Feuer(wehr)krebs – die unsichtbare Gefahr für Lebensretter

Wenn Feuerwehrleute ausrücken, um Menschen und auch (Sach)Werte zu schützen, denkt kaum jemand an die Gefahr, die lange nach dem Einsatz beginnt: Feuer(wehr)krebs – eine erhöhte Krebsbelastung, die mit der feuerwehrtypischen Exposition gegenüber Brandrauch und Schadstoffen zusammenhängt.

Der Januar ist der sog. FEUERWEHR-Krebsmonat – um auf dieses Thema wieder mehr Aufmerksamkeit zu lenken!

Unter dem Begriff Feuer(wehr)krebs werden krebserzeugende Risiken zusammengefasst, denen Feuerwehrangehörige regelmäßig ausgesetzt sind. Bei Bränden entstehen zahlreiche giftige und zum Teil krebserregende Stoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die über Atemwege, Haut oder versehentlich über Nahrung in den Körper gelangen können. Internationale Studien zeigen, dass Feuerwehrkräfte im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung bei bestimmten Krebsarten ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko haben.

Warum ist das Risiko erhöht?

Brandrauch ist eine komplexe chemische Mischung aus Gasen und Partikeln, die bei der Verbrennung unterschiedlichster Materialien entsteht. Besonders bei synthetischen Stoffen, die in modernen Gebäuden und Gegenständen vorkommen, werden hochgiftige Substanzen freigesetzt. Diese gelangen über mehrere Wege in den Körper:

  • Über die Atemwege – trotz Atemschutz besteht ein Restrisiko, vor allem bei Nachlöscharbeiten oder unsauberen Abläufen.
  • Über die Haut – Brandrauch, Ruß und chemische Rückstände setzen sich auf ungeschützten Hautstellen fest.
  • Über kontaminierte Kleidung – Schutzausrüstung bleibt nach Einsätzen oft belastet, wenn sie nicht sofort fachgerecht gereinigt wird.

Zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten befassen sich mit dem Krebsrisiko bei Feuerwehrkräften. Eine Metaanalyse zeigt, dass bestimmte Krebsarten bei Feuerwehrleuten häufiger auftreten als in der allgemeinen Bevölkerung, darunter etwa Blasenkrebs oder Nierenkrebs. Trotz dieser Hinweise existieren in Deutschland noch keine offiziellen, umfassenden Krebsregisterdaten speziell für Feuerwehrangehörige – ein strukturiertes Krebsregister für Einsatzkräfte wird von Verbänden und Experten gefordert.

Die FeuerKrebs gUG (www.feuerkrebs.de) ist eine gemeinnützige Organisation, die von Feuerwehrleuten für Feuerwehrleute gegründet wurde. Ihr Ziel ist es, die Gesundheit und Arbeitsbedingungen der rund 1,2 Millionen Einsatzkräfte in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Dafür setzt sich die Organisation auf drei Säulen ein:

  1. Aufklärung und Prävention: Schulungen, Informationsveranstaltungen und Austausch mit Experten sollen das Bewusstsein für die Risiken und wirksame Schutzmaßnahmen stärken.
  2. Vernetzung: Betroffene, Angehörige, Mediziner und Fachleute sollen miteinander vernetzt werden, um Erfahrungen, Wissen und Erkenntnisse auszutauschen.
  3. Unterstützung: Betroffene Feuerwehrleute sollen im Krankheitsfall psychologische, rechtliche und ggf. finanzielle Hilfe erhalten.

Ein zentrales Anliegen der Initiative ist zudem die gesetzliche Anerkennung bestimmter Krebsarten als Berufskrankheit für Feuerwehrkräfte – eine Anerkennung, die in Ländern wie Kanada oder Teilen der USA bereits besteht, in Deutschland aber bislang fehlt.

Prävention: Was können Feuerwehren und Einsatzkräfte nun tun?

Auch wenn sich das Risiko nicht vollständig eliminieren lässt, gibt es Maßnahmen, die es deutlich reduzieren können:

  • Konsequente Einsatzhygiene: Trennung von „schmutzig“ und „sauber“, richtige Dekontamination von Schutzkleidung und Ausrüstung.
  • Richtiger Schutz: Atemschutz konsequent verwenden – insbesondere auch bei vermeintlich kleineren Einsätzen.
  • Regelmäßige Reinigung: Schutzausrüstung sollte nach jedem Einsatz fachgerecht gereinigt werden.
  • Aufklärung und Schulung: Wissen über Gefahrstoffe, Expositionswege und Hygienemaßnahmen kontinuierlich aktualisieren.
  • Medizinische Vorsorge: Regelmäßige Gesundheits- und Vorsorgeuntersuchungen nutzen.

