Carpe noctem. Dieser Blog handelt von den Erlebnissen einer "Nachteule", die nachts anstatt zu schlafen lieber Apfelkuchen backt oder sich mit anderen interessanten Dingen beschäftigt, wie z.B. mit ihrer Arbeit als Projektmanagerin und Academyleiterin in einer Softwarefirma, als pädagogische Leiterin des TCRH Mosbach oder auch mit dem Studium der Medizinpädagogik an der MSH Hamburg. Gebloggt wird, was gerade beschäftigt oder sonst interessant sein könnte (aus den verschiedenen Sparten des Lebens). Bei den Aussagen handelt es sich um meine eigene Meinung und sind auch so als private Äußerung zu verstehen.
Gestern ging die bekannte „chocolART“ in Tübingen zu Ende…und wir haben uns dazu einen leckeren Schoko-Adventsbrunch im Ludwigs (https://www.ludwigs.cc/de) gegönnt! Sechs Tage lang findet das in Deutschland größte internationale Schokoladenfestival in den Gassen der malerischen Innenstadt von Tübingen statt…und ist auf alle Fälle mal einen Besuch wert.
Das Programm lässt sich wunderbar online unter https://www.chocolart.de/0…. herunterladen. Hier kann man sich beim Durchblättern schon mal Appetit holen…z.B. auch beim sog. Chocokulinarium. Wir haben uns wie gesagt für den Schoko_Adventsbrunch entschieden – sehr lecker kann ich da nur sagen. Der Start sind „kalte“ kleine Gerichte wie eine Burrata mit Schokolade, Roastbeef mit Hong-Dijon-Senf oder Räucherlachs mit Meerettich und Schokoladen-Stücken, dazu Freeflow Prosecco (oder auch die alkoholfreie Variante) und dann gibt es warme Speisen – wie eine Pastinaken-Suppe mit weißer Schokolade und zum Abschluss konnte man sich am Dessertbuffet mit Schokobrunnen, Milchreisvarianten 😊und Weihnachtsgebäck gütlich tun.
Und wer dann immer noch nicht genug Schokolade hat – auf dem Schokomarkt gibt es genügend Auswahl.
Was aber auch unbedingt erwähnt (und probiert) werden muss, ist das Tübinger Kirschle. „Tübingen gilt als der „Geburtsort“ der berühmten Schwarzwälder Kirschtorte. Erdacht und erstmals gemacht vom Tübinger Konditormeister Erwin Hildenbrand im Frühjahr 1930 im Cafe Walz in Tübingen. Diesem geschichtlichen Hintergrund gewidmet, folgte die Idee, aus Verbundenheit zur Stadt Tübingen und ihren Bürgern, über die Grenzen hinaus, eine besondere Praline zu kreieren, einzigartig und mit hohem Wiedererkennungswert.“ So lässt es sich auf der Informationsschrift zum Tübinger Kirschle lesen. Das Tübinger Kirschle ist eine ovale Praline aus einer knackigen Zartbitter-Hülle mit einer Sschwarzwälderkirsch-Sahnetrüffelfüllung und einer „beschwipsten“ Kirschwasser Kirsche. Näheres dazu findet ihr auch unter www.tuebinger-kirschle.de.
In diesem Sinnen – „So lange Kakaobohnen an Bäumen wachsen bleibt festzuhalten: Schokolade ist Obst!“ – lasst es euch schmecken!
Heute am 2. Advent gibt es einen besonderen Dessertipp für Heiligabend!
In Dänemark gibt es am 24.12. traditionell als Nachtisch eine große Schüssel kalten Mandelmilchreis (auch genannt Ris á l’amande) und heiße Kirschen dazu. Das Besondere daran: In der Schüssel ist eine ganze Mandel versteckt und wer sie findet, hat im kommenden Jahr Glück und bekommt ein kleines Geschenk (Mandelgave) – sehr häufig ein Marzipanschweinchen!
Ein klassisches Mandelpuddingrezept ist z.B. folgendes:
75 ml Milchreis
½ l Milch
1 Vanilleschote
50 g gehackte Mandeln
1 ganze Mandel
2 EL Zucker
400 ml geschlagene Sahne
Für die Soße: 1 Glas Kirschsoße oder Kirschgrütze
Die Milch, den Zucker und die aufgeschnittene Vanilleschote erhitzen bis es kocht, den Reis einrühren und bei schwacher Hitze im geschlossenen Topf ca. 50 min. kochen. Gelegentlich umrühren. Die Vanilleschote entfernen, die Mandeln unterrühren und danach abkühlen lassen.
Die Sahne schlagen und unterheben und die ganze Mandel hinzugeben. Anschließend mit warmer Kirschsoße servieren.
Und mit einem schönen Spruch von Elisabeth Green, möchte ich euch in diesen 2. Advent schicken: „Manchmal werden ganz gewöhnliche Dinge ganz außergewöhnlich, einfach weil man sie mit den richtigen Leuten macht“
In diesem Sinne – wünsche ich euch immer die richtigen Leute um euch!
Es ist doch immer das Gleiche auf dem Weihnachtsmarkt..der süße, verführerische Duft von Feuerzangenbowle, aromatischem Glühwein und weihnachtlichen Gewürze liegt in der Luft. Diese heißen Getränke sind wunderbar, keine Frage – aber sie haben alle etwas gemeinsam: Sie sind süß…und manchmal sehr süß sogar…und genau deshalb braucht es einen herzhaften Gegenpol.
und da kommt mein „Geheimtipp“…den ich zumindest immer wähle, wenn ich wie zur Zeit in Hamburg unterwegs bin 😅: ein einfaches, ehrliches Raclette-Käse-Brötchen mit Cornichons oder Silberzwiebeln.
Raclettekäse hat eine wunderbare Eigenschaft: Er ist cremig, würzig und besitzt ein unverwechselbares Aroma, das perfekt mit knusprigem Brot harmoniert. Wenn der Käse langsam schmilzt, Fäden zieht und über das Brötchen läuft, entsteht dieser typische Wohlfühlmoment, der einfach nur „Winter“ schreit. Dazu kommt seine leichte Salzigkeit – ein idealer Geschmackskontrast zu süßen Getränken wie Feuerzangenbowle oder Glühwein.
