Happy Champagner Day!

Jedes Jahr am vierten Freitag im Oktober feiern Genießer weltweit den Champagner Day – eine Hommage an eines der edelsten Getränke der Welt. Heute dreht sich im Blogbeitrag alles um feine Perlen, französische Eleganz und das besondere Handwerk, das aus einfachen Trauben ein Symbol für Lebensfreude macht.

Der #ChampagneDay wurde 2009 von einem amerikanischen Weinliebhaber, nämlich dem kalifornischen Blogger und Weintutor Chris Oggenfuss ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem weltweiten Event entwickelt. Unter dem Hashtag #ChampagneDay stoßen Fans auf Social Media gemeinsam an – von Paris bis Tokio, von Reims bis München, von Sylt bis ins Remstal!

Was macht Champagner so besonders?

Nicht jeder Schaumwein darf sich Champagner nennen. Der Name ist geschützt und darf ausschließlich für Weine verwendet werden, die aus der französischen Region Champagne stammen.

Die wichtigsten drei Hauptrebsorten sind Chardonnay (weiße Rebe), Pinot Noir (rote Reben, mit 38 % macht sie den größten Anteil aus) und Pinot Meunier (rote Reben, mit 32 %) – spannender Fact: also sind 70% der Champagner Reben rot 😉.

Neben diesen drei Hauptrebsorten sind noch vier weitere Rebsorten für die Champagnerproduktion zugelassen: Arbane (eine seltene weiße Sorte), Petit Meslier (auch eine seltene weiße Rebsorte), Pinot Blanc (Weißburgunder) und Formenteau (Pinot Gris / Grauburgunder).  Diese Sorten machen jedoch nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Rebfläche aus, nämlich nur ca. 0,3 %.

Wer noch ein bisschen mehr zu den Besonderheiten der Rebsorten wissen möchten – hier kann ich euch folgenden Artikel empfehlen: https://www.einfachweinkaufen.de/magazin/champagner-rebsorten/cm-23/

Die Reben werden von Hand gelesen und nach der sogenannten méthode champenoise verarbeitet – einer zweiten Gärung in der Flasche, bei der die berühmten Perlen entstehen.

Der Champagner hat eine faszinierende Vergangenheit. Lange Zeit war er ein „Unfallwein“, weil Winzer im kalten Norden Frankreichs mit ungewollter Nachgärung kämpften. Erst Dom Pérignon, ein Benediktinermönch des 17. Jahrhunderts, verfeinerte die Techniken, die später zum Erfolgsrezept wurden – auch wenn der berühmte Ausruf „Komm schnell, ich trinke Sterne!“ wohl eher Legende als Fakt ist.

Die ideale Serviertemperatur beträgt  8–10 °C – zu kalt verliert er Aroma, zu warm wirkt er flach und der beste Moment für Champagner? Hm…eigentlich geht so ein Gläschen immer 😉. Und zum wahren Genuss wird er mit einer Portion Pommes und Currywurst – glaubt ihr nicht? Dann einfach mal probieren 😊!

Beim Thema, was ist das perfekte Glas für den Champagner geht es manchmal hoch her – die einen bevorzugen die „Flöte“, weil hier die Bubbles /Bläschen so schön aufsteigen (mehr aber auch nicht 😉) und die anderen greifen eher zum „Tulpen“-Glas, was auch mein Favorit wäre. Hier hat der Wein und auch der Champagner mehr Raum sich zu entfalten, was Aroma, Geschmack und Textur angeht. Dadurch das beim Tulpenglas die Öffnung etwas enger wird, kann auch die Kohlensäure nicht ganz so schnell entweichen – also „the best of both worlds“ zwischen Perlen und Aromatik.

Wenn es also einen „Champagner-Moment“ geben soll – dann gerne die Flöte nehmen und sonst eher zur Tulpe greifen. Manche Weinexperten bevorzugen sogar ein universelles Weissweinglas für den Champagner.