Feuer(wehr)krebs ist eine ernstzunehmende, aber noch oft unterschätzte Gefahr für Feuerwehrleute. Die Kombination aus wissenschaftlichen Befunden, persönlichem Engagement von Betroffenen und dem Einsatz von Organisationen wie FeuerKrebs macht deutlich: Gesundheitsschutz muss in der Feuerwehr genauso Priorität haben wie das Retten von Menschenleben. Nur so kann es gelingen, dass Einsatzkräfte möglichst gesund aus dem Einsatz und durchs ganze Leben gehen.

In diesem Sinne – passt auf euch auf und denkt an die Einsatzhygiene!

Eure Nachteule

Hörbuch-Entdeckungen – Dank der Deutschen Bahn und ihren Reise-Herausforderungen ;-)

Irgendwie hatte mich diese wunderbare Winterlandschaft auf der Zugfahrt am Sonntag nach Hamburg spontan inspiriert meine #Bookchallenge auch um ein paar Hörbücher zu erweitern pro Monat…okay und auch die etwas längere (ungeplante) Fahrtzeit aufgrund von spontanen Weichenreparaturen.  Und so  gönnte ich mir bei einem leckeren Cappuccino  „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky als Audible Hörbuch.

Das Café am Rande der Welt (Originaltitel: The Why Café) ist eine kurze, philosophische Erzählung über den Sinn des Lebens und persönliche Selbstfindung. Das Buch ist kein typischer Roman, sondern eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und Impulse zur eigenen Lebensgestaltung gibt.

John, ein gestresster Werbemanager, will einfach nur eine kleine Pause vom Alltag machen. Auf dem Weg in den Urlaub gerät er in einen Stau und verliert die Orientierung. Mit wenig Benzin im Tank fährt er von der Straße ab und findet irgendwo im Nirgendwo ein kleines, ungewöhnliches Café – das „Café der Fragen“ nämlich. Im Café angekommen, fällt ihm auf, dass auf der Speisekarte nicht nur Gerichte stehen, sondern auch drei Fragen:

➡️ Warum bist du hier?

➡️ Hast du Angst vor dem Tod?

➡️ Führst du ein erfülltes Leben?

Diese Fragen bringen John zum Nachdenken. Er beginnt, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und spricht mit den Menschen im Café darüber: der Bedienung Casey, Mike – dem Inhaber des Cafés und Anne, einer weiteren Besucherin des Cafés. Durch ihre Gespräche fängt John an, sein Leben zu reflektieren , seine Werte zu hinterfragen und auch seine Entscheidungen, die er getroffen hat. Er erkennt, dass er eigentlich ein Leben führen möchte, das mehr Sinn und Erfüllung hat als sein bisheriger stressiger Alltag.

Ich finde, das Buch erinnert uns daran, dass unsere Zeit begrenzt ist und wir sie sinnvoll mit Dingen und Menschen verbringen sollten, die uns wichtig sind….spannend, welche Bücher einem so über den Weg laufen manchmal ;-)! Und das Beste…es gibt noch weitere (Folge-)Bücher davon :-)!

Bevor ich – schneller wie gedacht – zum nächsten Hörbuch gekommen bin, hier mal ein paar Impressionen aus dem winterlichen Hamburg und der Hafencity. Danke an Harald für die Bilder vom Sonntag, da es am Montag doch eher etwas trüber war:

Und deswegen nutzte ich die Zeit am nächsten Nachmittag auf dem Weg von Hamburg nach Bonn für den nächsten (Reise) Abschnitt zum Café am Rande der Welt….und auch hier hatte ich Dank der Deutschen Bahn mehr als genügend Zeit 😉

„Wiedersehen im Café am Rande der Welt“…das weiße Haus mit dem blauen Neonschild auf dem Dach ist diesmal wieder der Halt auf Johns aktueller Radreise auf Hawai.

Viele Jahre nach seinem ersten Besuch im geheimnisvollen Café am Rande der Welt führt John ein deutlich bewussteres und zufriedeneres Leben als früher. Er hat seinen alten, stressigen Job hinter sich gelassen und versucht, seinen eigenen Weg zu gehen. Doch mit der Zeit merkt er, dass sich wieder Gewohnheiten und Denkweisen einschleichen, die ihn von seinem eigentlichen Lebensziel entfernen. Zweifel, Unsicherheit und alte Muster holen ihn langsam wieder ein. Durch einen Zufall findet John erneut den Weg zu dem besonderen Café, das ihm einst so wichtige Impulse gegeben hat. Dort trifft er wieder auf Casey und Mike, die ihn an die drei entscheidenden Fragen erinnern: Warum bist du hier? Hast du Angst vor dem Tod? Führst du ein erfülltes Leben? In den Gesprächen wird ihm klar, dass persönliche Entwicklung kein einmaliger Moment ist, sondern ein fortlaufender Prozess. Man muss immer wieder innehalten, sein Leben überprüfen und den Mut haben, den eigenen Weg bewusst weiterzugehen.

