Heute am 28.06. ist der Tag des deutschen Whiskys, der jährlich am letzten Samstag im Juni begangen wird. Initiiert wurde dieser Tag vom Verband Deutscher Whiskybrenner (VDW)(https://www.deutsche-whiskybrenner.de/) 2017. Unter der Leitung des Brennmeisters Hans‑Gerhardt Fink wurde der letzte Juni‑Samstag als Aktionstag festgelegt, um die Bekanntheit von Whisky „Made in Germany“ zu steigern und einheitlich zu feiern.
Schauen wir mal ein bisschen auf die Geschichte des Whiskys: Whisky, auch als „Wasser des Lebens“ bekannt, hat seine Ursprünge in Irland und Schottland. Erste schriftliche Belege reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Destillation selbst war schon im Mittelalter bekannt – ursprünglich zur Herstellung von Parfums und Heilmitteln. Im Laufe der Zeit perfektionierte man die Technik zur Herstellung von hochprozentigen Getreidespirituosen. Die Schotten und Iren gelten als die klassischen Pioniere, doch längst hat sich Whisky weltweit etabliert – von Japan über die USA bis nach Deutschland. Zwar reicht die Brenntradition in Deutschland Jahrhunderte zurück – vor allem für Obstbrände –, doch Whisky spielte lange keine Rolle. Erst in den 1980er- und 1990er-Jahren begannen findige Brennmeister, sich an Single Malts und Grain Whiskys zu wagen. Heute gibt es über 150 deutsche Whiskybrennereien, viele davon mit internationalem Renommee.
Noch kurz zur „richtigen“ Schreibweise – „Whisky“ ist die offizielle und korrekte Schreibweise und wird vor allem in Schottland, Kanada, Japan und Deutschland verwendet. Whiskey findet man eher in Irland oder den USA bei den Bezeichnungen.
Was macht deutschen Whisky besonders?
- Regionale Rohstoffe: Viele Brennereien verwenden heimische Gerste, Quellwasser und lagern in regionalen Holzfässern (z. B. Weinfässern aus der Pfalz).
- Tradition trifft Innovation: Deutsche Brennereien kombinieren handwerkliche Präzision mit Experimentierfreude.
- Vielfalt: Vom rauchigen Torfwhisky über süßliche Sherryfass-Abfüllungen bis zu fruchtigen Varianten ist alles vertreten.
Hier sind einige bekannte Vertreter:
1. St. Kilian Distillers (Rüdenau, Bayern) (https://www.stkiliandistillers.com/)
2. Slyrs Bavarian Whisky (Schliersee, Bayern) (https://slyrs.com/)
3. Ammertal-Whisky von Volker Theurer (https://www.schwaebischer-whisky.de/).
Und meine zwei persönlichen Empfehlungen – schaut mal Richtung Bodensee – diese Brennereien lohnen sich für Genießer und Ausflügler gleichermaßen:
🥃 Brände aus dem Hause Senft (Salem)
- Bekannt für Wein und Edelbrände, doch der Senft Whisky wird immer beliebter.
- Lagerung in Rotwein- und Bourbonfässern, weicher Stil mit regionalem Charakter.
🥃 Deutsche Bodensee Whisky-Destillerie Steinhauser (Kressbronn)
- Einer der Vorreiter am Bodensee.
- Brigantia Single Malt: gereift in Sherry- und Portweinfässern, sehr komplex.
Ein Muss für Whiskyfans, die Genuss mit Erlebnis verbinden wollen – war in den letzten Jahren die Bodensee-Whisky-Tour, die von der Silberburg am Markt in Tübingen organisiert wurde. Aktuelle Infos findet ihr auf der Homepage www.silberburg-am-markt.de
Wir haben 2016 diese Tour gemacht und hier ein kleiner Bericht dazu:


