Es war endlich mal wieder „Cedric-Time“ bei der kulinarischen Nachteule und diesmal nicht nur zu zweit, sondern noch mit zwei weiteren tollen Menschen (neben Cedric und Herbert natürlich ;-)…)!
Das aktuelle November/Dezember-Menü verbindet mal wieder regionale Produkte, saisonale Raffinesse und eine präzise abgestimmte Weinbegleitung zu einem harmonischen Gesamterlebnis.
Amuse Bouche – Brot & Butter und ein Zanderhauch mit Blumenkohl
Wer schon mal einen meiner Berichte aus / zum Cedric gelesen hat weiß, ich bin ein großer Fan des warmen Sauerteigbrotes und der fein aufgeschlagenen französischen Salzbutter …eigentlich ein schlichter Einstieg, aber immer wieder ein Genuss. Neben dem Sanddorn-Sprizz als kleinen Aperitif gab es einen hauchdünnen marinierten Zander (Zandercarpaccio) mit Blumenkohlsüppchen und Kräuteröl aufgegossen…wenn der Auftakt in den Abend schon so beginnt…das macht sofort Lust auf mehr!



Gang 1: Wachtel – Sellerie | Petersilie | Birne
Zart gegarte Wachtel trifft auf die erdige Eleganz von Sellerie und die frische Kräuternote der Petersilie. Die Birne sorgt für eine feine, fruchtige Süße, die das Wildgeflügel perfekt ausbalanciert. Diese Dressings sind immer eine so leckere Angelegenheit, dass ich immer froh bin, wenn noch etwas Brot übrig ist, damit auch der letzte Tropfen hier aufgetankt werden kann J! Und was mich jedes Mal fasziniert – diese Akribie, mit der die kleinen Details auf diesem Teller angerichtet werden…manchmal ist es fast zu schön, um es einfach so gleich zu essen!
Zur Weinbegleitung gab es bei diesem Gang:
- Frontonille Blanc 2020, Domaine de Frontonille, Lauris (Frankreich)
Ein eleganter Weißwein mit floralen Noten, dezenter Mineralität und feiner Säure – ideal, um die Zartheit der Wachtel hervorzuheben und die Fruchtigkeit der Birne zu unterstreichen.
- Riesling Kirchberg de Ribeauvillé Grand Cru 2022, Bott Frères, Elsass
Komplexer Riesling mit Tiefe, Struktur und mineralischer Spannung – ein anspruchsvoller Begleiter für die aromatische Vielschichtigkeit des Gerichts.



Gang 2: Knöpfle – Zwiebel | Gruyère | Belper Knolle
Ein fast schon Signatur-Dish im Winter im Cedric sind die hausgemachten Knöpfle mit süßlich geschmorter Zwiebel und kräftigem Gruyère und Belper Knolle. Ihr wisst nicht, was eine Belper Knolle ist? Die Belper Knolle ist ein Schweizer Hartkäse aus Rohmilch, der mit Knoblauch und Himalaya-Salz gewürzt wird und von einem schwarzem Pfeffermantel umhüllt ist. Dadurch bekommt auch dieses Gericht noch mehr Würze…mit dem cremigen Gruyère eine tolle Kombination!
Zur Weinbegleitung gab es:
- Riesling Tradition 2023, Weingut Robert Weil, Rheingau: Frisch, lebendig und mit klarer Säurestruktur – dieser Riesling bringt Leichtigkeit in die Cremigkeit des Gerichts und sorgt für Balance.
- Viognier Réserve 2023, Weingut Jens Zimmerle, Württemberg: Vollmundig, mit Noten von Aprikose und weißen Blüten – ein harmonischer Partner zur würzigen Käsearomatik.
…Also wenn das so weiter geht, werde ich doch noch zum (großen)Viognier-Liebhaber…(Spoiler: es gab an diesem Abend nochmal einen Viognier, aber was für einen!)



Gang 3: Kabeljau – Spitzkohl | Speck | Kapern
Der saftig gebratene Kabeljau trifft auf feinen Spitzkohl, dessen milde Süße durch salzigen Speck und die pikante Frische von Kapern kontrastiert wird. Sehr lecker dazu war auch der Oscietra Kaviar, der eine weitere leichte Salzigkeit machte.
Zur Weinbegleitung gab es:
Pinot Blanc Varnhalter Rosenwald 2022, Weingut Kopp, Baden
Feinfruchtig, mit dezenten Nussnoten und geschmeidiger Struktur – perfekt zur zarten Textur des Fisches.
Alternativ exklusiv:
Silvaner GG Casteller Schlossberg 2020, Fürstlich Castell’sche Domäne, Franken
Ein kraftvoller Silvaner mit mineralischer Tiefe und großer Länge – anspruchsvoll und präzise.



