Deutscher Whisky-Tag am 28. Juni: vom keltischen Ursprung zur weltweiten Leidenschaft

Heute am 28.06. ist der Tag des deutschen Whiskys, der jährlich am letzten Samstag im Juni begangen wird. Initiiert wurde dieser Tag vom Verband Deutscher Whiskybrenner (VDW)(https://www.deutsche-whiskybrenner.de/) 2017. Unter der Leitung des Brennmeisters Hans‑Gerhardt Fink wurde der letzte Juni‑Samstag als Aktionstag festgelegt, um die Bekanntheit von Whisky „Made in Germany“ zu steigern und einheitlich zu feiern.

Schauen wir mal ein bisschen auf die Geschichte des Whiskys: Whisky, auch als „Wasser des Lebens“ bekannt, hat seine Ursprünge in Irland und Schottland. Erste schriftliche Belege reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Destillation selbst war schon im Mittelalter bekannt – ursprünglich zur Herstellung von Parfums und Heilmitteln. Im Laufe der Zeit perfektionierte man die Technik zur Herstellung von hochprozentigen Getreidespirituosen. Die Schotten und Iren gelten als die klassischen Pioniere, doch längst hat sich Whisky weltweit etabliert – von Japan über die USA bis nach Deutschland. Zwar reicht die Brenntradition in Deutschland Jahrhunderte zurück – vor allem für Obstbrände –, doch Whisky spielte lange keine Rolle. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren begannen findige Brennmeister, sich an Single Malts und Grain Whiskys zu wagen. Heute gibt es über 150 deutsche Whiskybrennereien, viele davon mit internationalem Renommee.

Noch kurz zur „richtigen“ Schreibweise – „Whisky“ ist die offizielle und korrekte Schreibweise und wird vor allem in Schottland, Kanada, Japan und Deutschland verwendet. Whiskey findet man eher in Irland oder den USA bei den Bezeichnungen.

Was macht deutschen Whisky besonders?

  • Regionale Rohstoffe: Viele Brennereien verwenden heimische Gerste, Quellwasser und lagern in regionalen Holzfässern (z. B. Weinfässern aus der Pfalz).
  • Tradition trifft Innovation: Deutsche Brennereien kombinieren handwerkliche Präzision mit Experimentierfreude.
  • Vielfalt: Vom rauchigen Torfwhisky über süßliche Sherryfass-Abfüllungen bis zu fruchtigen Varianten ist alles vertreten.

Hier sind einige bekannte Vertreter:

1. St. Kilian Distillers (Rüdenau, Bayern) (https://www.stkiliandistillers.com/)

2. Slyrs Bavarian Whisky (Schliersee, Bayern) (https://slyrs.com/)

3. Ammertal-Whisky von Volker Theurer (https://www.schwaebischer-whisky.de/).

Und meine zwei persönlichen Empfehlungen – schaut mal Richtung Bodensee – diese Brennereien lohnen sich für Genießer und Ausflügler gleichermaßen:

🥃 Brände aus dem Hause Senft (Salem)

  • Bekannt für Wein und Edelbrände, doch der Senft Whisky wird immer beliebter.
  • Lagerung in Rotwein- und Bourbonfässern, weicher Stil mit regionalem Charakter.

🥃 Deutsche Bodensee Whisky-Destillerie Steinhauser (Kressbronn)

  • Einer der Vorreiter am Bodensee.
  • Brigantia Single Malt: gereift in Sherry- und Portweinfässern, sehr komplex.

Ein Muss für Whiskyfans, die Genuss mit Erlebnis verbinden wollen – war in den letzten Jahren die Bodensee-Whisky-Tour, die von der Silberburg am Markt in Tübingen organisiert wurde. Aktuelle Infos findet ihr auf der Homepage www.silberburg-am-markt.de

Wir haben 2016 diese Tour gemacht und hier ein kleiner Bericht dazu:

Nach einem schönen Sonnenaufgang und leckerem Frühstück mit Seeblick geht es jetzt gleich los…auf zur Bodensee-Whisky-Tour. Start der fast 10-stündigen Tour war in Überlingen am Bodensee mit den beiden Edelbrand-Sommelièren Silke Senft und Angela V. Weiss (Schwäbische Whiskybotschafteri)

Nächster Halt…Kressbronn…in der 1. Bodensee Whisky Destillerie. ….ach…lasst mich einfach hier und holt mich auf dem Rückweg wieder ab!