Heute hätte ich mal ein paar weihnachtliche Literaturtipps für euch. Ich liebe diese Zeit, wo es etwas früher dunkler wird, Kerzen überall angezündet werden und so eine heimelige und gemütliche Atmosphäre sich breit macht. Jetzt eine Tasse Tee oder heiße Schokolade, ein paar leckere Frischkäse-Hörnchen (das Rezept findet ihr am Ende des Beitrags, eine dicke Decke, Wollsocken und ein tolles Buch – mehr braucht es nicht, um sich ein bisschen zu erholen. Geschmäcker auch beim Lesen sind ja verschieden und deswegen heute einfach mal einen wahllosen Griff in den Stapel SUB (Stapel ungelesener Bücher) – den ihr sicher auch kennt, aber mit dem Schwerpunkt Weihnachten diesmal.
Hier meine Lesetipps für euch (die teilweise auch noch auf meinem SUB liegen…)
Nächstes Jahr schenken wir uns nichts – Weihnachtsgeschichten / Karoline Adle
Das Mädchen, das Weihnachten rettet / Matt Haig, Chris Mould
Weihnachtserzählungen von Charles Dickens
Das Restaurant der kleinen Wunder von Silke Schütze
Der kleine Wintermarkt am Meer von Julia Rogasch
Ihr habt auch noch eine tolle Buchempfehlung? – Na, dann her damit – ich freue mich drauf (und gerne darf mein SUB noch etwas größer werden ;-)…)!
Und so langsam sollte man sich Gedanken um seine Weihnachtspost machen – und vor allem: schreibt doch auch mal wieder ein paar Weihnachtsportkarten von Hand für ein paar liebe Freunde 😉. Hier noch die praktischen Tipps, bis wann welches Päckchen sich auf den Weg machen muss, damit es bis zum 24.12. auch beim Empfänger ankommt!
Versand bis zum 20.12.2025 22.12.2025 (mit Einschreiben)
europäische Länder
12.12.2025
außerhalb Europas
05.12.2025
DHL Päckchen und Pakete („normal“)
Versand nach Deutschland
Versand bis zum 20.12.2025
Nachbarländer
15.12.2025
sonstige europäische Länder
11.12.2025
außerhalb Europas mit DHL-Express
22.12.2025
außerhalb Europas
26.11.2025
Und ach ja, die Adresse für die Post zum Weihnachtsmann lautet:
An den Weihnachtsmann / Weihnachtspostfiliale / 16798 Himmelpfort oder -ganz international:
Santa Claus Nordpolen / Julemandens Postkontor / DK-3900 Nuuk
Alternativ nehme ich auch gerne Päckchen für ihn an oder freue mich über eine schöne Weihnachtskarte ;-)!
Und jetzt noch das versprochene Rezept für die Frischkäse-Hörnchen:
Für 64 kleine Hörnchen braucht ihr (keine Sorge – die sind schneller weg wie ihr schauen könnt ;-)..):
300 g Weizenmehl Typ 405
200 g Butter
200 g doppelrahmfrischkäse
Je 80 g weißen und braunen Zucker sowie gemahlene Haselnüsse
1 TL Zimtpulver
Abrieb einer ½ Bio-Zitrone
Für den Teig: Mehl, Butter und Frischkäse gut vermischen und zu einem Teig kneten. Dann am besten als große Kugel in Frischhaltefolie wickeln und mind. zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. Beide Zucker, die Haselnüsse, Zimt und Zitronenabrieb in einer Schüssel vermischen.
Backofen auf 175°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen und zwei Backblecke vorbereiten. Dann die Kugel aus dem Kühlschrank nehmen und in vier gleichgroße Kugeln teilen.
Etwas von der Nuss-Zuckermischung auf die Arbeitsfläche streuen und eine Teigkugel drauflegen und kreisrund ausrollen. Den Teig ruhig auch mal wenden, dass von beiden Seiten Nüsse und Zucker in den Teig kommen! Dann in den Teigkreis 16 Dreiecke / Tortenstücke schneiden und von der breite Seite her zu Hörnchen aufrollen und mit der Spitze nach unten auf das Backblech legen. Nach 12-16 Minuten sind sie goldgelb, duften herrlich und sind ein absoluter Traum (aber trotzdem kurz abkühlen lassen!)!
Hm…ich kann sie schon riechen!
In diesem Sinne – viel Spaß beim Schmökern, Karten schreiben und Genießen!
Ein Fest, ein Jahrmarkt oder auch die noch so kleinste Feier – Crêpes gehören zu den absoluten Klassikern. Sie sind schnell gemacht, vielseitig belegbar und passen perfekt, vor allem auch in die gemütliche Adventszeit. Heute zeige ich euch ein einfaches Grundrezept und ganz viele leckere Ideen, wie man diese winterliche aufpimpen kann!
Das klassische Crêpes-Grundrezept
Zutaten (für ca. 8 Crêpes)
160 g Mehl (Typ 405)
2 Eier
250 ml Milch
1 Prise Salz
1 EL Zucker
1 TL Vanilleextrakt oder Vanillezucker
1 EL geschmolzene Butter (plus etwas zum Ausbacken)
Zubereitung: Mehl mit Zucker und Salz vermischen. Milch und Eier hinzufügen und zu einem glatten Teig verrühren (Schneebesen, Rührgerät, etc.) – der Teig ist relativ dünnflüssig, also ideal für einen Crêpes-Maker, ggf. etwas mehr Mehl dazu geben.
