spitzen mit weißer Farbe anmalen (als ob er Schnee an den Spitzen hätte) und dann gut trocknen lassen.

Damit er gut stehen kann, nehmt einen Korken und kürzt ihn etwa auf die Hälfte ein – damit ihr einen Stamm habt, wo ihr nun den Tannenzapfen mittig drauf kleben könnt. Anschließend gerne noch mit Perlen, Sternen, Moos etc. verzieren.

Und hier ein bisschen „unnützes“ Weihnachtswissen zum Schluss: Wusste ihr, das der Duft von Zimt tatsächlich den Stresspegel senkt? Also – gerne auch einen Hauch mehr Zimt in die Bratäpfel packen 😊

In diesem Sinne – einen schönen und entspannten Nikolaustag!

Eure Nachteule

Der hyggelig-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr.5: Raclette-to-go

Es ist doch immer das Gleiche auf dem Weihnachtsmarkt..der süße, verführerische Duft von Feuerzangenbowle, aromatischem Glühwein und weihnachtlichen Gewürze liegt in der Luft. Diese heißen Getränke sind wunderbar, keine Frage – aber sie haben alle etwas gemeinsam: Sie sind süß…und manchmal sehr süß sogar…und genau deshalb braucht es einen herzhaften Gegenpol.

und da kommt mein „Geheimtipp“…den ich zumindest immer wähle, wenn ich wie zur Zeit in Hamburg unterwegs bin 😅: ein einfaches, ehrliches Raclette-Käse-Brötchen mit Cornichons oder Silberzwiebeln.

Raclettekäse hat eine wunderbare Eigenschaft: Er ist cremig, würzig und besitzt ein unverwechselbares Aroma, das perfekt mit knusprigem Brot harmoniert. Wenn der Käse langsam schmilzt, Fäden zieht und über das Brötchen läuft, entsteht dieser typische Wohlfühlmoment, der einfach nur „Winter“ schreit. Dazu kommt seine leichte Salzigkeit – ein idealer Geschmackskontrast zu süßen Getränken wie Feuerzangenbowle oder Glühwein.

In diesem Sinne – lasst den Käse schmelzen!

Eure Nachteule

Der hyggelig-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr. 4: Lesetipps, Postkarten und leckere Frischkäse-Nuss-Hörnchen!

Heute hätte ich mal ein paar weihnachtliche Literaturtipps für euch. Ich liebe diese Zeit, wo es etwas früher dunkler wird, Kerzen überall angezündet werden und so eine heimelige und gemütliche Atmosphäre sich breit macht. Jetzt eine Tasse Tee oder heiße Schokolade, ein paar leckere Frischkäse-Hörnchen (das Rezept findet ihr am Ende des Beitrags,  eine dicke Decke, Wollsocken und ein tolles Buch – mehr braucht es nicht, um sich ein bisschen zu erholen. Geschmäcker auch beim Lesen sind ja verschieden und deswegen heute einfach mal einen wahllosen Griff in den Stapel SUB (Stapel ungelesener Bücher) – den ihr sicher auch kennt, aber mit dem Schwerpunkt Weihnachten diesmal.

Hier meine Lesetipps für euch (die teilweise auch noch auf meinem SUB liegen…)

  • Nächstes Jahr schenken wir uns nichts – Weihnachtsgeschichten / Karoline Adle
  • Stille Nacht, heilige Nacht – morgen wirst du umgebracht / Karoline Adler
  • Geld oder Lebkuchen / Dora Heldt
  • Das Mädchen, das Weihnachten rettet / Matt Haig, Chris Mould
  • Weihnachtserzählungen von Charles Dickens
  • Das Restaurant der kleinen Wunder von Silke Schütze
  • Der kleine Wintermarkt am Meer von Julia Rogasch

Ihr habt auch noch eine tolle Buchempfehlung? – Na, dann her damit – ich freue mich drauf (und gerne darf mein SUB noch etwas größer werden ;-)…)!

Und so langsam sollte man sich Gedanken um seine Weihnachtspost machen – und vor allem: schreibt doch auch mal wieder ein paar Weihnachtsportkarten von Hand für ein paar liebe Freunde 😉. Hier noch die praktischen Tipps, bis wann welches Päckchen sich auf den Weg machen muss, damit es bis zum 24.12. auch beim Empfänger ankommt!