Und wir lernen u.a. Jessica kennen. Jessica steckt selbst in einer Lebensphase, in der sie unsicher ist und nicht genau weiß, welchen Weg sie gehen soll. Sie zweifelt an ihren Entscheidungen und hat Angst, falsche Schritte zu machen. Genau deshalb fühlt sie sich innerlich verloren – ähnlich wie John früher im ersten Teil. Durch die Gespräche mit John und später auch im Café beginnt Jessica, über ihr eigenes Leben und ihre Wünsche nachzudenken. Ich finde, sie steht stellvertretend für viele Menschen, die zwar spüren, dass ihnen etwas fehlt, aber noch nicht den Mut haben, ihr Leben wirklich zu verändern.

Jessica zeigt im Buch, dass jeder Mensch seinen eigenen Weg finden muss – und dass es manchmal Begegnungen braucht, die einen zum Umdenken bringen.

Das Buch zeigt auf eine leichte Art, auch als Hörbuch, dass es nicht nur darum geht, seinen Lebenssinn zu erkennen, sondern ihn auch im Alltag konsequent zu leben. Es ermutigt dazu, Verantwortung für das eigene Glück zu übernehmen und sich nicht von äußeren Erwartungen oder alten Routinen bestimmen zu lassen.

Wahrscheinlich weil ich auch gerade auf einem neuen, eigenen Weg bin, bin ich gerade sehr offen für solche Art von Büchern….und vielleicht findet auch der eine oder die andere Gefallen an dieser Art von Lektüre und den Gedanken darin.

Die nächsten Teile – „Auszeit im Café am Rande der Welt“ und „Überraschung im Café am Rande der Welt“ sowie Johns Aha-Momente (3 Bücher) heben ich mir mal für meine nächsten Bahnfahrten auf, damit ich neben meinen „normalen“ Lesebüchern auch noch was auf die Ohren bekommen kann!

In diesem Sinne – viel Spaß beim Schmökern und Gedanken machen!

Eure Nachteule

Der Jahreswechsel 2025/26  – mit der Nachteule auf Tour

Die letzten Tage des Jahres 2025 gehen zu Ende und so langsam kehrt Ruhe und Entspannung bei der Nachteule ein. Der „Heilige Morgen“ war in diesem Jahr eine Premiere – wir sind zum Weißwurst-Frühstück der Feuerwehr gegangen, wo ich bereits am Vorabend bei der Vorbereitung dabei war und am morgen noch ein bisschen Deko-SchnickSchnack mitgebracht hatte.

Ein wunderbar entspannter Vormittag mit leckeren Bretzeln und Weißwürsten und dann noch eine kleine „aufregende“ Situation – um Raclette essen zu können, braucht es ein Raclettegerät…unseres war aus irgendeinem Grund nicht auffindbar (…okay, wir haben das alte Gerät Anfang des Jahres entsorgt, aus Altersgründen…und vergessen, ein Neues zu besorgen…), also ging es noch schnell in den Elektrofachmarkt ein paar Orte weiter und nach kurzer Suche durften wir jetzt ein neues Gerät bei uns zu Hause begrüßen und dem Weihnachtsraclette stand nichts mehr entgegen! Und wer wissen möchte, wo Santa gerade unterwegs ist – bei uns live flightradar24 den ganzen Tag, wo wir ihn und seinen Schlitten genau beobachten konnten :-)!

Dank meines Weinhändler des Jahres und Sommelier des Vertrauens – Daniel Hasert, von Daniel´s Weine aus Winterbach – gab es einen sehr leckeren Champagner zum Einstieg, den wir bei der diesjährigen Champagner-Probe auch schon mal verkosten durften: Leclerc Briant Blanc de Meuniers Millésime 2016, extra brut.

Aussehen: klar, mittelgoldfarbend mit leichten rötlichen / kupfernen Reflexen; feine Perlage

Geruch (Nase): fruchtig (reife Äpfle, Birne, vielleicht auch etwas Quitte), leichtes Brioche, ein bisschen kräutirg, evtl. etwas rauchig

Geschmack: cremig, lebendige Säure, Apfel, Kräuter, Hefe, bisschen salzig, leichte Bitterheit

Den 1. Weihnachtsfeiertag verbringen wir seit vielen Jahren in Walldorf bei meinen Eltern, wo sich meine Mutter den ganzen Tag an der Zubereitung einer Gans beschäftigt, die dann abends in gemütlicher Runde verspeist wird.

