Jedes Jahr am vierten Freitag im Oktober feiern Genießer weltweit den Champagner Day – eine Hommage an eines der edelsten Getränke der Welt. Heute dreht sich im Blogbeitrag alles um feine Perlen, französische Eleganz und das besondere Handwerk, das aus einfachen Trauben ein Symbol für Lebensfreude macht.
Der #ChampagneDay wurde 2009 von einem amerikanischen Weinliebhaber, nämlich dem kalifornischen Blogger und Weintutor Chris Oggenfuss ins Leben gerufen und hat sich seither zu einem weltweiten Event entwickelt. Unter dem Hashtag #ChampagneDay stoßen Fans auf Social Media gemeinsam an – von Paris bis Tokio, von Reims bis München, von Sylt bis ins Remstal!
Was macht Champagner so besonders?
Nicht jeder Schaumwein darf sich Champagner nennen. Der Name ist geschützt und darf ausschließlich für Weine verwendet werden, die aus der französischen Region Champagne stammen.
Die wichtigsten drei Hauptrebsorten sind Chardonnay (weiße Rebe), Pinot Noir (rote Reben, mit 38 % macht sie den größten Anteil aus) und Pinot Meunier (rote Reben, mit 32 %) – spannender Fact: also sind 70% der Champagner Reben rot 😉.
Neben diesen drei Hauptrebsorten sind noch vier weitere Rebsorten für die Champagnerproduktion zugelassen: Arbane (eine seltene weiße Sorte), Petit Meslier (auch eine seltene weiße Rebsorte), Pinot Blanc (Weißburgunder) und Formenteau (Pinot Gris / Grauburgunder). Diese Sorten machen jedoch nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Rebfläche aus, nämlich nur ca. 0,3 %.
Wer noch ein bisschen mehr zu den Besonderheiten der Rebsorten wissen möchten – hier kann ich euch folgenden Artikel empfehlen: https://www.einfachweinkaufen.de/magazin/champagner-rebsorten/cm-23/
Die Reben werden von Hand gelesen und nach der sogenannten méthode champenoise verarbeitet – einer zweiten Gärung in der Flasche, bei der die berühmten Perlen entstehen.
Der Champagner hat eine faszinierende Vergangenheit. Lange Zeit war er ein „Unfallwein“, weil Winzer im kalten Norden Frankreichs mit ungewollter Nachgärung kämpften. Erst Dom Pérignon, ein Benediktinermönch des 17. Jahrhunderts, verfeinerte die Techniken, die später zum Erfolgsrezept wurden – auch wenn der berühmte Ausruf „Komm schnell, ich trinke Sterne!“ wohl eher Legende als Fakt ist.
Die ideale Serviertemperatur beträgt 8–10 °C – zu kalt verliert er Aroma, zu warm wirkt er flach und der beste Moment für Champagner? Hm…eigentlich geht so ein Gläschen immer 😉. Und zum wahren Genuss wird er mit einer Portion Pommes und Currywurst – glaubt ihr nicht? Dann einfach mal probieren 😊!
Beim Thema, was ist das perfekte Glas für den Champagner geht es manchmal hoch her – die einen bevorzugen die „Flöte“, weil hier die Bubbles /Bläschen so schön aufsteigen (mehr aber auch nicht 😉) und die anderen greifen eher zum „Tulpen“-Glas, was auch mein Favorit wäre. Hier hat der Wein und auch der Champagner mehr Raum sich zu entfalten, was Aroma, Geschmack und Textur angeht. Dadurch das beim Tulpenglas die Öffnung etwas enger wird, kann auch die Kohlensäure nicht ganz so schnell entweichen – also „the best of both worlds“ zwischen Perlen und Aromatik.
Wenn es also einen „Champagner-Moment“ geben soll – dann gerne die Flöte nehmen und sonst eher zur Tulpe greifen. Manche Weinexperten bevorzugen sogar ein universelles Weissweinglas für den Champagner.
Wenn man Champagner hört, dann denken viele an die große Champagnerhäuser wie Moët & Chandon, Veuve Cliquot, Bollinger, Pommery, Taittinger, Ruinart (das älteste Champagnerhaus, gegründet 1729), Krug, Laurent-Perrier, Piper-Heidsieck & Charles-Heidsieck ( die ich fast letzte Woche in Erfurt probiert hätte, wenn die Flaschen nicht aus gewesen wären…schade).
