Reisetagebuch Sylt – eine Eule auf der Insel – Tag 1 (offiziell)

Na, das war ja ein stürmischer Empfang an diesem Mittwoch – aber wie schrieb Uwe Schmale (von Sylter Sekunden) gestern: „Nur mal so zur Info: Ein „Herbststurm“ wie heute ist auch mitten im Sommer nichts Ungewöhnliches für uns auf Sylt. Er ist mit Ende Juli nur recht früh dran dieses Mal, meistens kommt er erst im August.“ Wer einen kleinen Eindruck haben möchte – hier das Reel von ihm https://www.facebook.com/reel/1056020299974947 und schaut doch gerne bei Sylter Sekunden by Uwe Schmale mal direkt vorbei und lasst ein Like da oder folgt hier ruhig. Hier gibt es immer tolle Bilder und Infos: https://www.facebook.com/Sylter.Sekunden.by.Uwe.Schmale.

Aber so ein Tag lässt sich auch gut nutzen  – nämlich zur weiteren Planung der nächsten Tage und der Lesestoff-Überlegung! Da es zeitweise so nass und stürmisch war, dass man fast nichts gesehen hat, haben wir die Besorgung von Museumstickets, Fahrradabholung und Strandkorborganisation auf heute verlegt und waren tatsächlich gestern nur einmal „vor der Tür“ – nämlich zum Abendessen, aber dazu später mehr!

Die Inspiration, was man alles so auf Sylt machen kann, kann man sich auf diversen Seiten z.B. Sylter Journal (FB), Sylt – Die Insel (FB), Sylt kulinarisch (FB) oder wie ich auch in verschiedenen Büchern (und bei Tipps von anderen Sylt-Urlaubern) holen. Meine zwei liebsten „Schmöker“ sind diese hier:

Auf alle Fälle stehen diesmal auf der Wunschliste ein paar Museen, nämlich das Heimatmuseum Keitum (und danach vielleicht einen kleinen Abstecher in Nielsens Kaffeegarten), das Feuerwehrmuseum in Keitum und auch das Altfriesische Haus dort. Die Empfehlung zum Friedhof der Heimatlosen in Westerland und den Besuch auf dem Wochenmarkt in Westerland sind zwei Tipps von Freunden, die ich diesmal sehr gerne mit auf die Wunschliste packe.

Diverse Radtouren, u.a. durch die 5 Naturschutzgebiete sowie einmal rund um das Rantumbecken sowie den Dünenradweg nach List sind auch geplant (und entsprechende Wetterkleidung natürlich auch – nur so arg stürmen sollte es nicht)!

Aber auch die Entspannung und die Kulinarik sollen nicht zu kurz kommen. Der Kindle ist vollgefüllt mit den verschiedensten Büchern, aber auch was für das haptische Gefühl ist dabei (der Vorteil, wenn man mal nicht mit der Bahn, sondern mit dem eigenen, großen Auto unterwegs ist – da passt mehr rein 😉..):

Und dieses kleine, witzige Buch ist mir vor ein paar Tagen auch noch in die Hände gefallen:

Mal sehen, ob es dieses Mal klappt, bei Maurice eine Sylter Suppe zu essen und danach in der Sylter Eismanufaktur ein leckeres Eis zum Nachtisch zu bekommen. Ein paar abendliche Essensspots sind schon geplant und mal schauen, ob uns eine unserer Radtouren noch zur Kaffeerösterei, dem Käseklub oder auch zur Teestube in Keitum führt. Wir lassen uns überraschen!

Ach ja, gestern Abend war es schonmal ein fantastischer kulinarischer Einstieg – wir waren in der Reblaus in Keitum (https://reblaus-sylt.de/). Im Reblaus Wine & Dine tritt man ein und hat sofort dieses cozy feeling – superklein, nur knapp 7 Tische, aber sofort ein warmes Gefühl, dass es ein wunderbarer Abend wird. So bekamen wir auch gleich den „Lieblingsplatz“. Kreative Küche wird hier großgeschrieben und durch die Verwendung von Zutaten, die fast alle nur auf der Insel hergestellt werden, schmeckt man diese Naturbelassenheit auch. Es gab eine tomatisierte Bouillabaisse mit Garnele und Lachs, dazu einen Sauvignon blanc 2022 aus der Pfalz von Emil Bauer (www.bauerwein.de) und ich hatte von der Tagesempfehlung eine super knusprig gebratene Dorade, mit grünem Spargel, Pfifferlingen und Kräuterpüree und vom gleichen Weingut den Riesling „No Sex Drugs % Rock’n Roll – just Riesling, 2023. Toller Duft nach Aprikose, Pfirsich, Limette und ein perfekter Begleiter für die Dorade. Und da noch ein bisschen Platz war, gab es zum Abschluss zwei Affogato mit „Schuss“ – einmal mit einem Walnuss-Liqueur und einmal mit Kaffee-Liqueur von Lantenhammer (www.lantenhammer.de). Ein absoluter Tipp für alle, die gerne gemütlich und lecker essen gehen wollen!