Nach einem schönen Sonnenaufgang und leckerem Frühstück mit Seeblick geht es jetzt gleich los…auf zur Bodensee-Whisky-Tour. Start der fast 10-stündigen Tour war in Überlingen am Bodensee mit den beiden Edelbrand-Sommelièren Silke Senft und Angela V. Weiss (Schwäbische Whiskybotschafteri)
Nächster Halt…Kressbronn…in der 1. Bodensee Whisky Destillerie. ….ach…lasst mich einfach hier und holt mich auf dem Rückweg wieder ab!
Destillerie Senft (Salem)
Brenner Herbert Senft präsentiert die Brennanlage, das Fasslager und bietet ein erstes Whisky‑Tasting (frisch, voll, mit sanftem Torf). (https://www.senft-destillerie.de/)





Zweiter Halt – Wallfahrtskirche Kloster Birnau mit ihrem wunderschönen Ausblick auf den See und die tolle Ausstattung im Inneren der Kirche.
Nur wenige Meter unterhalb, auf der großen Seeterrasse des Rebmannshofes, gab es zur Mittagszeit ein paar kulinarische Bodenseegenüsse zur Stärkung bevor es Richtung Kressbronn ging. https://www.hotel-pilgerhof.de/hotel-rebmannshof/


Nämlich zur „1. Whisky-Destillerie am Bodensee“ – Steinhauser – in Kressbronn. Hier präsentiert sich ein beeindruckendes Fasslager, in welchem mit großem Aufwand und viel Feingefühl der Whisky „Brigantia“ zu phänomenaler Aromentiefe ausgebaut wird. Üppige Vanille-Noten, schmeichelnde Mandel- und Röstaromen, Trockenfrucht-Aroma und ein exotischer Touch betören die Sinne. https://steinhauser-bodensee.de/


Die dritte Whisky-Station – die Destillerie Alfred Waibel – liegt in Überlingen. Alfred Waibel ist der wohl älteste Whisky-Destillateuer Deutschlands und entführt seine Zuhörer mit Humor und enormem Fachwissen in seine Welt der Destillierkunst. Sein limitierter Whisky nennt sich „Keyne Eyle“, denn guter Whisky braucht viel Zeit, Geduld und Gelassenheit. Mit einem tollen Whisky endet die Station 3 in Überlingen….6 Jahre, 53 %… und jetzt ratet mal wie teuer dieses Fläschen wäre ; -)?! https://www.keyne-eyle.com/home/
Im Bus durfte noch ein Whisky aus der Schweiz probiert werden – der „Säntis Malt“ – der auch sehr lecker war (https://www.saentismalt.com/