5. Winter-Schinken-Käse (Kochschinken, Gouda, ein Hauch Senf oder Weihnachts-Chutney)
🎄 Weihnachtswissen des Tages Im 13. Jahrhundert verschüttete eine bretonische Bäuerin Buchweizengrütze auf einer heißen Herdplatte – und kreierte damit versehentlich den ersten Crêpes bzw. die Galettes. Später ersetzte man Buchweizen teilweise durch Weizenmehl, und gab Eier und Mehl dazu und so entstand der Crêpes, wie wir ihn heute kennen. Im Gegensatz zu Crêpes sind Galettes immer herzhaft – typischerweise mit Käse, Ei und Schinken…oder auch noch ein paar winterliche Ideen und die findet ihr hier:
Galette Grundrezept (4 Stück)
Zutaten
180 g Buchweizenmehl
320 ml Wasser
1 TL Salz
1 Ei (optional, für mehr Elastizität – Tradition pur wäre ohne)
Butter oder Öl zum Ausbacken
Zubereitung: Buchweizenmehl und Salz mit kaltem Wasser mischen und das Ei hinzugeben. Den Teig nun für mind. 4 Stunden quellen lassen (im Kühlschrank idealerweise– In der Bretagne ruht der Teig sogar über Nacht – das macht ihn geschmeidig und aromatischer)
❄️ klassische und winterliche Galette-Füllungen
Galette Completé (Kochschinken, 1 Ei, geriebener Käse (Emmentaler, Comté oder Gruyère), Pfeffer, ein Klecks Butter
Deftige Weihnachtsschinken-Galette (Kochschinken oder Serrano, Kastanienpüree, Gruyère, Schwarzer Pfeffer)
Vegane Winter-Galette (gebratene Pilze, Spinat, Walnüsse, Hafer-Cuisine oder veganer Käse)
Ziegenkäse & Honig (Ziegenkäse, Walnüsse, Honig, Rosmarin oder auch Lavendel passt super)
Crêpes waren früher ein Glückssymbol! Man glaubte, dass das Wenden des Crêpes mit der rechten Hand Glück bringt, wenn man in der linken eine Goldmünze hält. Und es gibt die Regel: Galettes sind ausschließlich aus Buchweizen, Wasser und Meersalz und stets herzhaft gefüllt, Crepes sind aus Weizenmehl, Eier, Salz und Zucker und ausschließlich süß gefüllt (naja, Ausnahmen bestätigen die Regeln 😉)…aber für beide gilt: nicht dicker als 2 mm und nach spätestens drei Minuten müssen sie knusprig sein!
In diesem Sinne – guten Appetit und viel Spaß beim Ausprobieren!
Am 2. Dezember wird es herzhaft – ein typischer Geruch, den ich mit einem „Weihnachtsmarkt“ verbinde, ist der von frisch gebratenen Champignons in Knoblauchsoße. Zwischen Glühwein, Gebäck und Lichterketten ist die dampfende Champignonpfanne ein herzhafter Ausgleich für zwischendurch – vegetarisch, würzig, sättigend und einfach gemütlich.
Hier ein erprobtes Rezept für eine Weihnachtsmarkt-Champignonpfanne mit Knoblauch-Dip
Zutaten (für 2 Portionen)
400 g Champignons (gemischt oder nur braun)
2–3 EL Butter oder Öl
Frischkäse
1 Zwiebel, fein gewürfelt oder in Ringe schneiden
2 Knoblauchzehen
1 TL getrocknete Kräuter (z. B. Thymian, Oregano)
Salz & Pfeffer
etwas Petersilie
Knoblauch-Dip
200 g Schmand oder Crème fraîche
2–3 Knoblauchzehen (oder 1 TL Knoblauchpaste)
1 EL Zitronensaft
Salz & Pfeffer
Zubereitung
Butter in einem Topf schmelzen und die Pilze mit den Zwiebelringen hineingeben. Deckel auf den Topf setzen und die Pilze ein paar Minuten lang dünsten und gelegentlich umrühren. Mit Salz, Pfeffer würzen und in den Kochsud (die Pilze geben eigenen Saft ab), 2-3 Esslöffel Frischkäse einrühren. 2 – 3 Minuten weiter garen, dann sollten die Pilze fertig sein. Gerne kann man dazu jetzt noch Knoblauchdip servieren – aber der Frischkäse macht die Champignons schon jetzt schön cremig!
In einer kleinen Holzschale – wie auf dem Weihnachtsmarkt – wirkt es besonders authentisch. Und: Ein Gläschen Weißwein oder Federweißer passt erstaunlich gut dazu.
Noch was zum Schmunzeln zum Schluss…die Gurke im Weihnachtsbaum – eine deutsche Tradition?
Die Weihnachtsgurke – ein gläserner Christbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke, der im Weihnachtsbaum versteckt wird – gilt heute als ein humorvoller und oft nostalgischer Brauch. Obwohl in den USA weit verbreitet, ist ihre tatsächliche Herkunft bis heute unklar. Häufig wird behauptet, der Brauch stamme aus Deutschland, doch historische Belege fehlen weitgehend. Während viele Amerikaner überzeugt sind, dass kein deutscher Weihnachtsbaum ohne die „typisch deutsche“ Gurke auskommt, ist sie hierzulande lange Zeit kaum bekannt gewesen.
Bei der Weihnachtsgurke handelt es sich um eine grüne Glasgurke, die zwischen den Zweigen des Christbaums versteckt wird. Durch ihre ähnliche Farbe ist sie schwer zu entdecken – und genau darin liegt der Reiz des Brauchs. Besonders in den Vereinigten Staaten gehört das Suchen der sogenannten Christmas Pickle für viele Familien fest zur Bescherung.
Traditionell müssen Kinder oder Gäste am Weihnachtsabend die gut verborgene Gurke im Baum finden. Wer sie zuerst entdeckt, erhält eine Belohnung – oft darf der Finder das erste Geschenk öffnen oder bekommt ein zusätzliches kleines Präsent. Die Art der Belohnung ist von Familie zu Familie unterschiedlich, doch der spielerische Wettstreit gehört überall dazu.
Rund um die Weihnachtsgurke existieren verschiedene Erklärungsversuche und Legenden. Eine volkstümliche Erzählung besagt, dass der Brauch im frühen 20. Jahrhundert entstand, als viele Familien wenig Geld hatten. Um dennoch Spannung in die Bescherung zu bringen, wurde nur das Kind beschenkt, das die Gurke im Weihnachtsbaum fand.