Briefe und Postkarten (Quelle: http://www.deutschepost.de)

Versand nach
Deutschland
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20.12.2025 22.12.2025 (mit Einschreiben)
europäische Länder12.12.2025
außerhalb Europas05.12.2025

DHL Päckchen und Pakete („normal“)

Versand nach
Deutschland
Versand bis zum
20.12.2025
Nachbarländer15.12.2025
sonstige europäische Länder11.12.2025
außerhalb Europas mit DHL-Express22.12.2025
außerhalb Europas26.11.2025

Und ach ja, die Adresse für die Post zum Weihnachtsmann lautet:

  • An den Weihnachtsmann / Weihnachtspostfiliale / 16798 Himmelpfort oder -ganz international:
  • Santa Claus Nordpolen / Julemandens Postkontor / DK-3900 Nuuk

Alternativ nehme ich auch gerne Päckchen für ihn an oder freue mich über eine schöne Weihnachtskarte ;-)!

Und  jetzt noch das versprochene Rezept für die Frischkäse-Hörnchen:

Für 64 kleine Hörnchen braucht ihr (keine Sorge – die sind schneller weg wie ihr schauen könnt ;-)..):

  • 300 g Weizenmehl Typ 405
  • 200 g Butter
  • 200 g doppelrahmfrischkäse
  • Je 80 g weißen und braunen Zucker sowie gemahlene Haselnüsse
  • 1 TL Zimtpulver
  • Abrieb einer ½ Bio-Zitrone

Für den Teig: Mehl, Butter und Frischkäse gut vermischen und zu einem Teig kneten. Dann am besten als große Kugel in Frischhaltefolie wickeln und mind. zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Beide Zucker, die Haselnüsse, Zimt und Zitronenabrieb in einer Schüssel vermischen.

Backofen auf 175°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und zwei Backblecke vorbereiten. Dann die Kugel aus dem Kühlschrank nehmen und in vier gleichgroße Kugeln teilen.

Etwas von der Nuss-Zuckermischung auf die Arbeitsfläche streuen und eine Teigkugel drauflegen und kreisrund ausrollen. Den Teig ruhig auch mal wenden, dass von beiden Seiten Nüsse und Zucker in den Teig kommen! Dann in den Teigkreis 16 Dreiecke / Tortenstücke schneiden und von der breite Seite her zu Hörnchen aufrollen und mit der Spitze nach unten auf das Backblech legen. Nach 12-16 Minuten sind sie goldgelb, duften herrlich und sind ein absoluter Traum (aber trotzdem kurz abkühlen lassen!)!

Hm…ich kann sie schon riechen!

In diesem Sinne – viel Spaß beim Schmökern, Karten schreiben und Genießen!

Eure Nachteule

Der hyggelig-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr. 3: Weihnachtsmarkt-Crêpes

Ein Fest, ein Jahrmarkt oder auch die noch so kleinste Feier – Crêpes gehören zu den absoluten Klassikern. Sie sind schnell gemacht, vielseitig belegbar und passen perfekt, vor allem auch in die gemütliche Adventszeit. Heute zeige ich euch ein einfaches Grundrezept und ganz viele leckere Ideen, wie man diese winterliche aufpimpen kann!

Das klassische Crêpes-Grundrezept

Zutaten (für ca. 8 Crêpes)

  • 160 g Mehl (Typ 405)
  • 2 Eier
  • 250 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Vanilleextrakt oder Vanillezucker
  • 1 EL geschmolzene Butter (plus etwas zum Ausbacken)

Zubereitung: Mehl mit Zucker und Salz vermischen. Milch und Eier hinzufügen und zu einem glatten Teig verrühren (Schneebesen, Rührgerät, etc.) – der Teig ist relativ dünnflüssig, also ideal für einen Crêpes-Maker, ggf. etwas mehr Mehl dazu geben.