Jetzt geht es erstmal ein bisschen mit meinen Nordic-Walking-Stöcken auf die Westerländer Promenade und Richtung California Surf Cup-Gelände – mal schauen, ob da schon was los ist, und dann über einen Bäcker mit frischem Brot zurück in die Ferienwohnung und dann lassen wir uns mal in diesen wunderschönen Vormittag treiben!

In diesem Sinne – auf in den nächsten Urlaubstag!

Eure Nachteule

Die kulinarische Nachteule on Tour – Reisetagebuch Sylt 2025 Teil 1 – die Anreise

Es ist endlich soweit – die kulinarische Nachteule ist unterwegs in den Urlaub! Hurra! Wer Lust hat darf mich gerne hierbei begleiten und in den Reiseberichten allerhand Kulinarisches, aber auch Kulturelles und sicher noch so den einen oder anderen Tipp für sich mitnehmen.

Anreisetag Teil 1 – die erste Etappe auf dem Weg in den Norden

Der Montagmorgen startete doch relativ entspannt – nämlich mit einem Termin bei der PMV – Physio meines Vertrauens – Diana Lutz. „Deine Zeit für Dich“ ist nicht nur ein Satz, sondern mit der Hauptgrund, warum ich mich hier so wohlfühle und die Behandlungen und die Gespräche so sehr genießen kann. Schaut doch gerne mal bei ihr auf der Seite vorbei und lasst euch gerne mal von ihren Yoga-Angeboten oder Physiotherapien begeistern (https://www.dianalutz.com/ ). Kulinarisch gab es tatsächlich auch noch was Interessantes zum Mittagessen – Cevapcici auf den Plüderhäuser Feststagen.

So gestärkt ging es dann – nach etwas Autotetris – Richtung Hamburg, wo der erste Übernachtungsstopp im Leonardo Hotel Hamburg-Stillhorn geplant war. Die Fahrt war super entspannt – so gut wie kein Verkehr, allerdings war beim Wetter fast alles dabei 😉(okay – Schnee gab es keinen).

Endlich war auch mal wieder Zeit unserer Podcast-Lust zu frönen – es gab einen Podcast-Marathon von „Geschichten aus der Geschichte“. Hier mal ein paar interessante Fakten zu diesem spannenden Podcast:

„Geschichten aus der Geschichte“ ist ein deutschsprachiger Geschichtspodcast, in dem sich zwei Historiker – Daniel Meßner aus Deutschland und Richard Hemmer aus Österreich – gegenseitig historische Geschichten erzählen. Das Besondere dabei: Einer der beiden kennt das Thema im Voraus, der andere nicht – was für einen spannenden und unterhaltsamen Erzählstil sorgt. Die Themen reichen von unbekannten Ereignissen und faszinierenden Persönlichkeiten bis hin zu skurrilen Randgeschichten der Weltgeschichte und sind teilweise aufgrund von Tipps oder Vorschlägen von Hörern inspiriert. Der Podcast erscheint wöchentlich seit Oktober 2015 und dauert pro Folge etwa 45 Minuten. Ursprünglich trug er den Namen „Zeitsprung – Geschichten aus der Geschichte“, wurde aber ab Folge 270 im November 2020 auf den heutigen Namen gekürzt, aufgrund von Markenrechten.

