Es begab sich zu der Zeit in der Mitte des Mais, wo sich vier Freunde zu einem leckeren Abendessen trafen – nämlich im 1*-Restaurant Cédric in Weinstadt-Beutelsbach (www.restaurant-cedric-de).


Was dieses Restaurant ausmacht? Die herzliche Begrüßung und Betreuung von Herbert und sein ausgezeichneter Service und Humor (und als kleiner Geheimtipp: mein neuer Gsälzdealer des Vertrauens) und natürlich die hervorragende Küche von Cédric und einem regional-saisonalen Menü mit sehr passender Weinbegleitung – auf die ich mich jedes Mal sehr freue! Seit Ende März 2024 hat Cédric Staudenmayer seinen ersten und sehr verdienten Michelin Stern erhalten und zusätzlich wurde er mit dem Young Chef Award 2024 ausgezeichnet. Überzeugt euch gerne selbst und reserviert rechtzeitig einen Tisch!
Der Einstieg war ein kalt-warmer Gruß aus der Küche – eine Ajoblanco – eine kalte spanische / andalusische Mandelsuppe mit gerösteten Mandeln und Kräuteröl und warmes Sauerteigbrot mit aufgeschlagener französischer Salzbutter. Dazu als Aperitif eine Variation eines Tonic – nämlich einen madeirisierten Châteauneuf-du-Pape Les Vieilles Vignes von 2013 mit Tonic aufgegossen. Mit einen Restzucker von 0 g/l, einem Säuregehalt von 6,3 g/l und den Rebsorten Grenache, Mourvèdre / Monastrell und Syrah ein toller Einstieg an diesem Abend.
Im ersten Gang stand diesmal ein Saibling auf dem Tisch – nämlich ein Saiblings Tartar mit einer Vinaigrette aus Kopfsalat, Kräuteröl und Ayran (die soooo lecker war) und Mairübchen, milde Wasabi-Mayonnaise, Kopfsalatherzen und getrocknete Tagetesblüten. Passend dazu in den Weinbegleitungen einmal einen 2021 „Yellow Bird“, Niersteiner Sauvignon Blanc trocken vom Weingut Huff aus Rheinhessen (https://www.weingut-huff.com/) und einen 2022 Rosé Marie Anphora vom Tröpfltalhof aus Südtirol, Italien (https://www.bioweinhof.it/).
Dann gab es endlich mal wieder einen Gang mit Fregola Sarda. Fregola Sarda ist eine Pastasorte – klassischerweise aus Hartweizengries, die eigentlich „Fregula“ heißen müsste – da sie vom lateinischen „fergulum“ – also Brösel, Krümel stammt – was auf die kleine Kugelform hinweist und auf Sardinien weitverbreitet ist. Hier wurde sie wie folgt verarbeitet: ein Fregola Sarda Risotto als Bett, knackiges Erbsen-Karottengemüse, Salzzitronencreme unter einem Karotten-Curry-Schäumchen und getrocknete Erbsen und Erbsensprossen.
In der Weinbegleitung ging es einmal nach Österreich und dann fast in die Nachbargemeinde. Zuerst einen 2021 Hidden Treasures Nr. 1 Tokay (mit der Rebsorte Furmint) vom Weingut Moric aus Großhöflein (http://www.moric.at/) und dann ging es nach Winterbach zum Weingut Jürgen Ellwanger und einem 2021/22 Hades Oxygéne (https://www.weingut-ellwanger.de/ )- und hier war als Rebsorte ein Johanniter wunderbar verarbeitet.
Im Fischgang gab es diesmal: gebratener weißer Heilbutt, darunter ein Radicchio-Püree und dann wurde der Fisch mit einem fermentierten Spargel-Miso-Lack bestrichen, obendrauf gab es gegrillten französischen wilden Spargel, Reiscracker und außen rum ein Tomatenschäumchen und für mich ein bisschen Siberian Caviar on top 😊!
Die Weinbegleitung hier waren ein 2022 Untertürkheimer Gips, Weißburgunder trocken vom Weingut Aldinger aus Fellbach (https://www.weingut-aldinger.de/de/) und ein phantastischer 2012er Steinterrassen Grüner Veltliner vom Nikolaihof aus der Wachau (https://www.nikolaihof.at/home/).
Und irgendwann bekomme ich Cédric dazu, dass er am Ende eines Menüzyklus die möglichen Überreste seiner wunderbaren Jus beim Fleischgang zum Kauf anbietet 😉. Es gab ein gebratenes Teres major (ein Stück aus der Rinderschulter), mit Bulgur gefüllte Paprika, oben drauf Paprikacreme und eingelegten Minispitzpaprika und ein Selleriepüree und ein traumhaftes Rindersößchen!
Jetzt wurde es rot in der Weinbegleitung: ein 2017 LAN Reserva, Tempranillo, Bodegas LAN, S.A. Fuenmajor aus dem Rioja (https://bodegaslan.com/en/) und eine 2007 Großheppacher Steingrüble Spätburgunder SL trocken vom Weingut Bernhard Ellwanger aus Großheppach (https://weingut-ellwanger.com/) . SL steht hier für eine selektionierte Lese – wer diesen tollen Spätburgunder mal probieren kann – unbedingt machen!
Das Dessert besteht aus drei Teilen – einem Pre-Dessert (ein Honigmelonen-Rose-Pfeffer Sorbet, darunter Rhabarber-Espuma, gemahlene Pfefferbeeren und rote Shiso-Kresse), dem eigentlich Dessert (Rotes Johannisbeersorbet, Johannisbeercreme, frische Heidelbeeren, Vanillecreme-Kugel, aufgeschlagene Vanillecreme mit etwas Crumble und eine sehr leckere Canelé) und ganz zum Abschluss gibt es noch den „Süßen Abschluss“ – Karamelleis mit Mascarpone-Creme und frische Erdbeeren.
Neben einem Espresso gab es als Dessertwein einen 2019 Bacalhôa – Moscatel de Setúbal aus Portugal (https://bacalhoa.pt/en/homepage) und einen 2022 Sweetheart Sauvignon Blanc von Oliver Zeter (https://www.oliver-zeter.de/#!/de) .
Die Mischung aus einem regional-saisonalen Menü und den passenden Weinen – sehr oft auch aus der Region und immer wieder ein paar exklusive Flaschen aus der ganzen Welt – machen das kulinarische Erlebnis im Cédric immer wieder besonders und ich freue mich schon sehr auf das Sommermenü im Juli!
In diesem Sinne – viel Spaß beim Genießen der Sonne!
Eure Nachteule