Und jetzt das Beste:

🎅 Weihnachtliche Füllideen

1. Bratapfel-Genuss (Apfelwürfel, Zimt, Vanille, Rosinen, etwas Butter & brauner Zucker)

2. Spekulatius-Crunch (Geschlagene Sahne oder Mascarpone, zerkleinerte Spekulatius, Zimt)

3. Schoko-Marzipan-Traum (geschmolzene Zartbitterschokolade, fein geriebene Marzipanrohmasse

⭐ Herzhaft & winterlich

4. Raclette-Crêpe (geschmolzener Raclettekäse, Röstzwiebeln, Preiselbeeren)

5. Winter-Schinken-Käse (Kochschinken, Gouda, ein Hauch Senf oder Weihnachts-Chutney)

🎄 Weihnachtswissen des Tages
Im 13. Jahrhundert verschüttete eine bretonische Bäuerin Buchweizengrütze auf einer heißen Herdplatte – und kreierte damit versehentlich den ersten Crêpes bzw. die Galettes. Später ersetzte man Buchweizen teilweise durch Weizenmehl, und gab Eier und Mehl dazu und so entstand der Crêpes, wie wir ihn heute kennen. Im Gegensatz zu Crêpes sind Galettes immer herzhaft – typischerweise mit Käse, Ei und Schinken…oder auch noch ein paar winterliche Ideen und die findet ihr hier:

Galette Grundrezept (4 Stück)

Zutaten

  • 180 g Buchweizenmehl
  • 320 ml Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1 Ei (optional, für mehr Elastizität – Tradition pur wäre ohne)
  • Butter oder Öl zum Ausbacken

Zubereitung: Buchweizenmehl und Salz mit kaltem Wasser mischen und das Ei hinzugeben. Den Teig nun für mind. 4 Stunden quellen lassen (im Kühlschrank idealerweiseIn der Bretagne ruht der Teig sogar über Nacht – das macht ihn geschmeidig und aromatischer)

❄️ klassische und winterliche Galette-Füllungen

  1. Galette Completé  (Kochschinken, 1 Ei, geriebener Käse (Emmentaler, Comté oder Gruyère), Pfeffer, ein Klecks Butter
  2. Winter-Raclette Galette (geschmolzener Raclettekäse, gebratene Champignons, Röstzwiebeln, Preiselbeeren)
  3. Deftige Weihnachtsschinken-Galette (Kochschinken oder Serrano, Kastanienpüree, Gruyère, Schwarzer Pfeffer)
  4. Vegane Winter-Galette (gebratene Pilze, Spinat, Walnüsse, Hafer-Cuisine oder veganer Käse)
  5. Ziegenkäse & Honig (Ziegenkäse, Walnüsse, Honig, Rosmarin oder auch Lavendel passt super)

Crêpes waren früher ein Glückssymbol!
Man glaubte, dass das Wenden des Crêpes mit der rechten Hand Glück bringt, wenn man in der linken eine Goldmünze hält. Und es gibt die Regel: Galettes sind ausschließlich aus Buchweizen, Wasser und Meersalz und stets herzhaft gefüllt, Crepes sind aus Weizenmehl, Eier, Salz und Zucker und ausschließlich süß gefüllt (naja, Ausnahmen bestätigen die Regeln 😉)…aber für beide gilt: nicht dicker als 2 mm und nach spätestens drei Minuten müssen sie knusprig sein!

In diesem Sinne – guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Nachteule

Der hyggelige-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr. 2: Champignonpfanne und Weihnachtsgurke

Am 2. Dezember wird es herzhaft – ein typischer Geruch, den ich mit einem „Weihnachtsmarkt“ verbinde, ist der von frisch gebratenen Champignons in Knoblauchsoße. Zwischen Glühwein, Gebäck und Lichterketten ist die dampfende Champignonpfanne ein herzhafter Ausgleich für zwischendurch – vegetarisch, würzig, sättigend und einfach gemütlich.

Hier ein erprobtes Rezept für eine Weihnachtsmarkt-Champignonpfanne mit Knoblauch-Dip

Zutaten (für 2 Portionen)

  • 400 g Champignons (gemischt oder nur braun)
  • 2–3 EL Butter oder Öl
  • Frischkäse
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt oder in Ringe schneiden
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL getrocknete Kräuter (z. B. Thymian, Oregano)
  • Salz & Pfeffer
  • etwas Petersilie

Knoblauch-Dip

  • 200 g Schmand oder Crème fraîche
  • 2–3 Knoblauchzehen (oder 1 TL Knoblauchpaste)
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

Butter in einem Topf schmelzen und die Pilze mit den Zwiebelringen hineingeben. Deckel auf den Topf setzen und die Pilze ein paar Minuten lang dünsten und gelegentlich umrühren. Mit Salz, Pfeffer würzen und in den Kochsud (die Pilze geben eigenen Saft ab), 2-3 Esslöffel Frischkäse einrühren. 2 – 3 Minuten weiter garen, dann sollten die Pilze fertig sein. Gerne kann man dazu jetzt noch Knoblauchdip servieren – aber der Frischkäse macht die Champignons schon jetzt schön cremig!