Nach einem Tag „Pause“ ging es schon traditionell mit Harald nach Stuttgart in den Weltweihnachtszirkus, der wieder ein tolles Programm bot mit vielen Artisten…(mehr dazu unter https://www.weltweihnachtscircus.de/) hier ein paar kleine Impressionen davon:

Und auch das ist eine liebgewonnene Tradition – nach der Vorstellung gehen wir in Stuttgart Essen und zwar immer mal was Neues ausprobieren und dieses Mal gab es einen Ausflug in die Küche Sri Lankas…nämlich ins La Bamboo in der Schwabstr. (https://www.labamboo-stuttgart.de/). Ein wirklich leckeres Erlebnis – insbesondere waren die Frühlingsrollen mit zwei Dips und Rindfleisch mein absoluter Favorit. Und…man kann seinen Schärfegrad wählen 😉 …von „gar nicht scharf • mild • wenig scharf • mittelscharf • europäisch scharf • srilankisch mittelscharf • srilankisch scharf (sehr scharf)“…darf jeder auf seine eigene Verantwortung wählen! Ich hatte „wenig scharf“ bei meinem Chicken Curry..und das war noch völlig in Ordnung und vor allem essbar!

Am nächsten Tag durfte dann auch Hermes endlich wieder mit – nämlich auf den Weg in eine Woche Urlaub am Lago Maggiore (Ascona)…und bei traumhaften Wetter musste ein kleiner Umweg an meinen geliebten Bodensee noch sein, wo wir in Wasserburg eine schöne Kaffeepause einlegen konnten, bevor wir mit einer kleinen Geocache-Unterbrechung am Abend entspannt in unserer Ferienwohnung ankamen.

Da wir diese Woche nicht alleine verbringen, sondern auch Freunde zur gleichen Zeit hier sind, steht schon einiges auf dem Programm – auch so ein paar „Must-Do“-Dinge, die wir hier eigentlich immer machen 😉…so muss es mind. einmal pro Aufenthalt nach Indra / Verbania gehen ..und zwar zu Eros ins La Casera (https://www.formaggidieros.it/it_IT/home). Nicht nur um Käse zu kaufen, sondern auch um lecker zu Mittag zu essen – Burrata-Varianten, tolle Panini, leckere Foie gras Gerichte und eine schöne Weinauswahl lassen uns immer wieder was Neues finden dort. Und auch schon die Fahrt von Ascona nach Verbania – an diesem wunderschönen See entlang, bei diesem grandiosen Wetter – ja, das fühlt sich wie Urlaub und Erholung an 😊.

Da ich 2025 angefangen habe meine Weine ein bisschen mehr zu hinterfragen und zu „erfahren“ – ich habe im November meinen ersten WSET-Level 1 Kurs in Wein bestanden (so für Weinliebhaber):

…versuche ich nun bei den Weinen immer noch ein bisschen mehr zu er schmecken und im La Casera gab es folgende Tröpfchen (auch wenn zu Burrata und Foie gras eigentlich zwei andere Sachen „besser“ gepasst hätten – uns war nach etwas Rotem an diesem Mittag):

Barbaresco 2021 von Azienda Vitivinicola Rizzi (100 % Nebbiolo) / 14 %

Aussehen: transparentes Rubinrot mit leichtem dunklerem Rand

Geruch (Nase): Sauerkirsche, Johannisbeere, bisschen erdig, getrocknete Kräuter

Geschmack: feines, aber deutliches Tannin schmeckbar, rote Früchte, voller Körper

Normalerweise endet der Anreisetag immer mit Pizza aus dem Nostrana, aber wir haben einen Marche auf dem Weg einmal ausprobiert (und das wird auch bei dem einen Mal bleiben)…diesmal haben wir dann für den ersten richtigen Abend hier einen Tisch ergattern können und neben Pizza standen tolle Caesar-Salate und eine sehr leckere Lasagne auf dem Tisch. Aber eigentlich gehe ich hier hin wegen der Zabaione….was für ein Traum…frisch zubereitet im Kupferkessel kommt sie dampfend und schäumend an den Tisch: Marsala-Zabaione mit Vanilleeis und Amaretti-Keksen…und mit dem Marsala wird sicher nicht gespart!

Als Wein gab es an diesem Abend: GiornicOro Melrot Ticino DOC 2022 von Gialdi Vini, 100 % Merlot (ein im Übrigen tolles Weingut, von dem wir schon einiges kosten durften und nie enttäuscht wurden).