Destillerie Senft (Salem)
Brenner Herbert Senft präsentiert die Brennanlage, das Fasslager und bietet ein erstes Whisky‑Tasting (frisch, voll, mit sanftem Torf). (https://www.senft-destillerie.de/)

Zweiter Halt – Wallfahrtskirche Kloster Birnau mit ihrem wunderschönen Ausblick auf den See und die tolle Ausstattung im Inneren der Kirche.
Nur wenige Meter unterhalb, auf der großen Seeterrasse des Rebmannshofes, gab es zur Mittagszeit ein paar kulinarische Bodenseegenüsse zur Stärkung bevor es Richtung Kressbronn ging. https://www.hotel-pilgerhof.de/hotel-rebmannshof/

Nämlich zur „1. Whisky-Destillerie am Bodensee“ – Steinhauser – in Kressbronn. Hier präsentiert sich ein beeindruckendes Fasslager, in welchem mit großem Aufwand und viel Feingefühl der Whisky „Brigantia“ zu phänomenaler Aromentiefe ausgebaut wird. Üppige Vanille-Noten, schmeichelnde Mandel- und Röstaromen, Trockenfrucht-Aroma und ein exotischer Touch betören die Sinne. https://steinhauser-bodensee.de/

Die dritte Whisky-Station – die Destillerie Alfred Waibel – liegt in Überlingen. Alfred Waibel ist der wohl älteste Whisky-Destillateuer Deutschlands und entführt seine Zuhörer mit Humor und enormem Fachwissen in seine Welt der Destillierkunst. Sein limitierter Whisky nennt sich „Keyne Eyle“, denn guter Whisky braucht viel Zeit, Geduld und Gelassenheit. Mit einem tollen Whisky endet die Station 3 in Überlingen….6 Jahre, 53 %… und jetzt ratet mal wie teuer dieses Fläschen wäre ; -)?! https://www.keyne-eyle.com/home/

Im Bus durfte noch ein Whisky aus der Schweiz probiert werden – der „Säntis Malt“ – der auch sehr lecker war (https://www.saentismalt.com/

Zum Abschluss der Bodensee-Whisky-Tour bietet sich die Möglichkeit ein abendliches Whisky Menü im Salemer Landgasthof Apfelblüte zu genießen, was wir auch gemacht haben: https://landgasthof-apfelbluete.de/
 

Wer jetzt Lust auf ein eigenes Whisky-Menu zum deutschen Whisky tag – hier eine kleine Empfehlung von mir:

Whisky-Menü zum Deutschen Whisky-Tag

🥃 Vorspeise: Lachs-Tatar mit Whisky-Senf-Marinade

  • Marinade aus Slyrs Whisky, Honig, Dijon-Senf, Zitrone.
  • Serviert auf Pumpernickel oder Gurkenscheiben.

🥩 Hauptgang: Rinderfilet mit Whisky-Pfeffersoße

  • Sauce aus dunklem Fond, Sahne, grüner Pfeffer und einem rauchigen Finch-Whisky.
  • Dazu: Rosmarinkartoffeln und grüne Bohnen.

🍨 Dessert: Schokoladenmousse mit Whisky-Karamell

  • Mousse mit dunkler Schokolade, Topping aus St. Kilian Whisky und Karamell.

Und hier die entsprechenden Rezepte:

🧑‍🍳 Vorspeise: Lachs-Tatar mit Whisky-Senf-Marinade auf Pumpernickel

Zutaten (für 4 Personen):

  • 300 g frisches Lachsfilet (Sushi-Qualität)
  • 1 TL Dijon-Senf
  • 1 TL Honig
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1,5 EL milder Whisky (z. B. Slyrs Classic)
  • 1 TL fein gehackter Dill
  • 1 Schalotte (sehr fein gewürfelt)
  • Salz, Pfeffer
  • 4 Scheiben Pumpernickel oder dünne Gurkenscheiben

Zubereitung:

  1. Lachs in feine Würfel schneiden.
  2. Senf, Honig, Zitrone, Whisky und Dill zu einer Marinade verrühren.
  3. Schalottenwürfel und Lachs unterheben, 10 Minuten ziehen lassen.
  4. Mit Salz & Pfeffer abschmecken.
  5. Auf Pumpernickel oder Gurkenscheiben anrichten.