Bekannter und deutlich verbreiteter ist jedoch die Legende des Soldaten John Lower. Der deutschstämmige US-Soldat John C. Lower kämpfte im Amerikanischen Bürgerkrieg und geriet dort in Gefangenschaft. Schwer krank, entkräftet und dem Hungertod nahe, soll ihm ein Wachmann aus Mitleid eine einzige eingelegte Gurke geschenkt haben. Diese kleine Gabe habe ihm – so die Erzählung – die nötige Kraft gegeben, die Gefangenschaft zu überstehen. Nach dem Krieg kehrte Lower zu seiner Familie zurück und führte aus Dankbarkeit einen persönlichen Brauch ein: Jedes Jahr hängte er eine Glasgurke in den Weihnachtsbaum, als Symbol für Hoffnung, Glück und das Überleben in einer dunklen Zeit.
Obwohl diese Geschichte historisch nicht belegt ist, gehört sie zu den beliebtesten Ursprungsmythen des Gurkenbrauchs und verleiht der Weihnachtsgurke einen menschlich-berührenden Hintergrund, der gut zur warmherzigen Weihnachtsstimmung passt. Ob die Tradition tatsächlich aus Deutschland stammt, ist umstritten. Historiker vermuten, dass Glasgurken um 1900 in Bayern und Thüringen zumindest als Christbaumschmuck bekannt waren. Unterstützt wird diese These durch den Fund einer alten Produktionsform, die der Glasbläser Gernot Weigelt besitzt und die auf diese Zeit datiert wird.
Inzwischen erfreut sich die Weihnachtsgurke auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Viele der heute verkauften Glasgurken stammen sogar aus deutschen Glasbläserwerkstätten. Es gibt sie in zahlreichen Varianten – glänzend, matt, mit Glitzer, mit Schneeeffekt oder in unterschiedlichen Größen.
In diesem Sinne – esst ruhig die Plätzchen weiter – ich kümmere mich um den (Glüh)Wein!
Ab dem heutigen 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, beginnen weltweit die Orange Days. Bis zum 10. Dezember, dem Tag der Internationalen Menschenrechte, der an die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die UN im Jahr 1948 erinnert, wird mit der Farbe Orange ein starkes Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt gesetzt. Gebäude werden orange beleuchtet, Aktionen, Workshops und Informationskampagnen machen auf ein drängendes Problem aufmerksam: Gewalt gegen Frauen – in Form von häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt, Zwangsheirat, Stalking oder psychischer Unterdrückung – ist leider auch heute noch alltägliche Realität. Ziel der Orange Days ist es, Bewusstsein zu schaffen, Betroffene zu stärken und präventive Maßnahmen sichtbar zu machen.
📊 Zahlen, die aufrütteln (Quelle: UN Women Deutschland, daher stammt auch das Beitragsbild)
🔸 In Deutschland findet fast jeden Tag ein Femizid statt. 🔸 Alle zwei Tage tötet ein Mann seine (Ex-)Partnerin. 🔸 63 % der politisch engagierten Frauen erleben digitale Gewalt. 🔸 90 % der jungen Frauen empfinden starke bis extreme Angst, wenn sie nachts unbekannten Männern begegnen.
Diese Zahlen zeigen unmissverständlich: Wegsehen ist keine Option.
Die Orange Days sind mehr als nur eine Aktionskampagne – sie sind ein weltweites Zeichen gegen Gewalt und für Menschenwürde. Ihr Ursprung geht auf eine tragische, aber bedeutungsvolle Geschichte zurück. Der 25. November erinnert an die Mirabal-Schwestern aus der Dominikanischen Republik. Patria, Minerva und María Teresa Mirabal engagierten sich mutig gegen die Diktatur von Rafael Trujillo und wurden am 25. November 1960 brutal ermordet. Ihr Tod wurde zum Symbol für den Widerstand gegen Unterdrückung und für den Kampf gegen Gewalt an Frauen.
1999 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) den 25. November offiziell zum ➡️ Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.
🧡 Warum eigentlich Orange?
Die Farbe Orange steht für Hoffnung, Zukunft und eine Welt ohne Gewalt. Sie symbolisiert den Wunsch nach einem Leben in Sicherheit, Würde und Gleichberechtigung. Seit 2008 werden die Orange Days durch die UN-Kampagne „UNiTE to End Violence against Women“ weltweit koordiniert, mit dem Ziel, Regierungen, Institutionen und Gesellschaften zum Handeln zu bewegen.
Worum geht es bei den Orange Days konkret?
Sichtbarmachung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Prävention und Aufklärung
Stärkung von Hilfsstrukturen und Hilfsangeboten
Förderung von Gleichstellung und Schutz
Gesellschaftliche Verantwortung statt Wegsehen – Nulltoleranz gegenüber jeder Form von Gewalt
Gewalt zeigt sich in vielen Formen: körperlich, psychisch, sexualisiert, strukturell, digital oder ökonomisch – und sie beginnt oft im eigenen Umfeld.
Was kann ich (noch) tun:
✔️ Informieren: Wissen ist der erste Schritt. Gewalt hat viele Gesichter – körperlich, psychisch, digital oder wirtschaftlich. ✔️ Hinschauen & handeln: Wenn ihr Zeuge oder Zeugin von Gewalt werdet – auch im Bekanntenkreis – holt euch Hilfe, ruft im Notfall die 110. ✔️ Unterstützen: Hört Betroffenen zu, nehmt sie ernst und ermutigt sie, Hilfe anzunehmen. ✔️ Weitergeben: Teilt Informationen, Beratungsstellen und Hilfsangebote – zum Beispiel über eure Social Media Kanäle. ✔️ Zeichen setzen: Tragt Orange, sprecht darüber, zeigt Haltung.
⚠️ Ein notwendiger kritischer Blick: Gewalt betrifft auch Männer
So wichtig – und überfällig – der Fokus auf Gewalt gegen Frauen ist, so problematisch ist es, andere Betroffene unsichtbar zu machen. Auch Männer erleben Gewalt – in Partnerschaften, im familiären Umfeld, durch sexualisierte Übergriffe oder psychische Misshandlung. Doch Scham, Rollenerwartungen und gesellschaftliche Tabus verhindern häufig, dass sie Hilfe suchen. Gewalt kennt kein Geschlecht!
