Die Night of the Proms (NOTP) ist kein gewöhnliches Konzert – sie ist ein musikalisches Erlebnis, das seit Jahrzehnten Klassik und populäre Musik zu einem mitreißenden Ganzen verbindet.

Ursprünglich 1985 in Belgien ins Leben gerufen, begeistert die Veranstaltung seit mehr als 30 Jahren jedes Jahr Tausende Musikfans in ganz Europa. Das Konzept? Internationale Pop- und Rockstars performen ihre Hits nicht wie üblich mit einer Standard-Band, sondern zusammen mit einem großen Sinfonieorchester und klassischem Chor. Dazu kommen klassische Meisterwerke aus der Musikgeschichte – von Beethoven über Mozart bis hin zu zeitgenössischen Komponisten
Was die Night of the Proms so besonders macht, ist die Symbiose aus unterschiedlichen Musikwelten:
- 🎼 Klassik: Werke großer Komponisten, gespielt vom renommierten Antwerp Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Dirigentin Alexandra Arrieche und dem Chor Fine Fleur (klassische Highlights und große Orchesterstücke).
- 🎤 Pop & Rock: Internationale Stars präsentieren ihre größten Hits – oft in neuen, eigens für das Event arrangierten Versionen mit Orchester und Chor.
Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Musikerlebnis, bei dem Beethoven neben Rockklassiker-Riffs und Soul-Gesang steht – ein Abend voller Kontraste und Emotionen.
Die Night of the Proms 2025 präsentiert ein faszinierendes Line-up aus internationalen Musikgrößen, die auf der Bühne der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gemeinsam mit klassischem Orchester, Chor und Band Musikgeschichte neu erleben lassen.
Zum Einstieg legen Chor, Orchester und Sänger Rob aus dem Background-Trio mit „The Greatest Show“ aus dem Zirkus-Musical-Film „The Greatest Showman“ die Messlatte hoch – und dann kommt „unser“ großer Auftritt 😉: es ist Tradition, dass es immer einen Wiener Walzer gibt, wo das Publikum bzw. die Zuhörer/Zuschauer eine Runde durch die Halle drehen dürfen…immer wieder ein Erlebnis 😊!


Und dann betritt Joss Stone die Bühne…
🎤 Joss Stone – warme Soul-Stimme mit Power
Joss Stone (Joscelyn Eve Stoker) ist eine britische Soul- und R&B-Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin, die seit Mitte der 2000er-Jahre zu den bedeutendsten Stimmen ihres Genres zählt. Sie feierte ihren Durchbruch mit dem Debütalbum The Soul Sessions, dass ihr nicht nur kommerziellen Erfolg, sondern auch internationale Anerkennung brachte. Mit Alben wie Mind Body & Soul erreichte sie Chart-Spitzenplätze und wurde für ihre warme, ausdrucksstarke Stimme vielfach gelobt. Über 15 Millionen weltweit verkaufte Tonträger unterstreichen ihre Bedeutung im modernen Soul-Pop. Stone besitzt eine reichhaltige, emotionale Stimme, die häufig mit klassischen Soul-Legenden verglichen wird, und bringt diese Intensität auch in orchestrale Arrangements ein.


Joss Stone legt mit der orchestralen Soul-Ballade „Right To Be Wrong“ und dem groovigen „You Had Me” los und so langsam wird die Schleyerhalle warm!
Und dann kommt eines der Urgesteine der New Wave Szene auf die Bühne – Midge Ure…
🎹 Midge Ure – New-Wave-Pionier mit Klassikerstatus
Midge Ure ist ein schottischer Musiker, Sänger und Songwriter, der vor allem als Frontmann der Band Ultravox zu Ruhm gelangte. In den 1980er-Jahren prägte er mit Songs wie Vienna und Dancing with Tears in My Eyes den Sound der New-Wave-Ära, in der elektronische Klänge auf eingängige Melodien trafen. Neben seiner Bandkarriere ist Ure auch als Solokünstler erfolgreich und ist bekannt für seine musikalische Vielseitigkeit sowie seine Beteiligung an sozialen Musikprojekten: Besonders bedeutend war seine Rolle als Mitbegründer des Band Aid-Projekts zusammen mit Bob Geldof, das 1984 den Charity-Song Do They Know It’s Christmas? hervorbrachte.





