Tag 3 – stürmische Nordsee und das kulinarische Highlight am Abend

Die Nordsee war auch heute Morgen ziemlich aufgewühlt und das teilweise so stark, dass sogar unsere Strandkörbe nasse Füße bekommen hatten und deswegen im Laufe des Tages „gerettet“ werden mussten und ins Trockene gebracht wurden.

Zum Mittagessen ging es nochmal in den Golfclub – diesmal wurde die Pizza probiert, die ziemlich lecker war und eine gute Grundlage für den Rest des Tages darstellte.

Nach einer kleinen Shoppingtour zur Sylter-Schokoladenmanufaktur (https://cafe-wien-sylt.de/), wo wir u.a. auch für unsere Briefkasten-Hüter ein Glas Syltella mitnahmen, war noch ein bisschen Entspannung angesagt, bevor es dann zum kulinarischen Highlight des Urlaubs ging.

Nach dem im letzten Jahr leider nicht geklappt hatte mit einem Tisch, habe ich mich umso mehr gefreut, dass es in diesem Jahr mit einem Besuch im Söl’ring Hof (www.soelring-hof.de) geklappt hatte.

Jan-Philipp Berner kocht in diesem 2-Sterne Restaurant ein phantastisches Sommer-Menu – aber nicht nur das Essen war top – sondern auch das drumherum. Ein absolut zuvorkommender Service – von der Begrüßung bis hin zur Möglichkeit bei den verschiedenen Gängen extra Wünsche zu äußern (wie ohne Paprika und gerne kleinere Portionen) oder auch bei der Weinbegleitung der erste Probierschluck und die Erklärung zum Wein und bei Bedarf auch einen Wechsel der Weine. Besonders beeindruckt hat mich aber der Umgang mit Kinder hier – da das Menu nicht unbedingt jedem Kind schmeckt, holt Jan-Philipp Berner die Kinder persönlich ab und geht mit ihnen in die Küche, wo sie probieren dürfen und sich ihr Menü selber raussuchen dürfen – je nachdem, was ihnen gerade schmeckt!…ein bisschen neidisch bin ich ja schon, wer kann schon mal in einer 2-Sterne Küche hinter die Kulissen schauen! ;

Aber jetzt zu unserem „kleinen“ Menü…da die Abfrage nach den Besonderheiten etwas länger dauerte, gab es einen Glas Champagner zum Einstieg…und diesmal war es ein Louis Roederer Collection 244 Champagner und ich muss sagen, ja…ich habe noch einen Champagner gefunden, der mir neben dem Billecart-Salmon sehr gut schmeckt ;-)!

Und dann ging es auch schon los mit den Vorspeisen: gestartet wurde mit roter Beete, Sauerrahm und Mandel, anschließend einer Kombination aus Rauchboullion, Saiblingsrogen und Schnittlauch und dann als Trio anrichtet einmal eine Fjordforelle / Malz / Kartoffel / Petersilie, ein Zackenbarsch mit Nordseekrabben und Senf und ein filigranes Gebilde aus Rindertatar, Kieler Sprotte und Gartenkresse.

Eigentlich waren diese Kunstwerke fast zu schade zum Essen – aber dann wäre einem diese Geschmacksexplosion wirklich entgangen. Ja, das Auge isst wirklich mit!

Bevor es dann mit dem ersten Gang offiziell los ging, gab es noch Kartoffelbrot und Sauerrahmbutter….zum Reinlegen lecker!

Bei dem Menü besteht immer noch die Möglichkeit, weitere Gänge dazu zu nehmen und so wurde auch bei uns am Tisch ein Gang dazu genommen: Makrele als Tatar und am Stück geräuchert mit Holunder und Kopfsalat (ich durfte probieren – und es war eine sehr geniale Kombination – gerade auch mit dem Kopfsalat im Dressing u.a.). Da wir die Weinbegleitung dazu bestellt hatten, konnten wir auch bei diesem Gang den Wein mitprobieren – einen 2023 Pietranera von Marco de Bartoli aus Sizilien (https://www.marcodebartoli.com/en/wines/pietranera/) . Dieser Wein besteht aus 100 % Zibibbo-Trauben werden in den nach Norden ausgerichteten Weinbergen von Contrada Cufurà und Contrada Ghirlanda angebau. Zibibbo ist eines der vielen Synonyme für die weiße Rebsorte Muscat d’Alexandrie, das vor allem in Italien gebraucht wird.

Und dann ging es endlich los mit „unserem“ ersten Gang mit der Überschrift: Kaisergranat / Gurke / Rose / Ziegenfrischkäse. Sehr faszinierend fand ich das Gurkensorbet und die Ziegenfrischkäseluft – diese Mischung mit dem Kaisergranat- wow! Und dazu gab es diesmal einen 2020 Barbeito & Rocim A Meias Verdelho aus Madeira, ein Cuvee aus 92 % Verdelho und 8 % Sercial vom Weingut Barbeito ( https://www.vinhosbarbeito.com/en/).