Gang 4: Hirsch – Topinambur | Preiselbeeren | Pilze
Der Hauptgang zelebriert die Wildküche: super zarter Hirschrücken, begleitet von nussiger Topinambur, erdigen Pilzen und der fruchtig-säuerlichen Frische von Preiselbeeren. Ein Spiel aus Tiefe, Wärme und Waldaromen. Zu den Pilzen…das war eine Alte Glucke…noch nie vorher gehört und sieht im Wald eher aus wie Spongebob, also eher schwammartig. Das leicht krosse was dieser Pilz beim Anbraten bekommen hat und sein tolles nussiges Aroma passte perfekt zu dem zarten Fleisch…und das ich ein Dauer Abo der Jus haben möchte…ist glaube ich inzwischen auch kein Geheimnis 😉
Die rote Weinbegleitung hier bestand aus
Spätburgunder Untertürkheimer Gips 2023, Weingut Aldinger, Württemberg
Feine Tannine, rote Beeren und elegante Würze – ein klassischer Begleiter zum Wild.
Alternativ exklusiv:
Hipperia 2022, Pago de Vallegarcia, Castilla-La Mancha
Spanischer Rotwein mit dunkler Frucht, Struktur und Tiefe – kraftvoll und dennoch ausgewogen.
Beide sehr passend zu dem Wild und den Gewürzen…so wird Essen echt immer wieder zum Erlebnis.



Das Dessert besteht aus einem Dreiklang – Predessert, Dessert und dem süßen Abschluss…
Das Pre-Dessert kann man diesmal wieder als kleinen, erfrischenden Zwischengang, der den Gaumen auf das Finale vorbereitet sehen – leicht, verspielt und präzise…eine super leckeres Mandarinensorbet mit Kaffeeespuma und Mandarinen Gel wurde auf den Tisch gestellt.
Das Dessert kam unter den Stichworten:
Apfel – Grieß | Lebkuchen
auf der Karte daher. Ein winterliches Dessert, das Kindheitserinnerungen weckt: Fruchtiger Apfel, cremiger Grieß und die warme Würze von Lebkuchen verschmelzen zu einem gemütlichen Abschluss des Menüs.
Bei den Desserts fällt es mir auch immer schwerer, diese einfach „so“ zu essen…auch wenn Cedric sagt, er mag kein Süßes…er zaubert hier immer wieder wirkliche Kunstwerke. Nicht nur visuell, sondern auch geschmacklich.
Ein letzter kleiner Gruß aus der Küche – der süße Abschluss rundet das Erlebnis harmonisch ab: es gibt Vanillekipferl Eis auf Mascarpone Creme und Vanille-Crumble…dazu der heiße Espresso…hm..



Und mein absoluter Favorit: die Kopp Viognier Beerenauslese….was für ein Dessertwein. Nicht zu süß, absolut perfekt für den Nachtisch…okay, I Love Viognier…insbesondere in dieser Form ;-)…aber auch das weitere Versucherle vom Weingut Kopp (Felsenstück Chardonnay) war sehr lecker…


Das aktuelle November/Dezember-Menü im Restaurant Cedric ist eine fein komponierte Hommage an die kalte Jahreszeit. Klassische Produkte werden modern interpretiert, Aromen clever kontrastiert und durch eine durchdachte Weinbegleitung perfektioniert. Ein Menü für Genießer, die saisonale Küche auf hohem Niveau schätzen. Die Weinauswahl, der Service…hier passt einfach alles! Vielen Dank für diesen wunderbaren Abend mal wieder!

Ein Besuch lohnt sich hier immer – nicht nur für Feinschmecker, sondern für alle, die Kulinarik als Erlebnis begreifen.
Wer mehr zu Cedric einmal wissen möchte – hier eine kleine Podcast-Empfehlung aus dem Feinschmecker (https://feinschmecker.podigee.io/163-neue-episode ) und der Link zum entsprechenden Artikel: https://www.feinschmecker.de/geniessen/aufsteiger-cedric-staudenmayer?fbclid=IwY2xjawOvdYBleHRuA2FlbQIxMABicmlkETFrOGpQRmpQSVFiT0tFc1NEc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHuGCTefAwrys8wXrizvxQ8c8pgzCjq99gPElu4AXPbodFRbLul5R5-pwEOMC_aem_uehoMlX_sAgQE7lRUnEKYA
In diesem Sinne – auf in eine kulinarische Winterzeit!
Eure Nachteule