Begleit-Whisky:

👉 Slyrs Classic – mild, fruchtig, passt wunderbar zur Frische des Fisches.

🧑‍🍳 Hauptgang: Rinderfilet mit Whisky-Pfefferrahmsauce, Rosmarinkartoffeln & grünen Bohnen

Zutaten (für 4 Personen):

Für das Filet:

  • 4 Rinderfilets à 180–200 g
  • Salz, Pfeffer, Öl zum Braten

Für die Sauce:

  • 1 EL grüne Pfefferkörner (in Lake)
  • 100 ml kräftiger Whisky (z. B. Finch Barrel Proof)
  • 200 ml Rinderfond
  • 150 ml Sahne
  • 1 TL Butter

Beilagen:

  • 500 g kleine Kartoffeln
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 2 EL Olivenöl
  • 300 g grüne Bohnen
  • 1 TL Butter, Salz

Zubereitung:

Kartoffeln:

  1. Halbieren, mit Öl, Salz und Rosmarin mischen.
  2. Bei 200 °C ca. 30 Minuten im Ofen backen.

Bohnen:

  1. Kurz in Salzwasser blanchieren, dann in Butter schwenken.

Filets:

  1. In heißem Öl 2–3 Minuten pro Seite scharf anbraten.
  2. Im Ofen bei 100 °C ca. 10 Minuten ruhen lassen (medium).

Sauce:

  1. Pfefferkörner in Butter anschwitzen.
  2. Mit Whisky ablöschen, kurz flambieren (optional).
  3. Fond und Sahne zugeben, einkochen bis cremig.

Anrichten:

Filet mit Sauce überziehen, Kartoffeln und Bohnen dazu.

Begleit-Whisky:

👉 Finch Barrel Proof – würzig, kräftig, ergänzt Fleisch und Sauce perfekt.

🧑‍🍳 Dessert: Dunkle Schokoladenmousse mit Whisky-Karamell

Zutaten (für 4 Personen):

Mousse:

  • 200 g Zartbitterschokolade (mind. 70 %)
  • 3 Eier, getrennt
  • 2 EL Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 200 ml Sahne

Whisky-Karamell:

  • 100 g Zucker
  • 1 EL Wasser
  • 50 ml Sahne
  • 1 EL Butter
  • 1 EL Whisky (z. B. St. Kilian Signature)

Zubereitung:

Mousse:

  1. Schokolade im Wasserbad schmelzen, leicht abkühlen.
  2. Eigelbe mit Zucker cremig rühren, Schokolade einrühren.
  3. Sahne steif schlagen, unterheben.
  4. Eiweiß mit Salz steif schlagen, vorsichtig unterheben.
  5. Mind. 3 Stunden kaltstellen.

Karamell:

  1. Zucker mit Wasser langsam schmelzen (nicht rühren!).
  2. Wenn goldbraun, vom Herd nehmen, Sahne zugeben (Vorsicht Spritzen!).
  3. Butter und Whisky unterrühren, abkühlen lassen.

Anrichten:
Mousse mit Karamellsoße garnieren – gerne auch mit Schokospänen oder einer Prise Meersalz.

Begleit-Whisky:

👉 St. Kilian Signature Edition – süßlich, fruchtig, betont die Schokolade.

🍽️ Serviertipps für das Menü:

  • Reiche zwischen den Gängen ein kleines Glas Wasser zum Neutralisieren.
  • Jeder Gang bekommt einen passenden Whisky in einer 1–2 cl-Portion.
  • Ideal serviert bei Raumtemperatur in einem Nosing-Glas.

In diesem Sinne: Cheers – oder wie man in Schottland sagt: Slàinte!