Dann kam ein sehr spannender Fisch, wie ich finde – nämlich Stör (als Tatar) mit Karotte / Tagetes und Sonnenblumenkernen (als süßer Cracker dazwischen). Tagetes wird auch Studentenblume genannt und kommt in diesem Fall aus dem eigenen Garten des Söl’ring Hofes, wo sie als Gewürzblume angebaut wurde und hier in Verbindung mit den Karotten einen tollen Geschmack abgab. Dazu gab es diesmal einen 2017 Riesling Ried Gaisberg vom Weingut Hirsch aus dem Kamptal (https://www.weingut-hirsch.at/).

Auch im dritten Gang blieben wir im Meer – diesmal mit einem Kabeljau / Salzwiese / Kohlrabi / Apfel. Ich wiederhole mich zwar aber – was war das für eine Geschmacksexplosion und auch der Wein war hier für mich ein absolutes Highlight: ein 2020 Nikteri von Mikra Thira aus Santorini (https://shop.weinamlimit.de/winzer/mikra-thira).

 Ich zitiere einfach mal von Seite „Wein am Limit“, was über diesen Wein geschrieben wird: „Assyrtiko, Aidani und Athiri, drei weiße autochthone Rebsorten, beginnen ihre Reise nach der Lese im Edelstahltank. Fortgesetzt und beendet wird die Gärung in gebrauchten Barriques, in welchen die Cuvée noch für 4 Monate verweilen darf. Nach der Abfüllung bleiben die Flaschen für ein Jahr im Weingut, bevor sie ihre Reise zu uns antreten können. Das mineralische Rückgrat und die Konzentration des Assyrtiko harmonieren großartig mit dem weichen und zarten Charakter der Athiri und der blumig, aromatisch komplexen Sorte Aidani. Viele Zitrusnoten, Pfirsich, Kamille und eine subtile Mineralität. Vollmundig, mit straighter Säure und einem langen Nachklang.“…besser hätte ich es auch nicht beschreiben können ;-)!

Dann wurde es fleischig…im ursprünglichen Gericht stand hier Kalbsbries auf dem Programm, was wir aber bis auf einen Esser in Kalbskotelett umtauschen durften. Aber ein Probehäppchen Bries durfte ich probieren und muss sagen-  ja, sehr interessant, hätte ich so nicht erwartet, aber trotzdem fand ich mein zartes Stück Fleisch mit Bohnen / Cassis / Pfifferlingen auch sehr gut!

Zum Trinken wurde ins Glas ein 2020 Mareisa del Atlantico von Azul Perdidi aus La Palma eingeschenkt: https://shop.weinamlimit.de/winzer/azul-perdido. Die Trauben waren hier Listan Blanco und Albillio Criollo.

Der vorletzte Gang war dann eine Hubbeltaube – die einmal als Bein mit Tomate und als Bruststück mit Erbsen, Lauch und Honig serviert wurde. Dazu einen 2022 Langhe Nebbiolo von Giovanni Almondo aus dem Piemont (https://giovannialmondo.com/en/prodotto/langhe-nebbiolo-doc-eng/).

Bevor es zum offiziellen Dessert kam, bekam ich noch meinen Extra-Dessertgang serviert: Johannisbeerblüte und Moosbeere und dazu einen 2022 Poiré Granit von Eric Bordelet  – ein erfrischender und leckerer Birnen-Cidre aus der Normandie (https://ericbordelet.com/).

Als Dessert war dann zu lesen: Himbeere / Lavendel / Zitronenthymian / Amarant und auch hier kam ein kleines Kunstwerk an den Tisch – und passend dazu einen Moscatel do Douro von Niepoort aus dem Dourotal (https://www.niepoort.pt/).

Und dann kam noch der süße Abschluss – in 5 Gängen…

  • Aprikose / Joghurt / Verjus (ein relativ saurer Saft, der aus grünen Weinbeeren gepresst wird)
  • Heidelbeere / Minze / Schokolade
  • Rantumer Kranz / Johannisbeere / Karamell
  • Brombeere / Whisky / dunkle Schokolade
  • Herzkirsche / Blütensirup / Baiser

…und bei uns noch einen Espresso (mit Schokopralinen).

Es war ein unfassbar leckerer Abend und auch das ganze Drumherum machte es zu etwas Besonderen. Ein herzliches Dankeschön auch an Niklas Müller, unseren Servicemitarbeiter, der mit viel Geduld, Witz und super Fachwissen uns durch diesen Abend begleitet hat und das Essen von Jan-Philipp Berner und seinem Team noch runder gemacht hat!

Danke!

In diesem Sinne – lasst es euch auch mal gut gehen!

Eure Nachteule

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