Der Podcast ist für seine abwechslungsreiche Themenwahl und seinen lockeren, aber fundierten Stil bekannt. Neben den regulären Folgen gibt es monatliche Sonderepisoden, in denen die beiden auf Rückmeldungen und zusätzliche Informationen von Hörerinnen und Hörern eingehen. Das Projekt wurde über die Jahre mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ö3-Podcast-Award, dem Preis „Goldener Blogger“ sowie Platzierungen in den Apple-Podcast-Charts. 2023 erschien im Piper Verlag ein Buch mit ausgewählten Episoden, und 2024 starteten die beiden mit „Plus Ultra“ ein aufwendig produziertes Podcast-Spin-off zum Dreißigjährigen Krieg – was ich sehr empfehlen kann.

Mittlerweile umfasst der Podcast über 500 Episoden und hat sich zu einem der beliebtesten Formate im deutschsprachigen Raum entwickelt. Mit ihrer Kolumne „Hemmer und Meßner erzählen“ sind die beiden Historiker außerdem regelmäßig im Magazin „Spektrum der Wissenschaft“ vertreten. Wer Freude an unterhaltsam und klug erzählten Geschichten aus allen Epochen der Weltgeschichte hat, wird bei „Geschichten aus der Geschichte“ sicher fündig. Hier geht es zu Homepage mit weiteren Informationen: https://www.geschichte.fm/ und zur Übersicht der Liveauftritte. Wir freuen uns schon auf den 07.10. und dem Auftritt in Stuttgart!

Anreisetag Teil 2 – über Dänemark auf die Insel

Nachdem der Kaffeeautomat im Hotel überlistet werden konnte, ging es gemütlich um Hamburg herum Richtung Rømø – vorbei an der Ausfahrt „Wacken“ – da muss irgendwie auch was sein, da uns einige Autos mit Aufklebern „W.O.A.“ begleitet haben und wir einfach fröhlich immer wieder ins (An)Hupen eingestiegen sind 😉

Und hier der kleine Exkurs für alle Wacken-Fans: Das Wacken Open Air 2025 findet vom 30. Juli bis 2. August im schleswig-holsteinischen Wacken statt und lockt auch in diesem Jahr wieder über 85.000 Metal-Fans aus aller Welt an. Bereits seit 1990 ist das Festival ein fester Bestandteil der internationalen Rock- und Metal-Szene und zählt heute zu den größten und bekanntesten seiner Art. Auf insgesamt neun Bühnen treten über 1.300 Bands auf – darunter große Namen wie Guns N’ Roses, Machine Head, Saltatio Mortis, Dimmu Borgir, Papa Roach und viele mehr. Die musikalische Bandbreite reicht dabei von Heavy und Death Metal über Folk und Pagan bis hin zu modernen Crossover-Acts.

Wer nicht selbst vor Ort sein kann, muss dennoch nicht auf das Erlebnis verzichten: Der komplette Livestream des Wacken Open Air 2025 wird kostenlos über MagentaMusik und MagentaTV übertragen. Neben zahlreichen Konzertübertragungen gibt es exklusive Interviews, Backstage-Einblicke und spannende Festivalmomente zu sehen. Im Anschluss stehen viele Inhalte auch als Video-on-Demand zur Verfügung. Zusätzlich bietet der offizielle YouTube-Kanal „WackenTV“ regelmäßig neue Konzertmitschnitte, Interviews und Rückblicke – perfekt für alle, die das Festival digital miterleben möchten.

Fast zwei Stunden vor dem eigentlichen geplanten Zeitslot auf der Sylt-Fähre (https://www.frs-syltfaehre.de/ ) kamen wir am Anleger in Havneby an und haben tatsächlich noch einen Platz auf der Fähre um 11:30 Uhr bekommen – Juhu – zwei Stunden früher ankommen auf „meiner“ Insel!

Erster Halt war dann List – und die „Alte Tonnenhalle“, wo es an der Canapés-Bar ein paar leckere Canapés vom Gosch (https://gosch.de/) gab zum Urlaubseinstieg. Die Auswahl an Fischspezialitäten ist einfach toll hier – mal sehen, ob wir es nicht nochmal spontan hierher zum Essen schaffen 😉.