Vielleicht wäre es ja auch mal eine Überlegung wert, dass die Orange Days bereits am 19.11. – dem Weltmännertag – beginnen können, oder?!
Jedes Jahr am vierten Freitag im Oktober feiern Genießer weltweit den Champagner Day – eine Hommage an eines der edelsten Getränke der Welt. Heute dreht sich im Blogbeitrag alles um feine Perlen, französische Eleganz und das besondere Handwerk, das aus einfachen Trauben ein Symbol für Lebensfreude macht.
Der #ChampagneDay wurde 2009 von einem amerikanischen Weinliebhaber, nämlich dem kalifornischen Blogger und Weintutor Chris Oggenfuss ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem weltweiten Event entwickelt. Unter dem Hashtag #ChampagneDay stoßen Fans auf Social Media gemeinsam an – von Paris bis Tokio, von Reims bis München, von Sylt bis ins Remstal!
Was macht Champagner so besonders?
Nicht jeder Schaumwein darf sich Champagner nennen. Der Name ist geschützt und darf ausschließlich für Weine verwendet werden, die aus der französischen Region Champagne stammen.
Die wichtigsten drei Hauptrebsorten sind Chardonnay (weiße Rebe), Pinot Noir (rote Reben, mit 38 % macht sie den größten Anteil aus) und Pinot Meunier (rote Reben, mit 32 %) – spannender Fact: also sind 70% der Champagner Reben rot 😉.
Neben diesen drei Hauptrebsorten sind noch vier weitere Rebsorten für die Champagnerproduktion zugelassen: Arbane (eine seltene weiße Sorte), Petit Meslier (auch eine seltene weiße Rebsorte), Pinot Blanc (Weißburgunder) und Formenteau (Pinot Gris / Grauburgunder). Diese Sorten machen jedoch nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Rebfläche aus, nämlich nur ca. 0,3 %.
Die Reben werden von Hand gelesen und nach der sogenannten méthode champenoise verarbeitet – einer zweiten Gärung in der Flasche, bei der die berühmten Perlen entstehen.
Der Champagner hat eine faszinierende Vergangenheit. Lange Zeit war er ein „Unfallwein“, weil Winzer im kalten Norden Frankreichs mit ungewollter Nachgärung kämpften. Erst Dom Pérignon, ein Benediktinermönch des 17. Jahrhunderts, verfeinerte die Techniken, die später zum Erfolgsrezept wurden – auch wenn der berühmte Ausruf „Komm schnell, ich trinke Sterne!“ wohl eher Legende als Fakt ist.
Die ideale Serviertemperatur beträgt 8–10 °C – zu kalt verliert er Aroma, zu warm wirkt er flach und der beste Moment für Champagner? Hm…eigentlich geht so ein Gläschen immer 😉. Und zum wahren Genuss wird er mit einer Portion Pommes und Currywurst – glaubt ihr nicht? Dann einfach mal probieren 😊!
Beim Thema, was ist das perfekte Glas für den Champagner geht es manchmal hoch her – die einen bevorzugen die „Flöte“, weil hier die Bubbles /Bläschen so schön aufsteigen (mehr aber auch nicht 😉) und die anderen greifen eher zum „Tulpen“-Glas, was auch mein Favorit wäre. Hier hat der Wein und auch der Champagner mehr Raum sich zu entfalten, was Aroma, Geschmack und Textur angeht. Dadurch das beim Tulpenglas die Öffnung etwas enger wird, kann auch die Kohlensäure nicht ganz so schnell entweichen – also „the best of both worlds“ zwischen Perlen und Aromatik.
Wenn es also einen „Champagner-Moment“ geben soll – dann gerne die Flöte nehmen und sonst eher zur Tulpe greifen. Manche Weinexperten bevorzugen sogar ein universelles Weissweinglas für den Champagner.
Wenn man Champagner hört, dann denken viele an die große Champagnerhäuser wie Moët & Chandon, Veuve Cliquot, Bollinger, Pommery, Taittinger, Ruinart (das älteste Champagnerhaus, gegründet 1729), Krug, Laurent-Perrier, Piper-Heidsieck & Charles-Heidsieck ( die ich fast letzte Woche in Erfurt probiert hätte, wenn die Flaschen nicht aus gewesen wären…schade).
Aber es gibt noch weitere, kleinere „Juwelen“ in der Champagne und ein paar würde ich euch gerne vorstellen:
Ein Pionier des biodynamischen Champagners. Das Haus aus Épernay arbeitet seit Jahrzehnten naturnah und experimentierfreudig. Besonders faszinierend ist der „Abyss“, ein Champagner, der nach dem Degorgieren in 60 Metern Tiefe im Atlantik reift – vor der bretonischen Insel Ouessant. Durch die konstante Temperatur und den leichten Druck des Meeres entwickelt er eine markant salzig-mineralische Aromatik, fast wie eine maritime Brise im Glas. Der Vertrieb in Deutschland läuft u. a. über den Riegel Weinimport aus dem Raum Konstanz, der auch in einer Folge des Podcasts Terroir & Adiletten über genau diese Besonderheiten spricht.
1818 in Mareuil-sur-Aÿ gegründet, ist Billecart-Salmon bis heute in Familienbesitz – mittlerweile in der 7. Generation. Ihr Stil gilt als Musterbeispiel für Präzision, Frische und Balance. Der Brut Rosé ist eine Legende: hell, zart, elegant – ein Symbol für Understatement und Harmonie. Die Prestige-Cuvée Clos Saint-Hilaire, aus einem winzigen, ummauerten Ein-Hektar-Weinberg hinter dem Haus, gehört zu den seltensten Champagnern überhaupt: reinsortiger Pinot Noir, im Holz vergoren, komplex und samten. Auch die Cuvée Elisabeth Salmon Rosé steht für pure Raffinesse und Alterungspotenzial – ein Champagner, der sowohl zum Festmenü als auch zum stillen Moment passt.
