Der Freitag startet relativ entspannt – ein kleines bisschen Arbeit hat es zwar in den Urlaub mitgeschafft, aber mit der entsprechenden Aussicht ist das kein Problem. Schon seit unserer Ankunft kann man die Schiffe zur Sandaufspülung in regelmäßigen Abständen beobachten, wie sie herfahren, Sand „da lassen“ und wieder raus auf die Nordsee fahren. Warum das notwendig ist, verrate ich gleich nochmal etwas genauer.

Das Wetter wurde ausgenutzt, um den gemieteten Strandkorb auch endlich mal genießen zu können und um ein erstes, leicht erfrischendes Bad in der Nordsee zu nehmen – war das herrlich! Und nachdem es heute schon wieder einen erfolgreichen Möwenangriff, diesmal auf einen Crêpes vom Sohn einer Freundin gegeben hat, war meine Kreativität geweckt. Warum habe ich auch Tupperboxen dabei im Urlaub 😉…Crêpes-Klau durch Möwen ist was für Anfänger – ich habe die ultimative Lösung gefunden und habe meinen ersten (aber sicher nicht letzten Crêpes von der Crêperie am Meer erfolgreich und möwensicher vom Verkaufsfenster zum Strandkorb und in einen Mund gebracht 😊! Mal sehen, welche Variante ich jetzt als Nächstes probiere (lecker sind sie alle…insbesondere auch der Friesen Crêpes – der hat meistens gute Umdrehungen versteckt 😉…)!



Am Abend ging es Richtung List – diesmal in den Königshafen (https://www.koenigshafen.de/. Der Königshafen ist das Älteste in Familienbesitz geführte Restaurant auf Sylt – nämlich schon seit 1881 und seit 2011 bereits in der 5. Generation. Das Essen hier ist immer wieder ein „Geheimtipp“ – vor allem die Fischgerichte: frischgefangene Nordsee-Zungen (mit unterschiedlichem Gewicht) oder auch – und den hatte ich diesmal: einen superfleischigen Steinbutt. Auch hier immer ein Genuss – die dreierlei Varianten von der Sylter Royal Auster (pur, mit toller Schnittlauch-Vinaigrette und überbacken mit Käse mit Karottengemüse). Dazu gab es – wunderbar passend – einen Grauburgunder Oktav vom Weingut Heger vom Kaiserstuhl (https://www.heger-weine.de/de/).


Gut gefüttert ging es wieder zurück nach Westerland, wo man weiterhin die Schiffe zur Sandaufspülung beobachten konnte, die immer noch am Hin- und Herfahren sind. Hier mal ein paar Fakten dazu: Sylt verliert jährlich rund 1 Mio. m³ Sand durch Sturmfluten und Brandung – diese Mengen müssen künstlich ersetzt werden, um dauerhaften Landverlust zu verhindern. Vor allem die Strand- und Dünenbereiche wie Westerland sind stark betroffen, vor allem nach der Sturmflutsaison im Spätsommer 2024 mit extremem Wasserstand, unter anderem ausgelöst durch Sturm „Ursula“ konnte man die Verluste deutlich sehen.
Zusätzlich gibt es noch die sog. Vorstrandaufspülung, die ein vorgelagertes Sandriff stabilisiert, das als natürlicher Wellenbrecher wirkt. Seit Beginn in den 1970er Jahren sind bereits über 60 Mio. m³ Sand auf die Strände gespült worden, finanziert aus Bundes-, Landes- und EU-Mitteln. . Ohne kontinuierlichen Sandnachschub ginge die Westküste jährlich um 1 Mio. m³ Sand verloren – eine Entwicklung, die nur durch solche umfangreichen Maßnahmen kompensiert werden kann. 2025-2028 geht es in den nächsten Maßnahmenabschnitt: Das Land Schleswig‑Holstein hat beschlossen, in den kommenden vier Jahren etwa 5,6 Millionen m³ Sand aufzuspülen – 3,9 Mio. m³ als Strandaufspülung und ca. 1 Mio. m³ als Vorstrandverklappung. Pro Jahr entspricht das etwa 1,2 Mio. m³
Die Technik dahinter ist bewährt: Über große Saugbagger (sogenannte Hopperbagger), die etwa 8 km vor der Küste in 15–30 m Tiefe Sand entnehmen, wird das Sand-Wasser-Gemisch an Bord gepumpt. Nach Ablauf des Wassers transportiert das Schiff den Sand über eine Rohrleitung direkt an den Strand – typischerweise bis auf rund zwei Kilometer Entfernung – mit hoher Pumpdruckkraft. Dort wird der Sand mit Bulldozern und Planierraupen verteilt und in Kombination mit Dünenbepflanzungen und Fangzäunen stabilisiert. Die Aufspülungen laufen typischerweise von Mitte April bis Ende Oktober immer.

Mit einem kleinen roten Leuchten verabschiedet sich die Sonne an diesem Freitag und wenn das Wetter so mitmacht, dann werden die Räder morgen mal zum Einsatz kommen!
In diesem Sinne – immer genügend Sand vor der Küste haben!
Eure Nachteule