Aussehen: tiefes Rubinrot, schon fast mit violetten Eindrücken

Geruch (Nase): Reife Kirsche, Pflaume, Brombeere, bisschen Schokolade

Geschmack: Dunkle Früchte, mittlere Säure, reifes, moderates Tannin, vielleicht Röstaromen

Aber es wird nicht nur gegessen und Wein getrunken…okay, schon ein bisschen mehr wie sonst, aber so jung kommen wir nicht mehr zusammen und wir genießen diese gemeinsame Zeit mit unseren Freunden an diesem schönen Ort und ich werde auch ab dem 5.1. tatsächlich den restlichen Januar…nein, keine Angst – es wird keine Dry January werden 😉…aber ein bisschen mehr Vegan-/Vegetaruary  – versuchen, mal auf Fleisch etwas mehr zu verzichten und mich ein bisschen in der vegetarischen / veganen Küche ausprobieren (nicht dogmatisch, aber überwiegend).

Endlich komme ich auch mal wieder zu mehr Schwimmeinheiten in diesem Urlaub und auch die Planungen, wie ich meinen Sportkonsum wieder realistisch steigern kann, um für anstehende Einsätze und Aufgaben fitter zu werden, sind Teil meiner Rauhnächte-Aufgaben und Überlegungen.

Am Dienstag wurde unsere „Reisegruppe“ um weitere zwei Personen ergänzt und eine erste Überraschung stand an: ein Freund hatte ein neues, interessantes Weingut in der Nähe von Ascona ausfindig gemacht, wo es an diesem Morgen zu einer kleinen Weinprobe ging. Gut das wir inzwischen ein bisschen „trainiert“ sind und wissen, dass man bei solchen Proben (insbesondere am frühen Vormittag) nicht trinkt, sondern probiert und lieber einmal mehr ausspuckt (außer es schmeckt wirklich gut 😊).

Es ging zum Weingut: Cantina Pian Marnino nach Gudo.

Die Cantina Pian Marnino ist ein familiengeführtes Weingut von Tiziano Tettamant in Gudo (auf der rechten Seite des Flusses Ticino zwischen Bellinzona und Locarno), was seit 1985  eigene Trauben aus den terrassierten Weinbergen rund um die sonnigen Hügel von Gudo vinifiziert.

📍 Adresse & Kontakt:
Agriturismo Pian Marnino – Al Gaggioletto 2, 6515 Gudo
 https://www.pianmarnino.com/de/
Das Weingut bewirtschaftet rund 4 Hektar terrassierte Rebberge, vorwiegend in sonniger Südlage. Die Reben werden nach Systemen der integrierten Produktion angebaut, das heißt mit Rücksicht auf Umwelt und Nachhaltigkeit. In ihrem Portfolio finden sich die folgenden Rebsorten:

Rebsorten weiss : Chardonnay, Sauvignon Blanc sowie die PiWi_Sorten Souvignier gris und Muscaris

Rebsorten rot : Merlot, Bondola, Cabernet Franc, Carminoir, Barbera und Nebbiolo

Leider war gerade der Bondola, den ich unbedingt probieren wollte, noch nicht fertig – aber sobald er abgefüllt ist, bekomme ich eine Flasche zum Probieren. Bondola ist eine autochtone rote Rebsorte aus dem Tessin, also eine Traube, die traditionell in dieser Region beheimatet ist – besonders im Sopraceneri (Raum Bellinzona, Locarno, Riviera). Sie gilt als eine der ältesten Tessiner Rebsorten und erst relativ spät sortenrein vinifiziert. Beschrieben werden Bondola-Weine oft wie folgt:

  • Farbe: meist helleres Rubinrot
  • Nase: rote Beeren (Himbeere, Johannisbeere), oft würzig, manchmal leicht erdig
  • Gaumen: frisch, lebendige Säure, eher schlank als kräftig
  • Tannin: fein bis moderat
  • Alkohol: meist nicht sehr hoch

Da Bondola sehr zur Tessiner Küche passt, möchte ich diesen unbedingt mal probieren und am liebsten mit irgendwas Gegrillten, Polenta oder Reis dazu, Pilzen ….das könnte durchaus schmecken! Ich werde berichten, sobald der Wein dann da ist! Und auch eine Flasche Barberolo möchte ich dann probieren – eine Cuvee aus Barbera, Merlot und Nebbiolo, die für 6 Monate im Barriques aus französischer Eiche gelegen hat.

Aber es gab natürlich auch noch ein paar andere Weine, die wir an dieser vormittäglichen Weinprobe verkosten durften:

Gestartet wurde mit einem Spumante Brut Prestige, nach der Metodo Tradizionale, bestehend aus Chardonnay, Merlot und Souviginier gris, bevor es zu zwei Weißweinen ging: Vignabianca aus Merlot, Muscaris und Souvignier gris und Oro Bianco di Gudo, aus Chardonnay und Sauvignon Blanc.  Ein schöner, fruchtiger Weißwein, mit leichten Salzkaramell-Noten, der für 12 Monate in 225-Liter Barriques aus französischer Eiche gelegen hat.