Wenn man Champagner hört, dann denken viele an die große Champagnerhäuser wie Moët & Chandon, Veuve Cliquot, Bollinger, Pommery, Taittinger, Ruinart (das älteste Champagnerhaus, gegründet 1729), Krug, Laurent-Perrier, Piper-Heidsieck & Charles-Heidsieck ( die ich fast letzte Woche in Erfurt probiert hätte, wenn die Flaschen nicht aus gewesen wären…schade).

Aber es gibt noch weitere, kleinere „Juwelen“ in der Champagne und ein paar würde ich euch gerne vorstellen:

Leclerc Briant – Vision und Tiefe https://www.leclercbriant.fr/

Ein Pionier des biodynamischen Champagners. Das Haus aus Épernay arbeitet seit Jahrzehnten naturnah und experimentierfreudig. Besonders faszinierend ist der „Abyss“, ein Champagner, der nach dem Degorgieren in 60 Metern Tiefe im Atlantik reift – vor der bretonischen Insel Ouessant. Durch die konstante Temperatur und den leichten Druck des Meeres entwickelt er eine markant salzig-mineralische Aromatik, fast wie eine maritime Brise im Glas. Der Vertrieb in Deutschland läuft u. a. über den Riegel Weinimport aus dem Raum Konstanz, der auch in einer Folge des Podcasts Terroir & Adiletten über genau diese Besonderheiten spricht.

Mehr zum Podcast gibt es gleich und hier noch der Link zum Artikel über das Champagner-Tasting mit Leclerc Briant bei Daniel’s Weine vor Kurzem : https://nachteuleblog.com/2025/10/12/vom-weinberg-zu-den-perlen-der-tiefe-ein-champagnerabend-mit-leclerc-briant-bei-daniels-weine-in-winterbach/

Billecart-Salmon – Feinheit, Finesse, Familiengeist ( mein absoluter Lieblingschampagner zur Zeit) https://www.champagne-billecart.fr/en

1818 in Mareuil-sur-Aÿ gegründet, ist Billecart-Salmon bis heute in Familienbesitz – mittlerweile in der 7. Generation. Ihr Stil gilt als Musterbeispiel für Präzision, Frische und Balance.
Der Brut Rosé ist eine Legende: hell, zart, elegant – ein Symbol für Understatement und Harmonie. Die Prestige-Cuvée Clos Saint-Hilaire, aus einem winzigen, ummauerten Ein-Hektar-Weinberg hinter dem Haus, gehört zu den seltensten Champagnern überhaupt: reinsortiger Pinot Noir, im Holz vergoren, komplex und samten.
Auch die Cuvée Elisabeth Salmon Rosé steht für pure Raffinesse und Alterungspotenzial – ein Champagner, der sowohl zum Festmenü als auch zum stillen Moment passt.

Nicolas Feuillatte – moderne Eleganz mit französischem Esprit https://nicolas-feuillatte.com/

Wer in Frankreichs Brasserien oder in guten Hamburger Restaurants Champagner bestellt, hat gute Chancen, ein Glas Nicolas Feuillatte im Kelch zu finden – so auch im charmanten Petit Bonheur (https://www.petitbonheur-restaurant.de/ ) in Hamburg, wo der Rosé mit seiner leuchtend lachsfarbenen Eleganz und zarten Perlage serviert wird.

Das Haus Nicolas Feuillatte wurde 1976 gegründet und ist damit jung im Vergleich zu den traditionsreichen Grand Maisons – und doch zählt es heute zu den größten Champagnerproduzenten Frankreichs. Dahinter steht die Coopérative Centre Vinicole – Champagne Nicolas Feuillatte, die über 4.500 Winzer vereint. Diese Struktur ermöglicht es, hochwertige Trauben aus fast allen Teilregionen der Champagne zu beziehen – von der Montagne de Reims bis zur Côte des Blancs.

Der Rosé Réserve Exclusive ist ein Paradebeispiel für den modernen Champagnerstil: fruchtbetont, fein ausbalanciert, mit Noten von Walderdbeeren, Himbeeren und einem Hauch roter Johannisbeere.