Eure Nachteule

Bienvenido al curso de parrillada a la plancha – Plancha-Grillen in der Grillworld Schorndorf

Am Freitagabend wurde es heiß – im wahrsten Sinne des Wortes! Wir sind zu Gast in der Grillworld Schorndorf (www.grillworld.de) beim aktuellen Plancha-Grillkurs mit den zwei besten Planchistas – Mona (früher Leone) und Chris Sandford 😊

Was ist Plancha-Grillen eigentlich?
Plancha-Grillen ist eine aus Spanien und Frankreich stammende Grillmethode, bei der Speisen auf einer glatten, sehr heißen Metallplatte (meist aus Edelstahl oder Gusseisen) zubereitet werden. Der Begriff „Plancha“ kommt aus dem Spanischen und bedeutet „heiße Platte“ oder „heißes Blech“. Im Gegensatz zum klassischen Grillen mit Rost liegt das Grillgut direkt auf der heißen Fläche auf.
Die Grillplatte wird auf etwa 250–300 °C erhitzt, wodurch eine gleichmäßige, sehr hohe Hitze entsteht. Diese intensive Hitze sorgt für eine schnelle Versiegelung der Oberfläche der Lebensmittel – ideal für eine schöne Kruste, intensives Aroma und saftiges Inneres. Da kein direkter Kontakt mit Flammen besteht, entstehen beim Plancha-Grillen kaum gesundheitsschädliche Stoffe wie bei manchem offenen Holzkohlegrill.

Nach einer kurzer Einstiegsbegrüßung und einem ersten Begrüßungscocktail (bestehend aus O’Donnells Granatapfel und Sekt) wurden wir von den beiden humorvoll in deutsch und englisch in die Grundlagen des Planchagrillens eingeführt und konnten dabei sehen, wie schnell es gehen kann. Auf der Plancha wurden so nebenher Aufbackbrötchen kleingeschnitten und beidseits angeröstet und dünne Orangenscheiben daneben und ruckzuck hatte man ein erstes Versucherle in der Hand und im Mund. Dann wanderten vier tolle Rip-Eye-Steaks auf die Plancha und man konnte „hören“ wie das Fleisch anfing zu brutzeln und ein paar Nüsse durften auf der zweiten Plancha mit Zucker und anschließend etwas Zitrone und Pfeffer rösten…was für ein Geruch!

Dann stand die „Arbeit“ für alle an – das Vorbereiten der weiteren Zutaten für die nächsten Gänge. Was nämlich beim Plancha-Grillen nicht funktioniert, ist das nebenher schnell was fertig machen – so viel Zeit hat man nicht. Deswegen alles als Mis en Place vorbereiten und dann loslegen.

Mein Highlight war – neben dem Dessert – der erste Gang: Pilze mit Safran, Frischkäse und Kräuter auf einer Scheibe Baguette….so lecker und so schnell gemacht.

Der nächste Gang war für die meisten ziemlich überraschend – es gab Pasta von der Plancha: Linguini mit Lachs und Kardamon. Der Lachs wurde schön knusprig angebraten und dann kamen Zwiebeln, Gemüse und für den besonderen Geschmack – ein bisschen vorbereitetes Zitronengras mit den Nudeln auf die Platte. Alles gut vermischen, Gemüsebrühe drüber, wieder vermischen und den Lachs drunter zerkleinern. Sehr lecker – beim nächsten Mal probieren mal noch einen Schluck Sahne dazu aus 😉

Wer schnell einmal etwas Brot braucht – Burrito-Fladen lassen sich – sobald der Teig fertig ist und das geht auch schnell – in knapp 30 Sekunden pro Seite auf der Plancha hervorragend frisch herstellen und schmecken wunderbar!

Aber auch der Inhalt hatte es in sich: es gab in der Fleischvariante eine Rinderhack-Paprika-Chili-Mischung als Füllung und für die vegetarische Variante wurde anstatt Hackfleisch einfach ein Brokkolie entsprechend zubereitet. Tolle Idee und beide Varianten waren sehr lecker.