Bevor es zu den roten Weinen ging – die durften erst noch etwas Wärme und Luft genießen, gab es eine kleine Kellerführung mit Chrissi.

Bei den Rotweinen ging es los mit einem Merlot Pian Marnino, gefolgt von Oro Di Gudo (beides 100 % Merlot) und Tre Ori Di Gudo (aus Carminoir, Merlot und Cabernet Franc). Insbesondere der Tre Ori hat mir gefallen mit seinen dunklen , roten Früchten und er hat super zu Lardo gepasst, einem fettigen Speck aus Italien. Eigentlich so überhaupt nicht mein Fall…aber dieser war tatsächlich butterzart und passt zu dem Brot und dem Wein hervorragend…spannend, wie sich manchmal Geschmäcker verändern…

Nach diesem kleinen Wein-Einkauf-Erlebnis ging es zurück und es war noch ein bisschen Lesezeit angesagt.

Abends ging es auf die Carcani Piazza in Ascona in eine kleine Holzhütte, wo uns ein leckeres Raclette oder wahlweise auch ein Käsefondue erwartete…klar, wir sind ja in der Schweiz, da muss das auch einmal mind. sein! Wir haben uns für Käsefondue entschieden (Raclette gab es ja bei uns schon am 24.12…und Spoiler – wird es diese Woche auch nochmal geben 😉…) und dazu einen passenden Weisswein.  Das Fondue „Moitié-Moitié“ besteht aus Le Gruyère und Vacherin Friboutgois und hier passt am Besten ein leichter, trockener Weisswein wie z.B. ein Fendat Chasselas von Les Fils Maye aus dem Wallis. Aber so ganz ohne Rot ging es nicht….ein Amarone della Valpolicella Classico (Corvina, Rondinella, Croatina)) von 2020 von Monte Faustino durfte es auch noch sein an diesem Abend.

Der letzte Tag des Jahres begann entspannt bei einer kleinen Schwimmrunde und einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem See.

Abends wurde sich dann in Schale geschmissen und es ging zur Silvester-Party ins Seven TocToc nach Ascona ( https://seven.ch/restaurants/seven-toc-toc).

Das Menu bestand aus den folgenden Gängen:

  • Gruß aus der Küche – Brioche mit Thunfisch und Panini mit Entenbrust
  • Blauer Hummer, Foie Gras und orientalische Sauce
  • Sockeye-Lachs, geschmorter Lauch, Bitterorange und Tomaten-Black-Beurre
  • Raviolo mit Cotechino, Mazara-Garnelen, 36 Monate gereifter Parmesan und Linsen
  • Steinbutt, Jamón Ibérico, Tom-Ka-Sauce
  • Filet Rossini
  • Exotischer Babà, Gianduja-Schokoladenbavaroise 70 %, Kardamom-Crumble

Dazu gab es verschiedene Weine, die wir teilweise schon im Vorfeld aussuchen sollten, damit alles zeitnah serviert werden konnte: Nach dem Apertif Sekt vom Haus, ging es los mit einem Vinattieri Bianco (einer tollen Weisswein-Cuvee aus dem Tessin) und da es sehr fischlastig war zu Beginn, gab es noch einen Bianco Rovere von Guido Brivio dazu. Als Rotwein zum Filet Rossini wurde es dann ein Primo Ferradou von der Cantina il Cavaliere. Ferradou ist eine rote Rebsorte, die aus einer Kreuzung der alten Sorte Fer Servadou (auch Braucol genannt) und Merlot in Frankreich (im Bordeaux) entwickelt wurde. Zum Anstoßen um 0 Uhr gab es meinen Lieblingschampagner – einen Billcard-Salmon Rosé brut.

Hier gibt es am 31.12. kein Feuerwerk, so wie wir es in Deutschland kennen (aber man sieht sehr schnell an diesem Abend, wo „Deutsche“ unterwegs sind, die sich ihr Feuerwerk natürlich nicht entgehen lassen! 😊

Zum Ausklang ging es dann noch in den Club Seven, der direkt neben dem Toc Toc gelegen war…so gegen 1:30 Uhr. Ein bisschen gruselig ist es ja schon….so ganz wohl gefühlt haben wir uns alle nicht an diesem Abend dort unten, deswegen blieben wir auch nicht sehr lange…und nachdem am Morgen in den Nachrichten über die katastrophalen Ereignissen in Crans-Montana berichtet wurden…furchtbar.