Und jetzt gibt es noch Champagner zum Hören – Podcast-Empfehlungen für Genießer

Champagner ist nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Thema, das inspiriert. Wer tiefer eintauchen möchte, findet im Podcast-Universum spannende Geschichten:

  • Geschichten aus der Geschichte (GAG) hat gleich mehrere Folgen dem Thema gewidmet. Besonders hörenswert:
    • „Wie der Champagner zu seinen Bläschen kam“ – über die Entstehung des Schaumweins und die wissenschaftliche Faszination dahinter. (Folgen 26) www.geschichte.fm/podcast/zs26
    • „Barbe-Nicole Ponsardin – die Witwe, die den Champagner erfand“ (Folge 395, April 2023) – ein fesselndes Porträt der legendären Madame Clicquot. (www.geschichte.fm/archiv/gag395/
  • Terroir & Adiletten: Der charmant-chaotische Weinpodcast mit Sommelier Willi Schlögl und Rapper Curly widmet sich regelmäßig der Champagne. Besonders spannend sind die Episoden rund um Peter Riegel (Riegel Weinimport, Konstanz), der u. a. über den biodynamischen Stil von Leclerc Briant und die Idee des „Abyss“ spricht. (www.terroirundadiletten.podigee.io/176-peter-riegel)

„In victory, you deserve Champagne. In defeat, you need it.“
Winston Churchill

In diesem Sinne – Santé!

Eure Nachteule

Seelisch stark ins Leben – zur Woche der Seelischen Gesundheit & dem Welttag der psychischen Gesundheit

Wir sind gerade mittendrin – in der bundesweiten Woche der seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober – einer Aktionszeit, die dazu einlädt, über psychisches Wohlbefinden zu sprechen, Belastungen offen anzusprechen und Bewusstsein für mentale Gesundheit zu schaffen. Den Auftakt bildete der 10. Oktober, der internationale Tag der psychischen Gesundheit (World Mental Health Day), der als internationale Thema: Mental Health in humanitarian emergencies – also den Zugang zu Diensten für die psychische Gesundheit in Katastrophen und Notlagen hatte. Mehr dazu findet ihr unter https://www.who.int/campaigns/world-mental-health-day/2025 und am 11. Oktober folgte dann der Welthospiz- und Palliativversorgungstag, zu dem es ja bereits einen Blogbeitrag gegeben hat: https://nachteuleblog.com/2025/10/11/heute-ist-der-welthospiz-und-palliativversorgungstag-11-oktober-2025/

Warum diese Woche so wichtig ist…

Psychische Gesundheit betrifft uns alle. Etwa jede*r vierte Mensch erlebt im Laufe des Lebens eine psychische Krise oder Erkrankung – Depressionen, Ängste, Burnout, Erschöpfung oder Anpassungsschwierigkeiten gehören längst zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Trotzdem wird noch immer viel zu selten offen darüber gesprochen. Die Woche der Seelischen Gesundheit möchte genau das ändern: Austausch fördern, Aufklärung leisten und Brücken bauen – zwischen Betroffenen, Angehörigen, Fachleuten und der Gesellschaft.

Das Motto 2025 lautet: „Lass Zuversicht wachsen – psychisch stark in die Zukunft“

Es lädt dazu ein, Schutzfaktoren zu stärken, Hoffnung zu fördern und Wege zu finden, wie wir als Einzelne und als Gemeinschaft resilienter mit den Herausforderungen unserer Zeit umgehen können. Mehr dazu findet ihr u.a. auch hier: https://www.seelischegesundheit.net/aktionen/aktionswoche/?utm_source=chatgpt.com

Was bedeutet psychische Gesundheit eigentlich?

Psychische Gesundheit ist mehr als das Fehlen von Krankheit. Sie beschreibt einen Zustand innerer Balance und Lebenskraft, in dem wir unser Potenzial entfalten, Beziehungen gestalten, Herausforderungen meistern und Sinn in unserem Leben finden können. Sie zeigt sich nicht in permanenter Glückseligkeit, sondern in der Fähigkeit, mit schwierigen Gefühlen, Krisen und Veränderungen umzugehen – und dabei handlungsfähig zu bleiben.