Wer in Frankreichs Brasserien oder in guten Hamburger Restaurants Champagner bestellt, hat gute Chancen, ein Glas Nicolas Feuillatte im Kelch zu finden – so auch im charmanten Petit Bonheur (https://www.petitbonheur-restaurant.de/ ) in Hamburg, wo der Rosé mit seiner leuchtend lachsfarbenen Eleganz und zarten Perlage serviert wird.
Das Haus Nicolas Feuillatte wurde 1976 gegründet und ist damit jung im Vergleich zu den traditionsreichen Grand Maisons – und doch zählt es heute zu den größten Champagnerproduzenten Frankreichs. Dahinter steht die Coopérative Centre Vinicole – Champagne Nicolas Feuillatte, die über 4.500 Winzer vereint. Diese Struktur ermöglicht es, hochwertige Trauben aus fast allen Teilregionen der Champagne zu beziehen – von der Montagne de Reims bis zur Côte des Blancs.
Der Rosé Réserve Exclusive ist ein Paradebeispiel für den modernen Champagnerstil: fruchtbetont, fein ausbalanciert, mit Noten von Walderdbeeren, Himbeeren und einem Hauch roter Johannisbeere.
Und jetzt gibt es noch Champagner zum Hören – Podcast-Empfehlungen für Genießer
Champagner ist nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Thema, das inspiriert. Wer tiefer eintauchen möchte, findet im Podcast-Universum spannende Geschichten:
Geschichten aus der Geschichte (GAG) hat gleich mehrere Folgen dem Thema gewidmet. Besonders hörenswert:
„Wie der Champagner zu seinen Bläschen kam“ – über die Entstehung des Schaumweins und die wissenschaftliche Faszination dahinter. (Folgen 26) www.geschichte.fm/podcast/zs26
„Barbe-Nicole Ponsardin – die Witwe, die den Champagner erfand“ (Folge 395, April 2023) – ein fesselndes Porträt der legendären Madame Clicquot. (www.geschichte.fm/archiv/gag395/
Terroir & Adiletten: Der charmant-chaotische Weinpodcast mit Sommelier Willi Schlögl und Rapper Curly widmet sich regelmäßig der Champagne. Besonders spannend sind die Episoden rund um Peter Riegel (Riegel Weinimport, Konstanz), der u. a. über den biodynamischen Stil von Leclerc Briant und die Idee des „Abyss“ spricht. (www.terroirundadiletten.podigee.io/176-peter-riegel)
„In victory, you deserve Champagne. In defeat, you need it.“ — Winston Churchill
Wir sind gerade mittendrin – in der bundesweiten Woche der seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober – einer Aktionszeit, die dazu einlädt, über psychisches Wohlbefinden zu sprechen, Belastungen offen anzusprechen und Bewusstsein für mentale Gesundheit zu schaffen. Den Auftakt bildete der 10. Oktober, der internationale Tag der psychischen Gesundheit (World Mental Health Day), der als internationale Thema: Mental Health in humanitarian emergencies – also den Zugang zu Diensten für die psychische Gesundheit in Katastrophen und Notlagen hatte. Mehr dazu findet ihr unter https://www.who.int/campaigns/world-mental-health-day/2025 und am 11. Oktober folgte dann der Welthospiz- und Palliativversorgungstag, zu dem es ja bereits einen Blogbeitrag gegeben hat: https://nachteuleblog.com/2025/10/11/heute-ist-der-welthospiz-und-palliativversorgungstag-11-oktober-2025/
Warum diese Woche so wichtig ist…
Psychische Gesundheit betrifft uns alle. Etwa jede*r vierte Mensch erlebt im Laufe des Lebens eine psychische Krise oder Erkrankung – Depressionen, Ängste, Burnout, Erschöpfung oder Anpassungsschwierigkeiten gehören längst zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Trotzdem wird noch immer viel zu selten offen darüber gesprochen. Die Woche der Seelischen Gesundheit möchte genau das ändern: Austausch fördern, Aufklärung leisten und Brücken bauen – zwischen Betroffenen, Angehörigen, Fachleuten und der Gesellschaft.
Das Motto 2025 lautet: „Lass Zuversicht wachsen – psychisch stark in die Zukunft“
Psychische Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit. Sie beschreibt einen Zustand innerer Balance und Lebenskraft, in dem wir unser Potenzial entfalten, Beziehungen gestalten, Herausforderungen meistern und Sinn in unserem Leben finden können. Sie zeigt sich nicht in permanenter Glückseligkeit, sondern in der Fähigkeit, mit schwierigen Gefühlen, Krisen und Veränderungen umzugehen – und dabei handlungsfähig zu bleiben.
Wichtige Bausteine seelischer Gesundheit sind:
Emotionale Kompetenz – eigene Gefühle wahrnehmen, annehmen und ausdrücken
Resilienz – mit Belastungen umgehen, Krisen überstehen
Sinn & Orientierung – Werte, Ziele, Lebensfreude finden
Selbstfürsorge – gut mit sich selbst umgehen, Grenzen wahren
Diese Fähigkeiten können wir stärken – durch Wissen, Übung und den offenen Austausch über mentale Gesundheit. Denn die Anforderungen des modernen Lebens nehmen stetig zu: ständige Erreichbarkeit, Leistungsdruck, Unsicherheiten, Krisen und Informationsflut. Viele Menschen fühlen sich überfordert, erschöpft oder einsam – oft lange, bevor sie sich Hilfe suchen. Gerade deshalb ist Aufklärung und Prävention so entscheidend: Je früher wir Anzeichen erkennen, desto eher können wir gegensteuern. Das Bewusstsein für psychische Gesundheit hilft, Leid zu verringern – und Lebensqualität zu fördern.
Was du selbst tun kannst
Schon kleine Schritte können helfen, seelische Gesundheit zu stärken:
Gönn dir Pausen, Bewegung und bewusste Atemmomente.
Sprich über das, was dich beschäftigt – offene Worte entlasten.
Pflege Kontakte, die dir guttun, und setze Grenzen, wo nötig.
Informiere dich über Hilfsangebote und sprich andere an, wenn du dir Sorgen machst.
Übe dich in Mitgefühl – mit anderen und mit dir selbst.
Jede*r von uns kann zu einem verständnisvolleren Umgang mit psychischer Gesundheit beitragen.