Das Dessert kam bei allen super an – Flambierte Ananas mit Granatapfel-Konfetti mit Torrone (also den vorbereiteten Nüssen). Das Besondere: die Ananas wurde zuerst geröstet, dann mit Zucker betreut und Gin begossen und dann gab es ein bisschen Feuer zum Flambieren. Aber den absoluten Schmelz gab die Sahne, die dann anschließend dazu gegeben wurde und nochmal kurz mit der Ananas verteilt wurde! Wow – das müsst ihr unbedingt mal probieren.

Ein rundum gelungener Abend war das mal wieder in der Grillworld in Schorndorf! Vielen Dank an Familie Christ für diesen tollen Grillkurs wieder und wir freuen uns schon auf den nächsten Abend!

Wer die Grillworld einmal kennenlernen möchte (und nicht nur auf der Homepage sich begeistern lassen möchte) – am 05.07. ist Sommerfest in und um die Grillworld. Kommt doch gerne vorbei – ich bin auch da und freue mich auf einen spannenden Tag dort.

In diesem Sinne – lasst es euch schmecken!

Eure Nachteule

Martini-Tag am 19. Juni – Cheers auf den nächsten Kultcocktail im Juni! 🍸

Am 19. Juni ist Martini-Tag – ein idealer Anlass, um den legendären Cocktail zu feiern, der Stil, Eleganz und zeitlose Klasse verkörpert. Ob geschüttelt oder gerührt, klassisch oder modern interpretiert – der Martini hat sich seinen festen Platz in der Welt der Cocktails verdient.

Der Ursprung des Martini – Mythos und Wahrheit

Die genaue Herkunft des Martini ist nicht eindeutig geklärt – dabei stehen zwei Haupttheorien in den meisten Übersichten:

  1. Martinez, Kalifornien (1860er Jahre): Eine der populärsten Legenden besagt, dass ein Barkeeper in Martinez einem Goldgräber einen Drink mit Gin, Wermut, Maraschino und Bitters mixte – der Vorläufer des heutigen Martinis.
  2. New Yorker Ursprung: Andere schreiben die Entstehung dem berühmten Barkeeper Jerry Thomas aus dem Occidental Hotel in San Francisco zu. Seine Rezeptur für einen „Martinez“ aus dem Jahr 1887 wird häufig als direkte Vorstufe des Martini zitiert.

Der Name des Cocktails „Martini“ wird allerdings häufig mit der italienischen Wermutmarke „Martini & Rossi“ in Verbindung gebracht, hat aber nicht unbedingt seinen Ursprung dort: in der Nähe von Turin wurde um 1863 dort die Idee für den Martini geboren: Als der italienische Unternehmer Alessandro Martini und der Kräuterexperte Luigi Rossi in dem kleinen Ort Pessione die nationale Wein- und Spirituosenbrennerei übernahmen und die Rezeptur für den bekannten Wermut entstand. Die Lage war schon damals perfekt: die Nähe zu den Winzern im Piemont, den Kräutergebieten in den Voralpen und dem Wermuthandel in Turin. Mittlerweile gibt es in Pessione das Weinmuseum Casa Martini, um auf den Spuren des Martinis zu wandeln und die Produkte zu erleben. 1994 wurden die Familienanteile von Martini & Rossi an Bacardi verkauft.

Sicher ist allerdings eins: Der moderne Dry Martini, wie wir ihn heute kennen, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und erlebte seinen Höhepunkt in den 1950er- und 60er-Jahren – nicht zuletzt durch James Bond, der ihn am liebsten „geschüttelt, nicht gerührt“ trinkt. 😉

Was ist jetzt die „richtige“ Art einen Martini zu trinken?

Nun ja, ein echter Martini ist mehr als nur ein Getränk – er ist ein Statement. Die klassische Form besteht aus Gin und trockenem Wermut, serviert eiskalt in einem konischen Cocktailglas und garniert mit einer Olive oder Zitronenzeste. Dabei gelten die folgenden Grundregeln für den „perfekten“ Martini:

  • Verhältnis: Klassisch ist das Mischverhältnis 5:1 (Gin zu Wermut), aber moderne Varianten können deutlich trockener sein.
  • Kühlen: Glas und Zutaten sollten gut gekühlt sein – ein Martini wird nie mit Eis serviert, sondern „straight up“.
  • Rühren statt schütteln: Traditionell wird ein Martini gerührt, um Klarheit und Konsistenz zu bewahren. James Bond hat diese Regel zwar gebrochen, aber sein Einfluss ist unbestritten.