Wichtige Bausteine seelischer Gesundheit sind:

  • Emotionale Kompetenz – eigene Gefühle wahrnehmen, annehmen und ausdrücken
  • Resilienz – mit Belastungen umgehen, Krisen überstehen
  • Soziale Verbundenheit – Beziehungen pflegen, Unterstützung annehmen
  • Sinn & Orientierung – Werte, Ziele, Lebensfreude finden
  • Selbstfürsorge – gut mit sich selbst umgehen, Grenzen wahren

Diese Fähigkeiten können wir stärken – durch Wissen, Übung und den offenen Austausch über mentale Gesundheit. Denn die Anforderungen des modernen Lebens nehmen stetig zu: ständige Erreichbarkeit, Leistungsdruck, Unsicherheiten, Krisen und Informationsflut. Viele Menschen fühlen sich überfordert, erschöpft oder einsam – oft lange, bevor sie sich Hilfe suchen. Gerade deshalb ist Aufklärung und Prävention so entscheidend: Je früher wir Anzeichen erkennen, desto eher können wir gegensteuern. Das Bewusstsein für psychische Gesundheit hilft, Leid zu verringern – und Lebensqualität zu fördern.

Was du selbst tun kannst

Schon kleine Schritte können helfen, seelische Gesundheit zu stärken:

  • Gönn dir Pausen, Bewegung und bewusste Atemmomente.
  • Sprich über das, was dich beschäftigt – offene Worte entlasten.
  • Pflege Kontakte, die dir guttun, und setze Grenzen, wo nötig.
  • Informiere dich über Hilfsangebote und sprich andere an, wenn du dir Sorgen machst.
  • Übe dich in Mitgefühl – mit anderen und mit dir selbst.

Jede*r von uns kann zu einem verständnisvolleren Umgang mit psychischer Gesundheit beitragen.

MHFA – Psychische Erste Hilfe lernen mit / bei Educativio – also mit / bei mir 😉

Wer lernen möchte, wie man andere in seelischen Krisen kompetent unterstützt, kann sich gezielt weiterbilden – z. B. mit den MHFA-Kursen (Mental Health First Aid) oder auch individuellen Kursen zu diesen Themen, wie z.B. auch speziellen Kursen nach den Grundlagen der DGUV-Information 206-017.

MHFA steht generell für „Erste Hilfe für psychische Gesundheit“. In diesen praxisnahen Kursen lernst du:

  • psychische Krisen früh zu erkennen,
  • angemessen zu reagieren,
  • zuzuhören und Sicherheit zu vermitteln,
  • professionelle Hilfewege zu kennen – und
  • Grenzen und Selbstfürsorge zu beachten.

Ob privat, beruflich oder ehrenamtlich – MHFA vermittelt dir das Wissen und die Haltung, um Menschen in seelischen Belastungssituationen beizustehen, bis fachliche Hilfe verfügbar ist.

Nächste MHFA-Kurse bei Educativio

Die nächsten Termine für Kurse nach dem MHFA-Konzept des Zentralinstitut für seelische Gesundheit findest du auf meiner Website:👉 www.educativio.de

Für spezielle Themen oder individualisierte Anfragen – schreibt mir gerne ein Mail an geckeler@educativio.de

Ein kleines Fazit zum Schluss noch: Seelische Gesundheit geht uns alle an

Die Woche der Seelischen Gesundheit und der Welttag am 10. Oktober erinnern uns daran:
Psychische Gesundheit ist kein Luxus – sie ist die Grundlage für Lebensfreude, Beziehungen, Lernen und Arbeit. Indem wir über mentale Gesundheit sprechen, Verständnis fördern und Wissen teilen, schaffen wir eine Kultur des Hinsehens und der Unterstützung.
Lass uns gemeinsam daran mitwirken – jeden Tag ein bisschen mehr Zuversicht wachsen zu lassen.