In der Schweiz wird traditionell am 1.1. abends ein Feuerwerk veranstaltetet und auch wir haben uns für diesen besonderen Abend nochmal aufgehübscht und einen perfekten Platz im Restaurant Marina im Hotel Eden Rock ergattert, um bei einem Glühwein und Maronen die beste Sicht auf das Feuerwerk um 18:30 Uhr zu haben und anschließend bei leckerem Essen das neue Jahr zu beginnen…so war zumindest der Plan… Aber das Unglück im Club in Crans-Montana veranlasste viele Veranstalter in der Schweiz, das traditionelle Feuerwerk abzusagen – so auch in Ascona. Aber zum Abendessen ging es trotzdem ins Marina, wo es zu Beginn ein Glas Roederer Collection Champagne gab und zum Essen, hausgemachte Raviolo mit Rindfleisch, Zwiebeln und Kürbis, ein Glas Maremma Toscana Le Sughere di Frassimello (ein Sangiovese) gab. Als kleine Zugabe des Hauses gab es zum Dessert eine super fluffige Panettone mit etwas Puderzucker.

Das nächste Highlight und auch die nächste Überraschung gab es dann am 2.1. wieder, wo einer unserer Freunde Geburtstag hatte und zur Überrausch noch ein weiterer Gast nach dem Abendessen auftauchte.

Gegessen wurde auf Wunsch des Geburtstagskindes im Grotto Broggini, das wie auch das Nostrana am ersten Abend zur Fred Feldpausch Gruppe gehört (https://www.ristoranti-ff.ch/).

Fred Feldpausch (*1929 in Basel; † 25. April 2023) war ein bedeutender Schweizer Gastronom, Hotelier und Unternehmer, der die Gastronomie- und Hotellerieszene im Tessin nachhaltig geprägt hat. Er machte seine Ausbildung an der Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich und sammelte erste Erfahrungen in renommierten Häusern wie dem Hotel Kulm in Arosa und dem Dorchester Hotel in London. In den 1960er-Jahren begann er im Tessin mit dem Aufbau seiner eigenen Betriebe, darunter Hotels und Gastronomiebetriebe in Ascona, Locarno und Umgebung. In den 1990er Jahren gründete er Ristoranti Fred Feldpausch SA, unter deren Dach die bekannten Restaurants weitergeführt wurden und werden:

  • Grotto Broggini (Losone) – rustikale, traditionelle Tessiner Küche in gemütlicher Atmosphäre mit leckerem Hähnchen und Steinpilzrisotto.
  • Osteria Nostrana (Ascona) – klassische italienische Spezialitäten direkt an der Seepromenade mit leckerer Pizza und der besten Zabaione.
  • Ristorante Sensi (Locarno-Muralto) – vielfältige mediterrane Küche am Seeufer

Als Wein wurde an diesem Abend ein 100 % Merlot probiert (passend zu Steinpilzrisotto, Hähnchen, Pasta, Nüssli-Salat) – nämlich ein Tenimento dell’Or Merlot-Riserva 2021.

Der letzte Tag stand dann ganz im Zeichen von Entspannung und Genuss…nachdem ich am Morgen eine eiskalte Erfrischung hatte, da ich es wenigstens einmal bis zum Knie in den Lago Maggiore geschafft habe – ging es auf die Piazza nach Ascona, wo das La Travolata stattfand – verschiedene Tischreihen am Lago, eine Weinbar, Musik und leckeres Raclette (diesmal auch bei uns 😊…) gab es bei strahlendem Sonnenschein zum Genießen. Und anschließend gab es einen kleinen Ausflug nach Locarno ins Winterland in der Innenstadt.

Genügend Zeit war auch an diesem Tag noch, um meine zwei geplanten Bücher über die Rauhnächte noch fertig lesen können….herrlich, so ein bisschen Zeit für mich.

Am Abend gab es noch was Leckeres zum Essen zum  – für uns – Abschluss eines wunderbaren Kurzurlaubs und Jahreswechsel. Es ging noch einmal zu zweit ins Nostrana nach Ascona und da wir ja in der italienischen Schweiz sind, natürlich mit Pizza an diesem Abend 😊.

Und dann war auch die Woche um den Jahreswechsel schon wieder rum und wir machten uns gemütlich nach dem Frühstück auf den Heimweg. Jetzt konnte man auch diese wunderbare Bergkulisse mit den Schneebedeckten hängen bewundern und bevor wir das Land ganz verlassen – ein Stopp im Heidi-Land in Hohenems, wo wir mit Rösti zum Mittagessen noch ein kleines bisschen Schweiz-Feeling mit nehmen.