Neben Fisch gibt es auch andere leckere Dinge beim Gosch – u.a. einen GOSCH Jünnes Absacker Sanddornlikör und einen 67 Stint Gin. Der Gin hat Zutaten wie Wacholder, Sanddorn, Hagebutte, Fenchel, Koriander, Cubenpfeffer und Gurke – und daher hat er auch seinen Namen. Der kleine Stint wird wegen seines speziellen Geruchs auch „Gurkenfisch“ genannt. Lecker ist er pur oder als Gin Tonic und auch mit Jünnes Absacker gemischt. Der Sandornlikör erinnert mich auch noch an einen weiteren Urlaub – allerdings an der Ostsee (genauer gesagt an Kühlungsborn und den Sandorn-Sprizz vom „edel und scharf“ (https://www.edel-und-scharf.com/karte/ ). Und ich musste diesem kleinen Hummer Jünne ein neues Zuhause geben!

Nach den Regenschauern und um die restliche Zeit bis zur Wohnungsübernahme zu überbrücken gings nach Morsum zur Bäckerei Ingwersen (www.ingwersen-sylt.de) und mit Friesentorte und Ostfriesentee konnte der Nachmittag noch weiter genossen werden.

Am Abend kam  – bevor der Regen und das Gewitter angekommen sind – nochmal toll die Sonne raus und so konnten wir die „kleine“ Pizza ganz entspannt bei uns in der Ferienwohnung genießen.

Der heutige Tag (Mittwoch, den 30.07.) wird etwas umgeplant werden müssen, da bei diesem Sturm und Regen nicht alles so wie geplant stattfinden kann. Aber Sylt ist immer für eine Überraschung gut – also mal sehen, was dieser Tag so bringen wird!

Seid gespannt und dann gerne bis morgen früh!

In diesem Sinne – Regen ist erst, wenn die Fische auf Augenhöhe vorbeischwimmen!

Eure Nachteule

Wenn österreichische Weinkunst auf asiatisch-inspirierte Sterneküche trifft

Ein Abend voller Aromen, Charakter und Leidenschaft: Bei einem exklusiven Dinner im Restaurant Bachofer wurden die Gäste auf eine außergewöhnliche Genussreise mitgenommen – kuratiert von Daniel Hasert von Daniel’s Weine und begleitet von der renommierten österreichischen Winzerin Marion Ebner-Ebenauer aus Poysdorf, die nicht umsonst zur „Winzerin des Jahres 2022“ gekürt wurde.

Marion Ebner-Ebenauer – Charakterweine mit Seele

Die charismatische Winzerin steht für klare, elegante und kompromisslos hochwertige Weine, die das Terroir ihrer Lagen in Niederösterreich authentisch widerspiegeln. Mit nachhaltiger Arbeit im Weingarten und minimaler Intervention im Keller entstehen Weine mit Profil – puristisch, aber voller Ausdruck. Besonders bekannt sind ihre Grünen Veltliner, Chardonnays und Burgundersorten – trocken, kraftvoll und zugleich fein ziseliert.

Ein Menü, sieben Gänge, perfekte Harmonie

Bernd Bachofer präsentierte ein 7-Gänge-Menü, das asiatische Einflüsse gekonnt mit regionalen Zutaten verband. Jeder Gang wurde durch einen perfekt abgestimmten Wein begleitet – ein kulinarisches Gipfeltreffen, das zeigte, wie Wein und Küche sich gegenseitig auf ein neues Niveau heben können.


Aperitif & Amuse Bouche

  • Radieschenschaumsuppe mit Börek-Strudel
  • Poke Bowl mit Melone, Thunfisch und Gurke-Wasabi-Eis – was super lecker, leicht scharf und frisch war
  • Wein: Sekt Cuvée Courage, Zero Dosage
    Ein eleganter, trockener Sekt ohne Dosage – kompromisslos klar, mit feiner Perlage. Die Frische und Mineralität passte perfekt zu den leichten, fruchtigen und würzigen Noten der Amuse und zurecht der Sekt des Jahres 2025 bei Gault & Millau. Spannend waren die Informationen zu diesem tollen Sekt: ein Cuvée von Grundweinen aus den Jahren 2007, 2008 und 2009 die gemeinsam im gebrauchten Holzfass auf der Feinhefe ausgebaut wurden, bevor es 2011 für die zweite Gärung in die Flasche ging. 12 Jahre blieb die Cuvée Courage dann auf der Hefe und wurde währenddessen alle drei Monate in die Hand genommen, um die Hefe aufzurütteln! Für mich ein wunderbarer Einstieg in diesen tollen Abend – einer mehr drei Favoriten heute ;-)!