#MentalHealth #SeelischeGesundheit #MHFA #Educativio #PsychischeErsteHilfe #WocheDerSeelischenGesundheit #WorldMentalHealthDay

Vom Weinberg zu den Perlen der Tiefe – ein Champagnerabend mit Leclerc Briant bei Daniel‘s Weine in Winterbach

Winterbach, 10. Oktober 2025 – Ein Blick in den wunderbar heimeligen Weinkeller und der elegant gedeckte Tisch machen schon in den ersten Minuten Lust auf den vor uns liegenden Champagnerabend bei Daniel’s Weine und den Champagner von Leclerc Briant: also auf in eine Reise durch die sinnliche Welt eines Hauses, das für biodynamische Eleganz und handwerkliche Tiefe steht.

Als Gastgeberin des Abends führte Eugénie Lemaire charmant und kenntnisreich durch das Schaffen des traditionsreichen Hauses aus Épernay, das 1872 gegründet wurde und heute zu den spannendsten Adressen der Champagne zählt (https://www.leclercbriant.fr). Begleitet von Linda Vogt vom Weinhaus Riegel aus Orsingen, die zu den Generalimporteuren für Leclerc Briant zählen für Deutschland (www.riegel.de) und Daniel Hasert natürlich.

Bevor es zu den Stars des Abends geht – ein kurzer Ausflug in die Champagne – ins Hause Leclerc Briant:

Das Weingut Leclerc Briant liegt in der Region Champagne, genauer gesagt im Département Marne im Nordosten Frankreichs. Die Stadt Épernay – das Herz der Champagne, wird oft als „Hauptstadt des Champagners“ bezeichnet und liegt am rechten Ufer der Marne, südlich von Reims, umgeben von berühmten Weinbauorten wie Cumières, Aÿ, Mareuil-sur-Aÿ und Hautvillers.

Épernay ist das Zentrum vieler großer Champagnerhäuser – hier befinden sich auch Moët & Chandon, Perrier-Jouët, Pol Roger und eben Leclerc Briant.

Leclerc Briant ist ein Champagnerhaus mit Wurzeln im 19. Jahrhundert, das sich seither durch Innovation, Biodynamie und mutige Konzepte profiliert hat. Der Ursprung liegt im Jahr 1872, als Lucien Leclerc in Cumières ein Weingut gründete. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich von einem Familienweingut zum Maison de Négociant: 1955 zog das Haus nach Épernay, in die Chemin de la Chaude Ruelle, und unter der Leitung von Bertrand Leclerc und seiner Frau Jacqueline Briant wurde das Haus in dieser neuen Struktur geführt. Ein prägendes Element in der Geschichte von Leclerc Briant war frühzeitig der Fortschritt ins Ökologische. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts setzte Bertrand Leclerc erste Ansätze biologischer Bewirtschaftung um, und sein Sohn Pascal verfolgte diese Linie weiter, sodass heute das gesamte Weingut biologisch und biodynamisch zertifiziert ist.

Das Haus selbst besitzt ein kleines Kernstück Weinberge – unter anderem die berühmte Parzelle La Croisette mitten in Épernay.

Unter der neuen Eigentümergeneration – seit 2012 – haben Leclerc Briant und seine Führungskräfte eine kreative Renaissance erlebt. Das Haus wird von Mark Nunelly und Denise Dupré (US-Investoren) unterstützt, und Frédéric Zeimett, ein gebürtiger Champenois mit langjähriger Erfahrung in der Weinwelt, übernahm Führungsaufgaben. Unter Zeimetts Leitung wurden spektakuläre Projekte realisiert: Beispielsweise die Cuvée Abyss, die zwölf Monate unter Wasser bei 60 Metern Tiefe gereift ist – ein Versuch, das Meeressubstrat in Verbindung mit dem kalkhaltigen Boden der Champagne einzubeziehen.

