Der hyggelige-kulinarische Adventskalender – Türchen Nr. 2: Champignonpfanne und Weihnachtsgurke

Am 2. Dezember wird es herzhaft – ein typischer Geruch, den ich mit einem „Weihnachtsmarkt“ verbinde, ist der von frisch gebratenen Champignons in Knoblauchsoße. Zwischen Glühwein, Gebäck und Lichterketten ist die dampfende Champignonpfanne ein herzhafter Ausgleich für zwischendurch – vegetarisch, würzig, sättigend und einfach gemütlich.

Hier ein erprobtes Rezept für eine Weihnachtsmarkt-Champignonpfanne mit Knoblauch-Dip

Zutaten (für 2 Portionen)

  • 400 g Champignons (gemischt oder nur braun)
  • 2–3 EL Butter oder Öl
  • Frischkäse
  • 1 Zwiebel, fein gewürfelt oder in Ringe schneiden
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL getrocknete Kräuter (z. B. Thymian, Oregano)
  • Salz & Pfeffer
  • etwas Petersilie

Knoblauch-Dip

  • 200 g Schmand oder Crème fraîche
  • 2–3 Knoblauchzehen (oder 1 TL Knoblauchpaste)
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer

Zubereitung

Butter in einem Topf schmelzen und die Pilze mit den Zwiebelringen hineingeben. Deckel auf den Topf setzen und die Pilze ein paar Minuten lang dünsten und gelegentlich umrühren. Mit Salz, Pfeffer würzen und in den Kochsud (die Pilze geben eigenen Saft ab), 2-3 Esslöffel Frischkäse einrühren. 2 – 3 Minuten weiter garen, dann sollten die Pilze fertig sein. Gerne kann man dazu jetzt noch Knoblauchdip servieren – aber der Frischkäse macht die Champignons schon jetzt schön cremig!

In einer kleinen Holzschale – wie auf dem Weihnachtsmarkt – wirkt es besonders authentisch.
Und: Ein Gläschen Weißwein oder Federweißer passt erstaunlich gut dazu.

Noch was zum Schmunzeln zum Schluss…die Gurke im Weihnachtsbaum – eine deutsche Tradition?

Die Weihnachtsgurke – ein gläserner Christbaumschmuck in Form einer Gewürzgurke, der im Weihnachtsbaum versteckt wird – gilt heute als ein humorvoller und oft nostalgischer Brauch. Obwohl in den USA weit verbreitet, ist ihre tatsächliche Herkunft bis heute unklar. Häufig wird behauptet, der Brauch stamme aus Deutschland, doch historische Belege fehlen weitgehend. Während viele Amerikaner überzeugt sind, dass kein deutscher Weihnachtsbaum ohne die „typisch deutsche“ Gurke auskommt, ist sie hierzulande lange Zeit kaum bekannt gewesen.

Bei der Weihnachtsgurke handelt es sich um eine grüne Glasgurke, die zwischen den Zweigen des Christbaums versteckt wird. Durch ihre ähnliche Farbe ist sie schwer zu entdecken – und genau darin liegt der Reiz des Brauchs. Besonders in den Vereinigten Staaten gehört das Suchen der sogenannten Christmas Pickle für viele Familien fest zur Bescherung.

Traditionell müssen Kinder oder Gäste am Weihnachtsabend die gut verborgene Gurke im Baum finden. Wer sie zuerst entdeckt, erhält eine Belohnung – oft darf der Finder das erste Geschenk öffnen oder bekommt ein zusätzliches kleines Präsent. Die Art der Belohnung ist von Familie zu Familie unterschiedlich, doch der spielerische Wettstreit gehört überall dazu.

Rund um die Weihnachtsgurke existieren verschiedene Erklärungsversuche und Legenden. Eine volkstümliche Erzählung besagt, dass der Brauch im frühen 20. Jahrhundert entstand, als viele Familien wenig Geld hatten. Um dennoch Spannung in die Bescherung zu bringen, wurde nur das Kind beschenkt, das die Gurke im Weihnachtsbaum fand.

Bekannter und deutlich verbreiteter ist jedoch die Legende des Soldaten John Lower. Der deutschstämmige US-Soldat John C. Lower kämpfte im Amerikanischen Bürgerkrieg und geriet dort in Gefangenschaft. Schwer krank, entkräftet und dem Hungertod nahe, soll ihm ein Wachmann aus Mitleid eine einzige eingelegte Gurke geschenkt haben. Diese kleine Gabe habe ihm – so die Erzählung – die nötige Kraft gegeben, die Gefangenschaft zu überstehen. Nach dem Krieg kehrte Lower zu seiner Familie zurück und führte aus Dankbarkeit einen persönlichen Brauch ein: Jedes Jahr hängte er eine Glasgurke in den Weihnachtsbaum, als Symbol für Hoffnung, Glück und das Überleben in einer dunklen Zeit.

Obwohl diese Geschichte historisch nicht belegt ist, gehört sie zu den beliebtesten Ursprungsmythen des Gurkenbrauchs und verleiht der Weihnachtsgurke einen menschlich-berührenden Hintergrund, der gut zur warmherzigen Weihnachtsstimmung passt. Ob die Tradition tatsächlich aus Deutschland stammt, ist umstritten. Historiker vermuten, dass Glasgurken um 1900 in Bayern und Thüringen zumindest als Christbaumschmuck bekannt waren. Unterstützt wird diese These durch den Fund einer alten Produktionsform, die der Glasbläser Gernot Weigelt besitzt und die auf diese Zeit datiert wird.

Inzwischen erfreut sich die Weihnachtsgurke auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Viele der heute verkauften Glasgurken stammen sogar aus deutschen Glasbläserwerkstätten. Es gibt sie in zahlreichen Varianten – glänzend, matt, mit Glitzer, mit Schneeeffekt oder in unterschiedlichen Größen.

In diesem Sinne – esst ruhig die Plätzchen weiter – ich kümmere mich um den (Glüh)Wein!

Eure Nachteule

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