Um den heutigen Martini-Tag gebührend zu feiern, habe ich euch mal ein paar Getränke- und Snack-Tipps zusammengestellt und für ganz große Fans ein komplettes Martini-Menü!

1. Klassischer Dry Martini

Zutaten:

  • 60 ml Gin
  • 10 ml trockener Wermut
  • Zitronenzeste oder grüne Olive

Zubereitung:
Gin und Wermut mit Eis in einem Rührglas verrühren, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen und mit Zitronenzeste oder Olive garnieren.

Dazu als Snack-Idee: Zitronen-Oliven-Mandel-Tapas (Grüne Oliven, in Zitronenschale und Olivenöl eingelegt), geröstete Mandel mit Meersalz oder Rauchmandeln und kleine Cracker mit Ziegenfrischkäse passen gut dazu.

2. Espresso Martini (modern, aber beliebt) – einer meiner Favoriten!

Zutaten:

  • 40 ml Wodka
  • 20 ml Kaffeelikör (z. B. Kahlúa)
  • 30 ml frisch gebrühter Espresso
  • 10 ml Zuckersirup
  • Kaffeebohnen zur Deko

Zubereitung:
Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken und in ein gekühltes Martini-Glas abseihen. Mit 3 Kaffeebohnen garnieren.

Da als Snack-Idee: Dunkle Schokolade (70% und höher), Espresso-Biscotti oder Amarettini oder wer es etwas „größer“ mag: Mousse au chocolat oder auch ein Tiramisu.

 3. French Martini – fruchtig & elegant

Zutaten:

  • 45 ml Wodka
  • 15 ml Chambord (Himbeerlikör)
  • 30 ml Ananassaft

Zubereitung:
Alle Zutaten auf Eis kräftig shaken und in ein gekühltes Martini-Glas abseihen. Optional mit einer frischen Himbeere garnieren.

Da passen super Ziegenkäse-Crostini mit Himbeeren und Honig

4. Negroni Martini – bitter & raffiniert

Zutaten:

  • 30 ml Gin
  • 30 ml Campari
  • 30 ml trockener Wermut

Zubereitung:
Zutaten im Rührglas mit Eis verrühren, in ein gekühltes Martini-Glas abseihen. Mit einer Orangenzeste garnieren.

Als Snack-Tipp hier meine Empfehlung: Parmesan-Cracker oder Grissini mit Prosciutto

5. Basil Bianco

Zutaten:

  • 50 ml Martini Bianco
  • 25 ml frischer Zitronensaft
  • 6–8 frische Basilikumblätter
  • 10 ml Zuckersirup
  • Spritzer Soda

Zubereitung:
Basilikum im Shaker andrücken, dann alle Zutaten (außer Soda) mit Eis shaken. In ein Glas auf Eis abseihen, mit Soda auffüllen.

Hier kommt ein klassischer Snack-Tipp, nämlich Caprese-Spießchen (Tomate-Mozzarella-Basilikum)

6. Martini Rosso Manhattan

Zutaten:

  • 50 ml Rye Whiskey oder Bourbon
  • 25 ml Martini Rosso
  • 2 Spritzer Angostura Bitters
  • Cocktailkirsche

Zubereitung:
Alle Zutaten auf Eis rühren, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Mit Kirsche garnieren.

Ein perfekter Snack-Tipp ist hier ein (Mini)Burger mit karamellisierten Zwiebeln

7. Rosso Negroni (klassisch mit Twist)

Zutaten:

  • 30 ml Gin
  • 30 ml Campari
  • 30 ml Martini Rosso

Zubereitung:
Auf Eis im Tumbler verrühren, mit Orangenzeste servieren.