Das Sortiment von Leclerc Briant teilt sich heute in verschiedene Linien:

  • Classics – die Standard-Cuvées wie Réserve Extra Brut, Rosé Extra Brut, Blanc de Blancs, Rosé de Saignée u. a.
  • Single Vineyards / Sélections Parcellaires (Einzellagen) – sortentypische, parzellenbezogene Weine mit stärkerer Identität.
  • Specialities – limitierte, innovative Projekte wie der bereits erwähnte Abyss

Ein prickelnder Auftakt – Rosé Extra Brut (94 Punkte – Suckling)

Der Abend begann mit dem Champagne Rosé Extra Brut – zart kupferfarben im Glas, mit Noten von roten Beeren – hauptsächlich Erdbeeren und Himbeeren, Brioche und Passionsfrucht kommt in die Nase. Geerntet 2021, im Juni 22 abgefüllt und ab Juni 24 degogiert – bestehend aus 89 % Chardonnay und 11% Pinot Noir und einer Dosage von 3,5 g/L – also klassisch extra brut. Ein eleganter, leicht zu trinkender Einstieg – dazu eine leckere Auswahl an französischem Käse und Salami und Schinkenspezialitäten (auch aus Deutschland), sowie verschiedenen Brotsorten und Olivenöl.

Kraft und Balance – Extra Brut Réserve

Der Champagne Extra Brut Réserve zeigte sich komplexer, nussiger, mit Aromen von Apfel, Hefe und etwas Honig. Assemblage aus 42 % Pinot Noir, 33 % Chardonnay und 25 % Pinot Meunier und einer Dosage unter 4,5 g/L. Seine feine Mineralität harmonierte wunderbar mit der leckeren Quiche Lorraine und den herzhaften Canapés, die Steffi wieder für uns auf den Tisch zauberte: Canapés: Lachs mit Dill, Paté mit Pistazien, Roastbeef mit Preiselbeeren und Walnuss, Birne auf Ziegenkäse. Die Kombination war so abgestimmt, dass jeder Bissen das Spiel der Perlage neu beleuchtete und ebenso perfekt zu Champagner Nr. 3 passte (der einer meiner Favoriten an diesem Abend war!)

Eleganz aus der Tiefe – 2016 Blanc de Meuniers Premier Cru

Der Blanc de Meuniers 2016 offenbarte die Rebsorte in Reinkultur: cremig, mit feinen Röstaromen und einem langen, salzig-mineralischen Abgang. Hier zeigte sich die Philosophie von Leclerc Briant in voller Klarheit – Natur, Geduld und Präzision als Grundlage wahrer Eleganz…Vinifiziert und 9 Monate in Eichenfässern gereift und einer Dosage von 2,4 g/L….ja, den könnte man gerne den ganzen Tag trinken 😉!

Sinnliche Intensität – Rosé de Saignée Extra Brut

Dann kam der Rosé de Saignée Extra Brut – kräftiger, dunkler, mit saftigen Noten von Himbeere und Granatapfel. 100 % Pinot Noir mit einer Dosage von 3,3 g/ L. – sehr passend zur super cremigen Königin-Pastete.

Was heißt eigentlich Saigneé?

Beim Rosé de Saignée werden rote Trauben (z. B. hier Pinot Noir) kurz auf der Maische liegen gelassen – das heißt, der Saft bleibt eine Zeitlang in Kontakt mit den Beerenschalen, in denen die Farbstoffe (Anthocyane) sitzen. Nach einigen Stunden – je nach gewünschter Farbintensität – wird ein Teil des Mostes abgezogen, also „abgeblutet“ (saignée).

Dieser Saft wird dann wie ein Weißwein weiterverarbeitet, also ohne Schalen vergoren. Das Ergebnis ist ein kräftiger, aromatischer und farbintensiver Roséwein oder Roséchampagner.

🍇 Unterschied zum „Rosé d’Assemblage“

In der Champagne gibt es zwei zugelassene Methoden, Rosé herzustellen:

  1. Rosé d’Assemblage – hier wird einfach etwas Rotwein (aus Pinot Noir oder Meunier) zum weißen Grundwein gegeben.
    Das ergibt meist zartere, hellere, elegantere Rosés.
  2. Rosé de Saignée – hier stammt die Farbe direkt aus der Maischestandzeit, also natürlich aus den Traubenschalen.
    Das ergibt kräftigere, komplexere, oft würzigere Champagner, mit Aromen von roten Früchten, Gewürzen und einer spürbareren Tanninstruktur.