Gang 1 – See-Viche und geräuchertes vom Seesaibling mit Kaviar-Creme, Daikon-Eis und Senfkörner;

See-Viche steht hier für ein Wortspiel auf Ceviche, das peruanische Fischgericht mit mariniertem rohem Fisch, der diesmal mit Seesaibling in zwei spannenden Variationen serviert wurde für mich waren die geräucherten, warmen Saiblingspralinen ein Highlight. Das Daikon-Eis, ein Eis aus japanischem Rettich war eine ungewöhnlich aber perfekt passende Begleitung zum Fisch.


Wein: 2023 Grüner Veltliner Ried Bürsting
Ein klassischer Grüner Veltliner mit Würze und mineralischer Tiefe. Die salzige Frische des Fisches wurde durch die pikanten Veltliner-Aromen wunderbar ergänzt….und war mein zweiter Favorit des Abends. Aus über 50-jährigen Rebstöcken und auf schwerem Lehmboden angebaut macht er wirklich Spaß im Glas. Ein tolles Aroma und eine wunderbare Würzigkeit!


Gang 2 – Confiertes Eigelb mit Ziegenkäse & Pfifferlingen, verfeinert mit Estragon, Holunder-Ponzu und Aprikose. Ponzu finde ich persönlich eine tolle Frucht – sie ist eine japanische Zitrusvariante mit einem tollen frischen Geschmack.


Wein: 2023 Grüner Veltliner Sauberg
Ein Wein mit mehr Struktur und Fruchtspiel. Die Kombination aus erdigen Pilzen, cremigem Käse und süßlich-fruchtigen Komponenten haben super harmoniert zusammen.


Gang 3 – Soufflierte Seezunge mit Waldpilz-Dashi, knusprige Hühnerhaut, Gochujang-Hollandaise & Mizuna; Gochujang ist eine koreanische scharfe Chili-Paste, die in der Hollandaise verarbeitet wurde – ich finde diese Kombinationen sehr lecker und kenne es oft aus dem Sushi-Bereich. Die dünne Schicht auf der Seezunge ist eine weitere Seezungen-Farce mit einer tollen Würzung. Gebettet war der Fisch auf Mizuna – einem japanischen Blattsalat.


Wein: 2023 Weißer Burgunder Alte Reben
Ein dichter, komplexer Burgunder, der der Umami-Tiefe der Pilzbrühe und der cremigen Schärfe der Sauce Paroli bot und nach ein bisschen Luft entfalteten die 50-70 Jahre alten Reben hier ihre ganze Stärke!


Gang 4 – Bluefin Thunfisch mit Tomaten-Dashi, Thai-Basilikum, Laab Gai Crisp & Taboulé. Das Röllchen ist gefüllt mit Laab Gai – einem thailändischen Hackfleischsalat. Tolle Geschmacksexplosionen waren das auf diesem Teller – und der Thunfisch war perfekt angeflämmt!


Wein: 2022 Chardonnay Black Edition
Ein Chardonnay mit Schmelz und Holznoten – kraftvoll genug für den Thunfisch und fein genug, um mit asiatischer Frische zu spielen. Mein dritter Favorit an diesem Abend 😉 – generell gehören die Weine der Black Edition zu meinen generellen Favoriten von diesem Weingut. Das Besondere? Ganztraubenpressung, über 48h Maischestandzeit, 500 l Fass aus französischen Barriques mit monatelanger Batonnage (Aufrühren der Hefe) und schlussendlich lange Flaschenreife….das schmeckt man hier absolut raus!


Gang 5 – Iberico Papada mit BBQ Romana & Kimchi-Sud, Kartoffel-Topinambur-Creme & Rauchpaprika (linkes Bild). Papada ist eine Schweinebacke, die grandios geschmeckt hat und eingelegt in Teriyaki-Sauce und Kimchi-Sud.


Wein: 2020 Pinot Noir Black Edition
Der Pinot Noir – kühl, elegant, mit feiner Würze – passte ideal zur rauchigen Note und zur Tiefe des Gerichts. Ein Paradebeispiel für Food & Wine Pairing.


Dessert – Raffaelo 2.0 mit Kafir-Limette, Ananas, Passionsfrucht & Kokos (rechtes Bild)
Ein tropischer Abschluss mit exotischem Geschmack und einem tollen Spiel von Säure und Frucht!