Der perfekte Snack-Tipp hier ist eine tolle Käseplatte mit gereiftem Cheddar, Walnüssen und getrockneten Feigen

Und für alle, die gleich ein ganzes Martini-Tasting und Menü machen möchten – hier mein Vorschlag:

GangDrinkFood Pairing
1. AperitifBianco TonicAntipasti-Platte mit Zitronenthymian-Oliven, Prosciutto, Käsewürfel, Crostini
2. KlassischDry Martini (gerührt)Ziegenkäse-Cracker mit Zitrus, Marcona-Mandeln, oder Austern auf Eis
3. MediterranMartini Rosso NegroniTapas-Teller mit Manchego, Chorizo, gerösteten Paprika, gegrilltem Gemüse
4. Fruchtig & modernPorn Star MartiniLachs-Ceviche, Chili-Mango-Salat, oder frische Passionsfruchtspieße
5. DessertEspresso MartiniTiramisu im Glas, dunkle Schokolade, Espresso-Biscotti

Tipp: Dazwischen Wasser und Weißbrot reichen, um den Gaumen zu neutralisieren und als Drinkmenge reichen 50-70 ml pro Cocktail 😉

Fazit: Prost auf den Martini!

In diesem Sinne – Happy Martini Day – und denk dran: Ein guter Martini ist wie ein gut geschliffener Diamant – klar, kühl und unvergesslich. 🍸

Eure Nachteule

Cheers auf den Wacholder! – Der Welttag des Gins am 14. Juni 2025

Von einer Heilpflanze zur Kult-Spirituose: Warum Gin mehr als nur ein Trendgetränk ist – und wir ihn gebührend feiern heute!

Am 14. Juni 2025 hebt die Welt wieder ihre Gläser – denn es ist der Welttag des Gins (World Gin Day)! Dieser Tag ist mehr als nur ein Anlass für einen stilvollen Drink – er ist eine Hommage an eine traditionsreiche, vielseitige Spirituose, die sich in den letzten Jahren vom Apotheker-Regal zur Bar-Ikone gewandelt hat. Der Welttag des Gins wurde 2009 von der britischen Gin-Enthusiastin Emma Stokes, auch bekannt als „Gin Monkey“, ins Leben gerufen. Was als kleine, charmante Veranstaltung begann, ist heute ein globales Event mit Tastings, Cocktailkursen, Destillerie-Touren und Social Media Aktionen in über 30 Ländern.

Ursprünglich stammt der Gin aus den Niederlanden, wo er im 17. Jahrhundert als „Genever“ verkauft wurde – ein medizinisches Tonic mit Wacholder, das gegen Magenbeschwerden helfen sollte. Britische Soldaten brachten das Getränk nach England, wo es schnell zu einem Volksgetränk wurde. Gin ist nicht einfach nur Wacholderschnaps. Er ist ein Aromen-Wunderland. Neben dem dominierenden Wacholder kommen oft Botanicals wie Zitrusfrüchte, Lavendel, Pfeffer, Ingwer, Gurke, Rosmarin, Kardamom oder exotische Zutaten wie Drachenfrucht oder Algen zum Einsatz. Keine zwei Gins schmecken gleich – und genau das macht ihn so spannend.

Eine sehr spannende Seite mit ganz viel Wissen über Gin, den Herstellungsmethoden weiteren Besonderheiten findet ihr hier: https://ginspiration.de/

Wir veranstalten heute zu diesem Ehrentag ein Gin-Lunch und Gin-Dinner, die wie folgt aussehen (die Bilder dazu findet ihr heute Abend dann auf Instagram und FB bei der kulinarischen Nachteule) – oder in ein paar Tagen auch hier im Artikel eingebunden!

Zum Gin-Lunch am Mittag gibt es ein Mini-Rinderfilet-Tatar auf geröstetem Brioche und dazu einen Citrus GINSTR. Highball und ein Erdbeer-Tiramisu.