Und dann kam das „Grande Finale“ aus den Tiefen des Meeres:  2018 „Abyss“ Brut Nature

Zum Höhepunkt wurde es wortwörtlich tiefgründig: Der Champagne Abyss 2018 – zwölf Monate lang in 60 Metern Tiefe in der Bucht von Ouessant unter Wasser gereift. Die Spuren des Meeres waren auf der Flasche noch sichtbar: Muschelreste, Algen, Patina. In der Nase: salzige Meeresbrise, Kalk, getrocknete Früchte und ein bisschen Zitrone würde ich sagen. Am Gaumen: vibrierend, pur, fast meditativ. Ein Champagner, der nach Abenteuer schmeckt – und nach der Ruhe der Tiefe.

Eugénie Lemaire erzählte dazu, wie das Meer die Flaschen sanft bewegt und eine einzigartige Reife fördert. Sehr spannend war die Veränderung am Korken zu sehen – außen fast schwarz und teilweise zersetzt und innen, Richtung Wein, ein komplett intakter unveränderter Korken.

Eine Assemblage aus 34 % Pinot Noir, 33 % Pinot Meunier und 33 % Chardonnay und einer Dosage von 1,63 g/L – ein Champagner, auf den ich mich sehr gefreut habe, da ich davon in  Folge 171: Karneval in Bio mit Peter Riegel des Podcasts „Terroir und Adiletten von Willi Schlögl und Curly gehört hatte (https://terroirundadiletten.podigee.io/176-peter-riegel) und neugierig wurde.

Mein Fazit

Ich bin ein bisschen eigen, was zu viel Hefe in einem Champagner angeht – aber das war an diesem Abend nicht der Fall – das war ein Abend, der mehr war als eine Verkostung: eine Reise durch Landschaften, Terroirs und Texturen, getragen von Leidenschaft, Handwerk und der Magie des Champagners. Und Daniel und sein Team beweisen einmal mehr, dass Wein und auch Champagner hier nicht nur verkauft, sondern zelebriert werden – mit Herz, Wissen und dem Gespür für besondere Momente. Und ich freue mich schon auf die nächsten interessanten Termine 2026 (aber auch dieses Jahr kommt noch der eine oder andere spannende Abend – seid gespannt 😉!)

In diesem Sinne: manche Champagner erzählen Geschichten – andere flüstern Legenden.

Eure Nachteule

Heute ist der Welthospiz- und Palliativversorgungstag – 11.Oktober 2025

Der Welthospiz- und Palliativversorgungstag (auf Englisch World Hospice and Palliative Care Day, kurz WHPCD) wird jährlich am zweiten Samstag im Oktober begangen und soll das Bewusstsein für Hospiz- und Palliativarbeit stärken. Er erinnert daran, dass das Thema Sterben oft tabuisiert ist, und lenkt Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse schwerstkranker Menschen und ihrer Angehörigen. Der internationale Aktionstag wurde 2005 initiiert von der Worldwide Hospice Palliative Care Alliance (WHPCA) als gemeinsamer Tag der Aufmerksamkeit für Hospiz und Palliativversorgung weltweit.

Der Hospiz-Gedanke und seine Wurzeln

Der Begriff „Hospiz“ geht historisch auf Orte der Zuflucht zurück, die Pilger, Reisende oder Sterbende aufnahmen. Im modernen Sinne entstand die Hospizbewegung im 20. Jahrhundert. Ein Schlüsselmoment war die Arbeit von Dame Cicely Saunders, die in den 1960er Jahren in Großbritannien das Konzept der Palliativpflege mitprägte. Sie setzte sich dafür ein, dass Schmerz gelindert und Menschen auch in ihrer letzten Lebensphase mit Würde begleitet werden. Parallel entwickelten sich Hospiz- und Palliativangebote weltweit – zunächst oft kirchlich oder ehrenamtlich getragen, später zunehmend als medizinisch integrierte Versorgungsformen.