MHFA – Psychische Erste Hilfe lernen mit / bei Educativio – also mit / bei mir 😉
Wer lernen möchte, wie man andere in seelischen Krisen kompetent unterstützt, kann sich gezielt weiterbilden – z. B. mit den MHFA-Kursen (Mental Health First Aid) oder auch individuellen Kursen zu diesen Themen, wie z.B. auch speziellen Kursen nach den Grundlagen der DGUV-Information 206-017.
MHFA steht generell für „Erste Hilfe für psychische Gesundheit“. In diesen praxisnahen Kursen lernst du:
psychische Krisen früh zu erkennen,
angemessen zu reagieren,
zuzuhören und Sicherheit zu vermitteln,
professionelle Hilfewege zu kennen – und
Grenzen und Selbstfürsorge zu beachten.
Ob privat, beruflich oder ehrenamtlich – MHFA vermittelt dir das Wissen und die Haltung, um Menschen in seelischen Belastungssituationen beizustehen, bis fachliche Hilfe verfügbar ist.
Nächste MHFA-Kurse bei Educativio
Die nächsten Termine für Kurse nach dem MHFA-Konzept des Zentralinstitut für seelische Gesundheit findest du auf meiner Website:👉 www.educativio.de
Für spezielle Themen oder individualisierte Anfragen – schreibt mir gerne ein Mail an geckeler@educativio.de
Ein kleines Fazit zum Schluss noch: Seelische Gesundheit geht uns alle an
Die Woche der Seelischen Gesundheit und der Welttag am 10. Oktober erinnern uns daran: Psychische Gesundheit ist kein Luxus – sie ist die Grundlage für Lebensfreude, Beziehungen, Lernen und Arbeit. Indem wir über mentale Gesundheit sprechen, Verständnis fördern und Wissen teilen, schaffen wir eine Kultur des Hinsehens und der Unterstützung. Lass uns gemeinsam daran mitwirken – jeden Tag ein bisschen mehr Zuversicht wachsen zu lassen.
Winterbach, 10. Oktober 2025 – Ein Blick in den wunderbar heimeligen Weinkeller und der elegant gedeckte Tisch machen schon in den ersten Minuten Lust auf den vor uns liegenden Champagnerabend bei Daniel’s Weine und den Champagner von Leclerc Briant: also auf in eine Reise durch die sinnliche Welt eines Hauses, das für biodynamische Eleganz und handwerkliche Tiefe steht.
Als Gastgeberin des Abends führte Eugénie Lemaire charmant und kenntnisreich durch das Schaffen des traditionsreichen Hauses aus Épernay, das 1872 gegründet wurde und heute zu den spannendsten Adressen der Champagne zählt (https://www.leclercbriant.fr). Begleitet von Linda Vogt vom Weinhaus Riegel aus Orsingen, die zu den Generalimporteuren für Leclerc Briant zählen für Deutschland (www.riegel.de) und Daniel Hasert natürlich.
Bevor es zu den Stars des Abends geht – ein kurzer Ausflug in die Champagne – ins Hause Leclerc Briant:
Das Weingut Leclerc Briant liegt in der Region Champagne, genauer gesagt im Département Marne im Nordosten Frankreichs. Die Stadt Épernay – das Herz der Champagne, wird oft als „Hauptstadt des Champagners“ bezeichnet und liegt am rechten Ufer der Marne, südlich von Reims, umgeben von berühmten Weinbauorten wie Cumières, Aÿ, Mareuil-sur-Aÿ und Hautvillers.
Épernay ist das Zentrum vieler großer Champagnerhäuser – hier befinden sich auch Moët & Chandon, Perrier-Jouët, Pol Roger und eben Leclerc Briant.
Leclerc Briant ist ein Champagnerhaus mit Wurzeln im 19. Jahrhundert, das sich seither durch Innovation, Biodynamie und mutige Konzepte profiliert hat. Der Ursprung liegt im Jahr 1872, als Lucien Leclerc in Cumières ein Weingut gründete. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich von einem Familienweingut zum Maison de Négociant: 1955 zog das Haus nach Épernay, in die Chemin de la Chaude Ruelle, und unter der Leitung von Bertrand Leclerc und seiner Frau Jacqueline Briant wurde das Haus in dieser neuen Struktur geführt. Ein prägendes Element in der Geschichte von Leclerc Briant war frühzeitig der Fortschritt ins Ökologische. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts setzte Bertrand Leclerc erste Ansätze biologischer Bewirtschaftung um, und sein Sohn Pascal verfolgte diese Linie weiter, sodass heute das gesamte Weingut biologisch und biodynamisch zertifiziert ist.
Das Haus selbst besitzt ein kleines Kernstück Weinberge – unter anderem die berühmte Parzelle La Croisette mitten in Épernay.
Unter der neuen Eigentümergeneration – seit 2012 – haben Leclerc Briant und seine Führungskräfte eine kreative Renaissance erlebt. Das Haus wird von Mark Nunelly und Denise Dupré (US-Investoren) unterstützt, und Frédéric Zeimett, ein gebürtiger Champenois mit langjähriger Erfahrung in der Weinwelt, übernahm Führungsaufgaben. Unter Zeimetts Leitung wurden spektakuläre Projekte realisiert: Beispielsweise die Cuvée Abyss, die zwölf Monate unter Wasser bei 60 Metern Tiefe gereift ist – ein Versuch, das Meeressubstrat in Verbindung mit dem kalkhaltigen Boden der Champagne einzubeziehen.
Das Sortiment von Leclerc Briant teilt sich heute in verschiedene Linien:
Classics – die Standard-Cuvées wie Réserve Extra Brut, Rosé Extra Brut, Blanc de Blancs, Rosé de Saignée u. a.
Single Vineyards / Sélections Parcellaires (Einzellagen) – sortentypische, parzellenbezogene Weine mit stärkerer Identität.