Und das Motto am Abend lautet: 🍸Von Stuttgart bis in den hohen Norden

Zum Aperitif gibt es einen Stuttgarter Basil Smash Highball und als Snacks zum Einstieg Grissini mit Parmaschinken ummantelt und Mini-Blätterteig Muffins mit Ziegenkäse, Honig und Lavendel. Als nächstes folgt die Vorspeise:  Geflämmtes Rindercarpaccio mit Pilzen & GRANIT-Gin-Vinaigrette und einem klassischen Granit Gin Tonic bevor es dann zum Hauptgang geht. Hier gibt es eine Maishähnchenbrust mit Bivrost-Gin Jus und Kartoffelgratin mit grünem Spargel und einem Bivrost Lemon Herb Highball. Das Dessert wird etwas ausgefallener – Erdbeer-Himbeer-Carpaccio mit Espresso-Balsamico & Haselnusskrokant und einen Printen-Gin Espresso Martini

Fazit: Gin ist mehr als ein Getränk – er ist ein Lebensgefühl!

Der Welttag des Gins erinnert uns daran, wie viel Kultur, Geschichte und Handwerk in einem einzigen Glas stecken kann. Ob du pur genießt, kreativ mixt oder einfach anstößt: Am 14. Juni geht es um Genuss, Gemeinschaft und Entdeckungslust.

In diesem Sinne: Cheers!

Eure Nachteule!

Leben retten durch eine einfache Tat – Weltblutspendetag am 14. Juni 2025

Jedes Jahr am 14. Juni wird weltweit der Weltblutspendetag (World Blood Donor Day) begangen – ein Tag, der der Wertschätzung freiwilliger Blutspender*innen gewidmet ist und gleichzeitig das Bewusstsein für die Bedeutung der Blutspende schärfen soll.

Im Jahr 2025 feiert der Weltblutspendetag sein 20-jähriges Jubiläum. Das Motto lautet: „20 Years of Celebrating Giving: Thank You Blood Donors!”

Geschichte des Weltblutspendetags

Der Weltblutspendetag wurde 2004 erstmals von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit der International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC), der International Society of Blood Transfusion (ISBT) und der International Federation of Blood Donor Organizations (IFBDO) ausgerufen.

Das Datum, der 14. Juni, ist der Geburtstag von Karl Landsteiner (1868–1943), einem österreichischen Immunologen, der das AB0-Blutgruppensystem entdeckte – eine der bedeutendsten medizinischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts. Für diese Leistung erhielt er 1930 den Nobelpreis für Medizin.

Warum Blutspenden so wichtig ist

1. Lebensrettende Maßnahme

Eine einzige Blutspende kann bis zu drei Leben retten – durch die Aufteilung in Erythrozytenkonzentrat, Thrombozyten und Plasma. Besonders bei:

  • schweren Unfällen
  • komplizierten Operationen
  • Geburten mit hohem Blutverlust
  • Krebserkrankungen (Chemotherapie)
  • angeborenen Blutkrankheiten (z. B. Thalassämie)

2. Regelmäßige Spenden sichern Versorgung

Blutprodukte sind nur begrenzt haltbar:

  • Erythrozyten: ca. 42 Tage
  • Thrombozyten: ca. 4–5 Tage
  • Plasma: gefroren bis zu 2 Jahre (nur begrenzt einsetzbar)

3. Vorteile für Spender*innen

  • Gesundheitscheck bei jedem Termin (Blutdruck, HB-Wert, Puls)
  • Gefühl, aktiv geholfen zu haben
  • Manchmal kleine Aufwandsentschädigung oder Verpflegung

Besondere Herausforderungen im Jahr 2025 für den Bedarf an Blutspenden:

  • Demografischer Wandel: Älter werdende Gesellschaft – weniger Spender, mehr Bedarf
  • Pandemien & Krisen: Rückgang bei Spendenterminen durch Unsicherheiten
  • Fehlinformationen: Mythen über Risiken schrecken mögliche Spender ab
  • Klimawandel & Katastrophen: Erhöhen punktuell den Bedarf an Blutkonserven

Weiterführende Literatur & Quellen

Der Weltblutspendetag ist mehr als nur ein Gedenktag – er ist ein Aufruf, sich aktiv für das Leben anderer einzusetzen. Ob du bereits Spender*in bist oder darüber nachdenkst, es zu werden: Dein Einsatz zählt. Denn Blutspenden heißt Leben schenken.

In diesem Sinne – viel Spaß bei deiner nächsten Blutspende und Leben retten!

Deine Nachteule