Aber es gibt noch weitere, kleinere „Juwelen“ in der Champagne und ein paar würde ich euch gerne vorstellen:
Leclerc Briant – Vision und Tiefe https://www.leclercbriant.fr/
Ein Pionier des biodynamischen Champagners. Das Haus aus Épernay arbeitet seit Jahrzehnten naturnah und experimentierfreudig. Besonders faszinierend ist der „Abyss“, ein Champagner, der nach dem Degorgieren in 60 Metern Tiefe im Atlantik reift – vor der bretonischen Insel Ouessant. Durch die konstante Temperatur und den leichten Druck des Meeres entwickelt er eine markant salzig-mineralische Aromatik, fast wie eine maritime Brise im Glas. Der Vertrieb in Deutschland läuft u. a. über den Riegel Weinimport aus dem Raum Konstanz, der auch in einer Folge des Podcasts Terroir & Adiletten über genau diese Besonderheiten spricht.
Mehr zum Podcast gibt es gleich und hier noch der Link zum Artikel über das Champagner-Tasting mit Leclerc Briant bei Daniel’s Weine vor Kurzem : https://nachteuleblog.com/2025/10/12/vom-weinberg-zu-den-perlen-der-tiefe-ein-champagnerabend-mit-leclerc-briant-bei-daniels-weine-in-winterbach/
Billecart-Salmon – Feinheit, Finesse, Familiengeist ( mein absoluter Lieblingschampagner zur Zeit) https://www.champagne-billecart.fr/en
1818 in Mareuil-sur-Aÿ gegründet, ist Billecart-Salmon bis heute in Familienbesitz – mittlerweile in der 7. Generation. Ihr Stil gilt als Musterbeispiel für Präzision, Frische und Balance.
Der Brut Rosé ist eine Legende: hell, zart, elegant – ein Symbol für Understatement und Harmonie. Die Prestige-Cuvée Clos Saint-Hilaire, aus einem winzigen, ummauerten Ein-Hektar-Weinberg hinter dem Haus, gehört zu den seltensten Champagnern überhaupt: reinsortiger Pinot Noir, im Holz vergoren, komplex und samten.
Auch die Cuvée Elisabeth Salmon Rosé steht für pure Raffinesse und Alterungspotenzial – ein Champagner, der sowohl zum Festmenü als auch zum stillen Moment passt.
Nicolas Feuillatte – moderne Eleganz mit französischem Esprit https://nicolas-feuillatte.com/
Wer in Frankreichs Brasserien oder in guten Hamburger Restaurants Champagner bestellt, hat gute Chancen, ein Glas Nicolas Feuillatte im Kelch zu finden – so auch im charmanten Petit Bonheur (https://www.petitbonheur-restaurant.de/ ) in Hamburg, wo der Rosé mit seiner leuchtend lachsfarbenen Eleganz und zarten Perlage serviert wird.
Das Haus Nicolas Feuillatte wurde 1976 gegründet und ist damit jung im Vergleich zu den traditionsreichen Grand Maisons – und doch zählt es heute zu den größten Champagnerproduzenten Frankreichs. Dahinter steht die Coopérative Centre Vinicole – Champagne Nicolas Feuillatte, die über 4.500 Winzer vereint. Diese Struktur ermöglicht es, hochwertige Trauben aus fast allen Teilregionen der Champagne zu beziehen – von der Montagne de Reims bis zur Côte des Blancs.
Der Rosé Réserve Exclusive ist ein Paradebeispiel für den modernen Champagnerstil: fruchtbetont, fein ausbalanciert, mit Noten von Walderdbeeren, Himbeeren und einem Hauch roter Johannisbeere.
Und jetzt gibt es noch Champagner zum Hören – Podcast-Empfehlungen für Genießer
Champagner ist nicht nur ein Getränk, sondern auch ein Thema, das inspiriert. Wer tiefer eintauchen möchte, findet im Podcast-Universum spannende Geschichten:
- Geschichten aus der Geschichte (GAG) hat gleich mehrere Folgen dem Thema gewidmet. Besonders hörenswert:
- „Wie der Champagner zu seinen Bläschen kam“ – über die Entstehung des Schaumweins und die wissenschaftliche Faszination dahinter. (Folgen 26) www.geschichte.fm/podcast/zs26
- „Barbe-Nicole Ponsardin – die Witwe, die den Champagner erfand“ (Folge 395, April 2023) – ein fesselndes Porträt der legendären Madame Clicquot. (www.geschichte.fm/archiv/gag395/
- Terroir & Adiletten: Der charmant-chaotische Weinpodcast mit Sommelier Willi Schlögl und Rapper Curly widmet sich regelmäßig der Champagne. Besonders spannend sind die Episoden rund um Peter Riegel (Riegel Weinimport, Konstanz), der u. a. über den biodynamischen Stil von Leclerc Briant und die Idee des „Abyss“ spricht. (www.terroirundadiletten.podigee.io/176-peter-riegel)
„In victory, you deserve Champagne. In defeat, you need it.“
— Winston Churchill
In diesem Sinne – Santé!
Eure Nachteule