Der Abend war ein Paradebeispiel für gelungene kulinarische Symbiose. Die Weine von Marion Ebner-Ebenauer bildeten nicht nur Begleitung, sondern Dialogpartner der Gerichte. Ihre Präzision, Tiefe und Charakterstärke machten jeden Gang zu einem Erlebnis. Das Restaurant Bachofer zeigte erneut, dass Sterneküche nicht abgehoben sein muss – sondern kreativ, zugänglich und voller Seele.

Ein echtes Gipfeltreffen von österreichischer Weinexzellenz und asiatisch inspirierter Haute Cuisine.

Wer mehr zu den Beteiligten wissen möchte:

https://ebner-ebenauer.at/

www.bachofer.info

www.daniels-weine.de

In diesem Sinne – lasst es euch mal wieder gut gehen!

Eure Nachteule!

White Küchenparty im Lamm Hebsack und Winterbacher Brunnenfest

Das aktuelle Wochenende stand ganz im Zeichen der Kulinarik – am Sonntag, den 06. Juli fand wieder die White Küchenparty im Lamm Hebsack (https://lamm-hebsack.de/) und vom 05.-07.07. das Brunnenfest in Winterbach statt.

Im Lamm haben Moritz und Markus Polinski und das ganze Lamm-Team wieder richtig aufgefahren:

🥂 Aperitif

Hausmarke Sekt (Kessler Sekt, Esslingen, extra brut)  – frisch, trocken, klassisch deutscher Sekt mit feiner Perlage – ein sehr eleganter Auftakt.

🍽️ 1. Küchengang (Vorspeisen-Stationen)

Hier gibt es eine kreative Vielfalt – sehr modern & fusion-orientiert.

1. Wassermelonen-Gazpacho

Mit Rauchlachs-Yakitori & Ingwer – spannender Twist auf den spanischen Klassiker. Süßlich, pikant, leicht rauchig.

2. Geröstetes Sesam-Focaccia

Mit Yuzu-Avocado & Sashimi-Thunfisch – japanisch inspiriert, leicht asiatisch-mediterran.

3. Austern »Marie Morgane«

Mit Steves Gemüsesalat – roh & frisch, ein Klassiker unter den Fine-Dining-Austern – der Salat war eines meiner Highlights!

4. Miso-Aubergine

Mit Joghurt, Panko & Amba-Mango – israelisch-japanischer Fusion-Style, Amba ist eine fermentierte Mango-Sauce, leicht säuerlich-würzig – auch ein Top-Platz bei meinen Highlights!

5. Special: Handgeschnittenes Rindertatar

Aus dem Bauchladen serviert – klassisch & handwerklich, mit Show-Effekt.

🍜 Zwischengang (wird serviert)

Thai-Bouillabaisse

Mit Seeteufel, Wolfsbarsch, Garnelen, Fenchel & Tomate

Französisch-thailändische Fusion – kräftige Brühe mit asiatischer Frische, tolle Meeresfrüchte-Kombination.

🍖 2. Küchengang (Hauptgang)

  • Chef’s geschmorte Kalbshaxe mit Pfifferlingrahmsauce – klassisch, zart, saisonal.
  • Saltimbocca vom Iberico-Filet mit Zitronen-Pfeffer-Jus – italienisch inspiriert, aber mit hochwertigem spanischem Fleisch.
  • Bio-Stundenei (vegetarisch): Mit Carbonara, Petersilie & Fregola – Stundenei = bei niedriger Temperatur gegartes Ei mit cremiger Textur…zwei meiner Favoriten: Fregola und Stundenei – ein toller Gang!

Als Beilagen gab es Ratatouille, Kartoffelgnocchi sowie Serviettenknödel.

Dann ging es wieder in die Küche für das Dessert:

  • Tiramisu 2.0 mit Cassissorbet – fruchtig-frisch und kreativ.
  • Cremiges Joghurteis mit Beeren & Minze – leicht, sommerlich.
  • Oma Ruths Blechkuchen mit halbgeschlagener Vanillesahne – nostalgisch und charmant.
  • Weinbergspfirsich³: Panna Cotta, gegrillt & cremig – raffinierte Kombination aus Süße und Röstaromen.

