Am 19. Juni ist Martini-Tag – ein idealer Anlass, um den legendären Cocktail zu feiern, der Stil, Eleganz und zeitlose Klasse verkörpert. Ob geschüttelt oder gerührt, klassisch oder modern interpretiert – der Martini hat sich seinen festen Platz in der Welt der Cocktails verdient.
Der Ursprung des Martini – Mythos und Wahrheit
Die genaue Herkunft des Martini ist nicht eindeutig geklärt – dabei stehen zwei Haupttheorien in den meisten Übersichten:
- Martinez, Kalifornien (1860er Jahre): Eine der populärsten Legenden besagt, dass ein Barkeeper in Martinez einem Goldgräber einen Drink mit Gin, Wermut, Maraschino und Bitters mixte – der Vorläufer des heutigen Martinis.
- New Yorker Ursprung: Andere schreiben die Entstehung dem berühmten Barkeeper Jerry Thomas aus dem Occidental Hotel in San Francisco zu. Seine Rezeptur für einen „Martinez“ aus dem Jahr 1887 wird häufig als direkte Vorstufe des Martini zitiert.
Der Name des Cocktails „Martini“ wird allerdings häufig mit der italienischen Wermutmarke „Martini & Rossi“ in Verbindung gebracht, hat aber nicht unbedingt seinen Ursprung dort: in der Nähe von Turin wurde um 1863 dort die Idee für den Martini geboren: Als der italienische Unternehmer Alessandro Martini und der Kräuterexperte Luigi Rossi in dem kleinen Ort Pessione die nationale Wein- und Spirituosenbrennerei übernahmen und die Rezeptur für den bekannten Wermut entstand. Die Lage war schon damals perfekt: die Nähe zu den Winzern im Piemont, den Kräutergebieten in den Voralpen und dem Wermuthandel in Turin. Mittlerweile gibt es in Pessione das Weinmuseum Casa Martini, um auf den Spuren des Martinis zu wandeln und die Produkte zu erleben. 1994 wurden die Familienanteile von Martini & Rossi an Bacardi verkauft.
Sicher ist allerdings eins: Der moderne Dry Martini, wie wir ihn heute kennen, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und erlebte seinen Höhepunkt in den 1950er- und 60er-Jahren – nicht zuletzt durch James Bond, der ihn am liebsten „geschüttelt, nicht gerührt“ trinkt. 😉
Was ist jetzt die „richtige“ Art einen Martini zu trinken?
Nun ja, ein echter Martini ist mehr als nur ein Getränk – er ist ein Statement. Die klassische Form besteht aus Gin und trockenem Wermut, serviert eiskalt in einem konischen Cocktailglas und garniert mit einer Olive oder Zitronenzeste. Dabei gelten die folgenden Grundregeln für den „perfekten“ Martini:
- Verhältnis: Klassisch ist das Mischverhältnis 5:1 (Gin zu Wermut), aber moderne Varianten können deutlich trockener sein.
- Kühlen: Glas und Zutaten sollten gut gekühlt sein – ein Martini wird nie mit Eis serviert, sondern „straight up“.
- Rühren statt schütteln: Traditionell wird ein Martini gerührt, um Klarheit und Konsistenz zu bewahren. James Bond hat diese Regel zwar gebrochen, aber sein Einfluss ist unbestritten.
Um den heutigen Martini-Tag gebührend zu feiern, habe ich euch mal ein paar Getränke- und Snack-Tipps zusammengestellt und für ganz große Fans ein komplettes Martini-Menü!
1. Klassischer Dry Martini
Zutaten:
- 60 ml Gin
- 10 ml trockener Wermut
- Zitronenzeste oder grüne Olive
Zubereitung:
Gin und Wermut mit Eis in einem Rührglas verrühren, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen und mit Zitronenzeste oder Olive garnieren.
Dazu als Snack-Idee: Zitronen-Oliven-Mandel-Tapas (Grüne Oliven, in Zitronenschale und Olivenöl eingelegt), geröstete Mandel mit Meersalz oder Rauchmandeln und kleine Cracker mit Ziegenfrischkäse passen gut dazu.