Das offizielle Motto in Deutschland für den Welthospiztag 2025 lautet: „Hospiz – Heimat für alle“. Dieses Motto bringt mehrere zentrale Botschaften zum Ausdruck:

  • Angebot für alle Menschen: Hospiz und Palliativarbeit sollen für alle zugänglich sein, unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensform oder Sprache.
  • Heimat und Zugehörigkeit: Der Begriff „Heimat“ suggeriert Nähe, Geborgenheit, Zugehörigkeit – also dass Hospiz ein Ort sein kann, an dem Menschen in ihrer letzten Lebensphase Sicherheit und menschliche Wärme erfahren.
  • Ablehnung von Ausgrenzung: Das Motto wirkt gegen Tendenzen der Ausgrenzung und betont Toleranz und Offenheit.

Zuletzt war 2024 das Motto „Hospiz für Vielfalt“ – wobei Themen wie Interkulturalität, Inklusion und Vielfalt im Ehrenamt im Fokus standen. Viele weiteren Hintergrundinfos findet ihr auch hier: https://www.dhpv.de/aktuelles_welthospiztag.html

Was versteht man unter Hospiz- und Palliativversorgung?

Um den Tag besser einordnen zu können, ist es hilfreich, die Begriffe und Ziele zu klären:

Hospiz- vs. Palliativversorgung

  • Palliativversorgung zielt darauf ab, die Lebensqualität von Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen zu verbessern – durch Symptomkontrolle, Schmerzlinderung und psychosoziale Unterstützung, unabhängig von der Lebensdauer.
  • Hospizversorgung ist eine Ausprägung von Palliativversorgung für die Phase, in der Heilung nicht mehr möglich ist und der Fokus auf Begleitung im Sterben liegt.
  • In der Praxis überschneiden sich beide Begriffe stark; oft wird von Hospiz- und Palliativversorgung zusammen gesprochen.

Ziele und Prinzipien

  1. Leiden lindern: Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und andere belastende Symptome so gut wie möglich behandeln.
  2. Ganzheitliche Begleitung: Körperliche, psychische, soziale und spirituelle Aspekte werden berücksichtigt.
  3. Angehörige einbeziehen: Unterstützung, Beratung und Entlastung der Familie und nahestehenden Personen ist integraler Bestandteil.
  4. Würde und Selbstbestimmung: Der Wille der betroffenen Person soll respektiert werden – z. B. bei Entscheidungen über Therapien, Lebensende etc.
  5. Interdisziplinäre Teams: Ärzte, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger, Therapeuten und Ehrenamtliche arbeiten zusammen.
  6. Ortsunabhängigkeit: Hospizbegleitung kann zuhause, in stationären Einrichtungen oder auch in ambulanten Diensten erfolgen.

Herausforderungen und Lücken

Trotz Fortschritten gibt es weltweit große Unterschiede in der Verfügbarkeit und Qualität:

  • In vielen Ländern, insbesondere im globalen Süden, fehlen grundlegende palliative Angebote oder der Zugang zu Schmerzmitteln.
  • Fehlende politische Rahmenbedingungen oder Finanzierung behindern nachhaltige Angebote.
  • Tabuisierung von Sterben und Tod erschwert öffentliche Diskussion und Bewusstseinsbildung.
  • Fachkräfte, Ausbildung und Vernetzung sind nicht überall ausreichend vorhanden.

Der Welthospiztag erinnert uns daran:

  • Sterben gehört zum Leben – und braucht Raum, Sprache, Begleitung
  • Hospiz und Palliativpflege sind Menschenrecht und Pflegekompetenz zugleich
  • Solidarität und Vielfalt sind zentrale Werte – insbesondere in einer globalisierten Gesellschaft
  • Gesellschaftliche Debatten über Patientenverfügung, Vorsorge, Trauerkultur, Versorgungspflicht müssen geführt werden
  • Langfristige Etablierung: Es braucht nachhaltige Finanzierung, Ausbildung und politische Rahmensetzung

In den nächsten Jahren wird es wichtig sein, Fortschritte kritisch zu bewerten – etwa im Sinne des 2024er Themas „Ten Years Since the Resolution: How Are We Doing?“ – und gleichzeitig den Zugang zu Palliativversorgung weltweit auszubauen.

In diesem Sinne – bleibt informiert und klärt gerne auf!

Eure Nachteule