Das (spontane) Januar-Menü im Cedric in Beutelsbach – kulinarische Rems-Tal-Erlebnisse

Etwas unerwartet, aber dafür umso leckerer, konnten wir Ende Januar noch einen Tisch bei Cedric und Herbert in Beutelsbach ergattern. Leider ist es auch bei ihnen so, dass es – wahrscheinlich auch krankheitsbedingt zurzeit – viele Reservierungen teilweise auch sehr kurzfristig storniert werden. Und ich kann jeden Gastronom verstehen, der bei einer No-Show oder auch um diese etwas abfangen zu können, eine Reservierungsgebühr vorab erhebt!

Gestartet wurde wieder mit dem Gruß aus der Küche und neben meinem geliebten warmen Sauerteigbrot mit aufgeschlagener französischer Salzbutter, gab es diesmal ein geröstetes Selleriesüppchen mit Harissa und Kräuteröl.

Zum Trinken gab es diesmal nur eine Weinbegleitung – die exklusive Variante und einmal die alkoholfreie Variante, da aufgrund der Kurzfristigkeit wir mit dem Auto und nicht wie sonst mit dem ÖPNV nach Beutelsbach gefahren sind. Und es heißt ja schließlich – don’t drink and drive!

Zum ersten Gang (dem Rindertartar) gab es aus der Magnum Flasche einen Chardonnay von der Lahr, nämlich einen 2021 Lahrer Kronenbühl „Gottesacker“ GG vom Weingut Wöhrle ( https://www.woehrle-wein.de/) und als alkoholfreie Variante wurde ein schwedisches alkoholfreies Malzbier mit einem Sirup aus Bieressig und Kamille eingeschenkt! Was für eine interessante Mischung und gar nicht mal so schlecht 😉!

Und hier jetzt noch die Gangbeschreibung: serviert wurde ein Rindertartar mit einem Eigelb oben drauf gelegt, mit Strohkartoffeln und ummantelt von einer Kartoffel-Senf-Vinaigrette mit Schnittlauchöl und verschiedenen Kräutern garniert (linkes Bild)

Der vegetarische Gang (Gang Nummer 2, rechtes Bild)  bestand diesmal aus einem Ragout von geschmorter Aubergine als Boden, darüber gab es eine Salsa aus Kapern und Balsamico-Linsen, darüber eine super leckere Pastinaken-Espuma, schwarzem Pfeffer und etwas Knoblauch drüber verstreut.

Beim Weingang ging es nach Frankreich an die Loire nach Saint Andelain zu Michel Redde et Fils  (https://www.michel-redde.fr/) und einem 2019 La Moynerie, Sauvignon blanc, Pouilly Fumé (aus vier Sauvignon blanc Lagen) und alkoholfrei wurde aus Südtirol eine alte Apfelsorte (Bergapfelsaft) mit einem Hopfenextrakt als Apfelsaft serviert (https://www.kohl.bz.it/de/saefte/).

Beim Fischgang wurde es jetzt noch internationaler: als Weinbegleitung gab es einen weißen Barolo – also vom Weinkulturerbe La Spinetta (https://www.la-spinetta.com/) ein 2022er Derthona Timorasso (Timorasso ist eine alte einheimische Rebsorte aus dem Piemont) aus der Castagnole delle Lanze aus Italien und alkoholfrei wurde ein Club Mate serviert, die mit einem Safran-Essig-Sirup verfeinert wurde (was für eine Mischung). Und der Fisch entpuppte sich als Skrei, also einem Winterkabeljau von den Lofoten, scharf angebraten auf einem Bett aus Karottenpüree, außen rum sautierten Kohlsprossen, ein Safran Miesmuschel-Sößchen, roter Shiso-Kresse und einmal wieder eine kleine Portion Imperial Kaviar 😊

Dann wurde es im Gang 4 rot – zu Essen gab es einen rosa gebratenen Hirschrücken auf einer intensiven Wildjus (die ich wirklich gerne mal separat in einer Flasche kaufen würde – wie fast jede Jus die Cedric in den letzten Monaten serviert hat), daneben lagen Topinambur-Variationen – einmal als kleines Stück, glasiert mit Pinienkernpesto on top und als Püree-Tüpfelchen – dazu Erbsenkresse und schwarze Herbsttrompeten – einem Pilz aus der Pfifferlings Familie, die sehr lecker waren. Diese Pilze hatte ich bis dato noch nie probieren können und war sehr angetan von diesem spannenden Geschmack!

Und auch beim flüssigen Teil des Ganges wurde es rot – als Wein wurde ein 2020er Vigna Vecchia Scarrone Barbera d’Alba von der Vietti Azienda Agricola aus Castiglione Falletto aus dem Piemont (Italien) – 100 Jahre alten Rebstöcken mit 15%, also eine echte Bombe hier im Glas (https://www.vietti.com/de/). Und Carsten hatte von Jörg Geiger (https://www.manufaktur-joerg-geiger.de/) den 33 Grad im Glas – eine alkoholfreie Cuvee aus Pinot Meunier, Dornfelder und Mostbirne. Ein sehr toller entalkoholisierter Wein – der lohnt sich definitiv mal zum Probieren, wer ihn noch nicht kennt.

Zum Abschluss gab es wieder eine Trilogie und gestartet wurde mit dem Pre-Dessert, einem Sanddorn-Eis, einer Physalis und einem weißen-Schokoladen-Espuma. Im Hauptdessert lag ein echtes Kunstwerk auf dem Teller: ein Apfel-Ingwer Sorbet, ein Caramelia-Schokomousse Törtchen mit einem Kern aus Apfel-Ingwer Ragout, außen einer knackigen Schokoladenschicht, Ahornsirup-Apfelmost-Gel, gebackene Caramelia Schokolade in Blattform und Apfelscheibchen.

Den süßen Abschluss machte ein Feigensorbet auf einer Mascarpone Creme und Vanille Crumble. Dazu durften wir eine 2007 Riesling Beerenauslese Lahrer Kronenbühl vom Weingut der Stadt Lahr (Familie Wöhrle), Baden, Deutschland genießen – was für ein leckeres Tröpfchen!

Auch diesmal war es wieder sehr lecker und mal sehen, wann es vielleicht auch spontan mal wieder in diese leckeren Hallen geht 😉!

In diesem Sinne – manchmal sind die spontanen Ideen auch ganz lecker!

Eure Nachteule

Ein Kommentar zu “Das (spontane) Januar-Menü im Cedric in Beutelsbach – kulinarische Rems-Tal-Erlebnisse

  1. Pingback: Unser kulinarischer Januar im Überblick – was für ein leckerer Start ins Jahr 2024 | Nachteuleblog

Hinterlasse einen Kommentar