Er startet mit der Synthie-Pop-Nummer „Dancing With Tears In My Eyes“ von 1984 – ganz ruhig und dann wird es zum Symphonic-Rock-Hammer mit dem wunderbaren Orchester. Es folgen noch „Breathe“ von einem der Solo-Alben und dann noch , „Vienna“ , welches wiederum von Ultravox stammt. Leider waren nicht alle Gesangseinlagen diesmal live (Spoiler – im Gegensatz zum „Hauptact“ – dem junggebliebenen Alice Cooper – okay, der auch auf der Bühne rumknutschte 😉..), aber schön, ihn auch einmal live erleben zu können!
Zwischen all diesen Rockstücken finden sich immer wieder klassische Musikstücke – das ist eine der Besonderheiten der NOTP: Die Moldau, der Gefangenenchor aus Nabucco oder auch Mozart mit seinem Requiem sind nur eine kleine Auswahl, die man genießen durfte!
Dann wurde es laut – bzw. voll auf der Bühne (und eines meiner nächsten Highlights betritt die Bühne)…




🥁 Safri Duo – Die dänischen Percussion-Revolutionäre
Die ersten Trommelschläge reichen und die Stühle sind nur noch leere Plätz, weil alles Richtung Bühne vorstürmt, um Uffe Savery und Morten Friis aus der Nähe erleben zu können.
Die beiden lernten sich bereits 1977 als Kinder in Kopenhagen kennen, als sie gemeinsam in der Tivoli Garden Boys’ Guard spielten. Später studierten sie gemeinsam am Königlichen Dänischen Konservatorium für Musik, wo sie ihre klassische Ausbildung in Percussion-Instrumenten vertieften und schon früh als Safri Duo zusammen auftraten. Der Name Safri setzt sich aus den ersten Buchstaben ihrer Nachnamen (SAvery und FRIis) zusammen.
Ursprünglich war Safri Duo ein klassisch orientiertes Ensemble: Savery und Friis arrangierten klassische Werke für Schlaginstrumente wie Marimba und Vibraphon und traten damit in der klassischen Musikszene Europas, den USA und Japan auf.
Ende der 1990er-Jahre wagten sie dann einen radikalen Stilwechsel: Sie kombinierten ihre klassische Percussion-Kompetenz mit elektronischer Musik, Tribal-Beats und Dance-Elementen. Ergebnis dieser Fusion war 2000 ihr erster großer Hit „Played-A-Live (The Bongo Song)“, der mit seinen markanten Bongos und treibenden Beats nicht nur in Europa die Charts stürmte, sondern sich auch weltweit millionenfach verkaufte…und auch an diesem Abend eine absolute Hammernummer war! Was für ein Erlebnis.
Gegen später kommen sie nochmal auf die Bühne – mit dem Weihnachtsklassiker „Carol of the Bells“ auf Marimba, Vibraphon und Co., bevor das Orchester es zu einem Musikfeuerwerk steigen lässt!

Im letzten Jahr war sie schon einmal bei der NOTP dabei – da noch als „Ersatz-Annie Lennox“ an der Seite von Dave Steward, der einige Eurythmics performte…
🌟 Vanessa Amorosi – das Stimmwunder aus Australien



Vanessa Amorosi ist eine australische Singer-Songwriterin und Recording-Artist, die seit Ende der 1990er-Jahre international erfolgreich ist. Ihr Durchbruch gelang mit Hits wie Absolutely Everybody, die nicht nur in Australien große Chart-Erfolge feierten, sondern auch in vielen europäischen Ländern hohe Platzierungen erreichten – und natürlich auch gestern Abend nicht fehlen durfte und zwar in einer wunderbaren Version mit dem Chor Fine Fleur im Vordergrund. Schon sehr früh in ihrer Karriere trat sie bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen 2000 auf, wo sie Heroes Live Forever sang und so einem riesigen Publikum erstmals weltweit ins Bewusstsein rückte.
Aber sie kann auch Covers verdammt gut – so startet sie mit dem Doors-Cover „Light My Fire“….und – eine wirklich große Ehre: sie singt die Hymne der Proms in ihrer Version – nämlich „Music“ von John Miles, der leider vor einigen Jahren verstorben ist und viele Jahre die Proms mitgeprägt hat, u.a. mit seiner Darbietung von „Music“…unvergessen!
Ein weiteres Highlight dieses Jahr waren die Duette zwischen den unterschiedlichen Künstlern so sangen Vanesa Amorosi und Joss Stone „Voulez-vous coucher avec moi“ und dann noch stimmgewaltig „“It’s Raining Men“ zusammen und Joss Stone hatte mit dem diesjährigen deutschen Künstler auch noch ein wunderbares Duett zum Song „Ordinary“.