2. Espresso Martini (modern, aber beliebt) – einer meiner Favoriten!
Zutaten:
- 40 ml Wodka
- 20 ml Kaffeelikör (z. B. Kahlúa)
- 30 ml frisch gebrühter Espresso
- 10 ml Zuckersirup
- Kaffeebohnen zur Deko
Zubereitung:
Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken und in ein gekühltes Martini-Glas abseihen. Mit 3 Kaffeebohnen garnieren.
Da als Snack-Idee: Dunkle Schokolade (70% und höher), Espresso-Biscotti oder Amarettini oder wer es etwas „größer“ mag: Mousse au chocolat oder auch ein Tiramisu.
3. French Martini – fruchtig & elegant
Zutaten:
- 45 ml Wodka
- 15 ml Chambord (Himbeerlikör)
- 30 ml Ananassaft
Zubereitung:
Alle Zutaten auf Eis kräftig shaken und in ein gekühltes Martini-Glas abseihen. Optional mit einer frischen Himbeere garnieren.
Da passen super Ziegenkäse-Crostini mit Himbeeren und Honig
4. Negroni Martini – bitter & raffiniert
Zutaten:
- 30 ml Gin
- 30 ml Campari
- 30 ml trockener Wermut
Zubereitung:
Zutaten im Rührglas mit Eis verrühren, in ein gekühltes Martini-Glas abseihen. Mit einer Orangenzeste garnieren.
Als Snack-Tipp hier meine Empfehlung: Parmesan-Cracker oder Grissini mit Prosciutto
5. Basil Bianco
Zutaten:
- 50 ml Martini Bianco
- 25 ml frischer Zitronensaft
- 6–8 frische Basilikumblätter
- 10 ml Zuckersirup
- Spritzer Soda
Zubereitung:
Basilikum im Shaker andrücken, dann alle Zutaten (außer Soda) mit Eis shaken. In ein Glas auf Eis abseihen, mit Soda auffüllen.
Hier kommt ein klassischer Snack-Tipp, nämlich Caprese-Spießchen (Tomate-Mozzarella-Basilikum)
6. Martini Rosso Manhattan
Zutaten:
- 50 ml Rye Whiskey oder Bourbon
- 25 ml Martini Rosso
- 2 Spritzer Angostura Bitters
- Cocktailkirsche
Zubereitung:
Alle Zutaten auf Eis rühren, in ein gekühltes Cocktailglas abseihen. Mit Kirsche garnieren.
Ein perfekter Snack-Tipp ist hier ein (Mini)Burger mit karamellisierten Zwiebeln
7. Rosso Negroni (klassisch mit Twist)
Zutaten:
- 30 ml Gin
- 30 ml Campari
- 30 ml Martini Rosso
Zubereitung:
Auf Eis im Tumbler verrühren, mit Orangenzeste servieren.
Der perfekte Snack-Tipp hier ist eine tolle Käseplatte mit gereiftem Cheddar, Walnüssen und getrockneten Feigen
Und für alle, die gleich ein ganzes Martini-Tasting und Menü machen möchten – hier mein Vorschlag:
| Gang | Drink | Food Pairing |
| 1. Aperitif | Bianco Tonic | Antipasti-Platte mit Zitronenthymian-Oliven, Prosciutto, Käsewürfel, Crostini |
| 2. Klassisch | Dry Martini (gerührt) | Ziegenkäse-Cracker mit Zitrus, Marcona-Mandeln, oder Austern auf Eis |
| 3. Mediterran | Martini Rosso Negroni | Tapas-Teller mit Manchego, Chorizo, gerösteten Paprika, gegrilltem Gemüse |
| 4. Fruchtig & modern | Porn Star Martini | Lachs-Ceviche, Chili-Mango-Salat, oder frische Passionsfruchtspieße |
| 5. Dessert | Espresso Martini | Tiramisu im Glas, dunkle Schokolade, Espresso-Biscotti |
Tipp: Dazwischen Wasser und Weißbrot reichen, um den Gaumen zu neutralisieren und als Drinkmenge reichen 50-70 ml pro Cocktail 😉
Fazit: Prost auf den Martini!
In diesem Sinne – Happy Martini Day – und denk dran: Ein guter Martini ist wie ein gut geschliffener Diamant – klar, kühl und unvergesslich. 🍸
Eure Nachteule