Zum Abschluss der Bodensee-Whisky-Tour bietet sich die Möglichkeit ein abendliches Whisky Menü im Salemer Landgasthof Apfelblüte zu genießen, was wir auch gemacht haben: https://landgasthof-apfelbluete.de/
Wer jetzt Lust auf ein eigenes Whisky-Menu zum deutschen Whisky tag – hier eine kleine Empfehlung von mir:
Whisky-Menü zum Deutschen Whisky-Tag
🥃 Vorspeise: Lachs-Tatar mit Whisky-Senf-Marinade
- Marinade aus Slyrs Whisky, Honig, Dijon-Senf, Zitrone.
- Serviert auf Pumpernickel oder Gurkenscheiben.
🥩 Hauptgang: Rinderfilet mit Whisky-Pfeffersoße
- Sauce aus dunklem Fond, Sahne, grüner Pfeffer und einem rauchigen Finch-Whisky.
- Dazu: Rosmarinkartoffeln und grüne Bohnen.
🍨 Dessert: Schokoladenmousse mit Whisky-Karamell
- Mousse mit dunkler Schokolade, Topping aus St. Kilian Whisky und Karamell.
Und hier die entsprechenden Rezepte:
🧑🍳 Vorspeise: Lachs-Tatar mit Whisky-Senf-Marinade auf Pumpernickel
Zutaten (für 4 Personen):
- 300 g frisches Lachsfilet (Sushi-Qualität)
- 1 TL Dijon-Senf
- 1 TL Honig
- 1 EL Zitronensaft
- 1,5 EL milder Whisky (z. B. Slyrs Classic)
- 1 TL fein gehackter Dill
- 1 Schalotte (sehr fein gewürfelt)
- Salz, Pfeffer
- 4 Scheiben Pumpernickel oder dünne Gurkenscheiben
Zubereitung:
- Lachs in feine Würfel schneiden.
- Senf, Honig, Zitrone, Whisky und Dill zu einer Marinade verrühren.
- Schalottenwürfel und Lachs unterheben, 10 Minuten ziehen lassen.
- Mit Salz & Pfeffer abschmecken.
- Auf Pumpernickel oder Gurkenscheiben anrichten.
Begleit-Whisky:
👉 Slyrs Classic – mild, fruchtig, passt wunderbar zur Frische des Fisches.
🧑🍳 Hauptgang: Rinderfilet mit Whisky-Pfefferrahmsauce, Rosmarinkartoffeln & grünen Bohnen
Zutaten (für 4 Personen):
Für das Filet:
- 4 Rinderfilets à 180–200 g
- Salz, Pfeffer, Öl zum Braten
Für die Sauce:
- 1 EL grüne Pfefferkörner (in Lake)
- 100 ml kräftiger Whisky (z. B. Finch Barrel Proof)
- 200 ml Rinderfond
- 150 ml Sahne
- 1 TL Butter
Beilagen:
- 500 g kleine Kartoffeln
- 2 Zweige Rosmarin
- 2 EL Olivenöl
- 300 g grüne Bohnen
- 1 TL Butter, Salz
Zubereitung:
Kartoffeln:
- Halbieren, mit Öl, Salz und Rosmarin mischen.
- Bei 200 °C ca. 30 Minuten im Ofen backen.
Bohnen:
- Kurz in Salzwasser blanchieren, dann in Butter schwenken.
Filets:
- In heißem Öl 2–3 Minuten pro Seite scharf anbraten.
- Im Ofen bei 100 °C ca. 10 Minuten ruhen lassen (medium).
Sauce:
- Pfefferkörner in Butter anschwitzen.
- Mit Whisky ablöschen, kurz flambieren (optional).
- Fond und Sahne zugeben, einkochen bis cremig.
Anrichten:
Filet mit Sauce überziehen, Kartoffeln und Bohnen dazu.
Begleit-Whisky:
👉 Finch Barrel Proof – würzig, kräftig, ergänzt Fleisch und Sauce perfekt.
🧑🍳 Dessert: Dunkle Schokoladenmousse mit Whisky-Karamell
Zutaten (für 4 Personen):
Mousse:
- 200 g Zartbitterschokolade (mind. 70 %)
- 3 Eier, getrennt
- 2 EL Zucker
- 1 Prise Salz
- 200 ml Sahne
Whisky-Karamell:
- 100 g Zucker
- 1 EL Wasser
- 50 ml Sahne
- 1 EL Butter
- 1 EL Whisky (z. B. St. Kilian Signature)
Zubereitung:
Mousse:
- Schokolade im Wasserbad schmelzen, leicht abkühlen.
- Eigelbe mit Zucker cremig rühren, Schokolade einrühren.
- Sahne steif schlagen, unterheben.
- Eiweiß mit Salz steif schlagen, vorsichtig unterheben.
- Mind. 3 Stunden kaltstellen.
Karamell:
- Zucker mit Wasser langsam schmelzen (nicht rühren!).
- Wenn goldbraun, vom Herd nehmen, Sahne zugeben (Vorsicht Spritzen!).
- Butter und Whisky unterrühren, abkühlen lassen.
Anrichten:
Mousse mit Karamellsoße garnieren – gerne auch mit Schokospänen oder einer Prise Meersalz.
Begleit-Whisky:
👉 St. Kilian Signature Edition – süßlich, fruchtig, betont die Schokolade.
🍽️ Serviertipps für das Menü:
- Reiche zwischen den Gängen ein kleines Glas Wasser zum Neutralisieren.
- Jeder Gang bekommt einen passenden Whisky in einer 1–2 cl-Portion.
- Ideal serviert bei Raumtemperatur in einem Nosing-Glas.
In diesem Sinne: Cheers – oder wie man in Schottland sagt: Slàinte!
Eure Nachteule






