In einer kleinen Holzschale – wie auf dem Weihnachtsmarkt – wirkt es besonders authentisch.
Und: Ein Gläschen Weißwein oder Federweißer passt erstaunlich gut dazu.

Noch was zum Schmunzeln zum Schluss…die Gurke im Weihnachtsbaum – eine deutsche Tradition?

Die Weihnachtsgurke – ein gläserner Christbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke, der im Weihnachtsbaum versteckt wird – gilt heute als ein humorvoller und oft nostalgischer Brauch. Obwohl in den USA weit verbreitet, ist ihre tatsächliche Herkunft bis heute unklar. Häufig wird behauptet, der Brauch stamme aus Deutschland, doch historische Belege fehlen weitgehend. Während viele Amerikaner überzeugt sind, dass kein deutscher Weihnachtsbaum ohne die „typisch deutsche“ Gurke auskommt, ist sie hierzulande lange Zeit kaum bekannt gewesen.

Bei der Weihnachtsgurke handelt es sich um eine grüne Glasgurke, die zwischen den Zweigen des Christbaums versteckt wird. Durch ihre ähnliche Farbe ist sie schwer zu entdecken – und genau darin liegt der Reiz des Brauchs. Besonders in den Vereinigten Staaten gehört das Suchen der sogenannten Christmas Pickle für viele Familien fest zur Bescherung.

Traditionell müssen Kinder oder Gäste am Weihnachtsabend die gut verborgene Gurke im Baum finden. Wer sie zuerst entdeckt, erhält eine Belohnung – oft darf der Finder das erste Geschenk öffnen oder bekommt ein zusätzliches kleines Präsent. Die Art der Belohnung ist von Familie zu Familie unterschiedlich, doch der spielerische Wettstreit gehört überall dazu.

Rund um die Weihnachtsgurke existieren verschiedene Erklärungsversuche und Legenden. Eine volkstümliche Erzählung besagt, dass der Brauch im frühen 20. Jahrhundert entstand, als viele Familien wenig Geld hatten. Um dennoch Spannung in die Bescherung zu bringen, wurde nur das Kind beschenkt, das die Gurke im Weihnachtsbaum fand.

Bekannter und deutlich verbreiteter ist jedoch die Legende des Soldaten John Lower. Der deutschstämmige US-Soldat John C. Lower kämpfte im Amerikanischen Bürgerkrieg und geriet dort in Gefangenschaft. Schwer krank, entkräftet und dem Hungertod nahe, soll ihm ein Wachmann aus Mitleid eine einzige eingelegte Gurke geschenkt haben. Diese kleine Gabe habe ihm – so die Erzählung – die nötige Kraft gegeben, die Gefangenschaft zu überstehen. Nach dem Krieg kehrte Lower zu seiner Familie zurück und führte aus Dankbarkeit einen persönlichen Brauch ein: Jedes Jahr hängte er eine Glasgurke in den Weihnachtsbaum, als Symbol für Hoffnung, Glück und das Überleben in einer dunklen Zeit.

Obwohl diese Geschichte historisch nicht belegt ist, gehört sie zu den beliebtesten Ursprungsmythen des Gurkenbrauchs und verleiht der Weihnachtsgurke einen menschlich-berührenden Hintergrund, der gut zur warmherzigen Weihnachtsstimmung passt. Ob die Tradition tatsächlich aus Deutschland stammt, ist umstritten. Historiker vermuten, dass Glasgurken um 1900 in Bayern und Thüringen zumindest als Christbaumschmuck bekannt waren. Unterstützt wird diese These durch den Fund einer alten Produktionsform, die der Glasbläser Gernot Weigelt besitzt und die auf diese Zeit datiert wird.

Inzwischen erfreut sich die Weihnachtsgurke auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Viele der heute verkauften Glasgurken stammen sogar aus deutschen Glasbläserwerkstätten. Es gibt sie in zahlreichen Varianten – glänzend, matt, mit Glitzer, mit Schneeeffekt oder in unterschiedlichen Größen.