Tolle Geschmackskompositionen, schöne Location – immer wieder gerne (und ganz ehrlich – so langsam werde ich fast zum veganen Vegetarier – diese Gänge sind oft so der Hammer! Lasst euch gerne vom folgenden Blogpost davon überzeugen 😉: https://nachteuleblog.com/2024/07/03/zwei-tage-volle-anjo-power-im-lamm-in-hebsack-kultrieslinge-aus-dem-rheingau-und-eine-kleine-vegetarische-nachlese/)

Und ein – okay zwei  – Besuche auf dem Brunnenfest in Winterbach in der Wein-Lounge von Daniel’s Weine (www.daniels-weine.de) waren an diesem Wochenende auch auf der To-Do-Liste.

Wer noch etwas von der leckeren Weinkarte (auch aus der Big Bottle) oder auch die Flammkuchen (mein Tipp: nach griechischer Art) probieren möchte – am morgigen Montag habt ihr nochmal die Gelegenheit dazu.

Wir haben es heute fast auf den Punkt genau mit den Rädern nach Hause geschafft, bevor die nächsten Regentropfen runterkamen, und jetzt heißt es noch, das Wochenende gemütlich ausklingen lassen und eine kleine Planung für die anstehenden Termine in den nächsten Tagen anfertigen!

In diesem Sinne – schnappt euch eure Freunde und genießt das Leben!

Eure Nachteule!

Der 05.07. – ein Tag für Schleckermäule (= National Jam Day)

Heute ist  in manchen Ländern der Nationale Marmeladentag, aber ich finde, es ist ein Tag für alle Schleckermäule, die wie ich gerne Marmelade in den verschiedensten Varianten gerne mögen.

Befragt man ChatGPT, was er zu diesem Tag schreiben würde, liest man: „Es gibt Leidenschaften, die sich still und leise entwickeln. Eine davon ist die Liebe zur Marmelade. Was auf den ersten Blick wie eine banale Zutat auf dem Frühstückstisch wirkt, ist in Wahrheit ein Glas voller Erinnerungen, Kreativität und saisonaler Magie. Marmelade ist nicht einfach nur Frucht + Zucker = Aufstrich. Nein, sie ist ein Ausdruck von Lebensfreude, von Tradition und von Experimentierfreude. Schon beim Öffnen eines Gläschens entfaltet sich ein Duft, der einen direkt in Omas Küche versetzt. Ob Erdbeere, Aprikose oder Johannisbeere – jede Sorte erzählt ihre eigene Geschichte.“

Ich finde – so schlecht ist diese Erklärung gar nicht und ich freue mich einen „GMV“ – einen  „Gsälz-Maker des Vertrauens“ zu haben, der mich regelmäßig mit den verschiedensten Kreationen versorgt. Eine kleine Auswahl seht ihr im folgenden Bild – wenn ihr davon mal was probieren wollt – meldet euch einfach bei mir.

Schauen wir mal einen Blick zurück – nämlich in die Geschichte der Marmelade

Der Begriff „Marmelade“ stammt ursprünglich vom portugiesischen Wort „marmelada“ ab, dass eine süße Quittenpaste bezeichnete. Diese Zubereitung verbreitete sich im Laufe der Zeit in Europa, bis sie in Schottland ihren modernen Durchbruch erlebte. Dort soll Ende des 18. Jahrhunderts Janet Keiller in Dundee aus bitteren Orangen die erste Orangenmarmelade hergestellt haben – eine Delikatesse, die bald europaweit Furore machte. In Frankreich unterscheidet man bis heute streng zwischen „confiture“ (alle Früchte) und „marmelade“ (nur Zitrusfrüchte). Diese Regelung übernahm später auch die EU. In Deutschland wird Marmelade im Volksmund oft als Sammelbegriff für Fruchtaufstriche verwendet, obwohl laut Lebensmittelrecht „Konfitüre“ die korrekte Bezeichnung für die meisten Sorten wäre.

Eine Marmelade, die ich schon des Öfteren gemacht habe – hauptsächlich im Winter – ist eine Bananenmarmelade und die geht super einfach:

  • 1 kg Bananen (ohne Schale)
  • 1 kg Gelierzucker 2:1 / geht auch mit 500 g
  • 3 Zitronen (Saft und Schale)
  • Je ½ TL Nelken und Zimt
  • Je 2 cl Rum und Eierlikör

Bananen kleinschneiden und alle Zutaten zusammenmischen und ca. 4 min kochen lassen – Voilá!