Das Wetter war einfach zu schön, um nicht nochmal einen kleinen „Umweg“ an den Bodensee zu machen, so sind wir diesmal auf der anderen See-Seite über Rorschach, Romanshorn, Kreuzlingen und Konstanz zurück ins Ländle gefahren. Was das schön..fast hätten wir es noch zum Christaum-Werfen in Romanshorn geschafft, aber das vielleicht ein anderes Mal 😉!

Entspannt und mit vielen tollen Bildern im Kopf geht es nun zurück in den Alltag, mit ein paar kleinen Auszeiten zwischendurch.

In diesem Sinne – lasst uns in ein aufregendes und schönes Jahr 2026 starten und danke, dass ihr mich ab und zu begleitet!

Eure Nachteule

Bucket-List für Januar 2026 – nicht nur für Nachteulen!

Für 2026 habe ich mir vorgenommen, mir regelmäßig etwas Gutes zu Tun und auch immer wieder Neues auszuprobieren (nicht nur kulinarisch ;-)) und was passt da besser wie eine kleine, monatliche Bucket-List, an der man sich orientieren kann.

Hier meine Ideen, Tipps und Vorschläge für Januar

  • Bastelt für Vögel ein Futterhäuschen – Ideen und Anregungen findet ihr auf Youtube oder einfach mal bei einem Bauhaus oder Futtermittelhaus vorbei schauen!
  • Mache einen Foto-Spaziergang durch die Winterlandschaft!
  • Veranstaltet einen gemütlichen Spieleabend mit Freunden!
  • Wie wäre es mit einem neuen Suppenrezept zum Ausprobieren?
  • Es schneit? Perfekt – dann baue doch mal einen Schneemann!
  • Beschenk dich mit ein paar schönen Blumen oder einem tollen Gesteck! Gerne lass es noch ein bisschen winterlich sein oder vielleicht doch schon ein erster Ausblick auf den kommenden Frühling?

📚Mein Buch-Tipp des Monats #Bookchallenge-Restart

Ich würde 2026 auch meine #bookchallenge nochmal angehen wollen, die ich vor vier Jahren schon mal begonnen habe. Ob als klassische Papierversion, eBook oder auch als Hörbuch – einfach mal wieder mehr Lesen ist das Ziel.

Nachdem ich in den letzten Jahren immer seltener zum Lesen von „normalen“ Büchern gekommen bin und meine Nase eher in Fach- und Sachbücher gesteckt hatte, stand das Thema „mehr lesen“ tatsächlich schon mal auf meiner To-Do-Liste! Dazu gibt es ab jetzt pro Monat ein „Thema“ oder auch zwei, aus welchem Bereich die Bücher kommen sollen. Für den Januar lautet das Motto bzw. die Themen: „Aufbruch“ – auch so ein bisschen passend zu meinen Rauhnächten-Gedanken ;-).

Die folgenden Bücher habe ich mal für den Januar dazu ausgesucht:

  • „Überwintern. Wenn das Leben innehält“ von Katherine May (das war das Monatsbuch der „Bücherbar“, wo ich im Jahr 2022 ein paar Mal zu Gast war, und immer noch nicht fertig bin mit Lesen)
  • „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling
  • Und eine Idee ist es pro Monat ein englisches Buch zu lesen und im Januar soll es „Marry Poppins – the Complete Collection“ werden.

🎧Podcast-Tipp

Die Podcast-Tipps sind eher weniger Hörbücher, sondern „klassische“ Folgen-Podcast. Da das Thema psychische Gesundheit mich ja schon länger interessiert, bin ich vor einiger Zeit über den Podcast: „Jung und Freudlos“ gestolpert von Ismene und Sebastian aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsklinik Freiburg. Es geht um Information, Vorurteile auszuräumen und darum, psychische Erkrankungen weniger zu stigmatisieren. Seit Oktober 2018 gibt es diesen Podcast schon und alle 14 Tage gibt es eine neue, spannende Folge. Hier gibt es weitere Infos und auch die Möglichkeiten, wo ihr diesen Podcast findet: https://uni-freiburg.de/jung-und-freudlos-wissenschafts-kommunikation-und-gesundheitliche-aufklrung-fr-zwischendurch-ida-zwischenbericht/

Am letzten Sonntag des vorherigen Monats (oder spätestens am 1. des Monats) nehme ich mir eine Stunde Zeit  – für mich – und schaue über meine Bucket-List, meinen Terminkalender und plane ganz bewusst Zeit für diese Vorschläge ein. Und wenn etwas bzw. „alles“ nicht klappt – kein Problem, vielleicht ist dann im nächsten Monat nochmal etwas mehr Zeit.

In diesem Sinne – auf in ein spannendes Jahr 2026 mit vielen kleinen und großen Erlebnissen!

Eure Nachteule