Jedes Jahr am 10. Februar wird in Deutschland der Tag der Kinderhospizarbeit begangen. An diesem Tag stehen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzender Erkrankung und ihre Familien im Fokus – Menschen, die oft still und im Verborgenen enorme Belastungen tragen. Ziel ist es, ihre Situation sichtbar zu machen, gesellschaftliche Solidarität zu stärken und aufzuzeigen, welche Unterstützung Kinderhospize und ambulante Kinderhospizdienste leisten
Was bedeutet eigentlich Kinderhospizarbeit?
Kinderhospizarbeit begleitet Familien „ab der Diagnose, im Leben, im Sterben und über den Tod hinaus“. Anders als viele zunächst denken, geht es dabei nicht nur um die letzte Lebensphase, sondern um eine oft jahrelange Unterstützung im Alltag:
- Entlastung der Familien im häuslichen Umfeld durch ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste.
- Aufenthalte in stationären Kinder- und Jugendhospizen, in denen Familien zur Ruhe kommen, neue Kraft schöpfen und fachliche sowie psychosoziale Begleitung erhalten.
- Angebote für Geschwister, Eltern und weitere Angehörige, etwa Gesprächsgruppen, Freizeitaktionen, Trauerbegleitung und Bildungsangebote.
Bundesweit leben Schätzungen zufolge rund 100.000 Kinder und Jugendliche mit einer Erkrankung, an der sie voraussichtlich früh versterben werden. Für Familien bedeutet das neben körperlicher Sorgearbeit auch emotionale, finanzielle und organisatorische Dauerbelastung, in der professionelle und ehrenamtliche Begleitung entscheidend sein kann.
Ziele des Tages der Kinderhospizarbeit
Der Tag der Kinderhospizarbeit wurde 2006 vom Deutschen Kinderhospizverein ins Leben gerufen und findet seither jedes Jahr am 10. Februar statt. Er verfolgt mehrere Ziele:
- Aufmerksamkeit schaffen für die Lebensrealität von Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern.
- Kinder- und Jugendhospizarbeit in der Öffentlichkeit verankern und das Thema „Kinder und Tod“ enttabuisieren.
- Menschen für ehrenamtliches Engagement gewinnen – etwa als Begleiterin oder Begleiter in ambulanten Diensten.
- Finanzielle Unterstützerinnen und Unterstützer sowie politische Entscheidungsträger für die Belange der Familien sensibilisieren.
Viele Einrichtungen nutzen den 10. Februar, um grüne Bänder der Solidarität zu verteilen, Gebäude in Grün zu illuminieren oder in sozialen Medien auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen.
Kinderhospizarbeit in Deutschland – ein Blick auf die Versorgung
In Deutschland gibt es inzwischen rund 20 stationäre Kinder- und Jugendhospize sowie etwa 200 ambulante Kinderhospizdienste. Sie bieten ein Netz an fachlicher, psychosozialer und seelsorglicher Unterstützung, das Familien im Alltag und in Krisenzeiten stärkt.
Trotz dieser Entwicklungen bleibt die Versorgungslage herausfordernd: In manchen Regionen existiert kein einziges stationäres Kinderhospiz, und ambulante Dienste können nur einen Teil der Familien erreichen. So werden beispielsweise nach aktuellen Schätzungen nur wenige tausend der betroffenen Familien tatsächlich durch ambulante Kinderhospizdienste begleitet, während die große Mehrheit bisher ohne spezialisierte kinderhospizliche Unterstützung auskommen muss.
Was jede und jeder tun kann
Auch ohne fachlichen Hintergrund kann man dazu beitragen, dass Kinderhospizarbeit gestärkt wird:
- Informieren und weitertragen: Im Freundes- oder Kollegenkreis über den Tag der Kinderhospizarbeit sprechen, Beiträge in sozialen Medien teilen oder Newsletter nutzen.
- Spenden: Kinderhospize und ambulante Dienste sind in hohem Maße auf Spenden angewiesen, um Zusatzangebote, Geschwisterprojekte oder Entlastungsangebote zu finanzieren.
- Ehrenamtliches Engagement prüfen: Viele ambulante Kinderhospizdienste bieten Qualifizierungskurse für Ehrenamtliche an, die Familien im Alltag begleiten.hpvsh+1
- Politische Unterstützung einfordern: Auf lokaler Ebene können Bürgerinnen und Bürger Abgeordnete und Kommunalpolitik auf Versorgungslücken aufmerksam machen, etwa beim Aufbau eines stationären Kinderhospizes.
Weiterführende Informationen und Links
- Deutscher Kinderhospizverein e.V. – Informationen zum Tag der Kinderhospizarbeit, Materialien und Aktionen: https://www.dkhv.de/wer-wir-sind/tag-der-kinderhospizarbeit/
- Bundesverband Kinderhospiz e.V. – Hintergründe, politische Arbeit, Serviceangebote: https://www.bundesverband-kinderhospiz.de
- Informationen der Bundesstiftung Kinderhospiz zur Situation lebensverkürzend erkrankter Kinder in Deutschland: https://bundesstiftung-kinderhospiz.de
Und Hermes ist seit vielen Jahren mein treuer Begleiter und ihn habe ich damals gekauft, um das Kinderhospitz Stuttgart zu unterstützen – weitere Informationen findet ihr hier: https://hospiz-stuttgart.de/kinder-und-jugendliche/stationaeres-kinder-und-jugendhospiz
In diesem Sinne – fühlt euch einfach mal gedrückt!
Eure Nachteule (mit Hermes)