Ansonsten hier auch noch ein schnelles Rezept für eine klassische Erdbeermarmelade mit Vanille:

  • 1 kg frische Erdbeeren
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 1 Vanilleschote (Mark)
  • Saft einer halben Zitrone

Erdbeeren putzen und klein schneiden. Zusammen mit Zitronensaft und Vanillemark vermengen. Gelierzucker einrühren, zum Kochen bringen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Heiß in Gläser füllen und verschließen.

Jetzt kann man die Marmelade nicht nur pur oder auf einem Brot oder Stück Zopf genießen, es gibt auch tolle Rezepte damit. Meine Highlights sind u.a. diese hier:

Gefüllte Hefeschnecken mit Marmelade

Hier ist ein einfaches, bewährtes und sicher gelingendes Hefeteig-Rezept, das sich ideal für Zimtschnecken, aber auch für andere süße Hefegebäcke eignet:

🥣 Grundrezept für süßen Hefeteig (für ca. 12 Zimtschnecken)

Zutaten:

  • 500 g Weizenmehl (Typ 550 oder 405)
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 1 Päckchen Trockenhefe
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 80 g Zucker
  • 80 g weiche Butter
  • 1 Ei (Größe M)
  • 1 Prise Salz

👩‍🍳 Zubereitung:

1. Vorteig (bei frischer Hefe empfohlen):

  • Die Milch leicht erwärmen (handwarm, ca. 37 °C – nicht heiß!).
  • Die frische Hefe hineinbröckeln, 1 TL Zucker dazugeben, umrühren.
  • Ca. 10 Minuten stehen lassen, bis die Hefe Blasen bildet.

(Bei Trockenhefe entfällt dieser Schritt: einfach mit Mehl und Zucker mischen – so mache ich es am Liebsten – geht einfach und schnell!)

2. Teig herstellen:

  • Mehl in eine große Schüssel geben.
  • Zucker, Salz, Ei und weiche Butter dazugeben.
  • Vorteig (oder Trockenhefe) zugeben.
  • Alles mit den Knethaken eines Handrührgeräts oder einer Küchenmaschine ca. 5–8 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig kneten.

3. Teig gehen lassen:

  • Teig mit einem feuchten Tuch abdecken und an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen, bis er sich sichtbar verdoppelt hat.

4. Weiterverarbeitung (z. B. für Zimt- oder Marmeladenschnecken):

  • Teig auf einer leicht bemehlten Fläche rechteckig ausrollen.
  • Mit weicher Butter bestreichen, Zucker und Zimt (z. B. 100 g Zucker + 1 EL Zimt)  oder Marmelade darüberstreuen.
  • Aufrollen, in ca. 12 Scheiben schneiden, auf ein Blech legen.
  • Weitere 20–30 Minuten abgedeckt gehen lassen.

5. Backen:

  • Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze ca. 20–25 Minuten backen, bis die Schnecken goldgelb sind.

 Linzertorte á la Mama Waltraud

Zutaten:

  • 250 g Mehl
  • 1/ 2 Päckchen Backpulver
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 200 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 2 Eier
  • 2 El Kakao
  • 25 g geriebene Halbbitterschokolade
  • 1 gehäufter Kaffeelöffel Zimt
  • 1/2 Messerspitze gemahlene Nelken
  • ½ Schnapglas Himbeergeist
  • 200 g Himbeermarmelade

Zubereitung:
Alle Teigzutaten verkneten, gerne einmal über Nacht kühlstellen und dann ca. ½ Teig in eine gefettete Springform drücken. Marmelade darauf verteilen. Aus dem restlichen Teig Streifen mit dem Messer schneidne, gitterförmig verteilen und eine Randrolle formen, mit Eigelb-Milch einpinseln.

Bei Heißluft 160°C oder  Ober-Unterhitze 200 °C etwa 60 Minuten backen. Abkühlen lassen – und am besten 1–2 Tage durchziehen lassen für vollen Geschmack.

So, jetzt habe ich euch hoffentlich genug Lust und Hunger gemacht – in diesem Sinne – guten Appetit!

Eure Nachteule