Und dann ist er…der deutsche Künstler der diesjährigen Proms…
🎵 Michael Schulte – Singer-Songwriter aus Deutschland
Michael Schulte ist ein deutscher Singer-Songwriter, der besonders durch seinen vierten Platz beim Eurovision Song Contest 2018 mit dem berührenden Song You Let Me Walk Alone bekannt wurde, der nicht nur im ESC-Finale große Aufmerksamkeit erhielt, sondern auch zu einem seiner Signatur-Stücke wurde..und auch an diesem Abend nicht fehlen durfte. Schulte begann seine Karriere über YouTube-Covern und durchlief 2012 als Teilnehmer von The Voice of Germany eine nationale Bekanntheitssteigerung. Seitdem ist er ein fester Bestandteil der deutschsprachigen Popmusikszene und sang u.a. noch seine Lieder „Falling Apart“ und „Back to the Start“ auf der Proms-Bühne.



Und dann kam er…(endlich)…
🎸 Alice Cooper – Die Rock-Ikone und „Godfather of Shock Rock“
Alice Cooper, eigentlich Vincent Damon Furnier, gehört zu den größten Legenden der Rockmusik und gilt als Godfather of Shock Rock. Seit den frühen 1970er-Jahren prägt er die Bühne mit einer Mischung aus theatralischer Performance, düsterem Glamour und eindringlichem Hard-Rock-Sound. Seine Karriere begann in Detroit/USA und führte über frühe Erfolge mit Klassikern wie School’s Out, Poison und No More Mr. Nice Guy zu einem Status als Kult-Rockstar. Besonderheit seines Auftritts ist die visuelle Inszenierung – schwarze Schminke, Theater-Elemente und eine charismatische, provokante Bühnenpräsenz gehören seit Jahrzehnten zu seinen Markenzeichen. Cooper hat nicht nur den Hard Rock geprägt, sondern auch die Art und Weise, wie Live-Shows als Spektakel inszeniert werden. Auch wenn es diesmal vergleichsweise brav zugeht..auch wenn seine Frau Sheryl Goddard als Tänzerin dabei ist, die ihn sonst auch schon mal enthauptet oder erhängt auf der Bühne, diesmal gab es einen innigen Kuss zum Schluss von seiner Ballade „Only Women Bleed“ von den beiden! Immerhin sind beide schon seit 50 Jahren verheiratet!














Sheryl Goddard, eine ausgebildete Tänzerin (u.a. auch im Ballet), hatte kurz davor beim Klassik-Stück zu einer kaputten Marionette schon einen ersten Auftritt an diesem Abend. Begleitet werden beide von Gitarrist Tommy Henriksen und Gitarristin Nita Strauss.
Gestartet wurde mit einem meiner liebsten Songs von ihm – nämlich „Poison“. Nach seiner Kuss-Szene kündigte er einen Song an, den er eigentlich nie auf einer Bühne spielt, weil man dazu dieses wunderbare Orchester benötigt, um ihn richtig darstellen zu können – nämlich „Might As Well Be On Mars“ – und es war ein wirkliches Hörerlebnis mit Band, Orchester und Chor.
Mit „School’s Out“ in weißem Frack und weißem Zylinder ging es in den großen Abschluss und anschließend kamen alle Künstler nochmal gemeinsam auf die Bühe und sangen „Come Together“ von den Beatles.



Und dann war es auch schon wieder 23 Uhr – nach knapp 2,5 Stunden absolutem Hörgenuss – ging es dann nach Hause und mit großer Freude sind wird auf 2026 gespannt, welche Künstler uns da überraschen und hoffentlich auch wieder begeistern werden – denn die Tickets haben wir uns nämlich gleich an diesem Abend wieder gekrallt (noch gab es die besten Plätze nämlich zur Auswahl 😉)!
In diesem Sinne – das waren jetzt doch ein paar gute Empfehlungen für eure Musik-Playliste oder 😉!
Eure Nachteule