In diesem Sinne – esst ruhig die Plätzchen weiter – ich kümmere mich um den (Glüh)Wein!

Eure Nachteule

Der hyggelig-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr. 1: Die Feuerzangenbowle

Nachdem es beim letzten Kalender hyggelig war, wird es diesmal kulinarisch und hyggelig beim Adventskalender der Nachteule. Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen!

Heute am 1. Dezember ist meteorologischer Winteranfang und die ersten Weihnachtsmärkte sind schon seit einigen Tagen im Gange…und wir starten heute mit einem Getränk, das Wärme, Noastalgie und feinen Humor zugleich vereint – einer leckeren Feuerzangenbowle, um dann ein bisschen beschwingter in die weiteren Winter-/Advents- und Weihnachtsplanungen zu gehen. Ein bisschen Kult, ein bisschen Chaos und ganz viel Gemütlichkeit!

Wenn ihr das Ganze gleich richtig zelebrieren wollt – dann bereitet alle Zutaten vor, ladet Freunde ein und schaut gemeinsam den Film „Die Feuerzangenbowle“ von und mit Heinz Rühmann an – mehr hyggelig geht fast nicht.

🎬 Der Filmklassiker: „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann

Die meisten kennen die legendäre Szene: Eine Männerrunde, dampfende Bowle, Qualm über dem Zuckerhut – und mittendrin Heinz Rühmann als Schriftsteller Johannes Pfeiffer („mit drei f“), der beschließt, seine verpasste Schulzeit nachzuholen.
Der Film von 1944 ist ein nostalgisches Stück Filmgeschichte und hat maßgeblich dazu beigetragen, die Feuerzangenbowle zum winterlichen Kultgetränk zu machen.

Die Feuerzangenbowle hat ihre eigentlichen Wurzeln im 18./19. Jahrhundert. Vorbild war die beliebte „Krambambuli“-Bowle, ein Likör aus Rum, Zucker und Gewürzen. Der Zuckerhut war damals ein Luxusgut! Die flüssige Kunst des Flambierens brachte damals Studenten, Literaten und gesellige Runden zusammen. Kein Wunder, dass sie bis heute als geselliges Gemeinschaftsgetränk gilt.

🍷 Rezept: Klassische Feuerzangenbowle (nach Nachteuleart) für einen hyggeligen Abend

Zutaten (für ca. 10 Personen)

  • 2 Flaschen trockener Rotwein
  • 1 Flasche Rum (mind. 54 %)
  • 1 unbehandelte Orange und Limette
  • 1-2 Zimtstangen
  • 3 Nelken
  • 1 Zuckerhut
  • 250–300 ml hochprozentiger Rum (mind. 54 %, besser 70 %)

Zubereitung

  1. Früchte vorbereiten: Orange & Zitrone heiß abwaschen, in Scheiben schneiden.
  2. Wein würzen: Rotwein in einem Topf oder Bowlengefäß erhitzen (nicht kochen!), Zimt, Nelken und die Fruchtscheiben hinzufügen.
  3. Zuckerhut platzieren: Feuerzange über den Wein legen, Zuckerhut daraufsetzen.
  4. Feuriges Spektakel: Zuckerhut mit Rum tränken, anzünden (Vorsicht!) und nach und nach mit weiterem Rum übergießen, bis der Zucker vollständig geschmolzen ist.
  5. Genießen: Wenn alles im Wein gelandet ist, kurz durchrühren, in feuerfeste Gläser füllen und hyggelig entspannt servieren.

Wer es noch hyggeliger möchte bzw. noch ein leckeres Lebkuchen-Rezept zur Feuerzangenbowle sucht – schaut mal im Kalendereintrag von 2023 nach, da werdet ihr sicher fündig: https://nachteuleblog.com/2023/12/01/timetohygge-ideen-und-anregungen-fur-eine-gemutliche-winter-weihnachtszeit-tag-1/

Noch was zum Schmunzeln zum Schluss…wusstet ihr, dass es in Japan Tradition ist, an Weihnachten bei KFC bzw. frittierte Hähnchenteile von KFC zu essen?

In diesem Sinne – auf in eine schöne Adventszeit!

Eure Nachteule