Specialities – limitierte, innovative Projekte wie der bereits erwähnte Abyss
Ein prickelnder Auftakt – Rosé Extra Brut (94 Punkte – Suckling)
Der Abend begann mit dem Champagne Rosé Extra Brut – zart kupferfarben im Glas, mit Noten von roten Beeren – hauptsächlich Erdbeeren und Himbeeren, Brioche und Passionsfrucht kommt in die Nase. Geerntet 2021, im Juni 22 abgefüllt und ab Juni 24 degogiert – bestehend aus 89 % Chardonnay und 11% Pinot Noir und einer Dosage von 3,5 g/L – also klassisch extra brut. Ein eleganter, leicht zu trinkender Einstieg – dazu eine leckere Auswahl an französischem Käse und Salami und Schinkenspezialitäten (auch aus Deutschland), sowie verschiedenen Brotsorten und Olivenöl.
Kraft und Balance – Extra Brut Réserve
Der Champagne Extra Brut Réserve zeigte sich komplexer, nussiger, mit Aromen von Apfel, Hefe und etwas Honig. Assemblage aus 42 % Pinot Noir, 33 % Chardonnay und 25 % Pinot Meunier und einer Dosage unter 4,5 g/L. Seine feine Mineralität harmonierte wunderbar mit der leckeren Quiche Lorraine und den herzhaften Canapés, die Steffi wieder für uns auf den Tisch zauberte: Canapés: Lachs mit Dill, Paté mit Pistazien, Roastbeef mit Preiselbeeren und Walnuss, Birne auf Ziegenkäse. Die Kombination war so abgestimmt, dass jeder Bissen das Spiel der Perlage neu beleuchtete und ebenso perfekt zu Champagner Nr. 3 passte (der einer meiner Favoriten an diesem Abend war!)
Eleganz aus der Tiefe – 2016 Blanc de Meuniers Premier Cru
Der Blanc de Meuniers 2016 offenbarte die Rebsorte in Reinkultur: cremig, mit feinen Röstaromen und einem langen, salzig-mineralischen Abgang. Hier zeigte sich die Philosophie von Leclerc Briant in voller Klarheit – Natur, Geduld und Präzision als Grundlage wahrer Eleganz…Vinifiziert und 9 Monate in Eichenfässern gereift und einer Dosage von 2,4 g/L….ja, den könnte man gerne den ganzen Tag trinken 😉!
Sinnliche Intensität – Rosé de Saignée Extra Brut
Dann kam der Rosé de Saignée Extra Brut – kräftiger, dunkler, mit saftigen Noten von Himbeere und Granatapfel. 100 % Pinot Noir mit einer Dosage von 3,3 g/ L. – sehr passend zur super cremigen Königin-Pastete.
Was heißt eigentlich Saigneé?
Beim Rosé de Saignée werden rote Trauben (z. B. hier Pinot Noir) kurz auf der Maische liegen gelassen – das heißt, der Saft bleibt eine Zeitlang in Kontakt mit den Beerenschalen, in denen die Farbstoffe (Anthocyane) sitzen. Nach einigen Stunden – je nach gewünschter Farbintensität – wird ein Teil des Mostes abgezogen, also „abgeblutet“ (saignée).
Dieser Saft wird dann wie ein Weißwein weiterverarbeitet, also ohne Schalen vergoren. Das Ergebnis ist ein kräftiger, aromatischer und farbintensiver Roséwein oder Roséchampagner.
🍇 Unterschied zum „Rosé d’Assemblage“
In der Champagne gibt es zwei zugelassene Methoden, Rosé herzustellen:
Rosé d’Assemblage – hier wird einfach etwas Rotwein (aus Pinot Noir oder Meunier) zum weißen Grundwein gegeben. Das ergibt meist zartere, hellere, elegantere Rosés.
Rosé de Saignée – hier stammt die Farbe direkt aus der Maischestandzeit, also natürlich aus den Traubenschalen. Das ergibt kräftigere, komplexere, oft würzigere Champagner, mit Aromen von roten Früchten, Gewürzen und einer spürbareren Tanninstruktur.
Und dann kam das „Grande Finale“ aus den Tiefen des Meeres: 2018 „Abyss“ Brut Nature
Zum Höhepunkt wurde es wortwörtlich tiefgründig: Der Champagne Abyss 2018 – zwölf Monate lang in 60 Metern Tiefe in der Bucht von Ouessant unter Wasser gereift. Die Spuren des Meeres waren auf der Flasche noch sichtbar: Muschelreste, Algen, Patina. In der Nase: salzige Meeresbrise, Kalk, getrocknete Früchte und ein bisschen Zitrone würde ich sagen. Am Gaumen: vibrierend, pur, fast meditativ. Ein Champagner, der nach Abenteuer schmeckt – und nach der Ruhe der Tiefe.
Eugénie Lemaire erzählte dazu, wie das Meer die Flaschen sanft bewegt und eine einzigartige Reife fördert. Sehr spannend war die Veränderung am Korken zu sehen – außen fast schwarz und teilweise zersetzt und innen, Richtung Wein, ein komplett intakter unveränderter Korken.
Eine Assemblage aus 34 % Pinot Noir, 33 % Pinot Meunier und 33 % Chardonnay und einer Dosage von 1,63 g/L – ein Champagner, auf den ich mich sehr gefreut habe, da ich davon in Folge 171: Karneval in Bio mit Peter Riegel des Podcasts „Terroir und Adiletten von Willi Schlögl und Curly gehört hatte (https://terroirundadiletten.podigee.io/176-peter-riegel) und neugierig wurde.
Mein Fazit
Ich bin ein bisschen eigen, was zu viel Hefe in einem Champagner angeht – aber das war an diesem Abend nicht der Fall – das war ein Abend, der mehr war als eine Verkostung: eine Reise durch Landschaften, Terroirs und Texturen, getragen von Leidenschaft, Handwerk und der Magie des Champagners. Und Daniel und sein Team beweisen einmal mehr, dass Wein und auch Champagner hier nicht nur verkauft, sondern zelebriert werden – mit Herz, Wissen und dem Gespür für besondere Momente. Und ich freue mich schon auf die nächsten interessanten Termine 2026 (aber auch dieses Jahr kommt noch der eine oder andere spannende Abend – seid gespannt 😉!)
In diesem Sinne: manche Champagner erzählen Geschichten – andere flüstern Legenden.